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THEMEN

Prinzessin Diana von Wales (Lady Di)

Mit Unglauben, Anteilnahme, Bestürzung und großer Trauer nahm die Weltöffentlichkeit die Nachricht vom 31. August 1997 auf. Nur ein Jahr nach der Scheidung von ihrem Mann Prinz Charles, dem englischen Thronfolger, fand Prinzessin Diana von Wales bei einem tragischen Verkehrsunfall in Paris zusammen mit ihrem neuen Liebhaber den Tod. Knapp eine Woche später wurde "Lady Di" - wie sie liebevoll genannt wird - unter der Anteilnahme von mehreren Millionen Menschen in England und von 2,5 Milliarden Fernsehzuschauern in 187 Ländern zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet.

Dianas Lebenslauf

Diana Frances Spencer kam am 1. Juli 1961 in Sandringham zur Welt. Ihr Vater, Edward John Earl of Spencer, früher Lord Althorp, heiratete nach der Trennung von Dianas Mutter die geschiedene Gräfin Raine von Dartmouth, deren Mutter die Kitschromanautorin Barbara Cartland ist. Dianas Mutter Frances Roche ist die Tochter des vierten Barons Fermoy und heiratete 1969 Peter Shand-Kydd. Die Urahnen des Earl of Spencer, der Stallmeister der königlichen Familie war, stehen seit der Zeit Wilhelms des Eroberers in Beziehung zum englischen Thron. Sie stammen von König Karl II. und von der Tochter des ersten Herzogs von Marlborough ab, die auch der ehemalige britische Premierminister Sir Winston (Spencer) Churchill zu seinen Vorfahren zählte. Der im Jahre 1508 erbaute väterliche Landpalast Althorp in Northampton stellt das Glanzstück und die Visitenkarte des großen Vermögens der Familie Spencer dar, die eine bedeutende Sammlung an Porzellan, Möbeln und Gemälden besitzt.

Diana, ihre beiden Schwestern Sarah und Jane sowie ihr jüngerer Bruder Charles wuchsen in der Nachbarschaft zum Schloss Sandringham der Royals, der königlichen Familie, auf. Nachdem Diana eine Privatschule und eine Schule in der Schweiz besucht und seit 1979 (bis 1981) in einem Kindergarten in Pimlico gearbeitet hatte, vertiefte sich ihre Beziehung zu Prinz Charles durch einen gemeinsamen Sommerurlaub 1980 auf Schloss Balmoral. Ihre Heirat wurde von Dianas Großmutter, Lady Fermoy, einer ehemaligen Hofdame und Freundin der Königinmutter, und dieser selbst unterstützt. Im Februar 1981 wurde offiziell die Verlobung bekannt gegeben. Ihre Hochzeit am 29. Juli 1981 mit der Zeremonie in der St. Paul's Cathedral wurde als monarchistisches Spektakel vor 750 Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt inszeniert. Am 21. Juni 1982 wurde der Kronprinz Prinz William und am 15. September 1984 ein zweiter Junge, Prinz Henry (Harry), geboren.

Diana wurde seit Ende der 1980er Jahre durch ihr karitatives und soziales Engagement zur populärsten Vertreterin des königlichen Hauses Windsor. So widmete sie sich AIDS-Kranken sowie benachteiligten und behinderten Kindern. Außerdem war sie Schirmherrin bzw. Präsidentin verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen, der königlichen Blindenschule, des britischen Gehörlosenvereins, der Organisation "Help the Aged", des Malcolm-Sargent-Krebsfonds für Kinder und der britischen Rot-Kreuz-Jugend.

Dieser Prestigegewinn für die englische Monarchie wurde allerdings durch bald nach der Heirat einsetzende Spekulationen über Eheprobleme aufs Spiel gesetzt. Zunächst vorsichtige kritische Äußerungen Dianas, die ihren "goldenen Käfig" beklagte, fanden ihren Höhepunkt in der von dem Klatschreporter Andrew Morton verfassten Biografie "Diana: Her True Story", die im Juni 1992 viele intime Details, psychische Probleme und eine völlige Zerrüttung der Liebe des einstigen Traumpaares bloßlegte. Der "royal scandal" wurde von weiteren Enthüllungen der sensationsgierigen Boulevardpresse angeheizt.

Nach dem schmachvollen Ende der Ehe von Prinz Andrew und Sarah Ferguson ("Fergie") hatte das Haus Windsor innerhalb einer Jahresfrist am 9. Dezember 1992 die zweite gescheiterte Beziehung zu verdauen, als Premierminister John Major die Trennung von Charles und Lady Diana bekannt gab. Sie wollten sich jedoch zunächst nicht scheiden lassen. Die Verbreitung versteckter Aufnahmen von Diana in hautenger Sportkleidung in einem Fitness-Studio missachtete nicht nur ihre Privatsphäre, sondern kalkulierte zynisch die Ausleuchtung der "Leiden einer Prinzessin". Zwar diskutierte das Parlament diese Nachstellungen und Entgleisungen der "Westend-Paparazzi" (FAZ) und hatte das Massenblatt "Daily Mirror" für die Veröffentlichung eine Million Pfund Entschädigung zu zahlen. Offensichtlich wurde jedoch eine Unbarmherzigkeit und Verselbständigung der Berichterstattung über Diana als "Medien-Marktführerin der Welt" (Times), die diese und der Thronaspirant als "Medienmanipulatoren", die Schlagzeilen und Indiskretionen gezielt lancierten, auch selbst angestoßen hatten.

Den vorläufigen Endpunkt dieser "Bekenntnispublizistik" stellte ein Fernsehinterview der BBC mit Diana im November 1995 dar, in dem diese eigene Fehler und Ehebruch eingestand, aber auch weitsichtig die Interessen ihres Sohnes als Thronfolger unterstrich, indem sie seinem Vater von der Regentschaft abriet.

Endlich ertönte nicht nur im Parlament, sondern auch im Dezember 1995 von Königin Elizabeth II. die Forderung, die Schlammschlacht zu beenden und die Scheidung zu suchen. Nach Zustimmung zu Dianas Forderungskatalog - neben uneingeschränktem Mitspracherecht bei der Erziehung ihrer beiden Söhne und Hausrecht im Kensington-Palast auch die Beibehaltung des Titels "Princess of Wales" und Zahlung eines Abfindungs- und Schmerzensgeldes von wohl ca. 17 Millionen Euro (neben einer jährlichen Apanage von einer halben Million Euro) - wurde die Scheidung nach 15 Ehejahren am 28. August 1996 realisiert. Diana musste allerdings auf den besonderen Ehrentitel "Her Royal Highness" (HRH) verzichten. Sie führte ihr soziales Engagement fort und verwirklichte ihr Lebensziel als "Königin der Herzen". Sie traf Mutter Theresa, setzte sich für verwaiste Kinder in Bosnien, für krebskranke Kinder (z. B. im pakistanischen Lahore 1996) sowie für das Verbot von Landminen ein.

  1. Dianas Lebenslauf
  2. Abschied von Lady Diana

Bibliografie:

  • Andrew Morton, Diana, Sie suchte die Liebe. München 2004
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