Paul Klee
Kurzbiografie

Deutscher Maler und Grafiker schweizerischer Herkunft
geboren am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern
gestorben am 29. Juni 1940 in Muralto bei Locarno.
Jugend in der Schweiz
Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geboren. Sein Vater, ein Musiklehrer, stammte aus Unterfranken, seine Mutter, eine Sängerin, war eine in Besançon geborene Schweizerin. Seine Jugend verbrachte Paul Klee in Bern, wohin die Eltern 1880 gezogen waren. Von klein auf spielte er ausgezeichnet Geige und malte an den Rand seiner Schulhefte Karikaturen, die dank seiner Mutter erhalten sind.
Studentenjahre in München (1898-1903)
Ab Oktober 1898 studierte Klee drei Jahre in München, zunächst in der Privatmalschule bei Heinrich Knirr, dann an der Akademie bei Franz von Stuck, dem angesehensten Lehrer der Stadt, und hörte Vorlesungen über Kunstgeschichte und Anatomie. Gemeinsam mit dem Bildhauer Hermann Haller unternahm Klee eine Bildungsreise nach Italien und besuchte Mailand, Genua, Rom und Neapel. Zu seinem Frühwerk gehörte eine Serie von zehn grotesken, satirischen Radierungen, darunter die Jungfrau im Baum. Von 1903 bis 1906 lebte er wieder bei seinen Eltern in Bern. 1906 heiratete er die Münchner Pianistin Lily Stumpf und siedelte nach München über. Paul Klee versorgte den Haushalt, seine Frau verdiente den Lebensunterhalt mit Klavierstunden. 1907 wurde der einzige Sohn Felix geboren. Klees erste Radierungen wurden 1906 und 1908 in der Münchner Sezession ausgestellt. Weitere Ausstellungen folgten: In Bern, Basel, Zürich und Winterthur wurden 56 Werke gezeigt, 1911 fand die erste Kollektiv-Ausstellung in München statt.
"Der blaue Reiter" und Tunesien mit seinen Farben

1911 lernte Klee Alfred Kubin kennen, schloss sich der Gruppe "Der blaue Reiter" an, zu der Wassily Kandinsky, Franz Marc und August Macke gehörten, und beteiligte sich an deren Ausstellungen. Im selben Jahr begann er mit Illustrationen zu Voltaires Candide.
1911 und 1912 bekam Klee Bilder von Robert Delaunay zu sehen, dessen Farbexperimente ihn tief beeindruckten; er übersetzte dessen Aufsatz Über das Licht. In Paris lernte er kubistische Werke von Pablo Picasso und Georges Braque kennen.

Mit August Macke und Louis René Moilliet unternahm Klee 1914 eine berühmt gewordene Reise nach Kairuan in Tunesien, die zu einem Wendepunkt in seinem Werk führte. Klee schrieb in sein Tagebuch: "Es dringt so tief und mild in mich hinein ... Die Farbe hat mich ... für immer, ich weiß das. Ich bin Maler." Seine Erlebnisse gestaltete er in vielen Aquarellen, zu denen Vor den Toren von Kairuan gehört.
Kriegszeiten
Die folgenden Jahre waren sehr produktiv, wurden aber von zwei privaten Katastrophen überschattet: Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges fiel sein Freund August Macke in der Champagne, Franz Marc fiel im Frühjahr 1916 vor Verdun. 1915 schrieb Klee in sein Tagebuch die Schlüsselsätze für seine Weltanschauung und sein Kunstverständnis: "Je schreckensvoller diese Welt (wie gerade heute), desto abstrakter die Kunst, während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt."
Von 1916 bis 1918 musste Klee Militärdienst ableisten, allerdings nur in der Verwaltung, sodass er nebenbei weiter malen konnte. 1917 verkaufte er seine ersten Bilder. 1920 fand in München eine große Gesamtübersicht mit 362 Werken statt, und die ersten Monographien werden über sein Werk geschrieben. Wilhelm Hausensteins berühmtes Buch Kairuan oder eine Geschichte vom Maler Klee erschien 1921.
Die Bauhaus-Zeit in Weimar und Dessau (1920-1930)

Walter Gropius berief Klee 1920 als Lehrer an das Staatliche Bauhaus in Weimar, wo auch Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky lehrten. Klee leitete hier die nächsten zehn Jahre als Formmeister eine Buchbinderei, später eine Glasmalerwerkstatt, und er hielt Vorlesungen über Form- und Gestaltungslehre. Als Bauhaus-Buch erschien 1925 Klees Pädagogisches Skizzenbuch, ein Auszug aus seinen Beiträgen zur Formlehre, und Wege des Naturstudiums.
1924 wurde in New York die erste Klee-Ausstellung gezeigt. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky gründete Klee 1926 die Gruppe "Die blauen Vier". Im Museum von Jena hielt Klee seinen wichtigen Vortrag Über die moderne Kunst, der auch als Buch erschien und viele Einblicke in seine Arbeitsweise und seine ästhetischen Standpunkte gibt.
Das Spätwerk (1930-1940)
1928/29 ermöglichte die gerade gegründete Klee-Gesellschaft dem Maler eine Reise nach Ägypten, die seine Kunst erneut stimulierte. Als Walter Gropius das Bauhaus verlassen hatte, folgte Klee 1931 einem Ruf an die Düsseldorfer Akademie, wo er bis 1933 blieb. Dort waren der Bildhauer Ewald Mataré und der Maler Heinrich Campendonk seine Kollegen. Als Hitler 1933 die Macht ergriff, wurde Klee in den Zeitungen als "sibirischer Ostjude und gefährlicher Kulturbolschewist" angeprangert und fristlos entlassen. Bei einer Hausdurchsuchung wurde eine bis heute verschollene Mappe mit 200 Blättern und Zeichnungen von apokalyptischen Visionen sichergestellt. Klee musste Düsseldorf verlassen, weil ihn sein bester Schüler denunziert hatte. Er ging zurück nach Bern. In Deutschland wurden über 102 Werke Klees beschlagnahmt, 17 davon 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Im Ausland hatte er jedoch weiter viel Erfolg und große Ausstellungen: 1938 hingen seine Bilder in New Yorker und Pariser Galerien, 1940 wurden über 200 Werke in Zürich, Bern und Basel gezeigt.
In Bern verbrachte Klee zurückgezogen seine letzten sieben, von Krankheit beeinträchtigten Jahre. Zu seinem Spätwerk gehören grinsende Totenmasken, Variationen von Totentänzen, Tänze der Furcht (1939) und seltsame Flügelwesen als Engel vom Stern (1939), Wachsamer Engel (1939) und Landschaft gegen den Hades (1937). - Paul Klee starb am 29. Juni 1940 in Muralto-Locarno.
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Wohin reiste Klee mit seinen Freunden 1914?
Tunesien
Jordanien
Ägypten
Griechenland
Wie hieß Klees berühmte Tagebucheintragung: "Je schreckensvoller diese Welt, ...
desto weniger bekommt man für seine Bilder"
desto abstrakter die Kunst"
desto frustrierter die Künstler"
desto absurder die Bilder"
Bibliografie:
- Carola Giedion-Welcker: Paul Klee, Reinbek 1971 (Rororo-Monographien 52)
- Paul Klee: Pädagogisches Skizzenbuch, Berlin 1997
- Paul Klee: Tagebücher 1898-1918, Köln 1995









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