Simon Rattle
Kurzbiografie
Der britische Dirigent Simon Rattle wurde am 19.1.1955 in Liverpool geboren. Nach Stationen in Bournemouth, Liverpool und Rotterdam war er 1981-1994 Erster Gastdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra und 1980-1998 Chefdirigent des City of Birmingham Symphony Orchestra, das er zu einem Klangkörper von Weltgeltung formte. Seit 2002 ist Rattle Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Er pflegt ein breites Repertoire vom Barock bis zur Moderne und dirigiert regelmäßig Uraufführungen. 1994 wurde er von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben und zum "Sir" ernannt.
Kindheit und Jugend
Simon Rattle wird am 19. Januar 1955 als zweites Kind von Denis Rattle und seiner Frau Pauline, einer Musikalienhändlerin, in Liverpool geboren. Auch wenn sich der berufliche Alltag von Denis Rattle als Leiter einer Im- und Exportfirma eher nüchtern gestaltet, so bestimmt in der Freizeit die Musik, vor allem die Jazzmusik, sein Leben. Als die wirtschaftliche Lage der Firma in den 1960er Jahren immer brenzliger wird, beginnt er noch einmal von vorn und unterrichtet fortan als Englisch- und Musiklehrer.
Simon ist von klein auf von (Jazz-)Musik umgeben, die schon bald ein untrennbarer Bestandteil seines Lebens werden sollte. Sein erstes Instrument wird das Schlagzeug, danach folgen Klavier und Geige. Durch Susan, sein neun Jahre ältere, jedoch durch eine Muskelschwäche behinderte Schwester, erwirbt er sich die Fähigkeit, Partituren zu lesen. Darüber hinaus beschäftigt er sich schon im Alter von sieben Jahren mit anspruchsvoller Musikliteratur wie Hector Berlioz’ Instrumentationslehre. Simon wird zunehmend zum musikalischen Fanatiker - er bezeichnete sich selbst später als "musikalischen Monomanen -, dessen Kinderleben durch Radio- und Live-Konzerte vollkommen von der Musik vor allem des 20. Jahrhunderts ausgefüllt wird. Bis zu seinem 18. Lebensjahr hat er sich auf diese Weise ein unglaublich breites Repertoire angeeignet, das für ihn auf seinem zukünftigen Lebensweg von entscheidender Bedeutung sein sollte. 1965 wird er jüngstes Mitglied des Merseyside Youth Orchestra. Ein Jahr später fällt die Entscheidung, Dirigent zu werden, die er in den folgenden Jahren zielstrebig verfolgt.
Studienjahre
Auf diese Entscheidung von Simon folgt nun keineswegs ein gerader Weg an eine der renommierten Musikinstitutionen des Landes. Simon wird vielmehr zum Autodidakten, der als 15-Jähriger seine dirigentische Feuertaufe bei einem Wohltätigkeitskonzert erlebt. Mit einem aus Profis und Amateuren zusammengewürfelten Orchester namens "Liverpool Sinfonia" bestreitet er ein ehrgeiziges Programm mit Werken von Vaughan Williams, Mozart, Malcom Arnold und Schuberts "Unvollendeter". Die Programmmischung aus Alt und Neu sollte sich als signifikant für Rattles zukünftige musikalische Arbeit erweisen.
Ab 1971 erfolgt dann doch der Weg an die Londoner Royal Academy of Music, wo Simon ein Musikstudium aufnimmt, was jedoch nicht bedeutet, dass er sich von da an den Spielregeln eines solchen Instituts unterwirft. Er bleibt der alte ungestüme und stets neugierige junge Musiker, der sich nicht in seiner Meinung nach unsinnige "Übekorsetts" zwängen lässt, um eines Tages ein virtuoser Pianist zu werden, sondern verfolgt statt dessen mit schlafwandlerischer Sicherheit seinen Weg zum Dirigentenpult.
