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THEMEN

Wein

Lexikon

Wein ist ein alkoholisches Getränk, das aus Weintraubensaft durch Gärung hergestellt wird. In einem Liter Wein sind ca. 100 g Alkohol, 4 bis 8 g Fruchtsäure sowie Geruchs- und Geschmacksstoffe enthalten, die Duft, Kraft und zugleich seine Milde bestimmen.

Weinbau

Der Weinbau erfolgt in Weinbergen, -gärten und -häusern in besonders sonnigen Lagen und ist eine der höchsten Arbeitsaufwand erfordernden landwirtschaftliche Kulturen, weshalb die Bewirtschaftung in den meist mit Arbeitskräften stark besetzten Familienbetrieben durchgeführt wird. Der Boden hat einen starken Einfluss auf das Wachstum der Rebe und auf die Qualität des Weines. Für ein gutes Gedeihen ist ein mäßig feuchtes sonniges Klima Voraussetzung. Die Rebe selbst muss regelmäßig geschnitten und angebunden werden, der Boden wird 4 bis 5 mal im Laufe einer Vegetationsperiode gehackt. Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen müssen ebenfalls durchgeführt werden. Bei eine Neuanlage eines Weinbergs kann erst im 3. Jahr die erste Lese eingebracht werden.

Weinlese

Zwischen der Blüte und der ersten Weinlese vergehen in Deutschland in der Regel 120 bis 150 (für Spätlesen) Tage. Viele große Weine werden aus spätgelesenen Trauben hergestellt, weshalb sich die Weinlese in unseren Breiten und abhängig von den Wetterbedingungen von September bis Dezember hinziehen kann. Die reifen Weintrauben werden behutsam gepflückt und in Gefäße (Körbe u. a.) gesammelt, die der Pflücker meist auf dem Rücken trägt. Die Körbe werden dann in einem Transportfahrzeug entleert, der die Trauben zur Mosterei transportiert. Reife Trauben enthalten 0,8 % Weinsäure, bis zu 20 % Zucker sowie Vitamin B und C.

Weinbereitung

Nach dem Zermahlen oder Zerquetschen der Trauben in der Traubenmühle folgt das Keltern (Pressen) der Maische. Der anfallende Most wird in Fässer gefüllt, in denen die Gärung stattfindet. Dem Most werden bestimmte Zuchthefen zugegeben, die die Gärung vollziehen. Dabei wird der Zucker größtenteils bei einer alkoholischen Gärung zu Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Bei der Weißweinherstellung werden die Traubenschalen vor der Gärung entfernt, bei Rotwein bleiben die Schalen im Gärfass, bei Roséwein werden die Schalen nach Einsetzen der Gärung entfernt. Um süße Weine herzustellen, wird die Gärung angehalten. Trockene Weine entstehen, wenn man den Gärungsprozess vollständig ablaufen lässt. Schaumweine entstehen durch eine zweite Gärung nach dem Abfüllen in Flaschen. Dessertweinen wie Madeira, Portwein und Sherry wird Weinbrand hinzugefügt.

Rebsorten

Es gibt viele Tausend Varianten des Vitis vinifera, die in Europa beheimatete Weinrebe. Andere Arten wie Vitis lambrusca sind in Amerika und Asien heimisch. Bestimmmte Sorten sind vorzüglich an spezifische Mikroklimate der der Weinbergstandorte angepasst. Die Lage sowie Kelter- und Gärbedingungen bringen aus einer Rebsorte Wein mit unterschiedlichen Charakteristiken hervor. Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl wichtiger Rebsorten:

