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THEMEN

Rallye Dakar

Das härteste Rennen der Welt

Die Rallye Dakar (früher: Rallye Paris-Dakar) ist die härteste und gefährlichste Rallye der Welt. Auch schwere Unfälle und zahlreiche Tote schmälern den Mythos der Rallye nicht. Jahr für Jahr wagen sich erneut die mutigsten Fahrer auf die mehrere tausend Kilometer lange Offroad-Strecke. Mit Autos, Allrad-Trucks oder auf Motorrädern kämpfen sie gegen die extremen Bedingungen an. Glühende Sonne, Sandstürme, kurvige Strecken durch Canyons und ausgetrocknete Flussbetten sowie unberechenbare Geröll- und Sandpisten prägen die Etappen.

2007 startete der Wüsten-Klassiker am 6. Januar in Lissabon und endete am 21. Januar in Dakar. Für die teilnehmenden Teams standen 15 Etappen (8696 Kilometer lange Route) durch Portugal, Spanien, Marokko, Mauretanien, Mali und Senegal auf dem Programm. Dakar 2007 war eine Veranstaltung der Superlative: 525 Teams gingen in Lissabon an den Start. Im Unterschied zu 2006, als tödliche Unfälle mit Zuschauern heftige Kritik an der durch dicht bevölkerte Gebiete führenden Route hervorriefen, wurde bei der 29. Auflage der Rallye wieder mehr in der Wüste gefahren. Doch auch diesmal forderte die Rallye zwei Todesopfer. Und wiederum konnte Mitsubishi die Rallye Dakar gewinnen (mit Stéphane Peterhansel ). Damit untermauerte der japanische Automobil-Hersteller seine Vormachtstellung bei der härtesten Rallye der Welt.

2008 sollten acht der 15 Etappen durch die mauretanische Sahara führen. Doch wegen terroristischer Bedrohung zogen die Veranstalter der Rallye die Notbremse und sagten das Rennen einen Tag vor dem geplanten Start aus Sicherheitsgründen ab. "Die Dakar ist abgesagt, denn wir hatten keine Alternative. Wir sind sehr enttäuscht, dass die Arbeit eines ganzen Jahres von uns und allen Teilnehmern damit umsonst war", so Dakar-Chef Etienne Lavigne. In der langen Geschichte der Rallye ist es das erste Mal, dass die Veranstaltung komplett abgesagt wurde. Bislang waren lediglich einzelne Teilstrecken ausgefallen. Im Jahr 2000 hatte es beispielsweise eine Luftbrücke gegeben, als wegen Terrorwarnungen vier Etappen im Niger abgesagt und alle Teilnehmer nach Libyen ausgeflogen wurden.

2009 ist die Rallye Dakar aus Furcht vor Terroranschlägen nach Südamerika gewechselt. Auf die über 500 Starter aus fast 50 Ländern, die am 3. Januar 2009 in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires auf die rund 9600 Kilometer lange Strecke gingen, warteten teils knüppelharte Pisten. Statt durch die Sahara ging es 2009 durch die feuchte und morastige Pampa, über Teer- und Schotterpisten der patagonischen Steppen, über Sanddünen, hohe Andenpässe sowie durch die trockenste Wüste der Welt, die Atacama (Nordchile). Ziel war am 18. Januar 2009 wiederum Buenos Aires. Der VW-Teamchef bezeichnete die Rallye Dakar 2009 als härteste aller Zeiten. Sie endete mit Siegen von Marc Coma bei den Motorrädern, Josef Machacek bei den Quads, Giniel de Villiers bei den Autos und Firdaus Kabirow bei den Lastwagen.

Am 1. Januar 2010 begann in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires die 32. Rallye Dakar. 362 Fahrer starteten am Obelisken im Zentrum der Millionenmetropole. Das Ziel lag am 16. Januar 2010 wieder in Buenos Aires. Der Spanier Carlos Sainz sicherte sich nach den knapp 9000 Kilometern seinen ersten Dakar-Erfolg mit dem bislang knappsten Vorsprung in der Geschichte des Marathon-Klassikers (nur 2:12 Minuten vor seinem VW-Teamkollegen Nasser Al-Attiyah). Auch über der 32. Auflage wehte ein Trauerflor: Gleich zum Auftakt wurde eine Argentinierin von einem Rallyeauto erfasst und tödlich verletzt. In der inoffiziellen Statistik war sie das 59. Todesopfer in der Geschichte der traditionsreichen Rallye.

Knapp zwei Wochen lang arbeiteten sich die Teilnehmer der Rallye Dakar 2011 auf rund 9600 Kilometern durch Sand, Schlamm und Geröll. 13 Etappen quer durch Argentinien und Chile standen auf dem strapaziösen Programm. Das VW-Gespann Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk machte schließlich das Rennen. Das katarisch-deutsche Team hatte sich auf den letzten Etappen bereits einen deutlichen Vorsprung auf die zweitplatzierten Markenkollegen Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz herausgefahren. Vorjahressieger Carlos Sainz musste sich am Ende mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung zufrieden geben. Wiederum gab es einen tragischen Unfall: Ein Mann starb in Argentinien nach dem Zusammenstoß seines Kleinlasters mit einem Rallye-Wagen. Er war das 60. Todesopfer in der mehr als 30-jährigen Geschichte der Offroad-Rallye.

Im argentinischen Badeort Mar del Plata startete am Neujahrstag die Rallye Dakar 2012. Mit der diesjährigen Route betrat die Dakar wieder Neuland: Peru ist das 27. Land, durch dass der Tross raste. Zudem kehrte das Feld nicht wieder zum Startort in den vergangenen Jahren war das Buenos Aires zurück. Endstation war 2012 die peruanische Hauptstadt Lima. Rekordgewinner Stéphane Peterhansel (2012 mit Beifahrer Jean Paul Cottret) feierte am Ende seinen 10. Dakar-Sieg sechs Mal mit dem Motorrad, viermal mit dem Auto vor seinem spanischen Teamkollegen Joan Roma. Beide waren jeweils in einem Mini unterwegs. Die Rallye Dakar machte ihrem Ruf als härtestes Motorsportrennen der Welt wieder alle Ehre: Bereits am Auftakttag meldeten die Veranstalter das erste Todesopfer (61.).

  1. Das härteste Rennen der Welt
  2. Der Wüstenklassiker
  3. Das Reglement
  4. Die Veranstalter
  5. Sieger und Strecken

Bibliografie:

  • Charley Boorman: Race to Dakar, engl., London 2008
  • Helge Gerdes: 3 Volkswagen-Siege bei der Rallye Dakar, Hamburg 2011
  • Christian Schön: Mythos Rallye Dakar, Königswinter 2007
  • Jörg Walz u.a.: Volkswagen bei der Rallye Dakar. Von 1980 bis heute, Königswinter 2005
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