Natur
Oberflächengestalt
Der Rumpf des westl.westlichen E.Europa ist in drei Großlandschaften gegliedert: das nordwestliche u.und nördl.nördliche Flachland, das vielfach gekammerte Mittelgebirge u.und der junge, teilweise vergletscherte Hochgebirgszug, der von den Pyrenäen über die Alpen bis zu den Karpaten reicht. Daran schließen sich an: im SSüden die Pyrenäen-, Apenninen- u.und Balkanhalbinsel, im NNorden Skandinavien, Jütland u.und die Britischen Inseln. Osteuropa ist ein weites, relativ einförmiges Flachland, das sich vom Nördlichen Eismeer bis zum Schwarzen Meer erstreckt.
Gewässer
Die meisten europ.europäischen Ströme sind durch ihre regelmäßige Wasserführung wichtige Verkehrsadern u.und außerdem vielfach durch Kanäle miteinander verbunden. Die Seen liegen zumeist im ehem.ehemaligen vergletscherten nordeurop.nordeuropäischen Gebiet u.und am Alpenrand. Größte Ströme sind Wolga (3531 km), Donau (2858 km), Dnjepr (2201 km); größte Seen: Ladogasee (17 700 km2), Onegasee (9720 km2), Vänern (5584 km2).
Klima
Die reiche Verzahnung von Land u.und Meer u.und die west-östlich gerichteten Gebirge öffnen E.Europa den vorherrschenden ozean.ozeanischen Westwinden u.und dem Einfluss des Golfstroms, was ihm eine einzigartige Klimagunst verleiht. Das gemäßigte, ozean.ozeanische Klima mit Regen zu allen Jahreszeiten u.und hohen Niederschlägen (z. T. über 2000 mm) geht erst weit im OOsten u.und SOSüdosten in ein Binnenlandklima mit starken Jahresschwankungen der Temperatur u.und vorwiegenden Sommerregen über (z. T. unter 500 mm). Nur das Gebiet südlich der Alpen reicht bis in den subtrop.subtropischen Bereich mit sommerl.sommerlicher Trockenheit u.und Winterregen (Mittelmeerklima).
Pflanzenwelt
E.Europa ist von Natur aus größtenteils Waldland, dem sich im NNorden eine Tundrenzone mit Moosen, Flechten u.und Zwergsträuchern, im SOSüdosten ein Grassteppengebiet u.und im SSüden eine Zone mediterraner Hartlaubgehölze anschließen. Das Waldgebiet besteht aus einem nördl.nördlichen Gürtel riesiger Nadelwälder (Kiefer, Fichte, Tanne, Lärche), dem im SSüden eine nach OOsten zu immer schmaler werdende Zone von sommergrünen Laubwäldern (Eichen, Birken, Stechpalmen, Rotbuchen) folgt. Bis auf den hohen NNorden u.und die höheren Gebirgslagen ist der Wald weitgehend gerodet u.und hat dem Kulturland Platz gemacht.
Tierwelt
Die ursprüngl.ursprüngliche Tierwelt hat sich entweder der Umwandlung in Kulturlandschaften angepasst (Fuchs, Dachs, Marder, Igel, zahlreiche Vögel) oder wurde ausgerottet (Ur) bzw. künstlich vor der Ausrottung bewahrt (Reh, Hirsch) oder in entlegene Gebiete zurückgedrängt (Adler, Bär, Luchs, Wolf, Biber u. a.).
Bevölkerung
Die Bevölkerung zählt rd.rund 677 Mio. Ew.Einwohner (10% der Erdbevölkerung). Nach Sprache u.und geschichtl.geschichtlicher Entwicklung gehören 95% der indogerm.indogermanischen Völkerfamilie an (1/3 Germanen u.und Kelten, 1/3 Slawen, 1/4 Romanen, weiterhin Griechen, Albaner u.und Balten), rd.rund 5% sind finnisch-ugr.finnisch-ugrische Völker.
Nach der Eiszeit wanderten zahlreiche Volksgruppen nach E.Europa ein u.und haben sich während der Jahrhunderte weitgehend miteinander vermischt. Die Eigenart der Völker wird nur durch das Überwiegen der einen oder anderen Bestandteile bestimmt. Gemeinsam ist den meisten dieser Völker die christlich begründete Kultur (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe).
