Römer und Germanen
Die germanischen Völkerschaften

Spärliche Hinweise auf die unbekannten Völker im Norden unseres Kontinents finden sich in vorchristlicher Zeit bei griechischen Geschichtsschreibern. So erwähnt Poseidonios im 1. Jahrhundert v.Chr. zum ersten Mal das Wort "Germane". Caius Julius Cäsar, der Eroberer Galliens, übernahm es von den Kelten und gebrauchte es für die nichtkeltischen Stämme links und rechts des Rheins. Was das Wort bedeutet, wissen wir nicht. Die Germanen selbst hatten keinen Namen für die Gesamtheit ihrer Stämme. Von der Sprache her lassen sich drei große Völkerschaften unterscheiden: die Nordgermanen im heutigen Skandinavien (Wikinger oder Normannen), die Ostgermanen (Goten, Burgunder und Wandalen) zwischen Oder und Weichsel und die Westgermanen zwischen Rhein und Oder, so in etwa die Siedlungsgebiete im 1. Jahrhundert v.Chr. Zu den Westgermanen zählen u.a. die Stammesgruppen der Sweben oder Alemannen (= alle Männer), der Franken (= die Freien, die Kühnen), Langobarden, Angeln, Sachsen, Friesen und Bajuwaren. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus (55-120 n.Chr.) bewunderte die einfache Lebensweise der Germanen und die Sittenstrenge ihres Familienlebens, ihre kriegerische Tapferkeit und ihr Freiheitsstreben. Er tadelte ihr übermäßiges Biertrinken (die Römer tranken Wein nur mit Wasser vermischt). Und ihn verwunderte, dass die Könige und Fürsten der Germanen keine unbeschränkte Macht besitzen wie der Kaiser in Rom: Die Germanen entscheiden alle bedeutenden Angelegenheiten ihres jeweiligen Gemeinwesens durch öffentliche Abstimmung auf dem Thing.
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Bibliografie:
- Thomas Fischer: Die Römer in Deutschland, Stuttgart 1999
- Kulturatlas Deutschland. Reisen zu den Stätten deutscher Kultur und Geschichte. Mit einer Einleitung von Hagen Schulze, Stuttgart 1994
- Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart 2001
- Britta Rabold u.a.: Der Limes. Die deutsche Limes-Straße vom Rhein bis zur Donau, Stuttgart 2000
- Cornelius Tacitus: Germania. Lateinisch-deutsch, Düsseldorf/Zürich 21999








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