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Richard Strauss: Der Rosenkavalier

Einführung

Eine "Mozart-Oper" werde er schreiben, verkündete Richard Strauss 1909, nachdem sein Librettist Hugo von Hofmannsthal ihm ein Textbuch mit "bunter, fast pantomimisch durchsichtiger Handlung" und "drastischer Komik" in Aussicht gestellt hatte. In der Tat erinnert manches im Rosenkavalier an Mozarts Die Hochzeit des Figaro , insbesondere natürlich die Rolle des Oktavian: Sie wird, wie der Cherubino im Figaro, von einer Frau gesungen, die einen Mann darstellt, der sich wiederum im Verlauf der Oper als Frau verkleidet. Aber auch die im Rokoko angesiedelte Handlung mit ihren teils burlesken Szenen und den dennoch ihren Platz behauptenden lyrischen Partien zeugt von einer Verwandtschaft mit Mozarts Buffo-Oper.
Bild
Szene aus der Uraufführung

Nach "Elektra" (1905) und "Salome" (1909) bedeutete der "Rosenkavalier" sowohl vom Sujet her wie in der musikalischen Gestaltung für Strauss eine Abkehr von den modernen Stilmitteln, mit denen er sich zuvor auseinandergesetzt hatte. "Früher befand ich mich auf Vorpostenstellung, heute bin ich fast in der Nachhut", stellte der Komponist fest. Im Rosenkavalier ist nichts mehr von einer Tendenz zur Atonalität zu spüren; die Melodieführung bedeutet eine Rückkehr zur Gesangsoper, in die sich viel Volkstümliches mischt -- z.B. dank der Walzer, die der Oper ihr Lokalkolorit verleihen, auch wenn es sie zur Zeit der Handlung noch gar nicht gegeben hat. Für die Rezitative entwickelte Strauss erstmals seinen so genannten Konversationston, der sich stark an der Sprachmelodie orientiert.

Der "Rosenkavalier" (der übrigens eine Erfindung Hofmannsthals ist und keineswegs einen überlieferten Brauch wiedergibt) wurde schon bei seiner Premiere am 26.1.1911 in Dresden stürmisch gefeiert und ist bis heute die meistgespielte Oper aus dem 20. Jahrhundert.

  1. Einführung
  2. Personen im Rosenkavalier
  3. Handlung
  4. Lexikon
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