Tierkommunikation - Wenn Menschen mit Tieren reden
Bekenntnis einer Tierkommunikatorin
„Ich unterscheide nicht nach dem üblichen Motto: hier wir Menschen, dort die Tiere, sondern betrachte alle irdischen Daseinsformen, auch Pflanzen, Steine, Wasser, Luft und alles, was wir um uns herum wahrnehmen, als ein symbiotisches Ganzes. Wir wirken zusammen wie in einem großen Orchester, bewegen uns in einem Kreislauf, der sich über Jahrtausende hinweg entfaltet, einem beständigen Spiel, in dem wir handeln, beobachten und immer mehr Lebensfreude und gegenseitigen Austausch finden.“ So stellt sich das Leben, das irdische Dasein für Penelope Smith dar, eine der bekanntesten und bereits seit sehr vielen Jahren tätigen Tierkommunikatorinnen aus den Vereinigten Staaten.
Verhaltensforschung
Konrad Lorenz, einer der großen Väter der Verhaltensforschung und derjenige, der mit verschiedenen Tieren, insbesondere den Graugänsen „sprach“ , oder der weltbekannte Pferdeflüsterer Monty Roberts berufen sich in ihrer Verständigung mit Tieren auf scharfe Beobachtung. Ihr Sprechen und Flüstern ist im Wesentlichen Verhaltenspsychologie oder auch Verhaltenstherapie. Der Mensch reagiert hier durch Rückschlüsse, die er aufgrund gezielter Beobachtung und feinsinniger Einfühlung in die biologischen, die beobachtbaren und natürlicherweise ablaufenden Verhaltensweisen der Tiere gezogen hat. Er interpretiert aus seinen Beobachtungen und seinem Einfühlungsvermögen in die artspezifische Biologie des Tieres heraus das Befinden und die aktuellen Bedürfnisse des Tieres. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Kommunikation im Sinne eines zweigleisigen Gesprächs.
Mensch und Tier
Für gewöhnlich betrachtet sich der Mensch als Mittelpunkt und höchstes Ziel des Universums. Aus diesem Anthropozentrismus heraus betrachtet er lediglich solche Tiere als intelligent, die dem menschlichen Verhalten und Handeln am nächsten kommen. Dazu zählen beispielsweise Delfine, Schimpansen und Hunde, Tiere, die sich in bestimmtem Maße auf die Wort- und Zeichensprache des Menschen einstellen können - und daher für den Menschen nachvollziehbar agieren.
Eine schreckliche Begleiterscheinung dieser ungleichwertigen Betrachtungsweise ist, dass die vermeintlich stummen, dummen und gefühllosen Tiere missachtet und misshandelt, als reines Nutzvieh wie tote Gegenstände ausgenutzt, gequält und getötet werden. Willkürlich unterteilt der Mensch die Tiere in für ihn nützliche und nicht nützliche. Ein harmonisches Miteinander ist jedoch auf unserer Erde nur dann möglich, wenn wir alles Leben, das sich gleichwertig in uns Menschen wie in Tieren und Pflanzen ausdrückt, erkennen und achten, und zwar völlig gleichgültig, ob wir eine Ähnlichkeit mit uns Menschen zu erkennen glauben oder sich die Ausdrucksform des Lebens stark von uns zu unterscheiden scheint. Wahre Liebe zur Erde, zur Natur, zum Leben zeigt sich in der Achtung und Würdigung der Einzigartigkeit aller Lebensformen.
Intelligenz - Instinkt - Verstand - Bewusstsein
Intelligenz wird allgemein als die Fähigkeit definiert, aus Erfahrung zu lernen und zu verstehen, dementsprechend Wissen zu erwerben und dieses Wissen verfügbar zu halten. Zur Beurteilung tierischer Intelligenz sollten wir zunächst einmal den menschlichen Körper verlassen und uns in den jeweiligen tierischen Körper hineinversetzen. Denn es geht nicht darum, dass sich Tiere in bestimmten Situationen ähnlich verhalten wie Menschen. Schließlich haben sie - entsprechend ihrer Art - einen völlig anderen Erfahrungshintergrund und, angepasst an ihre je eigene Lebenswirklichkeit, ganz einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten. Jeder lebenden Art werden durch ihren Körper physische Grenzen gesetzt, in deren Rahmen sie ihre Intelligenz zum Ausdruck bringen kann.
