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THEMEN

Salvador Dalí

Kurzbiografie

  • Name: Salvador Dalí
  • geboren am: 11.5.1904
  • geboren in: Figueras (Katalonien)
  • gestorben am: 23.1.1989
  • gestorben in: Figueras
  • spanischer Maler, Bildhauer und Grafiker

Leben und Werk

Dalí gehört zu den wichtigsten surrealistischen Künstlern. Er war ein Meister der Selbstdarstellung und stark von der Psychoanalyse beeinflusst. Ständig wiederkehrende Themen seiner Werke waren Tod, Verwesung und Zerstörung. Dalí befasste sich in seinen Bildern auch mit politischen Krisensituationen und naturwissenschaftlichen Entwicklungen. Neben seinen Bildmotiven schuf er auch eine Reihe von surrealistischen Objekten und war außerdem an Filmen beteiligt.

Behütete Kindheit

Salvador Dalí wurde als zweiter Sohn des Notars Salvador Dalí am 11. Mai 1904 in der kleinen katalonischen Stadt Figueras (Provinz Gerona) geboren. Neun Monate zuvor war der erstgeborene Sohn im Alter von knapp zwei Jahren an einer Hirnhautentzündung gestorben. In Erinnerung an ihn ging dessen Name auch auf den zweiten Sohn über, und Dalí hat sein ganzes Leben das Trauma nicht abgelegt, lediglich der "Ersatz" für seinen Bruder zu sein. Diese Kränkung machte ihn süchtig nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, so träumte er mit acht Jahren davon, Napoleon zu sein und kleidete sich gerne als König. Zugleich blieb er ein schüchterner Mensch, der von hysterischen Lachanfällen geplagt war. Seine schulischen Leistungen waren mangelhaft, und er wurde auf Privatschulen geschickt. 1908 kam seine Schwester Ana María zur Welt, mit der er lange Zeit in enger Verbindung stand. Seine Kindheit erscheint behütet, vor allem zu seiner Mutter hatte er ein inniges Verhältnis.

Mit zehn Jahren begann er zu malen. Schon früh beeindruckten ihn bei einem Erholungsurlaub nach langer Krankheit impressionistische Bilder und er übte sich mit außergewöhnlichem Talent an diesem Stil.

Erste Erfolge in der Jugend

Mit 14 Jahren besuchte er für drei Jahre die städtische Kunstschule in Figueras unter der Leitung des Malers Juan Nuñez, wurde dessen Meisterschüler und stellte im Stadttheater mit Erfolg mehrere Ölgemälde aus. Ein Jahr später veröffentlichte er in der dortigen Schulzeitung Aufsätze über "Die großen Meister der Malerei", die zeitlebens seine Vorbilder blieben: Dürer, Michelangelo, da Vinci, Velàzquez, Goya, El Greco. Im Februar 1921 starb unerwartet seine Mutter, für Dalí ein tragisches Ereignis, denn mit ihr verlor er den Menschen, der ihn am bedingungslosesten geliebt hatte.

Studium in Madrid

Nach dem Abitur 1922 absolvierte der 18-Jährige erfolgreich die Aufnahmeprüfung an der Königlichen Akademie der Schönen Künste von San Fernando in Madrid. Die akademischen Lehrer waren allerdings nicht auf der Höhe der Zeit und so eignete sich Dalí im Alleingang den Stil der avantgardistischen Vorbilder - von Picasso über Gris, Matisse bis Braque und Léger - an. Bei aller stilistischen Imitation ist in den Bildern dieser Jahre immer auch die Handschrift Dalís zu erkennen. In Madrid verband ihn mit Luis Buñuel und Federico García Lorca eine enge Freundschaft. 1923 wurde er für ein Jahr aus der Akademie ausgeschlossen, nachdem er sich zum Wortführer des studentischen Protests gegen die Berufung eines in ihren Augen unfähigen Künstlers zum Professor gemacht hatte. Seine künstlerische Entwicklung konnte dieser Disziplinierungsversuch allerdings nicht behindern. Schon ein Jahr später fand in der Galerie Dalmau in Barcelona seine erste Einzelausstellung mit siebzehn Gemälden und fünf Zeichnungen statt. 1926 wurde Dalí während der Abschlussprüfung endgültig von der Hochschule verwiesen, denn auch die Prüfungskommission erklärte er für unfähig. Es folgte 1927 der Militärdienst, in dieser Zeit malte er nur ein einziges Bild.

