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Thomas Mann und sein Roman "Buddenbrooks. Verfall einer Familie"

Thomas Mann - politischer Werdegang

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Heinrich Mann und Thomas Mann (r.)

Literarhistorisch führte Thomas Mann die Erzählkunst des deutschen Realismus des 19. Jahrhunderts weiter. Charakteristisch für seinen epischen Stil sind die ironische Betrachtung der Personen, die auf einer differenzierten Psychologie basiert, und seine aus der Musik Richard Wagners entwickelte leitmotivische Technik. Dem Ende des Kaiserreichs nach dem Ersten Weltkrieg stand er in nationalkonservativer Haltung eskapistisch gegenüber. Sein Essay "Betrachtungen eines Unpolitischen" (1918) brachte ihn in scharfen Gegensatz zu seinem sozialistisch engagierten Bruder Heinrich Mann. Der Vereinnahmung durch reaktionäre Kreise jedoch entzog er sich zu Beginn der 1920er-Jahre, als er sich zu den liberalen deutschen Traditionen und den politischen Werten der Weimarer Republik bekannte. Bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten verhielt er sich zunächst abwartend. Als er am 11.02.1933 zu einer Vortragstournee zunächst in die Niederlande aufbrach, hielt er sich die Möglichkeit der Rückkehr nach Deutschland noch offen. Die Emigration, den kulturellen Aderlass Deutschlands, sah er als "unsinnige Katastrophe" an. Erst leidenschaftliche Appelle seiner Tochter Erika veranlassten ihn und seine jüdische Frau Katja Pringsheim zum Verbleib im Ausland. Am 10.05.1933 brannten auch Bücher des deutschen Schriftstellers Thomas Mann in den Scheiterhaufen der nationalsozialistischen Studentenschaften. Am 2.12.1936 wurde dem mittlerweile im Schweizer Exil lebenden Thomas Mann die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen.

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Thomas Mann im Kreise seiner Familie

Von der Schweiz aus emigrierten die Manns in die USA. In Santa Monica in Kalifornien füllte Thomas Mann immer mehr die Rolle eines Repräsentanten der deutschen Kultur aus, zu der ihn der frühe Nobelpreis prädestiniert hatte. Mit markanten Essays zu kulturellen und politischen Fragen trug er ihr Rechnung. Gemeinsam mit Oskar Maria Graf übernahm er am 7.10.1938 den Vorsitz des in New York neugegründeten "Schutzverbandes Deutsch-Amerikanischer Schriftsteller". Zusammen mit Konrad Falke gab Thomas Mann die Exilzeitschrift "Maß und Wert" heraus, die am 1.10.1940 das Erscheinen einstellte. Im Oktober sendete die BBC die erste Rundfunkansprache Manns an das deutsche Volk.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs und nach dem Ende des Dritten Reichs wandte er sich als prominentester Vertreter des "Anderen Deutschland" in Radiosendungen und Zeitungsbeiträgen an die deutsche Bevölkerung. In den Kreisen der deutschen Inneren Emigration lösten die Stellungnahmen Thomas Manns, der am 24.06.1944 amerikanischer Staatsbürger geworden war, heftige Kontroversen aus. Nicht zuletzt dieser Umstand hielt ihn von der Remigration nach Deutschland ab. Als das McCarthy-Regime ihm den Verbleib in den USA verleidete, ließ er sich 1952 erneut in der Schweiz nieder. Bis zu seinem Tod besuchte er mehrmals beide deutsche Staaten.

  1. Thomas Mann - politischer Werdegang
  2. Thomas Mann - Zeittafel
  3. Später Nobelpreis für einen frühen Roman
  4. "Buddenbrooks. Verfall einer Familie" (1901)

Bibliografie:

  • Richard Carstensen: Kommentar zu Thomas Manns Buddenbrooks, Lübeck 1986
  • Manfred Eickhölter: Das Geld in Thomas Manns "Buddenbrooks". Lübeck 2003
  • Ortrud Gutjahr (Hg.): Buddenbrooks: von und nach Thomas Mann. Würzburg 2006
  • Helmut Koopmann: Thomas Mann - Heinrich Mann. Die ungleichen Brüder. München 2005
  • Hermann Kurzke: Thomas Mann - Epoche - Werk - Wirkung, München 1991
  • Ken Moulden und Gero von Wilpert: Buddenbrooks-Handbuch, Stuttgart 1988
  • Fred Müller: Thomas Mann. Buddenbrooks; Interpretation für Schule und Studium, München 1979
  • Theo Rosebock: Thomas Mann: Buddenbrooks. Erläuterungen und Materialien, Hollfeld 1980
  • Jochen Vogt: Thomas Mann: Buddenbrooks, München 1983
Thomas Mann. Buddenbrooks. (fast) Ungekürzte Ausgabe, gelesen von Gert Westphal. Norddeutscher Rundfunk 1979/80, Deutsche Grammophon 2001
Heribert Kuhn: Thomas Mann. Rollende Sphären. Eine interaktive Biographie. CD-ROM, München 1995 (dazu Seite im Internet: - Link siehe oben - http://www.linse.uni-essen.de/rezensionen/software/r_sphaeren/sphaeren.htm#Heading1).
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