Portugal
Einleitung
Während die portugiesische Geschichte bis in das Hochmittelalter mit der Spaniens weitgehend identisch war, entwickelte sich Portugal im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit zu einem der modernsten Staaten Europas. Als erstes Land des Kontinents erreichte es im 13. Jh. seine heutigen Grenzen und leitete durch seine überseeische Expansion seit dem 14. Jh. das "Zeitalter der Entdeckungen" ein. Die koloniale Ausdehnung überspannte aber die Kraft des Landes, das zunehmend in wirtschaftliche Abhängigkeit von Großbritannien geriet. Konflikte zwischen liberalen Republikanern und konservativen Monarchisten destabilisierten Portugal im Innern und verhinderten im 19. Jh. den Anschluss an die Industrialisierung. Nach dem Sturz der Monarchie 1910 fand die junge Republik lange keinen neuen Konsens, so dass häufige Regierungswechsel und eine von 1926-1974 andauernde Phase autoritärer Regierungen Portugal von der westeuropäischen Entwicklung abkoppelten.
Erst die Demokratisierung nach dem Umsturz von 1974 leitete im ehemaligen "Armenhaus" Westeuropas einen Umschwung ein, der über die Dekolonialisierung 1986 zur Aufnahme in die EG führte.









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