E.Europa ist ein dicht besiedelter u.und stark verstädterter Kontinent. Die Industriegebiete heben sich als Zonen dichtester Besiedlung heraus (250 bis über 1000 Ew.Einwohner/km2), bes.besonders Teile von Großbritannien u.und Nordfrankreich, die Beneluxländer, in Deutschland das Ruhrgebiet, die Rheinische u.und die Leipziger Bucht, weiterhin Oberitalien, Oberschlesien u.und Teile der Ukraine. In den Gebirgen, in Nord- u.und Osteuropa sinkt die Bevölkerungsdichte dagegen z. T. noch unter 10 Ew.Einwohner/km2.
Wirtschaft
Die europ.europäische Wirtschaftsstruktur hat sich nach dem 2. Weltkrieg infolge der Aufspaltung des Kontinents in Staaten mit freier Marktwirtschaft (im WWesten) u.und in Staaten mit sozialist.sozialistischer Planwirtschaft (im OOsten) stark verändert. Erst infolge der polit.politischen Umwälzungen von 1989/90 konnte diese Zweiteilung wieder abgebaut werden. Kennzeichnend für die europ.europäische Wirtschaft sind die internationalen Verflechtungen mit allen Teilen der Erde. Ein wichtiger Faktor sind auch die wirtschaftlichen u.und polit.politischen Bündnisse, insbes.insbesondere die Europäische Union.
Die in großen Teilen Europas stark mechanisierte Landwirtschaft liefert beträchtl.beträchtliche Agrarüberschüsse. Wichtige europ.europäische Agrarprodukte sind Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben u.und Futterpflanzen sowie die Erzeugnisse der Rinder-, Schweine- u.und Schafzucht. Italien u.und Frankreich sind weltweit die führenden Weinerzeuger.
E.Europa verfügt über vielseitige Bodenschätze, deren Förderung jedoch z. T. stagniert oder rückläufig ist (z. B. Rückgang des Steinkohlenabbaus wegen stärkerer Nachfrage nach Erdöl u.und Erdgas). Weiterhin wichtig sind Braunkohle, Eisenerze, Kalisalze u.und verschiedene Buntmetallvorkommen. Erdölfelder von größerer Bedeutung gibt es in der Nordsee, in Russland u.und Rumänien, nennenswerte Erdgaslager außerdem in mehreren westeurop.westeuropäischen Ländern.
E.Europa ist nach Nordamerika die zweitgrößte Industriemacht der Erde. Die Industrie hat sich zunächst vor allem an den Standorten der Rohstoff- u.und Energievorkommen entwickelt (Grundindustrien; heute noch die Zonen dichtester Besiedlung). Außerhalb dieser Gebiete verdichtet sich die Industrie vor allem an verkehrsgünstigen Punkten u.und an Orten mit sehr verschiedenartigen Funktionen, so in Hafen- u.und Großstädten u.und deren Umgebung. Hier dominiert die Verarbeitungs- u.und Konsumgüterindustrie, vor allem Textil- u.und Metallverarbeitung, Maschinen-, Elektro-, Papier-, Druck-, Nahrungs- u.und Genussmittelindustrie. Besondere Wachstumsindustrien sind in E.Europa die Kunststoffherstellung u.und die Elektronik.
Der steigende Energieverbrauch wird vor allem durch Erdöl, Erdgas u.und Kernenergie, nur vereinzelt auch durch Wind- u.und Solarenergie, gedeckt. Die Energiegewinnung durch Wasserkraft spielt vor allem in den Alpenländern, in Skandinavien, in der Ukraine u.und in Russland eine größere Rolle.
Durch Rationalisierung u.und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer verschiebt sich die Erwerbstätigkeit überall in E.Europa aus der Industrie hin zu einer Summe von Dienstleistungsaktivitäten, die z. T. unternehmensorientiert (Forschung, Unternehmensberatung, Werbung u. a.) u.und z. T. konsumorientiert sind (medizin.medizinische Betreuung, Ausbildung, Freizeit u.und Unterhaltung).
Verkehr
E.Europa verfügt über ein dichtes Verkehrsnetz, Ausnahmen sind die Waldgebiete Skandinaviens u.und die peripheren Länder am Mittelmeer.
