Stress: Zu viel auf einmal
Einführung
Sowohl in der Alltagssprache als auch in der psychologischen Fachsprache ist Stress schon fast ein Modewort. Doch hat dieser Begriff weder im Alltag noch in der Wissenschaft eine einheitliche Bedeutung. Wenn wir z. B. sagen "Das war heute wieder ein Stress!", dann meinen wir damit Situationen oder Ereignisse, die uns belastet oder über Gebühr beansprucht haben (die so genannten Stressoren); man spricht in diesem Fall von einer reizorientierten Stressdefinition. Wenn wir dagegen sagen "Ich bin heute furchtbar im Stress!", dann wollen wir vor allem auf unseren inneren Zustand oder auf eine Stressreaktion wie Nervosität, Gereiztheit, Erschöpfung oder Ähnliches aufmerksam machen; hier liegt eine reaktionsorientierte Stressdefinition vor. Problematisch ist sowohl die eine wie auch die andere Definition: Denn zum einen reagieren verschiedene Menschen oft ganz unterschiedlich auf ein und denselben Stressor, und zum anderen laufen Stressreaktionen nicht nach einem einheitlichen Schema ab. Am plausibelsten, und inzwischen auch allgemein anerkannt, ist daher eine Definition, bei der Stress als eine Wechselwirkung zwischen einer Person und ihrer Umgebung gesehen wird: Ein Mensch erlebt dann Stress, wenn ihn eine Situation mit Anforderungen konfrontiert, denen er zu diesem Zeitpunkt nicht gewachsen ist.









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