Softair, Gotcha und Paintball
Softair - Gotcha - Paintball: Worin besteht der Unterschied?
Nach altem Waffenrecht war der Besitz und das Führen von Schusswaffen, die den Anschein vollautomatischer Kriegswaffen hervorrufen, verboten - selbst wenn diese unbrauchbar waren. Mit dem Wegfall dieser Bestimmungen im neuen Waffengesetz wird der Markt nun mit Waffen im "Military-Look" überschwemmt. Was sind das für Waffen und worin liegen die Unterschiede?
Softair-Waffen
Softair-Waffen (im Englischen auch Airsoft) sind in der Regel getreue Nachbildungen von Originalwaffen. Sie werden den Originalen im Maßstab 1:1 nachgebaut und haben meist auch annähernd das gleiche Gewicht wie die "echten" Waffen. Softair-Waffen bestehen zu großen Teilen aus Plastik, einige ihrer Details sind oftmals auch aus Metall gefertigt. Ihre Plastikkugeln (so genannte BBs im Kaliber 6 mm, ältere Modell 5,5 mm) verschießen sie mit Luft- oder Gasdruck. Neben Plastikgeschossen können auch Farbkugeln oder fluoreszierende Leuchtspurmunition eingesetzt werden. Softair-Waffen werden anhand der Antriebsart in folgende drei Kategorien unterteilt:
- Federzug-Softairs (Springs) - Der zum Abschuss nötige Druck wird bei diesen Waffen durch das Repetieren des Schlittens (bei Pistolen) beziehungsweise des Spannens des Repetierhebels (bei Gewehren) erzeugt. Durch Körperkraft wird eine Feder gespannt, die bei Auslösen des Abzugs ihre Energie freigibt. Die Feder muss nach jedem Schuss wieder per Hand gespannt werden (Einzelfeuer). Springs sind meist die günstigsten und schwächsten (Mündungsgeschwindigkeit circa 30 bis 80 m/s) Softairs. Die Magazinkapazität liegt zwischen 10 und 20 Kugeln.
- Gasdruck-Softairs (GBB, NBB, FSG) - Bei dieser Kategorie wird die Kugel nicht mehr mit Luft, sondern mit Gas beschleunigt. Das Gas (Flon- oder Greengas) wird ähnlich wie bei einem Feuerzeug in einen Tank gefüllt, der sich entweder im Magazin oder im Griffstück der Waffe befindet. Die Mündungsfeuergeschwindigkeit der Gasdruck-Softairs liegt zwischen 60 und 90 m/s. Bei Gas-Blowback-Softairs (GBBs) repetiert der Schlitten nach jedem Schuss von selbst nach und lädt die nächste Kugel in den Lauf. Es entsteht, wie bei "echten" Waffen, ein gewisser Rückstoß. Die Fluggeschwindigkeit der Kugeln bei den GBBs liegt bei 80 bis 100 m/s. Die Magazinkapazität der Gasdruck-Softairs liegt zwischen 10 und 60 Kugeln.
- Elektro-Softairs (AEG, SEG) - Elektro-Softairs funktionieren mit elektrischer Energie, die von einem Akku bezogen wird. In der Regel kann man zwischen einem voll- und einem halbautomatischem Modus wechseln. Die Anfangsgeschwindigkeit liegt zwischen 80 und 90 m/s. Da die Akkus nur selten Platz in einer Pistole finden, gibt es von dieser Variante meist nur Maschinengewehre, Sturmgewehre oder Maschinenpistolen. AEGs sind in Deutschland verboten, es sei denn, es handelt sich um Softairs mit einer Mündungsenergie von weniger als 0,5 Joule. Solche Waffen schießen circa 50 Meter weit. Die Magazinkapazität der Elektro-Softairs beträgt circa 1200 Schuss.
Gotcha und Paintball
Der Begriff "Gotcha" kommt aus dem Englischen (got ya) und heißt übersetzt so viel wie "Hab dich!". Gotcha bezeichnet Sportarten, bei denen es darum geht, ein gegnerisches Team mit Hilfe von Markierern (Softairs, Paintballs) zu treffen. Paintball-Waffen verwenden im Unterschied zu Softair-Waffen ausschließlich Farbkugeln. Diese Kugeln bestehen aus einer harten Geleehülle, welche Farbe enthält. Beim Aufschlagen der Kugel platzt die Hülle auf und ein roter, grüner oder gelber Fleck entsteht. Paintball-Waffen werden meist mit CO2 betrieben und ähneln wegen der großen Gasflaschen in der Regel keinen "echten" Waffen. Paintballs sind wesentlich stärker als Softairs (circa 7 Joule).
- Softair - Gotcha - Paintball: Worin besteht der Unterschied?
- Wie viel Joule sind erlaubt?
- Softair als Sport
- Ein lebensgefährliches Spielzeug
Bibliografie:
- Robert E. Heller, Holger Soschinka: Waffenrecht, 2008
- Daniel Maiberg: Paintball - Das Buch! 2006
- Eberhard Müller: Softair-Waffen. Funktion, Ballistik, Technik, 2007
- Terry Sievert: Paintball, 2005









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