Bald erhält er erste Aufgaben als Korrepetitor und für Dirigate bei Opernworkshops. 1973 übernimmt er mit 18 Jahren als Dirigent das Merseyside Youth Orchestra, in dem er selbst vor acht Jahren als Musiker begonnen hatte. Seine Aufführung von Rachmaninows 2. Klavierkonzert und Schostakowitschs 10. Sinfonie lassen bereits einen außergewöhnlichen Musiker erkennen. Im Mai 1974 nimmt Simon Rattle erfolgreich an einem Dirigentenwettbewerb in Bournemouth teil, der ihm eine zweijährige Zusammenarbeit mit dem Bournemouth Symphony Orchestra und der Bournemouth Sinfonietta beschert.
Simon Rattle und Bournemouth
Hatte Simon Rattle bis zu diesem Zeitpunkt immer bekommen, was er wollte, indem er notfalls ein eigenes Orchester zusammenstellte, mit dem er dann aufführte, was ihm gerade wichtig war, sieht er sich nun in Bournemouth vielfältigen Einschränkungen inhaltlicher Art gegenüber und erlebt ein konservatives Publikum, das zeitgenössischen Werken keine Chance gibt. Gleichzeitig gestaltet sich seine Zusammenarbeit mit dem Orchester zu einem täglichen Machtkampf, bei dem die Musiker dem im klassischen Konzertrepertoire unerfahrenen und schlagtechnisch noch nicht ausgereiften jungen Dirigenten seine Grenzen aufzeigen. Es sind harte Lehrjahre für Simon Rattle, doch die parallele Arbeit u. a. mit dem Nash Ensemble, der Northern Sinfonia, der London Sinfonietta sowie erfolgreiche Gastdirigate beim Royal Philharmonic und insbesondere dem New Philharmonia Orchestra, geben ihm neues Selbstvertrauen. Als 1976 sein Vertrag mit Bournemouth ausläuft, hat Simon Rattle seine Lektion gelernt: Anstatt wieder eine vollverantwortliche Chefdirigentenposition anzunehmen, zieht er sich für die folgenden vier Jahre aus dem direkten Rampenlicht zurück und nutzt die Chance, um sein Repertoire zu erweitern und damit das Fundament für seinen Aufstieg zu einem der bedeutendsten zeitgenössischen Dirigenten zu legen. 1977-1980 arbeitet er als Assistant Conductor beim BBC Scottish Symphony Orchestra in Glasgow sowie als Associate Conductor beim Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.
Simon Rattle und Birmingham
Als Simon Rattle im Jahr 1980 zum Chefdirigenten des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) ernannt wird, ist dies nicht nur ein Glücksfall für die Karriere des jungen Dirigenten, sondern auch für das Image der nordenglischen Industriemetropole und bedeutet einen Meilenstein in der 60-jährigen Geschichte des Orchesters.
Als Simon Rattle und das CBSO im September 1980 ihre musikalische Ehe beginnen, treffen zwei aufbruchbereite und zu neuen Herausforderungen bereite Partner aufeinander. Sie setzen bereits in der ersten Konzertsaison künstlerische Maßstäbe und lassen über die Stadtgrenzen hinaus aufhorchen. In den folgenden achtzehn Jahren ihrer Zusammenarbeit sollten beide Partner aneinander wachsen. Sie sollten aus Simon Rattle einen der künstlerisch bedeutendsten Dirigenten und aus dem CBSO ein Orchester von Weltruf machen. Darüber hinaus gelingt es Vorstand, Dirigent und Orchester mit neuen Marketingkonzepten, anspruchsvollen und gemischten Programmen einer Erweiterung des Repertoires vor allem auf die Musik des 20. Jahrhunderts und bewegenden Interpretationen, der Musik in Birmingham einen neuen Stellenwert zu geben.
1986 wird das CBSO erstmals zu renommierten Londoner Proms-Konzerten eingeladen, was einem nationalen musikalischen Ritterschlag gleichkommt und die herausragende Stellung des Orchesters deutlich macht. Dieses Jahr beendet gleichzeitig das erste Kapitel in der musikalischen Zusammenarbeit von Orchester und Dirigent, der nicht nur die gemeinsamen Ziele neu absteckt, sondern auch gleich das nächste Projekt in Angriff nimmt.
