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THEMEN

Römische Philosophie

Griechischer Kulturtransfer

Das von Alexander dem Großen gegründete Reich war bald nach seinem Tode zerfallen. Was dagegen weiter bestand, war die von ihm eingeleitete Ausbreitung der griechischen Kultur. Die griechische Sprache war die Sprache des Hofes und der geistigen Führungsschicht. Griechisch zu lernen war für die Kinder dieser Führungsschicht selbstverständlich. Athen hatte zwar seine politische Selbstständigkeit verloren; es blieb aber noch lange der geistige Mittelpunkt und hatte von seiner Anziehungskraft nichts eingebüßt. Inzwischen war es Rom gelungen, ganz Italien in langen Kriegen zu einigen, Karthago auszuschalten und die griechischen Staaten in sein gewaltiges Reich einzufügen. Politisch wechselte Griechenland von der makedonischen zur römischen Fremdherrschaft, kulturell dagegen begann nun Griechenland, Rom zu erobern, ähnlich wie zuvor den ganzen Osten. Griechische Künstler und Baumeister kamen nach Rom, Tragödien und Komödien wurden übersetzt, die griechische Philosophie "machte Schule" (und das ganz wörtlich). Der römische Geist, der sich nun mit dem griechischen vereinte, führte freilich zu Akzentverschiebungen.

Die Römer, ein durch und durch praktisches Volk, organisierten auf Grund ihrer Rechtsauffassung ein bis dahin nicht gekanntes Staatswesen. So stellte sich jetzt einerseits die Frage nach der Bedeutung der einzelnen Person (individuum) und nach deren Bezug und Einordnung in Staat und Gesellschaft (commune).

In der Philosophie verlagerte sich damit der Schwerpunkt von der Spekulation über die Natur und deren Hintergründe auf die Ethik: Auf die Lehre vom praktischen Handeln und den dafür gültigen Begründungen. Die Philosophie vollzog durch Rom eine ungriechische Hinwendung zum einzelnen Menschen.

Zwar kannte diese Zeit keinen genialen und weit reichenden Denker. Was aber qualitativ an Tiefe und Originalität fehlte, gewann die Philosophie quantitativ an Macht und Bedeutung. Mehr als Kunst und Religion wird Philosophie zur beherrschenden Geistesmacht des Zeitalters, ja eigentlich zu einer Form der Seelsorge für die Menschen. Die Mythologien und Religionen der Antike verlieren an Gewicht: Nun ist es Aufgabe der Philosophie, dem Menschen hilfreich zur Seite zu stehen, Fragen des Seins zu klären, letztlich für des Menschen Heil zu sorgen.

  1. Griechischer Kulturtransfer
  2. Die Stoa: Der Mensch des Realismus
  3. Der Epikureismus - Der Mensch des lustbetonten Lebens
  4. Der Eklektizismus der neueren Akademie - Der skeptisch auswählende Mensch
  5. Neuplatonismus - Der Mensch als ein in der Fremde lebendes Wesen
  6. Ausklang der Philosophenschulen

Bibliografie:

  • Ursula Blank-Langmeister: Einstieg in die römische Philosophie, Göttingen 2000
  • Michael Erler, Andreas Graeser (Hrsg.): Philosophen des Altertums. Bd. II: Vom Hellenismus bis zur Spätantike, Darmstadt 2000
  • Gregor Maurach: Geschichte der römischen Philosophie. Eine Einführung, Darmstadt 1997
  • Heinrich Niehuis-Pröbsting: Die antike Philosophie. Literaturen, Schulen, Lebensweisen, Frankfurt am Main 2004
  • Ernst Nowotny: Römische Philosophie, 4. neu bearb. Auflage, Wien 2000
  • Thorsten Paprotny: Kurze Geschichte der antiken Philosophie, Freiburg 2003
  • Wiebrecht Ries: Die Philosophie der Antike, Darmstadt 2005
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