Rebsorten (Auswahl)
Reben- bezeichnung Synonyme wichtige Anbauländer (Anbaugebiete) Bemerkungen
Rotweinreben
Cabernet Sauvignon Petit Cabernet Petit Vidure Bochet-Sauvignon Australien, Chile, Frankreich (Médoc, Graves, Pomerol, St. Emilion), Kroatien, Serbien (Kosovo), Rumänien, Moldova, Südafrika, Argentinien bukettreiche, harmonische Weine: Bordeaux-Weine (verschnitten mit Merlot oder Malbec)
Carignan Frankreich (Provence, Rhône) Algerien, USA (Kalifornien) unauffällige Rotweine, arm an Säure, Extrakt und Tannin; gut geeignet für Verschnitte
Gamay Noir Petit Bourguignon Plant Limagne Plant de Montlam- bert Große Dôle Savagnin Carcaironne Burgundi Nagyszemü Frankreich (Beaujolais), USA (USA) liefert die Beaujolais-Weine; gilt sonst als minderwertige Rebe, die ausdruckslose Weine ergibt
Grenache Garnacha Australien, USA (Kalifornien), N-Afrika, Spanien (Rioja), Frank- reich (Rhône) zum Verschneiden des Cháteau- neuf-du-Pape und zur Bereitung des Tavel; sehr gute Rose-Weine
Merlot Bigney Plant Medre Plant Médoc Frankreich (Bordeaux), NO-Italien, USA (Kalifornien), Kroatien Slowenien, Argentinien, Chile als Verschnittanteil bei der Bordeaux-Weinbereitung; liefert weiche und körperreiche Weine
Pinot noir Blauer Spätburgun- der Blauburgunder Klävner Kelbrot France noirien Bourguignon noir Pinot nero Blauer Nürnberger Klevner Frankreich (Burgund), Osteuropa Hauptbestandteil der besten Champagner (vor der Gärung gekeltert); liefert sonst leichte, sehr gute Rotweine
Sangiovese Prugnolo Pfläumchentraube Sangioveto Italien (Toskana) bis zu 70 % im Chianti enthalten; angenehm im Bukett
Syrah Shiraz Schiraz Sevène SérineFrankreich (Rhone), Südafrika, Australien, USA (Kalifornien) in Verschnitten und auch allein zur Bereitung von Tafel- und Dessertweinen verwendet
Weißweinreben
Chardonnay Frankreich (Champagne, Burgund), Bulgarien, USA (N-Kalifornien) Grundwein zur Champagnerherstellung (Blanc de Blancs); weißer Burgunder
Chenin Blanc Pinot de la Loire White Pinot Frankreich (Loire), USA (Kalifornien) kräftige Weißweine mit hohem Säuregrad: Schaumweine
Folle Blanche Frankreich (Cognac und Armagnac) hoher Säuregehalt und wenig Aroma; besonders zur Herstellung von Brennwein angebaut
Kerner Deutschland (Rheinhessen) würzige, fruchtige Weine mit guter Säure; wertvolle Neuzüchtung (Sortenschutz seit 1969) aus Riesling und rotem Trollinger
Müller- Thurgau Rivaner Deutschland (Rheinhessen, Pfalz, Süddeutschland), Österreich körperreiche, blumige Weine mit harmonischer Säure, wertvolle Standardsorte, die sich zum Verschnitt eignet
Palomino Listan White French Spanien (Jerez), Südafrika, USA (Kalifornien), Australien bis zu 80 % am Sherry-Grundwein beteiligt, neutrale Weine mit wenig Säure
Pinot Blanc Weißer Burgunder Weißer Klevner Weißer Ruländer Weißer Abst Clävner Blanc de Champagne Auvernet Frankreich (Burgund, Champagne), N-Italien, Mitteleuropa, USA-Kalifornien) stellt relativ hohe Ansprüche an Lage und Boden; in guten Jahrgängen werden Weine höchster Qualität erzielt
Riesling Moselriesling Rheingauer Hochheimer Gräfenberer Klingelberger Rheinriesling Gentil Aromatique Petit Rhin White RieslingAustralien, Südafrika, Chile, USA (Kalifornien), Deutschland (Mosel, Rheingau), Frankreich stellt hohe Ansprüche an Klima und Lage; liefert edelste, rassige Spitzenweine; weltberühmt sind die Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen; gute Lagerfähigkeit
Sauvignon Blanc Chile, Argentinien, USA (Livermoore) und Santa Clara-Tal in Kalifornien), Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Israel, Frankreich, (Bordeaux) liefert Weine mit hohem Alkoholgehalt und von beachtlicher Haltbarkeit, mit Semillon und Muscadelle verschnitten zur Bereitung der Graves- und Sauternes-Weine verwendet
Seval Blanc Silvaner, Grüner Franken Österreicher Frankenriesling Sylvana bianca Johannisberg Gros Rhin Gamay Blanc S-England Deutschland (Rheinhessen, Franken), Frankreich (Elsass), N-Italien, Mittel-Europa, USA (Kalifornien) angenehm fruchtige Weine bevorzugt mittlere Lagen und ist anspruchslos gegenüber Böden; liefert neutrale, fruchtige und harmonische Weine; gut als Verschnittweine geeignet
Traminer Roter Traminer Gewürztraminer Clevner Klävner Dreimänner Gentil-Duret rouge Gris rouge Savagnin (rosé) Rousselet Frankreich (Elsass), Mitteleuropa, USA (Kalifornien) würzige Tafel- und Spitzenweine
Ugni Blanc St. Emilion Frankreich (Champagne) Weine mit hohem Säuregehalt und wenig Aroma; zur Cognac-Herstellung verwendet
Wäschriesling Welschriesling Riesling italico Tocai Österreich, Serbien, N-Italien, Mitteleuorpaliefert gute Standardweine; in der Regel sind sie halbtrocken, blumig weich und extraktarm

