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THEMEN

Tod und Nachleben in Religion und Philosophie

Tod und Vergehen - ein Menschheitsproblem

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Epikur, griechischer Philosoph (342-271 v.Chr.)

Römische Furchtlosigkeit

"Solange wir sind, ist der Tod nicht da, wenn er aber da ist, sind wir nicht mehr vorhanden. Der Tod kann also weder die Lebenden noch die Gestorbenen bekümmern, denn für jene ist er noch nicht, die andern aber sind nicht mehr für ihn." Diese nüchternen Sätze Epikurs (341-270 v.Chr.) können vor tiefsinnigen Spekulationen warnen. Das Problem des Todes für den Menschen können sie allerdings nicht lösen. In allen Unsicherheiten und Vorläufigkeiten des Lebens ist der Tod zwar nicht logisch prognostizierbar, aber praktisch ist sein Eintreffen eben "todsicher". Doch kein Mensch hat von diesem todsicheren Ereignis eine eigene Erfahrung gemacht, geschweige denn von einem "Leben danach".

Narzissmus

Der Mensch kann über seinen eigenen Tod reden, er kann ihn auch totschweigen oder verdrängen. Nach Sigmund Freud ist er in seine eigene Unsterblichkeit verliebt, sein Verhältnis zum Tod sei oft ein "narzisstisches": "... im Grunde glaube niemand an seinen eigenen Tod oder, was dasselbe ist: im Unterbewussten sei jeder von uns von seiner Unsterblichkeit überzeugt".

Wo bleibe ich - wo bleibt die Welt

Die Frage, ob ein Leben nach dem Tod sei, enthält eine Fülle menschlicher Lebens- und Denkprobleme - z.B. die existenziell-"narzisstische" Frage: Wo bin ich nach meinem Tod? Oder altruistisch-"narzisstisch" abgewandelt: Wo sind unsere geliebten Verstorbenen? Noch schmerzlicher wird die universelle Frage nach den unschuldigen Opfern von Auschwitz. Sie mündet in den universalgeschichtlichen Aspekt: "Wohin läuft unsere Welt? Hat die Weltgeschichte einen Sinn?" - gerade angesichts einer möglichen drohenden Weltkatastrophe. Und sie endet schließlich bei der umfassenden kosmologischen Frage nach dem Ziel und Ende aller Kreatur, alles Organischen und Anorganischen.

  1. Tod und Vergehen - ein Menschheitsproblem
  2. Aus der Geschichte der Religionen
  3. Aus der Geschichte der Philosophie
  4. Gemeinsame Strukturen
  5. Fazit

Bibliografie:

  • Harold Coward: Das Leben nach dem Tod in den Weltreligionen. Freiburg 1998
  • Klaus Feldmann und Werner Fuchs-Heinritz (Hrsg.): Der Tod ist ein Problem der Lebenden. Beiträge zur Soziologie des Todes. Frankfurt/M. 1995
  • Gerhard Frankenhäuser: Die Auffassungen von Tod und Unsterblichkeit in der klassischen deutschen Philosophie von Immanuel Kant bis Ludwig Feuerbach. Frankfurt/M. 1998
  • Hans-Peter Hasenfratz: Leben mit den Toten. Eine Kultur- und Religionsgeschichte der anderen Art. Freiburg 1998
  • A. Th. Khoury und Peter Hünermann (Hrsg.): Weiterleben - nach dem Tode? Die Antwort der Weltreligionen. Freiburg i.Br. 1985
  • Hans-Joachim Klimkeit (Hrsg.): Tod und Jenseits im Glauben der Völker. Wiesbaden 1994
  • Hans Küng: Ewiges Leben? München 1982
  • Erich und Annemarie Ruprecht (Hrsg.): Tod und Unsterblichkeit. Texte aus Philosophie, Theologie und Dichtung vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 3 Bde. Stuttgart 1992/93
  • Rüdiger Sachau: Westliche Reinkarnationsvorstellungen. Gütersloh 1996
  • Helmut Zander: Die Geschichte der Seelenwanderung in Europa. Darmstadt 1999
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