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Wanderheuschrecken: die biblische Plage

Bekannt wurden die Wanderheuschrecken bereits durch die biblische Geschichte der sieben Plagen: Ein riesiger Heuschreckenschwarm war in Ägypten eingefallen und hatte die gesamte Ernte vernichtet. Als Folge hatten die Menschen unter einer schweren Hungersnot zu leiden. Die manchmal Milliarden Individuen umfassenden riesigen Wanderschwärme der Heuschrecken verbreiten bis in die heutige Zeit Schrecken und Hungersnöte, weil sie jeglichen Pflanzenwuchs vollständig abfressen. Einer 1985 aufgetretenen ungewöhnlichen Massenvermehrung der Wüstenheuschrecken konnte erst nach dreijähriger intensiver Bekämpfung Einhalt geboten werden. Die Bevölkerung hatte bereits durch mehrjährige Trockenheit Hunger gelitten und ausgerechnet der so lange herbeigesehnte Regen hatte die Tiere angelockt. Und noch 2004 fielen in Westafrika Millionen Hektar Ackerland dem Kahlfraß der Insekten zum Opfer. Zwar grassiert die Heuschreckenplage überwiegend in Afrika, aber im Spätherbst 2004 griff sie nach 50 Jahren auch wieder einmal auf die Kanarischen Inseln über. Ein starker Südostwind einhergehend mit relativ hohen Temperaturen von 25 °C begünstigte die Invasion von mehr als zwei Millionen der gefräßigen Insekten. Lanzarote, die Insel, die der afrikanischen Küste am nächsten liegt, war am stärksten betroffen. Die Tiere waren allerdings so geschwächt, dass sich der Schaden einigermaßen in Grenzen hielt.

Die Wanderheuschrecken

Zu den Wanderheuschrecken gehören bestimmte Gattungen der Feldheuschrecken (Acrididae) aus der Ordnung der Springschrecken (Saltatoria), die sich in einem Lebensraum eingerichtet haben, der in sehr unregelmäßigen Abständen und meist nur für kurze Zeit ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Futterpflanzen hervorbringt. Während der meisten Zeit des Jahres, manchmal sogar über mehrere Jahre hinweg, sind dieses Regionen - in der Regel Savannen, Halbwüsten und Wüsten - jedoch überwiegend trocken und vegetationsarm. Somit ist der wichtigste Faktor, der das Verbreitungsgebiet der Tiere bestimmt, der Niederschlag in der Region. Immer wieder lösen die seltenen Regenfälle riesige Heuschreckenzüge aus.

Bild
Locusta migratoria, die "klassische" Wanderheuschrecke, die schon im Altertum bekannt war

Auf nahezu allen Kontinenten sind solche Wanderformen der Heuschrecken zu finden. Weiträumig rund um das Mittelmeer lebt Locusta migratoria und im eurasischen Mittelmeerraum Stauronotus marrocanus. In Südafrika sind hauptsächlich die Arten Locustana pardalina und Nomadacris septemfasciatus zu finden, in Nordamerika Melanoplus mexicanus, in Südamerika Schistocerca paranensis und in Australien Chortoicetes terminifera. Das Verbreitungsgebiet der Wüstenheuschrecke, Schistocerca gregaria, die hier exemplarisch dargestellt wird, erstreckt sich von Nordafrika über die Arabische Halbinsel bis nach Südwestasien.

Bekannt wurde die etwa 7 cm lange Wüstenwanderheuschrecke bereits durch die Darstellung der sieben Plagen im zweiten Buch Moses, mit denen Gott den Pharao heimsuchte, als dieser sich weigerte, die Hebräer ziehen zu lassen: Ein riesiger Heuschreckenschwarm soll unter Verdunkelung des Himmels in Ägypten eingefallen sein und den Boden so dicht bedeckt haben, dass er schwarz wurde. Die Insekten sollen die gesamte Ernte der Ägypter vernichtet haben, so dass das Volk unter einer schweren Hungersnot zu leiden hatte. Und auch der Koran beschreibt die Wanderheuschrecken als eine der schlimmsten göttlichen Strafen.

Die Wüstenwanderheuschrecke gelangt aber immer wieder auch in die Schlagzeilen unserer heimischen Presse, wenn die Insekten durch ihr Massenauftreten verheerende Schäden in den ohnehin armen Regionen Nordafrikas anrichten. Auf ihrer ständigen Suche nach Nahrung können die Heuschrecken für uns unvorstellbar riesige Schwärme bilden, so dass sich bei ihrem Auftreten der Himmel regelrecht verdunkelt; und die gigantischen Wolken aus Insektenlaibern können sich mit den vorherrschenden Windrichtungen über erstaunliche Entfernungen hinweg ausbreiten.

  1. Die Wanderheuschrecken
  2. Mit dem Regen kommt der Nachwuchs
  3. Je nach Bedarf: stationäre und Wanderphase
  4. Wandern mit dem Wind
  5. Maßnahmen gegen die Plage

Bibliografie:

  • Herbert Weidner: Die Wanderheuschrecken, Hohenwarsleben 2003
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