Weinbaugebiete in Deutschland

Mosel-Saar-Ruwer-Weine

Fläche des Weinanbaugebietes 11754 ha. Die durchschnittliche Weinmosternte beträgt 1,2 Millionen hl. In ihrer Leichtigkeit liegen sowohl die Stärke (weinig-zart) als auch die potenzielle Schwäche (zu dünn) dieser Weine. Hier werden neben Riesling-Weine vornehmlich die Rebsorten Müller-Thurgau und Kerner gepflanzt. 2 % der Weinanbaufläche sind mit Rotweinreben bestockt.

Rheingau-Weine

Fläche des Anbaugebietes 2837 ha, davon 75 ha rote Rebsorten. Durchnittliche Weinmosternte 250000 hl. Der Rheingau ist von der Rebsorte Rieslig geprägt, die 75 % der Rebfläche ausmacht. Gebietstypisch sind elegante, stoffige, oft rassige Weine. Neben Riesling- werden Müller-Thurgau-Weine und als Rotweine auf Phyllitschiefer Spätburgunger-Spitzenweine gewonnen.

Rhein-Hessen-Weine

Fläche des Anbaugebietes 22565 ha, davon weniger als 5 % mit roten Rebsorten bestockt, darunter der bekannte Ingelheimer Spätburgunger; durchnittliche Weinmosternte 2 Millionen hl. Wichtigste Rebsorte ist der Müller-Thurgau, gefolgt von Silvaner, Morio-Muskat, Riesling und einige Neuzüchtungen. Die Weine sind je nach Sorte kräftig, Kernig bis blumig süffig und mild. Aus Rhein-Hessen stammt der auf überseeischen Märkten oft angebotene deutsche Wein "Liebfrauenmilch".

Franken-Weine

Fläche des Anbaugebietes 3403 ha, davon 48 ha rote Rebensorten; durchnittliche Weinmosternte 33000 hl. Fränkische Weine können leich, spritzig aber auch kernig und säurebetont sein. Klassische Rebsorten dieses Weinbaugebiets sind Silvaner, Müller-Thurgau, ferner Riesling und eine Reihe neuer Rebsorten wie Scheurebe, Kerner, Rieslaner, Bacchus u. a. Mit Ausnahme von Weinen aus Baden, und zwar die aus dem nördlichen Ortenau, dürfen nur Frankenweine in den typischen bauchigen Flaschen (Bocksbeutel) abgefüllt werden.

