Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Peter Kraus

Der am 18. März 1939 in München geborene Peter Kraus ist ein erfolgreicher deutscher Rock n Roll-Sänger und Schauspieler. In den 1950er Jahren war er der unbestrittene deutsche Rock n Roll-König und als Teenageridol äußerst populär. Einer seiner bekanntesten Hits hieß "Sugar Baby" 1958. Er bildete zusammen mit Conny Froboess ein Duo und mit Jörg-Maria Berg das Duo "James Brothers".

Kindheit und Jugend

Peter Kraus wurde am 18. März 1939 in München als Peter Siegfried Krausnecker geboren. Sein Name wurde allerdings später für das Showgeschäft verkürzt. Sein Vater war der bekannte Sänger, Schauspieler, Produzent und Regisseur Fred Krausnecker alias Fred Kraus. Peter besuchte zunächst in Salzburg und Wien die Volksschule, später die Realschule in Wien und schließlich das Realgymnasium in München. Bereits als 14-Jähriger schwärmte er für seine Idole Sammy Davis jr. und Ella Fitzgerald sowie für Frank Sinatra und fing begeistert an, Gitarre zu lernen und zu spielen. Ebenfalls im Jahr 1953 wirkte Peter in seinem ersten Film, der Verfilmung von Erich Kästners "Das Fliegende Klassenzimmer", mit. Als er als 16-jähriger Jugendlicher den Bill Haley Hit "Rock Around The Clock" entdeckte, wandelte sich sein Musikgeschmack schnell von jazzigen Einflüssen hin zum Rock 'n' Roll. Dieser schnelle und fetzige Musikstil faszinierte ihn so sehr, dass er selber Sänger oder Musiker werden wollte. Mit einem geschenkten Tonbandgerät überspielte er von dem US-amerikanischen Soldatensender AFN zahllose Rock 'n' Roll-Titel und vertiefte sich in diese Musik.

Der Beginn der musikalischen Karriere

Als 17-Jähriger trat Peter Kraus im Deutschen Museum in München als Gast in einem Konzert von Hugo Strasser auf. Der begabte Jungstar sang zum ersten Mal drei Rock 'n' Roll-Songs von Elvis. Die Öffentlichkeit war begeistert und feierte ihn "als die deutsche Antwort auf Elvis Presley". Daraufhin verpflichtete der bekannte Schallplattenproduzent Gerhard Mendelson den jungen Musiker. Direkt zu Beginn des Folgejahres 1957 stürmte der Jungstar mit seinem ersten Hit "Tutti Frutti" die Hitparaden. Und ebenso wie er sich selbst mit dem Rock 'n' Roll-Virus hatte infizieren lassen, steckte er nun auch seine vornehmlich weiblichen Fans an. Auf seinen "wilden" Tourneen zerbrachen Stühle, bemalten Mädchen das Auto des neuen Stars mit Lippenstift oder bekamen bei seinem Anblick Weinkrämpfe. Wiederum ein Jahr später intonierte der beliebte Sänger nicht nur den Schmusesong "Wenn Teenager träumen", der weltweit über eine halbe Million Mal als Single verkauft wurde, sondern begründete zudem mit seinem Partner Jörg-Maria Berg das Duo "James Brothers", das zahllose Hits in die Charts brachte. Bereits zwei Jahre nach Beginn seiner Karriere produzierte Peter Kraus in Studios in den USA, in Frankreich und in Italien. 1959 nahm er eine Jazzplatte auf und bekam er für seinen Hit "Sugar Baby" den beliebten "Löwen von Radio Luxemburg". Es folgten im selben Jahr die Songs "Mit siebzehn", "Kitty Cat" und "So wie ein Tiger", mit denen er den deutschen Rock n Roll musikalisch prägte.