Die meisten europ.europäischen Länder haben ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz, dessen Hauptstrecken bereits Ende des 19. Jh. Jahrhunderts angelegt waren. Zu den größten Verkehrsbauten der jüngeren Zeit zählen der Eisenbahntunnel zwischen Großbritannien u.und Frankreich unter dem Ärmelkanal (Eurotunnel, 1994 fertig gestellt), die Tunnel- bzw. Brückenverbindung über den Großen Belt (1997 fertig gestellt) sowie die Öresundbrücke (2000 fertig gestellt), durch die die Anbindung Skandinaviens an das europ.europäische Festland entscheidend verbessert werden konnte. Während in Osteuropa der Personen- u.und Güterverkehr noch immer zu einem relativ großen Teil von der Eisenbahn bewältigt wird, gewinnt in den westeurop.westeuropäischen Ländern die Straße als Verkehrsträger für Güter u.und Personen eine immer größere Bedeutung. Dies hat trotz des dichten Netzes an gut ausgebauten Straßen u.und Autobahnen starke Verkehrsbelastungen zur Folge.
Rhein, Rhône u. Donau sind die bedeutendsten Binnenschifffahrtswege des Kontinents. Rotterdam ist, gemessen am Umschlag, der führende europ.europäische Hafen im Überseeverkehr. Griechenland, Norwegen u.und Großbritannien haben die größten Handelsflotten in EEuropa.
Für die zivile Luftfahrt in E.Europa ist ein außerordentlich dichtes Flugnetz charakteristisch, das sowohl im Luftfracht- als auch im Personentransport eine wichtige Rolle spielt. Für den inner- u. den interkontinentalen Flugverkehr sind die Flughäfen London, Paris sowie Frankfurt a. M.Frankfurt am Main am wichtigsten.
Geschichte
Vor- und Frühgeschichte
E.Europa wird seit der Altsteinzeit von Menschen bewohnt, die sich - zunächst relativ gleichartig - immer mehr differenzierten u.und technisch weiterentwickelten, wie sich an der allmähl.allmählichen Vervollkommnung ihrer Geräte abzeichnet. In der Altsteinzeit u.und in der nachfolgenden Mittelsteinzeit bildeten die Jagd u.und das Sammeln pflanzl.pflanzlicher Nahrung die Grundlage der Ernährung. Mit der Einwanderung der Träger der Bandkeramik vollzog sich bis etwa 2000 v. Chr. der Übergang zur produktiven Wirtschaftsweise: Ackerbau, Viehzucht, Töpferei, sesshafte Wohnweise. Noch in der Jungsteinzeit benutzten die Menschen erstmals Metall (Kupfer) für Geräte u.und Waffen. Durch die Verwendung von Bronze für Waffen, Geräte u.und Schmuck ist die folgende Bronzezeit im 2. Jahrtausend v. Chr. gekennzeichnet. Kulturelles Bindeglied zwischen den Hochkulturen des Vorderen Orients u.und E.Europa waren in dieser Zeit die minoische u.und die myken.mykenische Kultur. Ein dichtes Netz von E.Europa; Macht u.und Kaufkraft konzentrierten sich auf eine soziale Oberschicht krieger.kriegerischer Herren. - Gegen Ende dieser Epoche zeigten sich im 13. Jh. Jahrhundert v. Chr. Umformungen im gesamten Kulturgefüge Europas mit Ausnahme des Nordens, die zum Untergang der bronzezeitl.bronzezeitlichen Welt führten. In diese Zeit fällt auch die Einwanderung der Griechen in den südl.südlichen Teil der Balkanhalbinsel.
Altertum
Die Griechen schufen die erste europ.europäische Hochkultur, die später in der Form des Hellenismus von den Römern übernommen wurde. Das 8. Jh. Jahrhundert v. Chr. hatte für E.Europa die zunehmende Verwendung von Eisen für Waffen u.und Geräte gebracht. In Italien blühte bis in die letzten Jahrhunderte v. Chr. die Kultur der Etrusker; das Römische Reich entstand, das bald E.Europa seinen Stempel aufprägte. In Westeuropa u.und Teilen von Mitteleuropa waren die letzten vier Jahrhunderte v. Chr. durch die Kelten bestimmt; mit der Eroberung Galliens durch Cäsar begannen die Kämpfe mit den Römern, die zur völligen Einnahme der kelt.keltischen Gebiete durch die Römer führten. In die ersten vier Jahrhunderte n. Chr. fallen die ersten u.und die Auseinandersetzungen zwischen ihnen u.und dem Römischen Reich.
