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THEMEN

Römische Geschichtsschreibung

Einleitung

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Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)

Die beispielhaften Leistungen der Griechen auf literarischem wie politischem Gebiet setzten schon so früh ein, dass ein unbefangener Betrachter leicht dem Schluss erliegen könnte, jedes Volk habe eine Literatur wie es eine Geschichte habe, und dass diese Literatur eine naturgegebene und notwendige Manifestation seiner Existenz sei. Die Kelten etwa sind der Gegenbeweis, dass große Geschichte nicht gleichzeitig auch Literatur bedingt. Erstaunlicherweise trifft dieser Sachverhalt auch auf Rom zu. Im Vergleich mit den Griechen, die, ehe sie schreiben konnten, in Homer schon einen Höhepunkt und die Vollendung der Epik vorweisen konnten, kamen die Römer, wenigstens in den ersten 500 Jahren ihrer Geschichte, ohne jede Literatur aus. Erst um die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. machten sie im Zuge ihrer Ausdehnung in das griechische Unteritalien Bekanntschaft mit Literatur und übernahmen sofort und ausgiebig die vorgefundenen griechischen Formen. Von diesem Zeitpunkt an blieben die Römer auf dem Gebiet der Literatur den Griechen für immer verpflichtet, selbst wenn späterer Nationalstolz das nicht mehr wahrhaben wollte: "Ich bin immer der Meinung gewesen", sagt Cicero, "dass unsere Römer seit jeher teils selbständig Besseres leisteten als die Griechen, teils das von ihnen Übernommene verbessert haben". Für die Literatur gilt Ciceros Aussage sicher nicht so absolut, denn Rom blieb angesichts der Vollkommenheit der griechischen Formen zunächst nur eine fast sklavische Übernahme übrig, die erst nach und nach typisch römische Züge gewann. Poesie und Prosa entstanden in Rom gleichzeitig, aber mit einem höchst merkwürdigen Unterschied: Während die verachteten Dichterlinge sich der lateinischen Sprache bedienten, schrieben die ersten Historiker Roms Griechisch!

  1. Einleitung
  2. Bedeutende römische Geschichtsschreiber und ihre Werke
  3. Besinnung auf römisches Wesen
  4. Von den Annalisten zur ersten Monografie
  5. Cäsar und Sallust
  6. Von Livius zu Tacitus
  7. Gleich bleibende Faktoren römischer Geschichtsschreibung

Bibliografie:

  • Dieter Flach: Römische Geschichtsschreibung, Darmstadt 1998
  • Andreas Mehl: Römische Geschichtsschreibung, Stuttgart, Berlin, Köln 2001
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