Immer wieder sang Peter Kraus in Amerika und Frankreich, aber auch in England. Dort wurde eine weitere Jazzplatte besonders erfolgreich, so dass der junge Star seine Bekanntheit immer weiter ausbauen konnte. Er produzierte einen großen Hit nach dem anderen und trat in vielen Fernsehshows auf. Aber er schockte in den frühen 1960er Jahren auch seine Rockfans als er auf Druck seines Produzenten einen Walzer aufnahm. Das Musikstück "Schwarze Rose, Rosemarie" wurde dennoch zu seiner meistverkauften Single. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre orientierte sich der vom Erfolg Verwöhnte jedoch um. Zwar war Peter Kraus nach wie vor ein angesehener Sänger, aber mittlerweile stand er schon seit zehn Jahren an der Spitze und er spürte, dass es zunehmend schwerer wurde, die Begeisterung seiner Fans immer wieder neu zu entfachen. Daher zog er sich zunächst aus dem Popgeschäft zurück und suchte eine neue Aufgabe. Er ließ sich von den Wiener Kammerspielen als Bühnenschauspieler engagieren und trat zudem in vielen Musicals als Sänger und Tänzer auf.

Das Erfolgskonzept

Einen großen Teil seines Erfolgs verdankte Peter Kraus der damals neuen und umwälzenden Musik des Rock 'n' Roll, die nicht nur ihn, sondern die deutsche Jugend insgesamt begeisterte. Dabei wurde der jugendliche Sänger vor allem von der Strategie seiner Plattenfirma gefördert, die einen "deutschen Elvis Presley" aufbauen wollte. So wurde Peter Kraus zum beliebten Star der "Bravo" und sogar der erste männliche Starschnitt dieser Jugendzeitschrift. In der Tat war er am Anfang auch musikalisch und stilistisch deutlich von Elvis beeinflusst. Immer mehr fand das musikalische Allround-Genie jedoch seinen eigenen Stil. Auf das Publikum wirkt er bis heute durch seine überwältigende und jugendliche Anziehungskraft, die er durch sein sympathisches Wesen und seine Bescheidenheit noch verstärkt. Daher begeisterte er nicht nur seine deutschen Zuhörer und Zuschauer, sondern wurde auch mit seinen auf Englisch und Französisch gesungenen Schlagern in diesen Ländern, aber auch in Italien, den Niederlanden und in Schweden sowie in den USA und in Kanada viel gehört und gespielt. Das untermauerten auch zahlreiche Fernsehverträge. Aber Peter Kraus trug nicht nur seinen geliebten Rock 'n' Roll vor, sondern auch Schlager und er pflegte eine heimliche Leidenschaft: In seiner Freizeit vertiefte er sich in seine umfangreiche Sammlung von Jazzplatten. Zum Dank für seinen Erfolg ließ ihn seine Plattenfirma auch eigene Jazzalben aufnehmen, die ihm vor allem in England Anerkennung einbrachten.

Der Schauspieler

Nach seinem ersten Filmauftritt als 14-Jähriger wurde er trotz seiner Karriere als Sänger immer wieder für die Kinoleinwand engagiert. So spielte er 1957 in "Die Freundin meines Mannes", in "Der Pauker", in dem auch Heinz Rühmann mitwirkte, und in dem für damalige Verhältnisse leicht aufrührerischen Film "Die Frühreifen" mit Sabine Sinjen. Ein Jahr später verband er sein Talent als Schauspieler mit dem als Sänger. In dem Kinofilm "Wenn die Conny mit dem Peter" spielte und sang er zusammen mit Cornelia ("Conny") Froboess. Der Film wurde der Kinohit des Jahres und seine beiden Hauptdarsteller avancierten zum konkurrenzlosen Traumpaar des deutschen Kinos. Die Reihe von Filmauftritten, in denen Peter Kraus spielte oder auch Musik machte, setzte sich ohne Unterbrechungen fort. Im Jahr 1959 präsentierte er beispielsweise die Filme "Alle lieben Peter" mit Christine Kaufmann sowie den letzten Hans-Albers-Film "Kein Engel ist so rein". Auch ein erneuter Film mit der von ihm als Lieblingspartnerin bezeichneten Conny Froboess ließ nicht lange auf sich warten. Der gemeinsame Film "Conny und Peter machen Musik" im Jahr 1960 wurde erneut ein großer Erfolg, allerdings störte der Streit der beiden konkurrierenden Plattenfirmen, bei denen die talentierten Publikumslieblinge unter Vertrag standen, die Fortsetzung dieser Erfolgsgarantie.