Mittelalter
Das Römische Reich zerfiel 395 in eine westliche u.und östl.östliche Hälfte. In jahrhundertelangen Abwehrkämpfen des u.und Slawen ging die kulturelle u.und polit.politische Einheit der Mittelmeerwelt verloren. Doch konnte Byzanz den nichtkath.nichtkatholischen Teil der Slawen in die europ.europäische Gemeinschaft eingliedern u.und ihn für das Christentum orth.orthodoxer Prägung gewinnen. Synchron zum Zerfall des Byzantinischen Reichs gewann die islam.islamische Welt die Herrschaft über das Mittelmeer u.und griff auf E.Europa aus. Sie drang in Westeuropa über Spanien bis nach Frankreich vor u.und wurde im SOSüdosten Europas unmittelbarer Nachbar Österreichs, dem der Abwehrkampf gegen die Türken zufiel.
Als Folge der Hunneneinfälle waren in Ost- u.und Südosteuropa die frühen Reiche der Bulgaren, Awaren u.und Slawen entstanden, gegen die sich Byzanz nur mühsam behaupten konnte. 955 besiegte Otto I. die Ungarn entscheidend bei Augsburg, die darauf sesshaft gemacht u.und für das Christentum gewonnen wurden.
Die slawisch besiedelte Zone östlich von Elbe u.und Saale wurde allmählich in den abendländisch-christl.abendländisch-christlichen Kulturraum integriert. Osteuropa war bis zum Aufstieg Russlands seit dem 15. Jh. Jahrhundert Einfallstor türkisch-mongol.türkisch-mongolischer Nomaden aus Zentralasien, die jahrhundertelang eine Gefahr für E.Europa bedeuteten. Zwischen Russland, das durch die rd.rund 250 Jahre währende Auseinandersetzung mit den Mongolen E.Europa entfremdet wurde, u.und dem Reich dehnte sich das polnisch-litau.polnisch-litauische Großreich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer aus.
Die westl.westliche Hälfte des Römischen Reichs erlag während der Völkerwanderungszeit dem Ansturm der Germanen. Diese gründeten nach 450 eigene Reiche, in denen es zu der für das Abendland entscheidenden Verschmelzung von Germanentum, hellenistisch-röm.hellenistisch-römischer Welt u.und Christentum kam.
Germanen: Reiche um 570
Germanen: Reiche
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Völkerwanderung: Überblick
Das Schwergewicht Europas verlagerte sich auf das Reich der Franken, die bis 788 sämtliche rechtsrheinischen german.germanischen Stämme u.und das Langobardenreich in ihr Gebiet eingliederten. Die Krönung Karls des Großen 800 mit der römischen Kaiserkrone durch den Papst bedeutete die Fortsetzung der Tradition des Römischen Reichs durch einen fränkisch-christl.fränkisch-christlichen Herrscher unter bewusster Ignorierung des byzantin.byzantinischen Kaisertums. Das aus Deutschland, Italien u.und Burgund gebildete Heilige Römische Reich übte bis ins späte MAMittelalter zwar keine faktische, aber eine Art ideelle Oberhoheit über E.Europa aus. Der Machtkampf zwischen Papst u.und Kaiser endete nach dem Tod Kaiser Friedrichs II. (1250) mit dem Zusammenbruch des römisch-deutschen Kaisertums u.und mit der sog. Babylonischen Gefangenschaft der Päpste in Avignon (1309-1376).
Frankreich erlangte nun zentrale Bedeutung für EEuropa. In den Wirren des Hundertjährigen Krieges (1338-1453 bzw. 1475) entstand in Frankreich der nationale Königsstaat mit Fachbeamtentum, geordneter Geldwirtschaft u.und stehendem Heer. Portugal u.und das 1479 nach dem Kampf gegen die Mauren dynastisch geeinte Spanien folgten diesem Beispiel. In England entstanden nach 1485 u.und in Schweden nach 1525 nationale Königreiche.
