Sturm und Drang - Geniekult und Freiheitsstreben
Die literarische Revolution

Die ältere Forschung sah im Sturm und Drang zu Unrecht eine Gegenbewegung zur Aufklärung. Zwar setzten sich seine Autoren für die Anerkennung der lange Zeit vernachlässigten Gefühlswerte ein, doch wurde die Vernunft nicht ausgegrenzt. Einem reinen Irrationalismus redeten sie nicht das Wort; vielmehr sahen sie in der Versöhnung von Ratio und Gefühl, Vernunft und Natur ihr eigentliches Anliegen.
Der Sturm und Drang war eine "Jugendbewegung"
Es meldeten sich 20- bis 30-jährige Autoren zu Wort. Es waren einzelne, die sich zusammenfanden und freundschaftlich miteinander verkehrten (so etwa der Straßburger Kreis um Herder).

Dennoch verband sie Grundsätzliches, z. B. die Tendenz zu Sozialkritik und Utopie. Sie setzten sich für ein hohes Maß an Freiheit des einzelnen, für dessen Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung ein. Im Prozess der bürgerlichen Emanzipation stellt diese Phase der Selbstfindung und Identitätsbildung eine wichtige Epoche dar. Dabei schreckten einige Schriftsteller auch nicht davor zurück, gesellschaftliche, besonders feudal-absolutistische Missstände anzugreifen. Keine Generation im 18. Jahrhundert hat die Normen der Älteren, die Konventionen der Gesellschaft und Kultur so radikal in Frage gestellt wie der Sturm und Drang. Der Rebellion gegen familiale und gesellschaftliche Abhängigkeit und Unfreiheit entspricht der Bruch mit der ästhetischen Tradition und herrschenden Poetik.
- Die literarische Revolution
- Der Geniebegriff und die neue Ästhetik
- Natur versus Zivilisation
- Gattungen, Werke, Autoren
- Meisterwerke des Sturm und Drang
Bibliografie:
- Rüdiger Bernhardt: Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Königs Erläuterungen: Textanalyse und Interpretation (Bd. 79), Hollfeld 2011
- Georg Bertram: Philosophie des Sturm und Drang. Eine Konstitution der Moderne, München 2000
- Matthias Luserke: Sturm und Drang. Autoren, Texte, Themen, Stuttgart 1997
- Ulrich Karthau:: Sturm und Drang. Epoche - Werke - Wirkung, München 2000









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