Durchbruch in Paris

1929 war das entscheidende Jahr für Dalí. Zusammen mit Luis Buñuel drehte er den ersten surrealistischen Film mit dem Titel "Un chien andalou" ("Ein andalusischer Hund"), dessen zum Teil schockierende Szenen auf Traumbildern basieren und der auf logische Verknüpfungen und Bedeutungen verzichtet. Am 1. Oktober wurde der Film in Paris uraufgeführt und erregte einen großen Skandal in der Öffentlichkeit. So gelang Dalí endgültig der Sprung in den Kreis der Surrealisten. Die Künstler um den unbestrittenen Anführer André Breton bildeten die Avantgarde jener Zeit und versuchten, unbewusste psychische Zustände wie Rausch, Traum, Raserei etc. künstlerisch fruchtbar zu machen, um die engen Grenzen der bürgerlichen Moral zu sprengen. Die "Wildheit des Seins" sollte wieder zu ihrem Recht kommen.

Mit Buñuel entstand ein weiteres Drehbuch für den Film "L´Age d´or" ("Das goldene Zeitalter"). Es kam jedoch zu Streitereien über einzelne Szenen, so dass Buñuel schließlich den Film ohne Dalís weitere Mitwirkung drehte. Damit war auch die Freundschaft der beiden beendet

Gala tritt in sein Leben

Bei den Surrealisten lernte Dalí auch die Frau seines Lebens kennen, Gala. Ihre biografischen Daten sind bis heute nicht ganz klar. Ihr bürgerlicher Name war Helena Dimitrievna Diakonova, sie stammte aus Russland und war ungefähr zehn Jahre älter als Dalí. Als er sie kennen lernte, war sie mit dem Dichter Paul Éluard verheiratet, doch der junge schüchterne spanische Maler faszinierte sie so, dass sich Gala von ihrem Mann trennte. Dalí selbst sah in ihr seine Retterin, die ihn von Hysterie und Angstzuständen befreit und als Muse die Umsetzung seiner psychischen Konflikte in Kunst überhaupt erst möglich gemacht hat. Zugleich war sie eine erfolgreiche Vermarkterin ihres Mannes und kümmerte sich mit viel Geschick um den Verkauf seiner Bilder. Ihr sexuelles Verhältnis gilt als nicht geklärt, vielleicht haben sie in den über 50 Jahren ihres gemeinsamen Lebens nur einmal miteinander geschlafen (so die Aussage Dalís), vielleicht sogar niemals. Dalí hat öffentlich immer seinen Hang zur Masturbation kund getan. Trotzdem nahm Gala die wichtigste Funktion in seinem Leben ein, denn sie hat alle anderen Frauenfiguren in Dalís Leben abgelöst. Seine starke Bindung an die schon verstorbene Mutter und die Schwester übertrug er auf sie. In vielen Bildern stilisierte er sie zu einer mythischen Gestalt, etwa zur "Leda atomica" (1949) oder zur "Madonna von Port Lligat" (1950).

Die paranoisch-kritische Methode

Dalí war wie alle Surrealisten stark von der Psychoanalyse als der Wissenschaft vom Unbewussten beeinflusst, schon als Student hat er Freuds "Traumdeutung" gelesen. Er hat seine Kunstwerke immer auch selbst psychoanalytisch kommentiert. Grundlage seiner eigenen Kunsttheorie war die von ihm Anfang der 30er-Jahre entwickelte paranoisch-kritische Methode. Für ihn war das Unbewusste die Triebkraft der Kreativität, und Kunst bot seiner Ansicht nach eine Möglichkeit, wahnhafte Zustände objektiv zu vermitteln. Dalí empfand seine Malerei als kritisch-paranoische Aktivität, als einen Ausdruck der "symbolischen Geheimsprache des Unbewussten", wie er es selbst nannte. Seine Bildkompositionen waren so arrangiert, dass verschiedene Sichtweisen möglich waren und verschiedene Bedeutungsebenen ineinander fließen konnten. Ein besonderes Beispiel für seine Kunstauffassung ist das Bild "Paranoisch-Kritisches Gemälde der Spitzenklöpplerin von Vermeer" aus dem Jahr 1955. Vermeers Stil hatte zeitlebens großen Einfluss auf Dalís eigenes Schaffen, und Dalí verstand sein Werk als Sichtbarmachung der tieferen Strukturen des Bildes "Die Spitzenklöpplerin" (um 1665).