Neuzeit
Von Italien gingen indirekt die Impulse zur Veränderung des neuzeitl.neuzeitlichen E.Europa aus: Durch Einflüsse aus Byzanz u.und aus der arab.arabischen Welt war es im 14. u.und 15. Jh. Jahrhundert zu einer kulturellen Blüte gelangt. Mit dem Zug Karls VIII. von Frankreich nach Neapel wurde 1494 der Kampf um Italien eröffnet, an dem sich das Reich, Frankreich u.und Spanien beteiligten. In seinem Verlauf entstand das europ.europäische Staatensystem, u.und die Kultur der Renaissance fand in ganz E.Europa Verbreitung. Unter Kaiser Karl V. (1519-1556) schien sich die mittelalterliche kaiserl.kaiserliche Universalmonarchie zu wiederholen. Die einsetzende Reformation beraubte Karl V. aber der Möglichkeit, seine Ländermassen einheitlich einsetzen zu können. 1556 resignierte er, nachdem er die habsburg.habsburgischen Länder zwischen seinem Bruder Ferdinand (Österreich, Böhmen u.und Ungarn) u.und seinem Sohn Philipp II. (Spanien mit den Kolonien, die Niederlande u.und Neapel-Sizilien, Burgund u.und Mailand) geteilt hatte. Frankreich wurde nun von Spanien im OOsten u.und WWesten umklammert. Es war dies der Anfang der bis zum Pyrenäen-Frieden (1659) andauernden u.und von Philipp II. geprägten span.spanischen Vorherrschaft.
Die Reformation Luthers u.und die dadurch ausgelösten Bewegungen der Gegenreformation u.und des Calvinismus belebten die seit dem Hochmittelalter bedrohten christl.christlichen Kräfte. Unter der geistigen Oberhoheit des Papstes blieben nur Spanien u.und Italien; in Frankreich, Deutschland, Böhmen u.und Polen konnte das Vordringen der neuen Lehre erst durch die Gegenreformation aufgehalten werden; England u.und die skandinav.skandinavischen Länder trennten sich von Rom. Der Protestantismus wurde zur wichtigsten gestaltenden Kraft des modernen Europas. Nach dem Tod Heinrichs II. (1559) verfiel Frankreich für nahezu 40 Jahre in Religionskämpfe, bis im Edikt von Nantes (1598) eine Form des Zusammenlebens von Katholiken u.und Protestanten gefunden wurde. In Deutschland kam es im Augsburger Religionsfrieden 1555 zu einer Regelung, die ein Nebeneinander beider Konfessionen ermöglichte. Jedoch das weitere Vordringen des Protestantismus u.und das Einsetzen der Gegenreformation löste den Dreißigjährigen Krieg aus, der von Anfang an mehr als ein innerdeutscher Religionskrieg war. Es ging um die auf der Verbindung der beiden habsburg.habsburgischen Linien beruhenden span.spanischen Vorherrschaft, um den Aufstieg Frankreichs u.und im Reich um kaiserl.kaiserliche Vorherrschaft oder ständ.ständische Libertät. Obwohl die kaiserl.kaiserliche Herrschaft völlig zerfiel, ergab sich nach der Preisgabe der habsburg.habsburgischen Familienallianz die Möglichkeit, das Reich, wenn auch in einem sehr losen Verband, weiterhin zusammenzuhalten.
Der Westfälische Friede unterwarf das Reich einer perfekten Rechtsordnung, u.und diese wurde zur europ.europäischen Friedensordnung. Das Kaisertum gewann in der Verteidigung des Abendlands gegen die Türken (Belagerung Wiens 1683) neuen Glanz. Doch nach dem Pyrenäen-Frieden (1659) u.und der vollen Regierungsübernahme Ludwigs XIV. (1661) stieg Frankreich zur beherrschenden Macht im E.Europa des Absolutismus auf. Im Spanischen Erbfolgekrieg drohte es jedoch einer Koalition Englands, Hollands u.und des Kaisers zu erliegen. Nach dem Frieden von Utrecht (1713) setzte sich in dem von Kriegen ausgebluteten E.Europa das von England beherrschte System des europ.europäischen Gleichgewichts durch. Den bourbon.bourbonischen Mächten Frankreich u.und Spanien stand das zur Großmacht erstarkte Österreich gegenüber. An die Stelle des im 3. Nordischen Krieg (1700-1721) geschwächten Schweden trat das Russland Peters des Großen. Die fortdauernde habsburgisch-bourbon.habsburgisch-bourbonische Rivalität fand 1756 in der durch Heiraten besiegelten bourbonisch-habsburg.bourbonisch-habsburgischen Allianz ein Ende. Im Siebenjährigen Krieg gewann das mit Preußen gegen diese Allianz verbündete England das französ.französische Kolonialreich in Indien u.und Nordamerika. Das europ.europäische Gleichgewicht war in der zweiten Hälfte des 18. Jh. Jahrhunderts durch die habsburgisch-bourbon.habsburgisch-bourbonische Verbindung ebenso gesichert wie seit 1763 durch das Gleichgewicht der beiden dt.deutschen Großmächte Österreich u.und Preußen. Das Einverständnis der drei östlichen Großmächte Russland, Österreich u.und Preußen führte 1772 zwar zur ersten Teilung Polens, garantierte aber durch die Verbindung mit den bourbon.bourbonischen Mächten 30 Jahre den Frieden. Inzwischen war der Ordnung des Ancien régime in der europ.europäischen Aufklärung der entscheidende Gegner erwachsen. Mit ihren Ideen von Toleranz, Humanität u.und einer vernunftgemäßen Ordnung stellte sie das Regime des Absolutismus in Frage. Die von Frankreich unterstützte amerikan.amerikanische Revolution (1776 Unabhängigkeitserklärung) brachte die Ideen der Volkssouveränität u.und Menschenrechte zum Durchbruch.
