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THEMEN

Sir Norman Foster

Leben und Werk

Der britische Architekt Sir Norman Foster wurde am 1.6. 1935 in Manchester geboren. Er studierte bis 1962 Architektur und Stadtplanung in Manchester und Yale und gründete 1967 in London das Büro "Foster Associates Ltd.", das später zu "Foster and Partners" wurde. Heute beschäftigt das Büro ca. 400 Mitarbeiter in mehreren Filialen weltweit. Foster gilt als Meister der High Tech-Architektur. Moderne und neue Technologien setzt er bewusst als Gestaltungsmittel bei seinen Bauten ein. Dabei legt er großen Wert auf das städtebauliche und landschaftliche Umfeld, auf Flexibilität der Räume, ökologische Konzepte, aber auch soziale Komponenten.Nachdem Foster in England einige spektakuläre Bauten errichtet hatte, gelang ihm der internationale Durchbruch mit der Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hongkong (1986 vollendet). Foster gehörte schnell zur Architektenelite und baute weltweit. So entstanden in rascher Folge eine Reihe architektonischer Highlights, wie 1989 1991 die Sackler Galleries der Royal Academie in London, 1987 1991 der Flughafen-Terminal Stansted für London, 1987 1993 das Carré dArt in Nîmes, 1994 1997 das Commerzbank-Bürohaus in Frankfurt/Main, 1995 1998 der Flughafen in Chek Lap Kok in Hongkong oder 1995 1999 der Umbau des Reichstagsgebäudes in Berlin. Neben diesen Bauwerken schuf Foster auch Bauten für Telekommunikation und Transport.Einen weiteren Schwerpunkt seiner Tätigkeit bilden Pläne für den Bereich des Städtebaus. Für seine Verdienste wurde Norman Foster 1990 durch Queen Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben. Mit seinem architektonischen Werk erntete Sir Norman Foster schon heute weltweit Lob und Anerkennung. Er zählt mit seinem breit gefächerten und abwechslungsreichen Werk zu den renommiertesten und innovativsten Architekten des 20. Jahrhunderts. 1999 erhielt er den Pritzker-Preis, der auch der Nobelpreis für Architekten genannt wird. Sein neuestes Hochhaus, ein als "Gurke" bekannter Büroturm im Finanzviertel Londons, hat im Oktober 2004 den britischen Architekturpreis gewonnen.

