Römische Literatur
Griechische Wurzeln
Die Literatur der Römer ist eng mit dem griechischen Geistesleben verbunden. Ihr Alphabet erhielten die Römer aus Großgriechenland: aus der Kolonie Kyme (Cumae) nahe Neapel. Die chalkidische Schrift wurde zur lateinischen umgestaltet. Die älteste lateinische Inschrift begegnet uns auf einer goldenen Spange ("Fibel aus Präneste" um 600 v. Chr.); sie lautet: "Manios med fhefhaked Numasioi" (Manius hat mich gemacht für Numerius). Die neue Schrift diente vor allem praktischen Bedürfnissen, z. B. der Aufzeichnung von Verträgen, Senatsbeschlüssen, Rechenschaftsberichten. Auch im Bereich des Götterkults, der Prodigien (Orakel) und der Zeitrechnung wurde die Schrift verwendet. Die Sage belegt, wie hoch schriftliche Prodigien geschätzt wurden: Die Sibylle von Cumae - sie war aus Euböa gekommen - soll dem König Tarquinius ihre neun Bücher von Weissagungen zum Kauf angeboten haben, auf seine Weigerung hin hat sie nach und nach sechs verbrannt und Tarquinius schließlich den Rest für den vierfachen Preis verkauft. Die Weissagungsbücher wurden in Rom sorgfältig aufbewahrt und spielten fast 1000 Jahre (bis in die Zeit Stilichos) eine politische Rolle.
Eng mit der griechischen Kultur war auch die erste Aufzeichnung von Gesetzen verbunden. Als der Antrag des Volkstribunen C. Terentius Arsa auf schriftliche Fixierung des Rechts 454 v. Chr. endlich angenommen wurde, entsandte man Kommissionen nach Großgriechenland und Athen, um die dortigen Rechtskodifikationen zu studieren. Ergebnis der Bemühungen war das Zwölf-Tafel-Gesetz von etwa 450 v. Chr., dessen Wortlaut noch Cicero sich einzuprägen hatte, als er sich für die juristische Laufbahn vorbereitete.
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Bibliografie:
- Michael von Albrecht: Geschichte der römischen Literatur, 2 Bde. München 4 2009
- Karl Büchner: Römische Literaturgeschichte, Stuttgart 1994
- Carl J. Classen: Die Welt der Römer. Studien zu ihrer Literatur, Geschichte und Religion, Berlin/New York 1993
- Albrecht Dihle: Die griechische und lateinische Literatur der Kaiserzeit. Von Augustus bis Justinian, München 1989
- M. Fuhrmann: Geschichte der römischen Literatur, Stuttgart, Reclam jun., 2005
- Rainer Hahn: Lexikon zur lateinischen Literatur. Fachbegriffe und Autoren, Stuttgart u. a. 21991
- Christoff Neumeister: Das antike Rom. Ein literarischer Stadtführer, München 21993
- Rainer Nickel (Hrsg.): Lexikon der antiken Literatur, Düsseldorf/Zürich 1999
- Hermann Wiegmann: Abendländische Literaturgeschichte. Die Literatur in Westeuropa von der griechischen und römischen Dichtung der Antike bis zur modernen englischen, französischen, spanischen, italienischen und deutschen Literatur. Würzburg 2003







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