In der Französischen Revolution wurden mit der Forderung nach Freiheit, Gleichheit u.und Brüderlichkeit die Grundlagen der Alten Welt zerstört. Nach der Beseitigung des Königtums setzte sich die Idee des demokrat.demokratischen Nationalstaats durch. In den napoleon.napoleonischen Kriegen ging auch die alte polit.politische Ordnung in Deutschland, Italien u.und Spanien zugrunde. Der Versuch Napoleons, den Kontinent unter seiner Vorherrschaft zu einen, scheiterte an Großbritannien u.und Russland u.und an dem in Spanien u.und Deutschland erwachenden Nationalismus.
Die auf dem Wiener Kongress 1814/15 von den vereinigten Mächten Großbritannien, Frankreich, Österreich, Preußen u.und Russland angestrebte Restauration der Ordnung Europas wurde in der antirevolutionären „Heiligen Allianz“ gesichert. Sie war bedroht von dem in Südamerika u.und auf dem Balkan einsetzenden Freiheitskampf unterdrückter Völker. Die Antipoden waren Russland, das bes.besonders unter Nikolaus I. (1825-1855) ein Hort der Reaktion u.und Staatsallmacht wurde, u.und Großbritannien, das als ein Land verfassungsmäßiger Einrichtungen Liberalismus u.und Nationalismus förderte. In den Revolutionsjahren 1830 u.und 1848 erlebte das antirevolutionäre System heftige Erschütterungen.
Heilige Allianz: Geschichte, Folgenwic
Durch die von Großbritannien ausgehende Industrialisierung entstand die soziale Frage, für die das alte System keine Lösung bieten konnte. Von diesen inneren Spannungen war bes.besonders das Kaisertum Napoleons III. (1852-1870) gekennzeichnet, der jedoch durch eine weit ausgreifende Außenpolitik u.und ein pseudodemokrat.pseudodemokratisches System Aufstände vermeiden konnte. Napoleon machte sich zum Beschützer des italien.italienischen Nationalismus. In den dt.deutschen Einigungskriegen 1866 u.und 1870/71 erzwang Bismarck das Ausscheiden Österreichs u.und die Gründung des Deutschen Reiches; fast gleichzeitig vollendete sich mit der Einnahme Roms (1870) auch in Italien der Nationalstaat. In den folgenden Jahren wurde Deutschland durch eine maßvolle Politik zum Garanten einer auf den Großmächten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland, Österreich u.und Italien beruhenden Gleichgewichtspolitik. Erst das Ausgreifen Deutschlands in die Welt seit 1890 schuf neue Unruhe. Eine weitere Bedrohung des Weltfriedens war der Sieg der Nationalstaatsidee in den Vielvölkerstaaten Türkei u.und Österreich.
Die fast völlige Aufteilung der Erde unter die europ.europäischen Großmächte führte zu neuen Rivalitäten. Von innen war diese imperialist.imperialistische Weltaufteilung durch eine soziale Revolution bedroht, die in der Ausbeutung der Arbeiterschaft, in der steigenden Industrialisierung u.und in der Bevölkerungsvermehrung ihre Ursache hatte. Neben Großbritannien u.und den USA stieg Deutschland zur führenden Industrienation auf. Sein starkes Heer u.und der Ausbau seiner Flotte wurden von den europ.europäischen Mächten als Bedrohung des Gleichgewichts angesehen. Gegen den 1882 gegr.gegründeten Dreibund Deutschland, Österreich u.und Italien bildete sich 1892 die französisch-russ.französisch-russische Allianz, die 1904 durch einen englisch-französischen u.und 1907 durch einen englisch-russ.englisch-russischen Bündnisvertrag ergänzt wurde. Im Ersten Weltkrieg unterlagen Deutschland, Österreich u.und die Türkei dieser 1917 durch den Beitritt der USA verstärkten Allianz.