Dem unvoreingenommenen Tier- und Naturbeobachter werden von Wildtieren wie von Haustieren immer wieder eindrucksvolle Beispiele für ihre Intelligenz geliefert: Vom ausgebildeten Blindenhund, der immer wieder eigene Entscheidungen für sich und seine betreute Person fällt, über den Fuchs, der die Meute der Jagdhunde austrickst bis hin zu jenen Meisen in einem englischen Vorort, die schnell lernten, die Alukappen der vor den Haustüren abgelieferten Milchflaschen aufzupicken und von der Milch zu nippen. Manch ein Hunde- oder Katzenhalter erlebt immer wieder, wie geschickt sein tierischer Begleiter durch gute Einschätzung seines Verhaltens- und Reaktionsmusters die eigenen Interessen und Vorlieben durchzusetzen weiß.
Nun wird dies mancher als reines Instinktverhalten abtun wollen. Doch gehen bereits die genannten Beispiele deutlich über angeborenes artspezifisches Reaktionsverhalten auf unterschiedliche Reize, also reine Instinkthandlungen, hinaus.
Wenn man nun allerdings nur die Tiere als intelligent ansieht, die mehr oder weniger deutlich den Anweisungen oder Wünschen des Menschen folgen, erliegt man sogleich wieder dem irrigen Anthroponzentrismus - man könnte auch von einem Überlegenheitskomplex des Menschen sprechen. Wie gesagt agiert jedes Tier - getreu dem natürlichen Grundgesetz, alles für das eigene Überleben zu tun - im Rahmen seiner artspezifischen Möglichkeiten. Und wer sich einmal in verschiedene Tiere hineinversetzt: Es verändert drastisch das Bezugssystem und damit die eigenen Ausdrucksnotwendigkeiten und -möglichkeiten, ob man sich aufrecht auf Schuhen über die Erde bewegt, mit vier Pfoten über den Boden, sich aus eigener Kraft mit Flügeln in die Lüfte erheben kann oder auf feinen Borsten durch selbstgefressene Röhren in der Erde kriecht.
Menschen, die mit Tieren kommunizieren, gehen aufgrund ihrer Erfahrungen sogar noch weiter: Sie wissen um einen Verstand bei Tieren, um eine Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen und logisch in Zusammenhängen zu denken. Sie wissen um ein Bewusstsein bei Tieren, um Einsicht und Erkenntnis durch die Kombination von feiner Wahrnehmung. Auf welche Weise gelangen nun die Mitteilungen der Tiere zum Menschen? Manche Tierkommunikatoren nehmen es einfach als gegeben hin, dass sie sich mit Tieren quasi von Verstand zu Verstand verständigen können, und versuchen dies nicht zu erklären. Andere gehen von größeren spirituellen Zusammenhängen aus und sehen auf geistiger Ebene den Kontakt zwischen Tier- und Menschenseele beispielsweise durch Geistführer vermittelt. Geistführer sind geistige Wesenheiten, die sowohl Menschen als auch Tiere während eines bestimmten Lebensabschnitts auf Seelenebene begleiten und hilfreich und zu dessen Wohlergehen führen.
