Richard Strauss: Der Rosenkavalier
Einführung

Nach "Elektra" (1905) und "Salome" (1909) bedeutete der "Rosenkavalier" sowohl vom Sujet her wie in der musikalischen Gestaltung für Strauss eine Abkehr von den modernen Stilmitteln, mit denen er sich zuvor auseinandergesetzt hatte. "Früher befand ich mich auf Vorpostenstellung, heute bin ich fast in der Nachhut", stellte der Komponist fest. Im Rosenkavalier ist nichts mehr von einer Tendenz zur Atonalität zu spüren; die Melodieführung bedeutet eine Rückkehr zur Gesangsoper, in die sich viel Volkstümliches mischt -- z.B. dank der Walzer, die der Oper ihr Lokalkolorit verleihen, auch wenn es sie zur Zeit der Handlung noch gar nicht gegeben hat. Für die Rezitative entwickelte Strauss erstmals seinen so genannten Konversationston, der sich stark an der Sprachmelodie orientiert.
Der "Rosenkavalier" (der übrigens eine Erfindung Hofmannsthals ist und keineswegs einen überlieferten Brauch wiedergibt) wurde schon bei seiner Premiere am 26.1.1911 in Dresden stürmisch gefeiert und ist bis heute die meistgespielte Oper aus dem 20. Jahrhundert.
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