20. Jahrhundert
Der daraus folgende Zusammenbruch der Monarchien in Deutschland, Österreich, Russland u.und der Türkei verwandelte das Bild des Kontinents entscheidend. Ein System der kollektiven Sicherheit sollte künftig den Frieden garantieren. Die Kolonialreiche Großbritanniens u.und Frankreichs erreichten jetzt ihre größte Ausdehnung, doch war diese Ordnung von innen bedroht. Der Freiheitswille der Kolonialvölker spielte dabei eine ebenso große Rolle wie die Verschuldung der europ.europäischen Mächte an die USA u.und der Aufstieg Japans zur führenden Wirtschafts- u.und Militärmacht Ostasiens. In E.Europa selbst war das in den Pariser Vorortverträgen geschaffene System dadurch gefährdet, dass die Vorherrschaft Frankreichs nur so lange zu halten war, wie Deutschland u.und Russland darniederlagen.
Die Tatsache, dass in Russland 1917 der Bolschewismus gesiegt hatte, erschien dem bürgerl.bürgerlichen E.Europa als eine Bedrohung. Man sah den Faschismus in Italien u.und Deutschland als das geringere Übel an, der Aufstieg des nat.-soz.nationalsozialistischen Deutschlands wurde daher von den Westmächten hingenommen. Die brit.britische Appeasementpolitik war der Versuch, die Vorherrschaft Europas in der Welt durch Vermeidung eines Konflikts mit Deutschland zu sichern. Der Versuch scheiterte aber an der Gewaltpolitik Hitlers. Im Zweiten Weltkrieg schied E.Europa als gestaltende Kraft der Welt aus. In einem von den USA geförderten Prozess zerfielen die Kolonialreiche der Holländer, Franzosen, Belgier u.und wandelte sich das Commonwealth in einen lockeren Staatenverband. Die USA u.und die UdSSR hatten Europas Erbe angetreten. Die Trennungslinie zwischen den Interessensphären der beiden Großmächte ging mitten durch EEuropa.
Nach 1945 entstand unter dem Eindruck der sowjet.sowjetischen Bedrohung im WWesten eine Europabewegung. Auf wirtschaftl.wirtschaftlichem Gebiet setzte die Erholung mit dem Marshallplan (1947) ein. 1957/58 bildete sich die aus der Montanunion (1951) hervorgegangene Europäische Gemeinschaft (EG). Als Gegengewicht entstand im OOsten das COMECON.
Eine entscheidende Wende in der Geschichte Europas wurde durch die Reformpolitik, die M. Gorbatschow seit 1985 in der UdSSR betrieb, eingeleitet. Die Demokratisierung in Osteuropa führte zum Zusammenbruch des Kommunismus, zur dt.deutschen Wiedervereinigung u.und 1991 zur Auflösung der Sowjetunion. Damit war die polit.politische Blockbildung in E.Europa beendet. Durch das Auseinanderbrechen Jugoslawiens sowie durch Transformationsschwierigkeiten in den ehem.ehemaligen Ostblockstaaten bildeten sich rasch neue europ.europäische Problemfelder. Die Tschechoslowakei zerfiel in zwei unabhängige Staaten (seit 1993 Tschechische Republik u.und Slowakei). Die EG-Mitglieder trieben durch den Vertrag über die Europäische Union die polit.politische Integration weiter voran. Eine Friedensregelung für Bosnien-Herzegowina konnte 1995 (Abkommen von Dayton) nur durch US-amerikan.US-amerikanische Vermittlung gefunden werden. Der Kosovo-Krieg 1999 zeigte, dass in Südosteuropa nach wie vor erhebl.erhebliches Konfliktpotenzial besteht. Die von der Europäischen Union u.und der NATO vollzogene Osterweiterung soll die wirtschaftlichen u.und sicherheitspolit.sicherheitspolitischen Strukturen in E.Europa langfristig stabilisieren, ohne dabei die Interessen Russlands zu missachten.
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