Nach dem Abklingen der Rock 'n' Roll-Welle arbeitete Peter Kraus weiterhin als Schauspieler, sowohl für das Kino als auch für das Fernsehen. Zudem betreute er als Regisseur verschiedene Fernsehsendungen. Als solcher wurde er von dem ehemaligen Filmkritiker Hans-Christoph Blumenberg für dessen ersten Spielfilm "Tausend Augen" 1984 engagiert, in dem er die intensive Darstellung von Barbara Rudnik begleitete. Zwei Jahre später spielte er im Thriller "Der Sommer des Samurai" - erneut unter der Regie von Hans-Christoph Blumenberg - einen Aussteiger. Dabei stand er nach 26 Jahren wieder mit seiner ehemaligen Partnerin Conny Froboess gemeinsam vor der Kamera.

Der Entertainer

Im Laufe seiner Karriere fand Peter Kraus auch zur Präsentation von Shows und damit zum Entertainment. Nachdem er zu Beginn der 1970er Jahre ein erstes Comeback als Sänger, Produzent und Darsteller feiern konnte, hatte er mit "Herzlichst Ihr Peter Kraus" auch seine eigene TV-Show. Und lange vor "Klimbim" fand er als Showmaster mit "Bäng Bäng", der ersten Comedy-Show im deutschen Fernsehen (mit sechs Folgen), großen Zuspruch beim Publikum. So vergingen auch die weiteren dreißig Jahre, die Peter Kraus im Showgeschäft mit unermüdlicher Arbeit als deutscher Allround-Entertainer tätig war. Er sang, spielte, schrieb und inszenierte. Er wirkte an Operetten und an Fernsehshows und weiterhin in Filmen mit. Zudem ging er nach wie vor auf Konzerttournee und "tingelte" in Zelten, auf Bällen und zum Fasching, zumeist immer wieder mit neuen Bands. Dabei liebte er den direkten Kontakt mit dem Publikum und die unmittelbare Improvisation, die für ihn im Gegensatz zum perfekten Playback in den Fernsehproduktionen steht. Aber auch neue Erfahrungen blieben für den Erfolgreichen nicht aus. Er entdeckte sein Interesse an der Kunst. Seine erste Vernissage als Maler hatte er 1995 in St. Moritz.

Durch sein rastloses und vielseitiges Wirken wurde Peter Kraus zu einer Größe im deutschen Showbusiness. Er erfreut sich noch heute eines enormen Bekanntheitsgrades, so dass ihn die Leser der Bild-Zeitung sogar unter die 100 wichtigsten Deutschen wählten. Daher war es fast selbstverständlich, dass Peter Kraus den 50. Geburtstag des Rock 'n' Roll im Jahre 2004 kräftig mitfeierte und unter anderem Gast bei der großen Abendsendung des ZDF mit Thomas Gottschalk war. Ein unbestrittener Höhepunkt war, dass er den im April 1954 von Bill Haley und seinen "Comets" aufgenommenen Hit "Rock Around The Clock" zusammen mit der Originalbesetzung eben dieser "Comets" sang. Nicht nur das Publikum im Saal und die Zuschauer vor den Bildschirmen waren hingerissen. Auch der Musiker selber, der als Jugendlicher durch diesen Bill-Haley-Song zu seiner Musik gefunden hatte, und der zu diesem Zeitpunkt mit seinen 65 Jahren eigentlich schon im Rentenalter war, erlebte das Zusammenspiel und die Rock-Feier als große Ehre!