Norman Foster wurde am 1.6.1935 in Manchester geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und studierte in seiner Heimatstadt Architektur und Stadtplanung. Ein Stipendium ermöglichte ihm bis 1962 einen Studienaufenthalt an der Yale University School of Architecture in den USA. Er schloss das Studium mit dem Master of Architecture ab und arbeitete zunächst als Städteplaner. 1963 gründete er mit seiner Frau Wendy und dem Architektenehepaar Richard und Su Rogers das Büro "Team 4", das sich 1966 auflöste. Bereits ein Jahr später gründete Foster in London sein eigenes Büro "Foster Associates Ltd.", das heute rund 400 Mitarbeiter beschäftigt und Filialen in Berlin, Frankfurt/Main, Hongkong und Tokio hat.Schon Mitte bis Ende der 1960er Jahre richtete Foster sein Augenmerk auf Industrie- und Bürobauten oder Fabrikhallen. Er entwickelte die Prinzipien der High Technology zur Grundlage seiner Architektur und fügt sie dennoch problemlos in den vorhandenen städtebaulichen Kontext ein. Neben neuen Technologien bilden soziale und ökologische Aspekte einen Schwerpunkt seines Bauens.So entstand 1970/71 das IBM Pilot Head Office in Cosham, Hampshire, ein Bürogebäude, das in 18 Monaten entstand und dabei so billig war, wie ein provisorisches Gebäude. 1973 - 1975 gelang ihm der Durchbruch mit dem Firmengebäude von Willis, Faber & Dumas in Ipswich/Suffolk. Außen folgt die geschwungene, verglaste Fassade der Form des Baugeländes, im Inneren befinden sich ein Atrium und zwei offene Großraumbüros für 600 Mitarbeiter. Foster richtete sein Augenmerk aber auch aus soziale Aspekte. Helle, große Räume laden geradezu zum Arbeiten ein, es gibt ausgedehnte Grünflächen und einen Swimming-Pool im Erdgeschoss, den die Mitarbeiter mit ihren Familien am Wochenende nutzen können. Es folgte der Auftrag für das Sainsbury Centre for Visual Arts in Norwich, das 1976/77 entstand. Es gehört zur University of East Anglia und beherbergt eine private Sammlung primitiver und moderner Kunst des 20. Jahrhunderts. Foster verwandte hier zum ersten Mal Aluminium als Baumaterial und legte Wert auf energiesparende Konzepte, was ihm internationale Anerkennung verschaffte und viel dazu beitrug, dass Foster 1979 zu den Architekten gehörte, die gebeten wurden, Entwürfe für den Bau der Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hongkong zu machen. Foster gewann den Wettbewerb und schuf sein bis dahin spektakulärstes Bauwerk, das 1986 vollendet war. Das Sainsbury Centre for Visual Arts und die Hongkong and Shanghai Banking Corporation brachten Foster in die Elite der internationalen Architektur und die Fachkritik sparte nicht mit Lob für seine eleganten, intelligenten und ökonomischen Bauten.Schon in den 1980er Jahren beschäftigte sich Foster immer wieder mit urbanen Projekten, von denen einige, BBC Radio Headquaters London oder der Bebauungsplan für Kings Cross London, nicht ausgeführt wurden, obwohl Foster zur Gruppe der Architekten gehört, deren Entwürfe zum großen Teil realisiert werden. Von 1989 1991 baute Foster die Sackler Galleries der Royal Academy of Arts in London. Die Royal Academy bestand bis dahin aus zwei Gebäuden, dem Ursprungsbau aus dem 17. Jahrhundert und einer dahinter liegenden Galerie aus dem 18. Jahrhundert. Durch den Einbau eines Fahrstuhls und eines verglasten Treppenhauses in die Lichtschächte zwischen den bestehenden Bauten entstand auf 312 m2 die Sackler Galleries, in der wechselnde Ausstellungen zu sehen sind. Die verglaste Brüstung ist im Kontrast zur modernen Architektur mit alten Skulpturen bestückt.Ein weiteres architektonisches Highlight entstand 1987 1991 mit dem dritten Flughafen-Terminal Stansted. Das Flughafengebäude besteht aus einem einzigen großen Raum, der so groß ist wie der Trafalgar Square in London. Ankunft und Abflug, Abfertigung etc., alles befindet sich auf einer Ebene. Die Versorgungsleitungen verlaufen unterirdisch. Hier befindet sich auch ein Bahnhof, von dem regelmäßig Züge nach London fahren. Die Dachkonstruktion ruht auf 36 Stahlträgern, so dass viel Tageslicht durch die gläsernen Wände, Fenster und die kuppelähnlichen Ausschnitte des Daches einfallen kann. Tagsüber kann daher auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden.Schon in den 1980er Jahren erhielt Foster viele international bedeutende Architekturpreise. 