Penelope Smith schreibt, dass ihre langjährigen Erfahrungen an Gesprächen mit Tieren ihr gezeigt haben, dass auch Wesen oder Seelen, die nicht in menschlichen, sondern eben in tierischen Körpern stecken, fähig zu abstraktem und symbolischem Denken und somit auch zum Kommunizieren sind. Smith geht allerdings davon aus, dass es Tiere meist gar nicht für notwendig oder sinnvoll erachten, ihr teilweise ausgeprägtes Bewusstsein und ihre Intelligenz zum Ausdruck zu bringen. Sie fügen sich in ihre artspezifische biologische Rolle ein und diese in voller Hingabe aus. Penelope Smith berichtet von einem weiblichen Tiger, der ihr folgendes mitteilte: „Ich habe eine Seele. Sie wohnt in einem furchteinflößenden Körper. Auch ich kann denken, analysieren, urteilen, erinnern und all die Dinge tun, die ihr viel geschickter und feinsinniger beherrscht. Mir fehlt nur die Sprache.“
Non-verbale Kommunikation zwischen Lebewesen
Sich vorzustellen, dass eine Art von Telekommunikation zwischen Menschen möglich ist, fällt vielen bereits schwer. Dennoch lassen manche Alltagserlebnisse solche außergewöhnlichen Vorkommnisse vielen als möglich erscheinen, nach dem Motto: Ja, vielleicht gibt es doch so etwas... . Jeder von uns hat sicherlich schon einmal Momente erlebt, wo er beispielsweise wusste, dass jetzt eine ganz bestimmte Person am anderen Ende des klingelnden Telefons ist. Oder zumindest kennt man einen Menschen, der eine solche Form der - letztlich telepathischen Verbindung - schon einmal ganz deutlich erlebt hat. Meist wird dies als Zufall abgetan und spielt für die meisten Menschen schon im nächsten Augenblick keine Rolle mehr.
Was verbirgt sch hinter einer non-verbalen Kommunikation, hinter solch einer Form der Telepathie? Ein Wörterbuch erklärt Telepathie als „Kommunikation mittels wissenschaftlich unbekannter Mittel“. Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt bedeuten die beiden Wortbestandteile „tele“ weit oder fern und „patheia“ Gefühl oder Wahrnehmung, also „Wahrnehmen oder Fühlen von weit her“.
Bei genauerer Betrachtung laufen auch im tagtäglichen Leben telepathische Vorgänge ab. Nichts anderes liegt vor, wenn uns ein Mensch - sei es ein nahe stehender Freund oder aber ein völlig Fremder - mit seinen eigenen Worten sagt, dass es ihm gut geht, wir aber ganz genau spüren, dass dem nicht so ist, dass dem Gegenüber trotz guter Mine irgendetwas auf dem Herzen lastet. Und wer hat nicht schon einmal das sichere Gefühl gehabt, dass etwas ganz Bestimmtes geschehen würde? Je intensiver und klarer der Kontakt zu den eigenen Gefühlen und Gedanken ist, um so deutlicher werden die Wahrnehmungen über Distanz, also die telepathischen Fähigkeiten.
Eine noch größere Hürde muss übersprungen werden, wenn man nun annehmen soll, dass sich Telepathie zwischen verschiedenen Spezies ereignen soll, dass eine über Gedanken oder Bilder ablaufende Kommunikation zwischen Mensch und Tier möglich sein soll. Die erste wesentliche Grundvoraussetzung dafür ist, dass man Tiere nicht nur als fühlende, sondern auch als intelligente und zumindest ähnlich wie den Menschen beseelte Lebewesen betrachtet.
Die Geschichte der Tierkommunikation
Die meisten Tierkommunikatoren gehen davon aus, dass jeder Mensch auch mit Tieren sprechen kann. Diese Fähigkeit befindet sich im kollektiven Bewusstsein der Menschheit, und jeder Mensch kann sich dafür öffnen und auf diese geistige Ebene zurückgreifen, die so alt ist wie die Lebewesen auf der Erde. Deshalb kann man nicht sagen, dass die Tierkommunikation zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort entstanden oder entdeckt worden ist. Viele Völker und naturverbundenen Stämme haben immer wieder geistigen oder spirituellen Kontakt zu Tieren hergestellt, vor allem wenn ihr Überleben eng an eine Verbindung zu den Tieren gekoppelt war. Am bekanntesten sind die schamanischen Verbindungen zu wild lebenden, aber teilweise auch vom Menschen domestizierten Tieren durch die nordamerikanischen Indianer, die australischen Arborigines, die Tibeter und die Hawaiianer. Teilweise übernahmen speziell geschulte Schamanen den Kontakt mit der geistigen Welt, über die auch die Verbindung mit den Tieren abläuft. Von Generation zu Generation gaben die Schamanen ihr Wissen - auch über die Tierkommunikation - weiter. In manchen alten Kulturen wurden Tiere sogar als Götter betrachtet wie beispielsweise die Katzen im Alten Ägypten.
