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THEMEN

Pinguine - Vögel im Frack

Lexikon: Pinguine

Pinguine bilden eine eigene Ordnung (wissenschaftlicher Name: Sphenisciformes) in der Klasse der Vögel. Man unterscheidet 16-18 Arten.

Verbreitung und Lebensraum

Pinguine bevölkern als Hochseevögel die gemäßigten und kalten Zonen der südlichen Erdhalbkugel. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt zwischen dem südlichen Wendekreis und dem südlichen Polarkreis. Als nördlichste Art lebt der seltene, 50-53 cm große Galápagospinguin (Spheniscus mendiculus) auf fünf dieser äquatorialen Inseln (Albemarle, Narborough, James, Indefatigable und Charles). Tagsüber erwärmt sich dort die Luft auf über 40 °C, das Wasser dagegen bleibt zwischen 15 und 28 °C warm. Die Kaiserpinguine, die größten Vertreter ihrer Ordnung, fischen dagegen in antarktischen Gewässern mit Temperaturen um und unter 0 °C. Während der Brutzeit müssen sie sogar Lufttemperaturen bis zu -40 °C ertragen.

Merkmale

Pinguine haben sich sehr stark an ein Leben im Wasser angepasst. Die Flügel sind zu "Flossen" umgebildet und im Ellenbogen- und Handgelenk unbeweglich. Starke Brustmuskeln sorgen für einen kräftigen Auf- und Abschlag, so dass die Flossentaucher beim "Fliegen" unter Wasser mit jeder Flügelbewegung Vortrieb erhalten. In dem schuppenartig glatten, kräftigen und Wasser abweisenden Gefieder - die Schwungfedern sind völlig zurückgebildet, die Steuerfedern (12-20) stark verkürzt - hält sich beim Tauchen eine Luftschicht, die den Pinguinen starken Auftrieb gibt; zusätzlich setzt sie den Reibungswiderstand im Wasser herab (hinter einem tauchenden Pinguin zieht sich eine Bahn von kleinen Luftblasen wie ein Kondensstreifen her) und isoliert den Vogelkörper gegen die eisigen Temperaturen der südlichen Gewässer.

Pinguine der gemäßigten Breiten haben ein viel dünneres Gefieder; bei ihnen ist im Gegenteil die Abgabe überschüssiger Wärme ein großes Problem. Hier strahlen die Innenseiten der "Flossen" sowie die Schwimmhäute der Zehen Hitze ab; auch werden die Vögel erst zu kühleren Tages- und Nachtzeiten aktiv. Die Bewohner der polaren Gebiete schützt zusätzlich ein dickes Fettpolster vor Unterkühlung.

Wie bei Fischen der Hochsee ist die Unterseite des Pinguingefieders weiß, die Körperoberseite dagegen sehr dunkel. So heben sich die Vögel nach unten von der hellen, spiegelnden Wasseroberfläche kaum ab und sind so gegenüber ihren Feinden (Schwertwale und große Robben) gut getarnt.

Fortbewegung an Land

Es sieht sehr eigentümlich aus, wenn Pinguine in steilem Bogen meterhoch aus dem Wasser schießen und mit beiden Beinen gleichzeitig auf dem Erdboden oder auf einer Eisscholle landen. Hier "watscheln" Pinguine in ihrem typisch aufrechten Gang einher (weit hinten ansetzende Beine) oder rutschen auf der Bauchseite schnell über Schnee- und Eisflächen, wobei sie sich mit den Füßen abstoßen und mit den Flossen Balance halten.

Lebensweise

Pinguine verbringen die meiste Zeit ihres Lebens im Meer, denn hier finden sie ihre Nahrung: Krebstiere, besonders Krill, Fische und Kopffüßer. Zur gemeinsamen Nahrungssuche finden sich oft große Gruppen zusammen. Nur zur Aufzucht der Jungen und während der Mauser bleiben Pinguine längere Zeit an Land. Auch zum Brüten finden sie sich in großen Kolonien zusammen, wobei sie stellenweise über Jahrzehnte hinweg die gleichen Brutgebiete aufsuchen.

Fortpflanzung

Pinguine gehen meist lebenslange Partnerschaften ein, wobei die Partner den Winter auf See getrennt voneinander verbringen. Das bedeutet, dass sie sich am Beginn einer Brutsaison erst einmal finden müssen. Dies geschieht durch lautes Rufen. Die Partner erkennen einander an den spezifischen Schreien, die sich nicht nur von Art zu Art, sondern auch bei den einzelnen Individuen unterscheiden.

In eisfreien Gegenden graben manche Arten Bruthöhlen, andere Pinguine legen ihre 1-2 Eier zwischen deckungsreichem Bodenbewuchs, in "richtigen" Nestern aus Pflanzenmaterial ab, oder sie formen an Geröllstränden eine Nistmulde aus Kieselsteinen. Bei Kaiser- und Königspinguinen, die auf unwirtlichen Eisflächen brüten, wo es kein Nistmaterial gibt, brütet das Männchen die Eier in einer Bauchfalte aus.

  1. Lexikon: Pinguine
  2. Kaiserpinguin
  3. Königspinguin
  4. Adéliepinguin
  5. Zügel- oder Kehlstreifpinguin
  6. Eselspinguin
  7. Gelbaugenpinguin
  8. Magellanpinguin
  9. Humboldtpinguin
  10. Galàpagospinguin
  11. Brillenpinguin
  12. Schopfpinguine
  13. Zwergpinguin
  14. Schwimm- und Tauchleistungen der Pinguine
  15. Steckbrief: Pinguine

Bibliografie:

  • Niels Carstensen: Pinguine, Ellert & Richter, Hamburg 2002
  • Boris Culik: Pinguine, Tessloff Verlag, Nürnberg 1999
  • Boris Culik: Pinguine - Spezialisten fürs Kalte. Neues über die sympathischen Vögel auf dem Eis, BLV Verlag, München 2002
  • mare -Die Zeitschrift der Meere: No 30 Pinguine, Dreiviertel Verlag, Kiel 2002
  • Ron Naveen: Pinguine - Die kleinen Leute der Antarktis, Scherz Verlag, Bern 2001
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