1990 wurde er durch Queen Elisabeth II. in den Adelsstand erhoben. Mit dem Bau der Sackler Galleries hatte Foster bewiesen, wie gelungene Verbindungen von Alt und Neu herzustellen sind, ohne störende Effekte zu erzielen. 1987 1993 stellte er dieses Können erneut unter Beweis, als er gegenüber dem antiken Maison Carrée in Nîmes aus römischer Zeit um 10 bis 5 v. Chr. das moderne Carré dArt baute, das zeitgenössische Kunst beherbergt. Foster passte das Gebäude trotz der verwendeten High Tech-Elemente genau an die Umgebung und die antiken Gebäude an. Hier entstand kein unvereinbarer Kontrast, sondern eine Steigerung der antiken Formen, die sich besonders in der Hauptfassade mit dem hohen Vordach widerspiegeln. 1993 wurde Sir Norman Fosters erstes Projekt in Deutschland eröffnet: das Haus für Wirtschaftsförderung in Duisburg. Im gleichen Jahr gehörte er zu den Gewinnern des prestigeträchtigen Wettbewerbes für den Umbau des Reichstagsgebäudes in Berlin. Im Juni 1993 stand Foster endgültig als Sieger des Wettbewerbs fest. Bis April 1999 wurde das Reichstagsgebäude mit großem Aufwand umgebaut. Die spektakuläre gläserne Kuppelkonstruktion wurde dabei zum neuen Wahrzeichen der Stadt. Zur gleichen Zeit (1994 1997) entstand in Frankfurt/Main ein weiteres Großprojekt von Foster; das Commerzbank-Bürohaus ist mit 298,74 Metern (inklusive Antenne) das höchste Bürogebäude Europas und bietet 2400 Mitarbeitern Platz. Kernstück des markanten Dreikantturms ist ein 160 m hohes dreieckiges, verglastes Atrium. Es sorgt neben großen Panoramafenstern und verglasten Büros für gute Lichtverhältnisse im Inneren. Zwischen das Atrium und die Fassade setzte Foster neun hängende Gärten, die sich jeweils über vier Geschosse erstrecken und zur Erholung der Mitarbeiter dienen. Im Juli 1997 erhielt Sir Norman Foster von der Deutschen Bahn AG den Auftrag den Dresdner Hauptbahnhof von Grund auf zu renovieren. Ein weiteres ambitioniertes Projekt übernahm Sir Norman Foster 1995 mit dem Bau des neuen Flughafens in Chek Lap Kok in Hongkong, der 1998 eröffnet wurde. Auf einer künstlich angelegten 6 km langen Insel entstand nach Fosters Entwürfen der Hauptterminal, der HACTL Superterminal und das Express Center mit der weltweit größten Frachtgutabfertigungs-
halle. 1994 gewann Foster den Wettbewerb für den Umbau des British Museum in London. Er konnte sich mit seinem Entwurf gegen 129 Kollegen aus aller Welt durchsetzen. Durch den Umzug der British Library in ein eigenes Gebäude bekommt das Gebäude mehr Platz. 1997 begannen die Bauarbeiten, die erst im Jahr 2000 abgeschlossen sein werden. Der Stararchitekt baut den klassizistischen Hof, den Great Court, des Museums um und versieht ihn mit einem Glasdach. Von den Anbauten des 19. Jahrhunderts bleibt nur der Lesesaal mit seiner Kuppel als Informationszentrum bestehen. Im Untergeschoss entstehen Vortragssäle und Ausstellungsräume. Neben den modernen Zweckbauten, wie Museen, Bürohäuser, Fabrikgebäude oder Regierungseinrichtungen, baute Foster immer wieder Objekte, die rein technische Aufgaben erfüllten, wie Telekommunikations- und Transporteinrichtungen. Beispiele dafür sind z. B. der Fernsehturm Barcelonas, der Torre de Collserola, den Foster 1990 1992 baute, der Fernsehturm in Santiago des Compostela 1994, die Millau Bridge in Frankreich 1996 oder die Metro (U-Bahn) in Bilbao 1990 1995. Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Architekten vertritt Sir Norman Foster die Auffassung, das Hochhäuser auch in der heutigen Zeit zum Stadtbild gehören. Sein ehrgeizigstes Projekt in dieser Richtung war zunächst der Millennium Tower, den er 1989 für die Stadt Tokyo entwarf. Er sollte doppelt so hoch sein wie der Sears Tower in Chicago. Die 170 Etagen sollten ein ganzes Stadtviertel beinhalten, in dem die Menschen arbeiten, wohnen und sich erholen sollten. Der Tower wurde nicht ausgeführt, obwohl Foster eine Realisierung, vielleicht in abgeänderter Form für möglich hält. Für die Trafalgar House Property Limited entwarf Foster 1996 den London Millennium Tower, der zwar den gleichen Namen trägt, wie der Turm, der für Tokyo vorgesehen war, sich aber sonst unterscheidet. Er soll in der Londoner City auf dem Gelände der Baltic Exchange entstehen, das 1992 durch einen Bombenanschlag der IRA beschädigt wurde. Auf 400 m sollen in 95 Etagen Geschäfte, Büros und Wohnungen entstehen. Der Entwurf stiess auf ein geteiltes Echo. Neben positiven Reaktionen gab es auch Kritik, die den Turm als "architektonische Torheit" abtat. Um den Plan zu realisieren, benötigt man noch die Zustimmung des English Heritage (einer Art Denkmalschutzbe-
hörde), da die Baltic Exchange zu den besonders schützenswerten Bauwerken gehört. Außer den hier angesprochenen Projekten entstanden im Laufe der Jahre unter Fosters Federführung viele andere Bauten, die genauso erwähnenswert wären und dazu beitrugen, dass Sir Norman Foster heute als einer der herausragenden Architekten des 20. Jahrhunderts angesehen wird. Neben vielen internationalen Preisen, Auszeichnungen und Orden, wie dem Bundesverdienstkreuz (April 1999), erhielt Foster 1999 den Pritzker-Preis, der auch der "Nobelpreis für Architekten" genannt wird. Der Preis ist mit $ 100000 dotiert und wurde Foster am 6.6.1999 im Alten Museum in Berlin überreicht. Die Fülle der Aufträge, die Foster bewältigt, ist nur mit einem eingespielten, gut funktionierenden Team zu schaffen. Mit den fünf Partnern arbeitet er seit 25 Jahren zusammen, und auch die jüngeren Direktoren arbeiten schon jahrelang bei ihm. Die Arbeit erfolgt im Team, denn obwohl der Stararchitekt in alle Projekte eingebunden sein will, muss er sich auf gemeinsame Entscheidungen verlassen können. Demonstriert wird dies durch die wöchentliche Montagskonferenz der Partner und Direktoren, in der die wichtigsten Probleme besprochen werden und Informationen weitergeleitet werden. Nach außen hin unterstreichen die offenen Arbeitsräume im Büro, die Foster auch für andere Gebäude als optimal empfindet, die Teamarbeit. Foster ist bei den Bauherren als zuverlässig bekannt. Er hält sich an die vorgegebenen Termine und bleibt im Rahmen seines Budgets. Sir Norman Foster gehört zur den so genannten High Tech-Architekten. Neue Technologien und Materialien stehen im Mittelpunkt seines Schaffens. Das heisst aber nicht, dass die äußere Erscheinung für ihn unwichtig und nebensächlich ist. Durch eine genaue Analyse eines jeden Baugeländes, der es umgebenden Architektur und durch die Berücksichtigung der Wünsche seiner Auftraggeber, über die Foster oft hinausgeht, entsteht die äußere Form. Sie ist von Gebäude zu Gebäude sehr unterschiedlich, so dass man von einem Foster-Stil kaum sprechen kann. Die Gebäude haben aber viele Dinge in ihrem Inneren gemeinsam. Foster legt Wert auf Detailgenauigkeit. Wichtig sind die Lichtverhältnisse in einem Bau, Versorgungsleitungen legt er möglichst konzentriert, um die Flexibilität (spätere Umzüge und Umbauten) eines Gebäudes zu erhalten. Ebenso wichtig sind soziale Faktoren, ökologische Konzepte und Kosteneffizienz. Durch die Berücksichtigung all dieser Aspekte und die ständige Suche nach neuen Technologien ist er in der Lage kleine, fast intime Projekte wie die Sackler Galleries und Großprojekte wie den fast alle Dimensionen sprengenden Flughafen in Chek Lap Kok, in Hongkong, mit einer vitalen Architektur auszustatten. Sein Ziel ist es, Bauwerke zu schaffen, die besser sind als die der Vergangenheit.

  1. Leben und Werk
  2. Hongkong and Shanghai Banking Corporation in Hongkong
  3. Carré dArt in Nîmes
  4. Das Reichstagsgebäude in Berlin

Bibliografie:

  • Norman Foster: Foster and Partners, 2002
  • Norman Foster: Rebuilding the Reichstag, 2000
  • Bernhard Schulz: Der Reichstag. Die Architektur von Norman Foster, 2000
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