Die Ursprünge der heutigen Tierkommunikation gehen im Wesentlichen auf die Traditionen der amerikanischen Ureinwohner zurück. Sehr viel direker als beim Menschen läuft die Kommunikation mit Tieren über Gedanken, Vorstellungen, Bilder und Gefühle ab. Im Gegensatz zu den meisten Menschen sind die Tiere in aller Regel schlicht sie selbst und sind eins mit der Welt, ihren Zusammenhängen, ihrem materiellen und geistigen Zusammenspiel. Dies ist ein Zustand, den viele Menschen auf den unterschiedlichsten spirituellen Wegen erst erreichen möchten. Von daher haben wir Menschen sogar eine große Chance, von Tieren etwas zu lernen.
Im europäischen Kulturkreis waren es unter anderem die keltischen Druiden, quasi die Priester und Schamanen unserer Vorfahren, die neben anderen spirituellen Fähigkeiten auch die Verständigung mit Tieren beherrschten. Im Zuge der größtenteils gewaltsamen Christianisierungswelle im Mittelalter wurde ein solcher Umgang mit Tieren allerdings als Hexerei und Teufelszeug verurteilt und meist mit den drastischen, allseits bekannten brutalen Maßnahmen bekämpft. Unsere mitteleuropäische schamanistische Tradition wurde während dieser recht dunklen Periode unserer Geschichte weitestgehend ausgerottet. Die Nachwirkungen sind nicht zu unterschätzen; sie ziehen sich hinein bis in unser tägliches Bewusstsein für spirituelle Zusammenhänge, so auch in unser Bewusstsein für die Kommunikation mit anderen Spezies. Das ist sicherlich einer der Hauptgründe dafür, dass die Tierkommunikation in Deutschland erst seit wenigen Jahren in das Augenmerk einer breiteren Öffentlichkeit gelangt und hier zunehmend Interesse und Akzeptanz erfährt. Erst Anfang der 1990er Jahre erreichte uns in Deutschland über die Schweiz das Thema der Tierkommunikation.
Tierkommunikatoren
Manche Tierkommunikatoren wie Penelope Smith aus den USA oder Nicole Schöfmann-Sabeti aus Hamburg können von Kindheit an mit verschiedenen Tieren sprechen. Sie berichten, dass sie über intensive Tierkontakte mental deren Gefühle und Gedanken empfangen konnten. Im Prinzip verfügen alle Kinder über diese Fähigkeit. Meist wird mit dem Sprechenlernen bei Kindern die Fähigkeit, über Gedanken zu kommunizieren, blockiert - zumal die Erwachsenenwelt den verbalen Verständigungsweg permanent fördert und sanktioniert.
Andere wie die Amerikanerin Chrys Long-Ago wurden quasi von einem Tier so unmissverständlich angesprochen, dass sie nicht umhin konnten, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Wieder andere sind über ihre tiefe Liebe zu Tieren über den Weg des zunächst biologischen, dann zunehmend verhaltenspsychologischen Verständnisses zur geistigen Verständigung mit Tieren gekommen. Und die meisten Tierkommunikatoren sagen, dass jeder Mensch auch mit Tieren sprechen kann, dass es jeder, der es wirklich mit Liebe und Achtung vor den tierischen Lebewesen tun möchte, lernen kann.
Sowohl Penelope Smith als auch Nicole Schöfmann sowie viele andere Autoren geben in ihren Büchern Hinweise und erste Anleitungen dazu, wie jeder, der ein offenes Herz für Tiere hat, sich über Formen der Meditation und vielfältige Übungen Stück für Stück die Fähigkeit zur Tierkommunikation quasi wieder zurückerobern kann. Eine Einstiegsübung ist beispielsweise, sich in aller Ruhe und äußerst differenziert in den entsprechenden Tierkörper hineinzuversetzen, mit seinen Pfoten zu gehen und mit seinen Sinnen die Welt wahrzunehmen. Viele Tierkommunikatoren bieten zudem Workshops und Seminare an, in denen sie zu dieser feinsinnigen Fähigkeit anleiten.
