Spanien (España)
Altertum und frühes Mittelalter (bis 756)
Während der Jungsteinzeit wanderten die Iberer - wohl aus Nordafrika kommend - auf die Iberische Halbinsel ein. Angezogen von günstigen Küsten, Rohstoffen und Edelmetallen gründeten um 1100 v. Chr. die Phönikier Handels- und die Griechen ab 800 Siedlungskolonien an der Mittelmeerküste, von denen Cadiz die berühmteste war. Im Landesinnern entstanden kleinere Siedlungen, besonders im goldreichen Andalusien. Um 600 v. Chr. drangen über die Pyrenäen keltische Stämme ein, die sich mit den Iberern vermischten und als Keltiberer den größten Teil des Landesinnern besiedelten.
Größeres politisches Gewicht erhielt der spanische Süden durch die im 3. Jh. einsetzende karthagische Expansion, die die Iberische Halbinsel in die Auseinandersetzungen Karthagos mit dem Römischen Reich hineinzog. Aus dem Konflikt um Sagunt entwickelte sich der 2. Punische Krieg (218-201), der mit der Ablösung der karthagischen Herrschaft durch die römische endete. Ausgehend von den zunächst auf die Küstengebiete begrenzten Provinzen Hispania Citerior und Hispania Ulterior (197), drangen römische Legionen nach Norden vor und stießen auf heftigen Widerstand der Keltiberer, der in den Kämpfen um Numantia (bis 133) einen ersten Höhepunkt fand. Erst Augustus vollendete 17 v. Chr. die Eroberung der Iberischen Halbinsel, die nachfolgend - bis auf die Basken in den Pyrenäen - durchgreifend romanisiert wurde.
Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches 476 n. Chr. errichteten die Westgoten unter endgültiger Verdrängung der um 400 als römische Föderaten angesiedelten Wandalen, Sueben und Alanen eine unabhängige Territorialherrschaft. Der Übertritt König Rekkareds I. (586-601) zum Katholizismus 587 beendete das Eheverbot zwischen Westgoten und Romanen und steigerte den Einfluss romanischer Geistlicher auf die westgotische Kriegerkaste. Die Konfrontation zwischen Geistlichkeit und westgotischer Oberschicht mündete 710 in den Bürgerkrieg und Sturz von König Witiza (702 bis 710). Seine Söhne riefen gegen König Roderich (710/11) die islamisierten Mauren zu Hilfe, deren Heerführer Tarik seit 711 das geschwächte Westgotenreich bis auf einen schmalen Streifen im Nordwesten rasch eroberte.
Die muslimische Expansion stoppte der Westgote Pelayo 722 im Norden und begründete das kleine christliche Königreich Asturien. Nachdem die Omaijadenherrschaft in Damaskus 750 von den Abbasiden gestürzt worden waren, transformierte Abd ar-Rahman I. (756 bis 788) das maurische Spanien 756 zum Emirat von Córdoba (ab 929 Kalifat).
Die religiös tolerante Omaijadenherrschaft brachte Spanien eine drei Jahrhunderte währende Zeit wirtschaftlicher und kultureller Blüte.
- Altertum und frühes Mittelalter (bis 756)
- Reconquista (756-1250)
- Nationalstaatswerdung (1250-1479)
- Aufstieg und Fall der Weltmacht (1479-1659)
- Im Schatten Frankreichs (1659-1814)
- Innere Krise (1814-1886)
- Zerfall der Monarchie (1886-1931)
- Republik und Bürgerkrieg (1931-1939)
- Franco-Dikatatur (1939-1975)
- Aufbau der Demokratie und Übergang ins 21. Jahrhundert (seit 1975)









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