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THEMEN

Ungarn (Magyarország)

Die Árpáden (bis 1301)

Die großen Ebenen südlich der Karpaten zu beiden Seiten der Donau waren Siedlungsgebiet und Durchzugsland für viele Völker. Thraker und Kelten lebten dort seit der Bronzezeit, bevor ab dem 5. Jh. an der ehemaligen Grenze des Römischen Reiches Ostgermanen (Goten, Langobarden) und zentralasiatische Nomaden (Hunnen, Awaren) die Herrschaft ausübten. Nachdem das Awarenreich (seit 568) um 800 durch Feldzüge Karls des Großen zerschlagen worden war, kam ein weiteres Reitervolk aus der Steppe zwischen Don und Dnjepr nach Westen: eine Koalition von Stämmen, die aus der Verbindung von finno-ugrischen Magyaren und bulgarischen Onoguren (Ungarn) hervorgegangen war. Ende des 9. Jhs. erreichten sie die mittlere Donau. Von dort brachen die Reiterkrieger unter der Führung ihres Fürsten Árpád (886907) immer wieder zu Beutezügen nach Norditalien und Südfrankreich, bis vor Konstantinopel und nach Sachsen und Mähren auf. Erst 955 wurden sie in der Schlacht auf dem Lechfeld vom ostfränkischen König Otto I. entscheidend geschlagen.

Für das mittelalterliche Europa begann mit der Unterwerfung dieser vorerst letzten kriegerischen Nomaden aus dem Osten eine lange Periode der Konsolidierung. Die Magyaren fügten sich in die Ordnung der christlichen Territorialreiche ein: Als Bauern und Viehzüchter sesshaft geworden, begründeten sie unter dem Herrscherhaus der Árpáden ein feudales Staatswesen. In der Zeit des Großfürsten Géza (972997), eines Urenkels Árpáds, begann die Christianisierung, sein Sohn Stephan I., der Heilige (9971038), wurde im Jahr 1000 von Papst Sylvester II. zum Apostolischen König gekrönt.

Die nachfolgenden Árpádenherrscher widmeten sich der Festigung der Königsmacht und der Erweiterung des Territoriums. Anfang des 11. Jhs. wurde Kroatien eingegliedert, es folgten Gebietserweiterungen nach Dalmatien und Rumänien. Zur Kolonisierung der Ostgebiete, vor allem des transsylvanischen Burzenlands (Siebenbürgen) rief Béla II. (11311141) deutsche Siedler ins Land. Thronstreitigkeiten und die wachsende Macht des Adels schwächten seit dem Ende des 12. Jhs. das Königtum. Béla IV. (12351270) konnte 1241 einem Vorstoß der Mongolen nicht standhalten, der das Land verwüstete. Auch die nachfolgenden Könige wurden der inneren Rivalitäten und äußeren Machtansprüche nicht Herr. Aus den Auseinandersetzungen nach dem Tod des letzten Árpáden Andreas III. (12901301) ging, mit Unterstützung des Papstes, das Haus Anjou als Sieger hervor.

  1. Die Árpáden (bis 1301)
  2. Streit um die Macht und Teilung (13011526)
  3. Ungarn unter den Habsburgern (15261848)
  4. Revolution und Folgen (18481867)
  5. Vom Ausgleich zum Untergang (18671918)
  6. Die Horthy-Diktatur (19201944)
  7. Ungarns Weg im Sozialismus (19451989)
  8. "Rückkehr nach Europa" (seit 1989)
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