Usama Bin Ladin (Osama Bin Laden) und das Terrornetzwerk Al Qaida
Der 11. September 2001 –Eine neue Dimension des Terrorismus
Das World Trade Center in New York, Symbol der Wirtschafts- und Finanzmacht der USA, und das Verteidigungsministerium in Washington, das für die militärische Potenz der Supermacht steht, wurden Ziel der verheerendsten Anschläge in der Geschichte des internationalen Terrorismus. Selbstmordattentäter flogen mit entführten Passagierflugzeugen gezielt in die Zwillingstürme und das Pentagon.
Was verstehen wir eigentlich unter Terrorismus? Dazu führt der renommierte Extremismusforscher Eckhard Jesse aus: „Beim Terrorismus handelt es sich um eine politische Strategie von Gruppen, die nicht an der Macht sind und den Umsturz der bestehenden politischen Ordnung anstreben – und zwar durch den zielgerichteten Einsatz von Gewalt. Terroristen wollen Angst und Schrecken verbreiten – sei es, um auf sich aufmerksam zu machen, sei es, um den Staat zu Überreaktionen zu verleiten (und damit Solidarisierungen in Gang zu bringen), sei es, um zur Destabilisierung beizutragen. Ziel ist der Sturz des ihnen verhassten politischen Systems." Dieser Begriffsbestimmung des Terrorismus entsprechen etwa die Aktionen der Roten Armee Fraktion (RAF).
Welche neuen Dimensionen des Terrorismus werden in den Anschlägen vom 11. September 2001 sichtbar? Diese Frage lässt sich beantworten, wenn man die Operationen 'klassischer Terroristen' (z. B. die italienischen Roten Brigaden oder die RAF) mit den Ereignissen des 11. Septembers vergleicht. So bestand die RAF aus einem relativ überschaubaren Aktivistenkreis, der in erster Linie regional agierte. Die Attentäter des 11. Septembers rekrutierten sich aus Al Qaida, einem Netzwerk internationaler Gruppierungen. Das Operationsgebiet ist international. Richtete sich der Terror der RAF gegen Repräsentanten des politischen oder wirtschaftlichen Systems, geraten heute verstärkt die Schnittstellen der modernen Industriegesellschaft bzw. staatliche Repräsentationsbauten in den Fokus terroristischer Aktivitäten. Terroristen nehmen dadurch bewusst höhere Opferzahlen in Kauf. Die Begriffe Chemo- bzw. Bioterrorismus signalisieren, dass terroristische Gruppierungen auch hochkomplexe Waffensystem anwenden. Sogar der Einsatz atomarer Waffen (Nuklearterrorismus) wird von einigen Experten für möglich gehalten. Auch die Begründungen für terroristische Aktionen haben sich verschoben. Klassische links- bzw. rechtsideologische Motive weichen zunehmend religiös-fundamentalistischen Legitimationsversuchen.
- Der 11. September 2001 –Eine neue Dimension des Terrorismus
- Usama Bin Ladin – Lebensweg eines religiösen Extremisten
- Al Qaida – Netzwerk des Terrors
Bibliografie:
- Jason Burke, Al-Qaida. Düsseldorf 2005
- Chronik aktuell – Der 11. September. Gütersloh/München 2001
- Kai Hirschmann, Terrorismus in neuen Dimensionen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, 14. Dezember 2001
- Roland Jacquard, Die Akte Osama bin Laden. München 2001
- Eckhard Jesse, Diktatur, Extremismus und Terrorismus. In: Wirtschaft, Staat, Gesellschaft. Gütersloh/München 2001









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