Ozeane und Meere in der Geschichte
Mittelmeer, Rotes und Schwarzes Meer in der Antike
Mittelmeer, Rotes und Schwarzes Meer stellten bereits in der Antike wichtige Handels- und Kontaktzonen zwischen den verschiedenen Kulturen dar. Die Ägypter waren, soweit man weiß, die Ersten die per Schiff auf Entdeckungsreise gingen. Um 2500 v. Chr. segelten sie das Rote Meer hinunter, um das geheimnisvolle Land Punt an der afrikanischen Ostküste zu suchen. Um 1184 v. Chr. mussten die Ägypter sich der Angriffe der Seevölker erwehren, die mit ihren Flotten über die Nilmündung das Pharaonenreich bedrohten.

Später stießen die Ägypter weiter in den Indischen Ozean vor. Um 1500 v. Chr waren sie bis zu der Insel Socotra, die heute zum Jemen gehört, vorgedrungen und verstanden es, die periodisch wechselnden Monsunwinde zu nutzen. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten die Phönizier ihren enormen Forschungsdrang, der sie an weit entfernte Gestade brachte.
Ab ca. 1500 v. Chr. griffen die Mykener nach Kreta aus und lösten in der Folgezeit die Kreter in der Vorherrschaft über das Mittelmeer ab. Handelsbeziehungen und Außenposten sicherten ihnen Einfluss im ganzen östlichen Mittelmeer bis nach Vorderasien. Man exportierte vor allem landwirtschafliche Erzeugnisse, Waffen, Gefäße und spezielle Kunstgegenstände wie Elfenbeinreliefs.
Mit der Gründung von Kyme (nördlich von Neapel) begann um 750 v. Chr. die griechische Kolonisation des Mittelmeeraumes. Sie dauerte etwa 200 Jahre und führte zu einer Ausbreitung der griechischen Kultur in der Ägäis, im Nordwestlichen Mittelmeer, in Unteritalien und im Schwarzen Meer.

Im Schwarzmeergebiet gründeten die griechischen Kolonisten rd. 90 Städte, deren Bewohner von dem Fischreichtum und den fruchtbaren Küstenackerböden profitierten. Der Schwarzmeerrraum wurde zur Konfliktzone zwischen griechischen Kolonisten und den dort ansässigen Skythen.
Den Phöniziern und Griechen war die rasante Entwicklung der Schifffahrt seit dem 9. Jahrhundert zu verdanken. Sie drangen in immer entferntere Regionen vor und errichteten dort Handelsstützpunkte. Die Phönizier erreichten etwa Gibraltar. So entstanden entlang der Küsten des Mittel- und Schwarzen Meeres Seehandelsrouten mit sicheren Häfen, in denen die Schiffe auch bei unvorhergesehenen Unwettern Unterschlupf fanden. Die im Hinterland der Häfen lebenden Einheimischen beteiligten sich an dem regen Geschäft und tauschten einheimische Produkte oder Sklaven gegen phönizische und griechische Handelsgüter ein.
Die Handelsschiffe der Phönizier und Griechen besaßen im 6. Jh. v. Chr noch einen kurzen Rumpf mit hohen Bordwänden und einem Mast mit großem Segel. Die Korinther erfanden möglicherweise die ca. 35m lange und 5m breite Triere, ein dreireihiges Ruderboot für ca. 170 Ruderer, mit dem man hohe Geschwindigkeiten erreichen und andere Schiffe rammen konnte.
Mit den Siegen in den Punischen Kriegen gegen Karthago etablierte sich Rom als Vormacht im Mittelmeerraum. Das Ziel der Karthager im 1. Punischen Krieg war die Vertreibung der Römer von Sizilien; dies wurde umgekehrt auch zum Kriegsziel der Römer, als sich zeigte, dass die karthagische Flotte von Sizilien aus die Küsten Italiens bedrohte. Mit einer hastig aufgerüsteten Flotte und durch Einsatz von Enterbrücken (corvi) konnten die Römer 260 v. Chr. bei Mylae (westlich von Messina) und 256 v. Chr. bei Eknomos (Vorgebirge an der Südküste Siziliens) karthagische Flotten besiegen und nach Afrika übersetzen. Dabei entstanden in nur 60 Tagen nach dem Vorbild eines gestrandeten karthagischen Fünfruderers 130 Schiffe. Anfängliche Erfolge endeten 254 v. Chr. mit dem Verlust von Heer und Flotte der Römer. Erst der Fall Drepanons (Trapanis) 242 v. Chr. und die Seeschlacht bei den Ägadischen Inseln 241 v. Chr. entschieden den Krieg für Rom. Im Frieden des 2. Punischen Krieges (201 v. Chr.) wurde die Autonomie Karthagos stark eingeschränkt: Es durfte außerhalb Afrikas keinen Krieg führen und innerhalb Afrikas nur mit römischer Erlaubnis; die Kriegsflotte wurde auf 10 Schiffe beschränkt. 146 v. Chr. wurde Karthago endgültig zerstört, Rom beherrschte das westliche Mittelmeer.

Die letzte große Seeschlacht der Antike wurde bei Aktium (Nordwestgriechenland) 31 v. Chr. zwischen Octavian, Marcus Antonius und Kleopatra ausgetragen. Dabei versenkten die kleinen und wendigeren Schiffe der Römer die großen ägyptischen Kriegsschiffe mit Brandwaffen und machten so den Weg frei für die Alleinherrschaft des Octavian (Augustus) und die Vorherrschaft im Mittelmeerraum.
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Bibliografie:
- I. Geiss, Geschichte griffbereit: Schauplätze. Gütersloh, München 2002
- E. Olshausen, Artikel Meer. In: Der Neue Pauly Enzyklopädie der Antike. Bd. 7. Stuttgart, Weimar 1999
- R. Schulz, Die Antike und das Meer. Darmstadt 2005
- P. de Souza, Seefahrt und Zivilisation. Hamburg 2003
- W. Graf von Vizthum, Handbuch des Seerechts. München 2006









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