Natürlich sollte niemand erwarten, nach drei Meditationen mit seinem Hund sprechen zu können. Eine Grundvoraussetzung für gute und ehrliche Tierkommunikation ist die Fähigkeit, sich zur telepathischen Verständigung wirklich leer und absichtsfrei zu machen, damit nicht die eigenen Gedanken und Wünsche an das Tier Oberhand gewinnen. Wesentlich ist es, das Herz für das Tier zu öffnen - wertfrei und bedingungslos. Das dürfte in unserer kopflastigen Zeit das Schwierigste sein.
Mit Tieren sprechen
Heute werden Tierkommunikatoren gerne zu Rate gezogen, wenn es beispielsweise unerklärliche Probleme mit dem Haustier gibt. Sicher gilt es, dabei immer zunächst auch die rein biologische Ebene zu beachten, aus der sich die Programme aus ererbten Verhaltensmustern speisen. Hat beispielsweise ein Rüde massive Probleme mit anderen männlichen Artgenossen, so wird ein Trainingsprogramm auf Verhaltensebene nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich sein. Meist fehlt in solchen Fällen eine deutliche Rangordnung im Zusammenleben mit dem Menschenrudel, und eine solche Ein- und Unterordnung will auf Verhaltensebene trainiert werden. Dabei spielt es dann kaum eine Rolle, was der „Problemrüde“ auf Seelenebene mitzuteilen hat. Man kann allerdings auf Seelenebene - bezogen auf dieses Beispiel - abfragen, ob der Rüde überhaupt bereit ist, sein Verhalten zu ändern, um beispielsweise seinen behördlich verordneten Maulkorb und die kurze Leine wieder loszuwerden.
Nicole Schöfmann berichtet in ihrem Buch über zahlreiche Gespräche, die sie mit Katzen und anderen Tieren geführt hat. Ebenso wie allen anderen seriösen Tierkommunikatoren ist ihr wichtigstes Anliegen dabei, den Tieren auf dieser feinen Kommunikationsebene nicht Verhaltensmaßregeln ihrer Menschen aufzutragen, sondern dem Anliegen, der Sichtweise und den Bedürfnissen der so häufig missverstandenen, meist völlig unterschätzten Tiere eine Stimme zu geben. Im Allgemeinen verstehen Tiere nämlich recht gut, was man als Mensch von ihnen möchte - es stellt sich nur häufig die Frage, ob sie so ohne weiteres diesen Ansprüchen und Wünschen nachkommen wollen, manchmal auch können.
So berichteten Nicole Schöfmann die Katzen, mit denen sie kommunizierte, wie sich für sie ihre Menschen darstellen. Eine mit 15 Jahren sehr alte Siamkatze erzählte folgendes: „Ich habe sehr viel zu tun. Meine Menschenfreundin ist in ihrem Inneren noch ein Kind und stellt dauernd Dinge an, die sie sehr traurig machen. Ich spreche den ganzen Tag mit ihr, um sie zu beschützen. Leider hält sie sich nur selten an das, was ich ihr sage.“ Letzteres ist wohl darauf zurückzuführen, dass die „Menschenfreundin“ die Siamesin auf der mentalen Ebene nicht versteht. Eine fünf Jahre alte Hauskatze gibt sich etwas weniger anspruchsvoll, dafür umso genießerischer: „Ich liebe meine Menschen. Sie lassen mich in ihrem Bett schlafen und geben mir kleine Fischstückchen in den Mund. Ich passe auf ihre Wohnung auf und werde dafür täglich belohnt.“
Tierkommunikatoren werden häufig um Rat gefragt, wenn offensichtliche Probleme mit den tierischen Mitbewohner zutage treten. So teilte ein im Laufe der Zeit gegen die Menschen immer aggressiver werdender Sittich mit, dass er es als einst aus der freien Natur gefangener Vogel nach anfänglicher Neugier auf den Menschen nun zunehmend übelnahm, dass ihm seine natürliche Umgebung vorenthalten wurde. Der Sittich teilte seinen Haltern über die Tierkommunikatorin mit, dass er einen Kletterbaum mit langen Blättern wolle, in die er sein Nest bauen und worin er sich körperlich bewegen und spielen könne. Und er bräuchte eine quasi intime Zone nur für sich, die die Menschen nicht betreten sollten. Seine Menschen ließen sich auf die geäußerten Wünsche ein, und das weitere Zusammenleben gestaltete sich zwischen Menschen und Vogel friedlich.