Das Comeback

Der erfahrene Musiker bewies im Jubiläumsjahr des Rock 'n' Roll ein weiteres Mal, dass seine Liebe zu diesem Musikstil nie erloschen ist. Er spielte mit bekannten Spitzenmusikern 2004 umgehend sein anspielungsreiches Album "Rock 'n' Roll Is Back" ein. Dazu nahm er Rock 'n' Roll-Klassiker auf Englisch und live auf. Damit knüpfte er an eine Tradition der späten 1950er Jahre an. Musikexperten lobten diese Scheibe als "das beste Rock 'n' Roll-Album seit vielen Jahren überhaupt". Nicht nur bei diesen Aufnahmen, sondern auch bei seiner nächsten Einspielung "I Love Rock 'n' Roll" aus dem Jahr 2006 kehrte Peter Kraus zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Er bot sie sogar freier und kreativer dar, als es ihm zu Beginn seiner musikalischen Arbeit möglich war. Denn er erläuterte, ich durfte nun "die Art von Rock 'n' Roll spielen, die ich im Alter von 16, 17 gern gespielt hätte". Der Sound dieser letzten Alben wurde mit den Instrumenten der damaligen Zeit und der entsprechenden Technik geschaffen. Und mit seiner nunmehr ursprünglichen Musik wandte er sich endlich von seinen "nur deutschen, leicht rockenden Schlagern" der Anfangszeit ab, die er nur deswegen gespielt hatte, weil im Deutschland der 1950er und frühen 1960er Jahre reiner Rock 'n' Roll als aufrührerisch, zügellos und sittenverderbend galt. Der Sänger der vielfach erzwungenen Wandlungen konnte mit seinen letzten Alben zeigen, dass er den Rock 'n' Roll nicht nur immer noch, sondern sogar "mehr denn je" liebt.

Diese Kraft beflügelte den beliebten Musiker. Im Jahr 2005 absolvierte er eine erfolgreiche Konzerttournee und gab vor 15 000 Besuchern ein begeisterndes Rockkonzert auf dem Rathausplatz in Wien. Ein Jahr später bekam er nicht nur den Echo für sein Lebenswerk in Berlin, sondern konnte auch auf sein 50-jähriges Bühnenjubiläum als Musiker zurückblicken. Er feierte es ausgelassen mit zahlreichen Fernsehsendungen, Pressekonferenzen, einem DVD-Konzertmitschnitt und einer DVD-Anthologie sowie einem Buch über sein Leben. Das Jahr beschloss er erneut mit einer großen Konzerttournee. Im Jahr 2007 sang der jung gebliebene, aber erfahrene Musiker die großen US-amerikanischen Rock 'n' Roll-Klassiker mit modernen deutschen Texten. Diese Texte hatte er selbst geschrieben und veröffentlichte sie auf seiner CD "Vollgas", die wiederum großes Kritikerlob erntete. Im Jahr 2008 absolvierte Peter Kraus - neben einer großen Konzert-Tournee im Mai und Juni - erneut Auftritte in verschiedenen Fernseh- und Talkshows und dokumentierte damit seine ungebrochene Beliebtheit.

Zu seinem 70. Geburtstag im März 2009 machte sich Peter Kraus selbst ein Präsent: sein neues Album "Nimm Dir Zeit", aufgenommen mit der SWR Big Band.

Bibliografie:

  • Peter Kraus: Wop-baba-lu-ba. Mein ver-rocktes Leben. Autobiographie, Rastatt 1990
  • I Love Rock 'n' Roll. Keine Zeit zum alt werden. Peter Kraus im Gespräch mit Erich J. Lejeune, München 2006

Institution(en):

  • Management von Peter Kraus: Büro Dieter Weidenfeld
    Maximilian-Wetzger-Str. 5, 80636 München
    (089) 1238065
    booking@peterkraus.de
Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.