Total votes: 30
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

Römischer Kalender, römische Zeitrechnung

Das Jahr

Nach der Sage führte Romulus ein Jahr mit 304 Tagen und zehn Monaten ein, das angeblich unter König Numa Pompilius durch das bis Cäsar geltende Jahr mit 355 Tagen und zwölf Monaten abgelöst wurde.

Bis 153 v. Chr. begann das römische Jahr am l. März, dann mit dem l. Januar. Das römische Jahr war ein Mondjahr: Die 355 Tage entsprachen ungefähr 12 Umläufen, und die Mondphasen bildeten auch die Grundlage für die weitere Unterteilung des Monats. Die große Abweichung vom Sonnenjahr mit seinen 365,25 Tagen musste sich natürlich bald herausstellen, und um sie zu beseitigen, fügte man alle zwei Jahre Schalttage ein, nach dem 23. Februar 22 Tage bzw. nach dem 24. Februar 23 Tage. So ergab sich ein vierjähriger Zyklus (355 + 377 + 355 + 378 = 1465), d. h. ein römisches Jahr war "durchschnittlich" 366,25 Tage lang.

Vier Sonnenjahre zählen aber nur 1461 Tage, so dass das römische Jahr zu lang war. Diese Tatsache war den Pontifices (Oberpriestern), die für Zeitrechnung und Kalender zuständig waren, nicht bekannt. Es gab auch öfter Unklarheiten bei den Schaltungen; manchmal unterblieben sie ganz, so dass im Jahre 46 v. Chr. der römische Kalender um 90 Tage hinter dem tatsächlichen Ablauf des Jahres zurückgeblieben war. Deshalb reformierte Cäsar - zu dieser Zeit Diktator und Pontifex Maximus - mit Hilfe des ägyptischen Gelehrten Sosigenes den römischen Kalender.

Zunächst wurden im Februar 23 Tage eingeschaltet, im November 33 und im Dezember 34 Tage. Für die Zukunft ging Cäsar von einem Jahr mit 365,25 Tagen aus. So ergab sich alle vier Jahre ein ganzer Tag; es war dann ein Schaltjahr, in dem der 24. Februar doppelt gezählt wurde. Die zehn Tage, die von 355 bis 365 fehlten, verteilte Cäsar auf die übrigen Monate.

Da nach diesem so genannten Julianischen Kalender das Jahr aber zu lang ist - etwa 11 Minuten - musste im Jahr 1582 Papst Gregor XIII. den Kalender nochmals reformieren (gregorianischer Kalender): Das erste Jahr eines Jahrhunderts ist nur dann ein Schaltjahr, wenn sich die Zahl durch 400 teilen lässt, also 1600 und 2000, nicht aber 1700, 1800 und 1900.

Der reformierte römische Kalender verbreitete sich rasch über das ganze Reich, allerdings galten im Osten meist einheimische Monatsnamen, während sich im Westen auch die römische Bezeichnung durchsetzte.

  1. Das Jahr
  2. Zeitrechnung
  3. Die Monate
  4. Datum
  5. Die Woche
  6. Dies fasti/dies nefasti
  7. Feste (feriae)

Bibliografie:

  • Angelika und Ingemar König: Der römische Festkalender der Republik, (Reclams Universalbibliothek 8693)
  • Norbert Prack: Der römische Kalender (264-168 v. Chr.). Verlauf und Synchronisation, Sinzheim 1996
  • Gerhard Radke: Fasti Romani. Betrachtungen zur Frühgeschichte des römischen Kalenders, Münster 1990
  • Jörg Rüpke: Kalender und Öffentlichkeit, Berlin 1995
Total votes: 30
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.