- 1986 gründet Rattle das "Orchestra of the Age of Enlightenment" (OAE), das auf historischen Instrumenten musiziert. Auch dieses Ensemble, das Werke vom Barock bis zur Romantik interpretiert, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem international anerkannten Klangkörper entwickelt. Simon Rattle steht heute gemeinsam mit Frans Brüggen als ständiger Gastdirigent an der Spitze dieses Orchesters.
- 1987 ruft Rattle die "Birmingham Contemporary Music Group" (BCMG) als separates Ensemble innerhalb des CBSO zur Aufführung zeitgenössischer Musik ins Leben. Auch dieses Orchester gehört heute zu den renommiertesten Interpreten zeitgenössischer Musik.
- 1991 gründet er das bis 2000 jährlich stattfindende Festival "Towards the Millennium", das sich kontinuierlich durch die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts arbeitet und pro Saison eine Dekade moderner Musik vorstellt.
- Im April 1991 wird dank Rattles unermüdlichem Einsatz und seines Sachverstandes mit der Birmingham Symphony Hall einer der weltbesten Konzertsäle der Welt eröffnet.
Birmingham setzt nicht nur eine Zäsur in Simon Rattles künstlerischem, sondern auch in seinem persönlichen Leben: Im September 1980 heiratet er die amerikanische Sopranistin und Komponistin Elise Ross. Aus dieser Ehe, die 1995 geschieden wird, stammen die beiden Söhne Sasha und Eliot. Von 1996 bis 2004 war Simon Rattle in zweiter Ehe mit der afro-amerikanischen Schriftstellerin Candace Allen verheiratet. Seit 2004 ist die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená seine Lebensgefährtin. Der gemeinsame Sohn Jonas kam im März 2005 in Salzburg zur Welt.
Nach sechzehn erfolgreichen Jahren mit zahlreichen Uraufführungen und herausragenden Interpretationen altbekannter Werke fühlt Simon Rattle, dass es Zeit für eine Veränderung wird und kündigt das Ende seiner Zusammenarbeit mit dem CBSO für 1998 an. Bei seinem Abschiedskonzert wird er vom Publikum mit Ovationen überschüttet.
Gastdirigentenjahre
Wer angenommen hatte, dass Simon Rattles Beendigung seiner Birmingham-Ära konkrete Gründe in Gestalt eines neuen Chefdirigenten-Vertrages habe, sah sich gründlich getäuscht. Selbst bei einem über scheinbar unbegrenzte körperliche und geistige Kräfte verfügenden Musiker wie Simon Rattle sind die Batterien irgendwann aufgebraucht. Und so übernimmt Rattle in den nächsten Jahren nur Gastdirigate bei Orchestern, Opernhäusern und Festspielen. So u. a. bei den Berliner Philharmoniker, beim Concertgebouw Orkest Amsterdam, beim London Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, dem Royal Opera House Covent Garden London oder den Salzburger Festspielen. Mit den Wiener Philharmoniker, mit denen er u. a. im Mai 2000 ein spektakuläres Konzert im Konzentrationslager Mauthausen als "Bekenntnis der Menschlichkeit" gibt, führt er im Mai 2002 einen kompletten Beethoven-Zyklus nach der neuen Urtext-Edition auf.
Simon Rattle und Berlin
Als sich die Berliner Philharmoniker im Juni 1999 für Simon Rattle als neuen Chefdirigenten in der Nachfolge des gesundheitlich angegriffenen Claudio Abbado entscheiden, ist der britische Dirigent kein Unbekannter für sie. Ihre Zusammenarbeit begann im November 1987, als Rattle die 6. Sinfonie von Gustav Mahler dirigierte. Seither war in 75 gemeinsamen Konzerten mit einem Repertoire vom Barock bis zur Moderne die Überzeugung gewachsen, dass mit diesem Musiker in einer zunächst auf zehn Jahre angelegten Zusammenarbeit ein Aufbruch zu neuen künstlerischen Ufern gelingen kann.