Bruch mit der Familie

Nach seinem Erfolg in Frankreich kaufte Dalí für sich und Gala 1930 eine winzige Fischerhütte in Port Lligat bei Cadaqués, einem kleinen Hafen an der Felsenküste seiner Kindheit. Diese ausgestorbene, abweisend schroffe und melancholische Gegend war immer ein bestimmendes Motiv in seinen Bildern. Seine Familie war jedoch mit Dalís Frauenwahl nicht einverstanden, immerhin war Gala noch verheiratet (ihre Ehe mit Paul Éluard wurde erst 1932 geschieden) und Spanien war ein Land mit streng katholischen Moralvorstellungen. Schon zuvor hatte sich Dalí mit seinem Vater überworfen; zum endgültigen Bruch kam es, als er unter eine Zeichnung den Titel "Manchmal spucke ich mit Vergnügen auf das Portrait meiner Mutter" setzte. Er sah seinen Vater erst zehn Jahre später wieder. Als Lebensmotto wählte er fortan Freuds Satz "Held ist einer, der sich gegen die väterliche Autorität auflehnt". Künstlerischer Ausdruck dieses Konfliktes mit dem Vater war die Wilhelm Tell-Figur, die er in mehreren Gemälden thematisierte. Was ihn an dieser mythischen Gestalt interessierte, war die Bereitschaft, das Leben des Sohnes auf Spiel zu setzen.

Spanischer Bürgerkrieg und zweiter Weltkrieg

Die Krisensituation Europas in den 30er-Jahren hat Dalí in vielen Bildern thematisiert, todesähnliche Wüstenszenarien bestimmen diese Bilder. Im Winter 1936 hat er schon in den beiden Gemälden "Herbstlicher Kannibalismus" und "Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen - Vorahnung des Bürgerkriegs" die bevorstehende Selbstzerfleischung Spaniens thematisiert. Allerdings ging es Dalí nicht um die ideologische Ebene, der aktuelle Anlass taucht in seiner Verarbeitung nicht auf. Er stellte viel mehr eine psychoanalytische Sicht auf den Krieg überhaupt dar und beschrieb ihn als Regression auf kannibalistische Fantasien, auf Zerstörungslust und Todestrieb. Dabei schwingt auch immer eine orgiastisch-triebhafte sexuelle Ekstase in den Bildern mit.

Dalí und Gala flohen vor den Kämpfen nach Italien, während der Münchener Krise 1938 reisten sie weiter nach Südfrankreich. Für die gescheiterten Friedensverhandlungen des englischen Premierministers Chamberlain, die zum großen Teil als Telefon-Diplomatie geführt wurden, fand Dalí ein realistisches Symbol - den zerstörten Telefonhörer - so etwa in seinem Bild "Der erhabene Augenblick" (1938). Dieses Ereignis der Weltgeschichte wurde in der für Dalí typischen Weise auf der Leinwand in eine traumatische Metaphysik aufgelöst. Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges gingen Dalí und seine Frau 1940 ins Exil in die USA.

Erfolge in den USA

1934 fuhr Dalí anlässlich der Ausstellung einiger seiner Werke in der Galerie Julien Greenzum ersten Mal in die USA. Als Maler war er dort schon lange bekannt, zwei Jahre zuvor hatte das Museum of Modern Art in New York eines seiner Hauptwerke, "Beständigkeit der Erinnerung" (Weiche Uhren), erworben. Und als er 1936 zum nächsten Besuch kam, empfing ihn sein Konterfei auf der Titelseite des "Time Magazine". Er war für die Nordamerikaner "Mister Surrealism", die ganze Avantgardebewegung wurde mit ihm identifiziert und er erlebte eine ungeahnte Popularität. Vor allem mit surrealistischen Objekten wie dem Mae-West-Lippensofa (1936/37) und durch die Zusammenarbeit mit der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli machte er von sich reden. Dalí stieg nicht zuletzt durch die Vermarktung seiner künstlerischer Ideen mit Hilfe kommerzieller Produkte zum reichsten Maler seiner Zeit auf. Das brachte ihm die erbitterte Feindschaft anderer Surrealisten ein, und André Breton setzte 1942 Dalís Namen neu zusammen, um die angebliche Geldbesessenheit bloßzustellen: "Avida Dollar" (etwa mit "Dollargierig" zu übersetzen). Geld war Dalí mit Sicherheit wichtig, doch ebenso wichtig war ihm der Ruhm. Mit dem Durchbruch in den USA standen ihm alle Türen offen. Er plante mit den Marx-Brothers ein Filmprojekt und mit Walt Disney einen Zeichentrickfilm, doch beides wurde nicht realisiert. Schließlich entwarf er 1944 für Alfred Hitchcock die Traumsequenz des Films "Spellbound" ("Ich kämpfe um dich").

