Total votes: 23
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Orientalischer Tanz

Geschichte des orientalischen Tanzes

Der Tanz aus dem Orient hat eine jahrtausendealte Tradition. In Museen sind 7000 Jahre alte ägyptische Statuen und Fresken erhalten, die Tanzszenen zeigen. Das Ursprungsland des orientalischen Tanzes ist der afrikanische Kontinent. Vorläufer orientalischer Tanzkunst waren aber nicht nur die Heilungstänze Afrikas, sondern auch die Schamanentänze Asiens und Amerikas sowie die Geisteraustreibungstänze.

Ursprünglich war der orientalische Tanz - wie alle Tänze - Ritual für Geburt, Leben und Tod. Aufgabe des Tanzes war es, die menschliche Fortpflanzung zu fördern, dem Tod zu huldigen sowie die Götter gnädig zu stimmen.

Mit Ausbreitung der Zivilisation im Orient wurde der Einfluss der Weltreligionen (z. B. Christentum, Islam) stärker. Besonders die Frauen erfuhren durch diese patriarchalischen Religionen Einschränkungen. Allerdings war für angesehene Frauen im Orient Tanz - wenn überhaupt - höchstens im Haus und allein unter Frauen möglich.

Diese Situation begünstigte die Herausbildung von Berufstänzerinnen. Diese herausragenden Tänzerinnen kamen meist aus dem einfachen Volk oder waren Zigeunerinnen. Zwar wurden sie verehrt und reich beschenkt, niemals allerdings geheiratet. Sie fungierten als sichtbares Zeichen des Reichtums der Gastgeber und dienten der Unterhaltung der Gäste. Straßentänzerinnen waren wesentlich schlechter gestellt. Sie mussten gegen Demütigungen und Verachtung ankämpfen. In der Türkei wurde der orientalische Tanz in den Harem verbannt. Auch heute noch gibt es türkische Familien, die ihren Töchtern den Tanz verbieten.

Bild
Verzeichnis des Musikverlages A. Fürstner mit der Farblithographie zu der Oper "Salome" von Richard Strauss aus dem Jahr 1905.

Schriftsteller wie z. B. Gustave Flaubert und Hermann Hesse waren von den Berufstänzerinnen fasziniert, schildern in ihren Reisebeschreibungen den Tanz in den schönsten Farben und Formen. Von Flaubert angeregt dichtete Oscar Wilde für die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt 1893 die berühmte "Salome". 1905 komponierte Richard Strauss die gleichnamige Oper. Auch Maler und Fotografen ließen sich von den Berufstänzerinnen inspirieren und trugen dazu bei, den Mythos des Orients nach Europa zu tragen.

Westliche Tänzerinnen wie Mata Hari und Ruth St. Denis machten sich Anfang des 20. Jahrhunderts den orientalischen Tanz zu Eigen. Die niederländische Tänzerin Mata Hari, 1917 als Spionin erschossen, vertraute einem Freund an: "Ich habe nie gut getanzt. Dass die Menschen kamen, um mich zu sehen, verdanke ich nur der Tatsache, dass ich es als Erste wagte, mich unbekleidet der Öffentlichkeit zu präsentieren".

Doch es war noch ein langer Weg, bis der orientalische Tanz seinen Siegeszug in Europa erlebte. Denn die sinnlichen Bewegungen des Körpers wurden durch Kirche und Gesellschaft verurteilt. Erst die sexuelle Emanzipation Ende der 1960er Jahre führte zu einem Bruch von Tabus, alten Konventionen. In diese Zeit fiel auch die Entdeckung des Bauchtanzes in den USA ("belly dance"). Bis dieser nach Europa schwappte, dauerte es allerdings noch fast ein Jahrzehnt. Anfang bis Mitte der 1980er Jahre war die Ausbreitung des orientalischen Tanzes dann auch bei uns nicht mehr aufzuhalten.

Der orientalische Tanz hat sich unter dem Einfluss der Menschen gewandelt, durch das Einbringen verschiedener Elemente aus anderen Tanzrichtungen verändert. Doch obwohl die ursprüngliche Bedeutung des Tanzes verloren gegangen ist, ist die Faszination geblieben.

  1. Geschichte des orientalischen Tanzes
  2. Stilrichtungen des orientalischen Tanzes
  3. Typisches Merkmal: Isolationstechnik
  4. Tanzkleidung
  5. Gesundheitliche Aspekte des orientalischen Tanzes

Bibliografie:

  • Wendy Buonaventura: Bauchtanz. Die Schlange und die Sphinx, München 1998
  • Werner David: Bauches Lust - Bauches Frust. Memoiren einer Männerhüfte, Noderstedt 2001
  • Renate Hirschberger: Lust auf Bauchtanz. Mit sinnlicher Bewegung zu körperlicher Harmonie und weiblicher Ausdruckskraft, München 1999
  • Dietlinde Karkutli: Das Bauchtanz-Buch, Reinbek 2000
  • Shakti Morgane, Christiane Hausmann: Orientalischer Tanz und Ekstase, Berlin 2000
  • Ilona Palucki: Bauchtanz für Körper, Geist und Seele, 1997
Total votes: 23
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


1 Kommentar

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Es heißt in diesem Fall nicht Baladi sondern Beledi. Das wird oft verwechselt. Baladi ist ein Rythmus, den man zum Beispiel mit der Zimbel als tak-ke-tak, tak-ke-tak, tak-ke-tak .... begleitet. Und Beledi ist der oben beschriebene Tanzstil.