Dass Simon Rattle tief greifende, nicht nur inhaltliche, sondern auch organisatorische Änderungen vollziehen würde, war allen Beteiligten bereits vor Vertragsabschluss klar, denn der zukünftige Chefdirigent machte die Umwandlung des Orchesters in eine staatlich unabhängige "Stiftung Berliner Philharmoniker" zur Voraussetzung für seinen Amtsantritt. Parallel dazu gründet Rattle das Education-Projekt "Zukunft@BPhil", das Musik aus ihrer elitären Außenseiterposition befreien, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen und durch aktive Mitgestaltung als kreative und eigenschöpferische Kunst erlebbar machen soll - analog Simon Rattles Credo, das "Musik kein Luxus ist, sondern ein (menschliches) Grundbedürfnis".
Und wer Sir Simon kennt, weiß, dass er seinen Worten auch umgehend Taten folgen lässt. So nimmt er bereits 2003 mit der künstlerischen Erarbeitung von Igor Strawinskys "Le Sacre du Printemps" ein ehrgeiziges Projekt in Angriff: 240 Berliner Schülerinnen und Schüler aus 25 Nationen beweisen, dass Jugendliche von heute durchaus für Musik zu begeistern sind. Hochkarätige Hilfe erhält Rattle für diesen Workshop von seinem Landsmann, dem Choreographen Royston Maldoom, und natürlich "seinen" Philharmonikern, die das Experiment als ebenso bereichernd empfinden wie die jugendlichen Akteure. Das Ergebnis dieser Arbeit begeistert die 2500 Zuschauer am 28. Januar 2003 in der Treptower "Arena" ebenso wie seither unzählige Menschen vor den Fernsehschirmen, die die dazugehörige, preisgekrönte Filmdokumentation unter dem Titel "Rhythm is it!" gesehen haben. Seither hat Sir Simon Rattle weitere Projekte u. a. mit Taubblinden und Strafgefangenen durchgeführt.
Simon Rattles Debüt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker am 7. September 2002 mit dem Orchesterwerk "Asyla" des jungen britischen Komponisten Thomas Adès und der 5. Sinfonie von Gustav Mahler ist beispielhaft für die Programmroute der folgenden Jahre in einer Mischung aus Tradition und Moderne, die immer wieder auch Uraufführungen (zum Teil von Auftragswerken) beinhalten wird. Nach Rattles eigenen Worten geht es ihm dabei in der ersten Zeit darum "so viele Sachen wie möglich auszuprobieren". Parallel dazu übernimmt Sir Simon Rattle 2003 auch die Leitung der Salzburger Osterfestspiele, wo sein Debüt allerdings nicht nur Lobeshymnen erntet. (Die Berliner Philharmoniker verlassen die Osterfestspiele 2012. Sie werden ab 2013 zu Ostern ein Festival im Festspielhaus Baden-Baden beginnen.) Gleichermaßen gemischt fallen die Kritiken zu seinem 2006 begonnenen Wagner-Zyklus im Rahmen der Festspiele in Aix-en-Provence aus. Darüber hinaus werden in den letzten zwei Jahren zunehmend Stimmen laut, die einen charakteristischen Philharmoniker-Klang vermissen. Unbestreitbar ist, dass die Berliner Philharmoniker unter Rattles Führung vielseitiger und vielschichtiger sowie transparenter und lebendiger geworden sind. Dies entspricht dem Credo ihres Chefdirigenten, dem es eher darum geht, für jede Komposition den adäquaten Klang zu finden als der Vielfalt musikalischer Werke einen einheitlichen Orchestersound überzustülpen. In diesem Sinne dürfen Berlin und die Welt sich weiterhin freuen auf viele spannende musikalische Abenteuer und erlebnisreiche Konzerte!
Im Januar 2007 erhielten die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle als erstes Orchester den Europäischen Medienpreis 2007, die Karlsmedaille. Mit dieser Auszeichnung wird seit 2000 europäisches Engagement im Bereich der Medien gewürdigt. Im Februar 2009 bekamen die Philharmoniker unter der Leitung von Rattle einen Grammy für Igor Strawinskys "Psalmensymphonie". 2008 hatten die Berliner für ihre CD "Brahms: Ein Deutsches Requiem" ebenfalls einen Klassik-Grammy errungen.