In den Jahren von 1943 bis 1948 malte Dalí verhältnismäßig wenig, dafür nahm er lukrative Angebote an und entwarf Schmuck, Werbung, Bühnendekorationen. Er schrieb seine Autobiografie "Das geheime Leben des Salvador Dalí" (1942) und arbeitete an einem Ballettstück. Auch Auftragsportraits für die High Society entstanden in dieser Zeit. Mit diesen Arbeiten finanzierte Dalí seinen aufwendigen Lebensstil, der sich noch steigerte, als er 1948 nach Spanien zurückkehrte und mit Gala ein pompöses Leben zwischen Port Lligat, Paris, Madrid, und New York führte.

Rückkehr nach Spanien

1948 ließen sich Dalí und Gala wieder in ihrem inzwischen ausgebauten Haus in Port Lligat nieder. Es begann eine Rückbesinnung auf religiöse Motive in der Malerei Dalís, die eine mystische Verbundenheit mit dem Katholizismus ausstrahlten. Der Surrealismus mit seinem revolutionären politischen Anspruch war in dieser Phase schon offiziell Vergangenheit, ein Jahr vor der Rückkehr wurde Dalí aus dem Kreis ausgeschlossen. Dalí war natürlich schon längst nicht mehr von der Gruppe abhängig und hatte seine eigene Auffassung von Surrealismus. Zudem verfolgte er damit geschickt private Pläne. Er wollte sich mit Gala kirchlich trauen lassen und bedurfte dazu einer päpstliche Erlaubnis, schließlich war Gala zuvor schon verheiratet gewesen. 1949 wurde ihm eine Audienz bei Papst Pius XII. gewährt und er erhielt die Erlaubnis, seine langjährige Lebensgefährtin nach dem Tod ihres Mannes Paul Éluard zu heiraten. Éluard starb 1952, sieben Jahre später heiraten Dalí und Gala.

Dalí und General Franco

Ein Streitpunkt zwischen Dalí und den Surrealisten war seit Anfang der 30er-Jahre die unklare politische Haltung des Spaniers. Damals hatte das Bild "Partielle Sinnestäuschung. Sechs Erscheinungen Lenins auf einem Flügel" (1931) den Zorn André Bretons auf sich gezogen, da er es als Verächtlichmachung Lenins empfand. Die Surrealisten waren mit der kommunistischen Bewegung und deren Idealen verbunden und Breton wachte rigide über die ideologische und künstlerische Ausrichtung der Gruppe. Als Dalí 1934 diffuse politische Aussagen zu Gunsten Hitlers machte, die vielleicht nur provozieren sollten, aber jedenfalls keine eindeutige Distanzierung vom Faschismus enthielten, beantragte Breton - erfolglos - den Ausschluss Dalís aus der Gruppe. Während des spanischen Bürgerkrieges hatte Dalí in Briefen gegenüber Buñuel seine Sympathie für das faschistische Lager unter General Franco erklärt. Als er 1948 nach Spanien zurückkehrte, suchte er gleich die Nähe zum Diktator. Die Rückkehr eines weltbekannten Künstlers bedeutete eine ungemeine Aufwertung des international isolierten Landes und 1956 wurde Dalí offiziell von Franco, den er als "Freund" bezeichnete, empfangen. Der Maler hatte auch ein persönliches Anliegen, er wollte vom Staat ein eigenes Museum gebaut haben. 1970 besuchte der Diktator Dalí in Cadaqués und vier Jahre später war der Maler am Ziel seiner Träume: Am 23. September 1974 wurde in Figueras das Teatro-Museo Dalí eingeweiht. Es ist ein surrealistisches Gesamtkunstwerk ganz nach dem Geschmack Dalís.

