Olympische Spiele
Ursprung
Die Olympischen Spiele gehen der Sage nach auf ein Ereignis in der griechischen Antike zurück, wonach Pelops, Sohn des Tantalus, in der Gegend des späteren Olympia den König von Elis im Wagenrennen bezwungen und als Siegespreis dafür das Land des Königs und dessen Tochter zur Frau bekommen habe. Dies sei der Anlass der Spiele gewesen, also gleichsam eine Danksagung für diesen Sieg an Göttervater Zeus. Die Spiele wiederholten sich von da an alle vier Jahre am gleichen Ort und sämtliche griechischen Stämme vereinten sich so zu friedlichem Wettstreit. Historische Tatsache ist, dass die Spiele von Olympia bis in die geschichtliche Vorzeit zurückreichen, und dass ihr Ursprung zweifellos kultischer Natur war. Mehrere Quellen sprechen dafür, dass schon rund 1000 Jahre vor dem historisch nachgewiesenen Beginn der Spiele im Jahr 776 v. Chr. regelmäßige Begegnungen griechischer Stämme im Heiligtum des Zeus in der Landschaft Elis stattfanden, dass dort junge Männer ihre geistigen und körperlichen Kräfte maßen und die Sieger in ihrer Heimat wie Halbgötter geehrt und gefeiert wurden.
Seit 776 v. Chr. wurden die Namen der Sieger der Olympischen Spiele schriftlich festgehalten. Wettbewerbe waren Laufen (Stadionlauf über eine Strecke von 192,28 m, Doppellauf, bei dem die Strecke zweimal zu durchlaufen war, und Langlauf, bei dem die Strecke 24-mal zurückgelegt werden musste), der Fünfkampf (Pentathlon: Lauf, Weitsprung, Speerwurf, Diskuswurf, Ringen), der Allkampf (Pankration: Ringen und Faustkampf), das Pferde- und das Wagenrennen. Höchsten Ruhm erreichten die Athleten, die im Ringen und im Allkampf siegten. Die Athleten bestritten ihre Wettkämpfe nackt, eine Sitte, die durch die Spartaner eingeführt worden war.
Zwischen 600 und 450 v. Chr. erreichten die Olympischen Spiele ihre Blütezeit. Vor, während und nach den Spielen herrschte überall der von den "Göttern befohlene Frieden". Wer sich zum Fest der Spiele nach Olympia begab, konnte so auch das Gebiet einer feindlichen Stadt unbehelligt passieren. In den folgenden Jahrhunderten sanken Niveau und Bedeutung der Olympischen Spiele kontinuierlich ab. Gründe hierfür waren vor allem übertriebener regionaler Ehrgeiz und das sich immer stärker entwickelnde Berufsathletentum. 393 n. Chr. wurde die weitere Abhaltung der Spiele von Kaiser Theodosius wegen ihres Charakters als "heidnische Feste" verboten.
- Ursprung
- Die neuzeitlichen Olympischen Spiele
- Austragungsorte und politische Probleme
- Modus und Regeln der Austragungen
Bibliografie:
- Nicole Bitter: Olympia-Lexikon 2004, Köln 2004
- Rupert Kaiser: Olympia-Almanach Sommerspiele, Kassel 2008
- Rupert Kaiser: Olympia-Almanach Winterspiele, Kassel 2006
- Gerhard Schute: Olympia 2008, Essen 2008
- Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen, Konstanz 2009
- Judith Swaddling: Die Olympischen Spiele der Antike, Stuttgart 2004









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