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THEMEN

Versailles

Der französische König Ludwig XIV., der "Sonnenkönig", ist Bauherr der Schloss- und Parkanlage von Versailles unweit von Paris, die für die Königs- und Fürstenhöfe in ganz Europa, insbesondere aber in Deutschland, zum Vorbild wurde. Architekten wie Louis le Vau (1616-1670), Jules Hardouin-Mansart (1646-1708) und Robert de Cotte (1656-1735), der Gartenbaumeister André Le Nôtre (1613-1700) und über 30 000 Arbeitskräfte schufen in einer gigantischen Anstrengung dieses Meisterwerk der profanen Barockarchitektur. Sieht man von der Keimzelle des heutigen Gebäudekomplexes, einem Jagdschlösschen vom Beginn des 17. Jahrhunderts, einmal ab, zogen sich die Arbeiten an dem Bau im Wesentlichen über fast fünf Jahrzehnte, von 1661 bis 1710, hin.

Der Bauherr

Ludwig XIV. (1638-1715) bestieg 1643 im Alter von fünf Jahren den französischen Thron. Er stand zunächst unter der Regentschaft von Königinmutter Anna von Österreich und nahm als 23-Jähriger selbst die Regierung in die Hand. Mit seiner kraftvollen Persönlichkeit baute er Frankreich zum Inbegriff des zentral regierten absolutistischen Machtstaates aus.

"L'état c'est moi"

"Der Staat bin ich" - dieser Ludwig XIV. zugeschriebene Satz erscheint nur auf den ersten Blick als Ausdruck maßloser Selbstüberschätzung, denn in gewisser Weise spiegelt er die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse im Zeitalter des Absolutismus: Anders als im Mittelalter war der Monarch weder in ein Machtgefüge mit starken Landesfürsten eingebunden noch auf die Mitwirkung oder Zustimmung von ihm unabhängiger politischer Gremien angewiesen. Er war der unumschränkte Alleinherrscher.

Repräsentativer Rahmen für die Hofhaltung

Um sich herum versammelte Ludwig XIV. Tausende von Edelleuten und Dienern, täglich empfing er Hunderte von Adligen, die er durch die Verleihung von Ehren und Ämtern noch enger an sich binden wollte. Für diese Form der absolutistischen Hofhaltung brauchte der Monarch einen angemessenen repräsentativen Rahmen. Er entschied sich für den Ausbau des kleinen Jagdschlosses, das unter Ludwig XIII. vor den Toren von Paris 1610 bis 1643 errichtet worden war. An das Schlösschen knüpften sich für Ludwig XIV. Erinnerungen an Jagderlebnisse und glückliche Kindheitstage.

Schlecht geeignetes Baugelände

Das sumpfige Gelände erwies sich als wenig geeignet für die geplante gigantische Anlage, doch der König ließ sich durch nichts beirren und gab 1661 den Startschuss zu den Arbeiten, die energisch vorangetrieben wurden, nachdem Hardouin-Mansart 1678 die Leitung übernommen hatte. Es mussten nicht nur gewaltige Baukörper errichtet werden, auch ganze Hügel wurden abgetragen, Wälder umgepflanzt, Flüsse gestaut und ein Wasserwerk angelegt.

Auch nachdem der Hof 1682 offiziell nach Versailles übergesiedelt war, blieben immer noch Tausende mit dem Ausbau der Anlagen beschäftigt. 1678 bis 1688 wurde in den Parkanlagen das Grand Trianon erbaut, ein Gartenschloss, in das sich der König zurückziehen konnte, wenn er jenseits der Etikette "privat" sein wollte. Als letzter Gebäudeteil wurde 1710 die Schlosskapelle fertig gestellt.

  1. Der Bauherr
  2. Versailles' Schicksal nach dem Tod Ludwigs XIV.
  3. Die Gesamtanlage: Geometrie der Macht
  4. Das Schloss - Außenbau
  5. Das Schlossinnere
  6. Der Park
  7. Die Trianon-Schlösser

Bibliografie:

  • Paul Barz: Die Menschen von Versailles, München 1980
  • Peter Burke: Ludwig XIV. Die Inszenierung des Sonnenkönigs, Wagenbach, Berlin 2005
  • Pierre A. Lablaude: Die Gärten von Versailles, Worms 1995
  • Jean M. Pérouse de Montclos, Robert Polidori: Versailles, Köln 1996
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