Künstlerische Würdigung
Das Geheimnis von Simon Rattles Erfolg sind seine musikalische Vielseitigkeit, seine erfrischende Menschlichkeit und seine künstlerische Wahrhaftigkeit. Seine zweijährige Lehrzeit in Bournemouth hat aus ihm einen Dirigenten gemacht, der schlagtechnische Präzision mit einer stets lebendigen Interpretation verbindet. Rattle lebt in der und für die Musik, die er so vielen Menschen wie möglich nahe bringen möchte. Dazu ist ihm jedes künstlerisch wertvolle Mittel recht. Simon Rattle geht mit seiner Musik und seinen Orchestern auf die Menschen zu, holt sie aus ihrer kulturellen Reserve und erschließt dadurch neue Hörerkreise. Dies ist nicht zuletzt das Verdienst seines breit gefächerten und immer wieder für kreative Experimente offenen Repertoires.
Simon Rattle ist kein Pultlöwe und kein Dompteur, der sein jeweiliges Orchester beherrscht. Wenn man jedoch beherrschen im Sinne von "Meister sein über..." versteht, übt er sicherlich eine Herrschaft aus. Denn Simon Rattle ist bei jeder seiner Interpretationen Herr über das jeweilige Werk und dessen einzigartige Synthese aus formaler Struktur, musikalischem Inhalt und orchestralem Klang. Diese individuelle Synthese für ein zeitgenössisches Publikum hörbar zu machen, ist Rattles Ziel. Die Zusammenarbeit mit dem Orchester ist dabei von Respekt gegenüber seinen Musikern - die er gerne als seine "Familie" bezeichnet - gekennzeichnet und darin liegt vielleicht das Geheimnis seines Erfolgs: Dass er nie als der über dem Orchester schwebende Maestro auftritt, sondern gemeinsam mit den Fähigkeiten und Erfahrungen der Musiker seine Visionen umsetzen möchte. Denn erst wenn sie sich seine künstlerischen Botschaften zu eigen gemacht haben und sie mittragen, wird das gemeinsame Ergebnis zu einem unvergesslichen musikalischen Erlebnis und zu einer lebendigen Begegnung mit dem Kunstwerk. Für dieses Engagement, das auf zahlreichen Einspielungen demonstriert ist, hat er viele Auszeichnungen wie den Grand Prix du Disque (1988), den Echo Klassik (2003, 2004) oder den Preis "Junge Ohren" (2006) für Nachwuchsarbeit erhalten. Für sein erfolgreiches "Education Program", das junge Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft für Musik begeistert, wurde er zudem 2007 nicht nur mit der "Goldenen Kamera", sondern auch mit der "Urania Medaille" und der "Karlsmedaille" ausgezeichnet. Mitte November 2007 erhielt Rattle den deutschen Kinderpreis der Hilfsorganisation World Vision für sein Engagement bei dem Erziehungsprogramm "Zukunft@bphil". Dieses bietet Kindern und Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, ausgewählte Generalproben der Berliner Philharmoniker zu besuchen, sondern es ermöglicht ihnen auch die Teilnahme an verschiedenen kreativen Projekten.
Im Juni 2010 wurde Sir Simon Rattle zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. Rattle wurde besonders für seine Verdienste um das französische Musikrepertoire und seine "wegweisenden Impulse" für die moderne Musik geehrt. Zugleich gelte die Auszeichnung seinem Bestreben, Musik einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen und die digitale Revolution produktiv zu nutzen, teilte die französische Botschaft mit.
Bibliografie:
- Nicholas Kenyon: Simon Rattle. Abenteuer Musik, Berlin 2007
Institution(en):
- Sir Simon Rattle
c/o Gesellschaft der Musikfreunde e.V.Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin(030)25488-222(030)25488-245









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