Vielfach können Tierkommunikatoren auch die individuellen Charaktereigenschaften eines Tieres durch ihr „Übersetzen“ deutlich machen und den beteiligten Menschen sowie den Tieren das Miteinander erleichtern. So ist es beispielsweise nicht nur müßig, sondern letztlich auch respektlos, von einem anderen eine ganz bestimmte Art von Anhänglichkeit und Häufigkeit der Zuneigungsäußerungen zu verlangen. Viele Menschen fordern aber gerade dies von „ihrem“ Tier ein. Viele Tiere werden sicherlich deshalb wieder abgegeben, weil sie sich nicht dem menschlichen Bild entsprechend verhalten. Dabei gibt es Hunde, Katzen, Pferde oder Meerschweinchen, die gerne Körperkontakt zum Menschen herstellen, um so immer wieder ihre Zuneigung zum Ausdruck zu bringen. Andere Tiere haben aber einen sehr stolzen und unnahbaren Charakter, sie wiehern, bellen oder miauen nicht freudig, wenn sie ihren „Besitzer“ begrüßen. In vielen Fällen kann hier die Tierkommunikation zu Verständnis und Akzeptanz und damit zu einem harmonischeren Miteinander verhelfen.
Zum Schluss noch eine amüsante Geschichte um einen Irischen Wolfshund, erzählt von Penelope Smith: Seine Menschen hielten den großen Wolfshund für dumm und träge, weil er auf Ermahnungen, Regeln und Verbote kaum, und wenn, dann überaus langsam reagierte. Die Tierkommunikatorin erlebte die Situation allerdings vollkommen anders. Als ihr in einem Raum mit dem Irischen Wolfshund von dessen vermeintlicher Dummheit berichtet wurde, zwinkerte ihr dieser sogleich zu und teilte ihr mental mit: „Verrate mich nicht, denn dies ist mein Spiel.“ Erheitert stellte sie fest, dass der Hund sich auf diese Weise seinen Freiraum bei den Menschen verschafft hatte, er nur das tat, was ihm Spaß machte. Dazu gehörte beispielsweise das Liegen auf dem bequemen weichen Sessel - und zwar trotz Verbotes.
Bibliografie:
- Dawn Baumann Brunke: Tiergeflüster. Tierbewusstsein im Netzwerk des Lebens, G. Reichel Verlag, Weilersbach 2003
- Carol Gurney: Die Sprache der Tiere. In 7 Schritten zum Animal Communicator, Kosmos (Franckh-Kosmos) 2005
- Amelia Kinkade: Tierisch gute Gespräche. Lerne mit Tieren zu sprechen - Sie antworten Dir, Constans Verlag 2004
- Nicole Schöfmann: Katzenflüstern. Tierkommunikation und natürliche Heilung für Ihre Katze, Allegria, Ullstein Buchverlage, Berlin 2006
- Penelope Smith: Gespräche mit Tieren. Praktische Tierkommunikation, G. Reichel Verlag, Weilersbach 2004
- Gudrun Weerasinghe: Mit Tieren kommunizieren. Geschichte einer besonderen Begegnung, Silberschnur Verlag 2005
- Marta Williams: Lautlose Sprache, G. Reichel Verlag, Weilersbach 2005









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