Österreich in der Römerzeit
Die Schaffung kaiserlicher Provinzen

Um das Jahr 15 v. Chr. begannen die Römer unter Kaiser Augustus zur Sicherung der nördlichen Reichsgrenze mit der Eroberung der benachbarten Länder Noricum, Raetien und Pannonien, die später als kaiserliche Provinzen dem Imperium Romanum eingegliedert wurden. Statthalter, so genannte Prokuratoren, verwalteten diese (daher oft auch als prokuratorisch bezeichneten) Provinzen und überwachten die Einkünfte des Kaisers. Das um 15 v. Chr. friedlich besetzte keltische Königreich Noricum blieb zunächst römisches Protektorat ("Schutzgebiet") und wurde um 45 n. Chr. kaiserliche Provinz. Es umfasste Niederösterreich und Oberösterreich südlich der Donau und westlich des Wienerwaldes, Salzburg, das östliche Tirol, die westliche Steiermark und Kärnten. Unter Kaiser Diokletian (er regierte von 284-305 n. Chr.) erfolgte die Teilung der Provinz im Noricum ripense (Ufernoricum) und Noricum mediterraneum (Binnennoricum), die Grenze bildete der Tauernhauptkamm. Sitz des Statthalters wurde Virunum auf dem Zollfeld in Kärnten, nachdem die alte Hauptstadt Noricums, Noreia, ihre Bedeutung verloren hatte.
Raetien wurde erst nach schweren Kämpfen 15 v. Chr. von den kaiserlichen Stiefsöhnen Drusus und Tiberius unterworfen. Die "Alpenprovinz" umfasste Vorarlberg, das westliche und nördliche Tirol, Südbayern und die Ostschweiz. Der römische Statthalter residierte in Augusta Vindelicorum (Augsburg). Wie Noricum ließ Diokletian auch Raetien teilen: Der Westen mit Vorarlberg bildete die Provinz Raetia prima, der Osten mit Tirol Raetia secunda.
Pannonien, die "Donauprovinz", wurde in den Jahren 12-9 v. Chr. erobert. Im Norden und Osten von der Donau begrenzt, reichte es im Süden bis zur Save und im Westen bis zum Ostrand der Alpen. Sitz des Statthalters war Carnuntum (bei Petronell in Niederösterreich). Im 2. Jahrhundert wurde die Provinz in Pannonia superior (Oberpannonien, später prima) und Pannonia inferior (Unterpannonien, später secunda) geteilt.
- Die Schaffung kaiserlicher Provinzen
- Der Bau des Donaulimes
- Der Alltag im römischen Österreich
- Religion und Kultwesen
- Das Ende und Erbe der Römerzeit
- Österreichs Römerzeit
Bibliografie:
- Artikel Pannonia. In: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike Bd. 9, Stuttgart, Weimar 2000
- Kurt Genser: Der österreichische Donaulimes in der Römerzeit. Ein Forschungsbericht, Wien 1986
- Manfred A. Niegl: Die archäologische Erforschung der Römerzeit in Österreich. Eine wissenschaftliche Untersuchung, Wien 1980
- Reinhard Pohanka u. a.: Geschichte Wiens in 6 Bänden, Wien 2000 (Bd. 1: Das römische Wien)









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