Hinwendung an wissenschaftliche Methoden

War die kritisch-paranoische Theorie schon beeinflusst durch Sigmund Freuds psychoanalytische Forschung, so hat sich Dalí auch mit naturwissenschaftlichen Entdeckungen befasst und deren Ergebnisse in der Malerei verarbeitet. Seine berühmten "Weichen Uhren" waren eine Reaktion auf die Relativitätstheorie Einsteins. Dessen Theorie hat Raum und Zeit in der Tat verflüssigt, wie es Dalí 1930 zum ersten Mal in seinem Bild "Vorzeitige Verknöcherung eines Bahnhofs" andeutete und ein Jahr später in "Die Beständigkeit der Erinnerung" zeigte.

Aber auch die Entdeckung der DNS als Träger der Erbinformationen floss in Dalís Bildkompositionen ein ("Sphärische Galatea" 1952), ebenso wie der Schock nach der Zündung der ersten Atombomben ("Melancholische Atom- und Uranidylle" 1945). Ein wirklich neuer Versuch in der Malerei war allerdings in der 70er-Jahren die Umsetzung neuester optischer Erkenntnisse durch die stereoskopische Forschung. Der Versuch, die Zweidimensionalität der Malerei zu überwinden und ein räumliches Wahrnehmen mit Hilfe stereoskopischer Geräte zu ermöglichen, führte zu einer Reihe von Doppelbildern. ("Der Stuhl" 1976). Allerdings brachten diese Versuche, die Dalí durch die komplizierte Technik der Holografie noch ausbaute, der Malerei keine neuen Impulse, sie zeigen vielmehr die enorme Kunstfertigkeit des Malers.

Der Tod Galas und Dalís letzten Jahre

Am 10. Juni 1982 starb Gala. Dalí war zutiefst erschüttert darüber und verfiel anschließend in eine hektische Schaffensphase. Seine letzten Lebensjahre waren von tiefer Trauer gekennzeichnet, zumal seine Arbeitsfähigkeit seit Anfang der 80er-Jahre durch die Parkinson'sche Krankheit stark eingeschränkt war. Im April 1983 fand eine große Retrospektive seiner Werke in Madrid statt, an der er selbst nicht mehr teilnehmen konnte. Bei einem Feuer in seinem Schlafzimmer im Schloss Publo erlitt Dalí lebensgefährliche Brandverletzungen, doch er lebte noch weitere fünf Jahre und starb schließlich am 23. Januar 1989 an Herzversagen.

Würdigung

Salvador Dalí war einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Er gab seiner Kunst einen klaren Auftrag: Die Sichtbarmachung von Unsichtbarem, die Bewusstmachung von Unbewusstem. Unbestritten ist seine große Souveränität im Umgang mit Maltechniken und Gestaltungsformen früherer Generationen. Dabei hat er im Laufe seines Lebens neben seiner Malerei eine große Anzahl von Verlautbarungen und Kommentaren veröffentlicht, die seine vieldeutige und zum Teil widersprüchliche Lebensphilosophie zwischen Kunst, Mystik und Wissenschaft formulierten. Seine eindringlichen Bildmotive wie etwa die weichen Uhren, die brennenden Giraffen oder die Schubladenmenschen sind ins kollektive Gedächtnis der Gesellschaft eingegangen.

Bibliografie:

  • Wolfgang Everling: Salvador Dalí als Autor, Leser und Illustrator, Würzburg 2007
  • Herbert Genzmer: Salvador und Gala Dalí. Der Maler und die Muse, Berlin 1998
  • Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts: Salvador Dalí, Dresden/Basel 1995
  • Wolfgang Maier-Preusker: Dalí als Illustrator. 100 ausgewählte Illustrationen 1944-1948. Wien 2005
  • Gilles Néret: Salvador Dalí 1904-1989, Köln 1995
  • Salvador Dalí 1904-1989. Ausstellungskatalog zur großen Retrospektive in Stuttgart und Zürich, Einführung und Katalog von Karin von Maur, Stuttgart 1989
  • Torsten Otte: Salvador Dalí - Eine Biographie mit Selbstzeugnissen des Künstlers, Würzburg 2006
  • Ralf Schiebler: Dalís Begierden, München/New York 1996
  • Christiane Weidemann: Salvador Dalí, München 2007
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