Rhein-Pfalz-Weine

Fläche des Anbaugebietes 21338 ha, davon sind etwa 10 % mit roten Rebsorten bestockt; durchnittliche Weinmosternte 2,1 Millionen hl. Wichtigste Rebsorten sind Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau, mit denen 75 % der Rebfläche bestockt sind. Ferner gibt es Morio-Muskat und Kerner. Unter den Rotweinrebsorten ist der Portugieser zu nennen.

Baden-Weine

Fläche des Anbaugebiets 12591 ha, davon 2688 ha rote Rebsorten; durchschnittliche Weinmosternte 1 Million hl. Angebaute Rebsorten sind Müller-Thurgau, Ruländer, Gutedel, Riesling, Silvaner, Weißer Burgunder und Traminer. Unter den Rotweinsorten ist der Blaue Spätburgunder führend. Als Spezialität gilt der badische Weißherbst.

Württemberg-Weine

Fläche des Anbaugebietes 8761 ha, davon 50 % mit Rotwein-Sorten bestockt; durchschnittliche Winmosternte 653000 hl. Folgende Rotwein-Rebsorten werden hier Angebaut: Trollinger, Limberger, Schwarzriesling. Unter den weißen Sorten sind zu nennen: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner. 90 % der Weinerzeugung wird im Lande selbst getrunken. Typisch ist auch der aus roten und weißen Trauben gekelterte Schillerwein.

Ahr-Weine

Fläche des Anbaugebietes ca. 498 ha, davon etwas mehr als die Hälfte des Gebietes mit Rotweinreben bestockt; durchschnittliche Weinmosternte 50000 hl. Spezialität des Anbaugebietes ist der Ahr-Rotwein, besonders der Blaue Spätburgunder, der die elegantesten Weine mit samtig-bluiger Ausbildung liefert. Weiter ist der Portugieser zu nennen, der einen rassig, lebendigen Wein hervorbringt. Die außerhalb des Weinbaugebietes wenig bekannten Weißweine sind kernig und spritzig. An Bedeutung nehmen Neuzüchtungen wie Domina und Rotberger zu.

Nahe-Weine

Fläche des Anbaugebietes 4469 ha, davon 45 ha Rotweine; durchschnittliche Weinmosternte ca. 400000 hl. Naheweine haben eine feine frische und fruchtigen Geschmack, sind dabei aber voll und abgerundet. 80 % der bestockten Fläche werden von den Rebsorten Müller-Thurgau, Silvaner und Rieslig eingenommen.

Mittelrhein-Weine

Fläche des Anbaugebietes 903 ha, davon 99 % Weißweinreben; durchschnittliche Weinmosternte 75000 hl. Diese Anbaugebiet liefert rassige, kräftige, langlebige Rieslingweine und elegante Müller-Thurgau-Weine sowie rieslingähnliche Neuzüchtungen. Gefragt sind auch Sektgrundweine aus dem Raum Bacharach-Oberwesel.

Saale-Unstrut- und Sachsen-Weine

Fläche des Anbaugebiets ca. 500 ha; durchschnittliche Weinmosternte 50000 hl. Bevorzugt angbaut werden frühreifende Weißweinsorten, wobei mit rd. 50 % die Müller-Thurgau-Rebe vorherrscht, ferner der Silvaner (10 %), der Weiße Burgunder (15 %), der Traminer (10 %) und der Riesling (5 %). Die Rotweinproduktion ist eher unbedeutend (1,5 % Portugieser). Die Weine sind herzhaft, kernig, oft mit einer markanten, spritzigen Säure.

Generell lässt sich sagen, dass die bekanntesten Weine Deutschlands die frischen fruchtigen Weißweine aus der Rieslingtraube sind. Für gewöhnlich haben sie einen geringen Alkoholgehalt und sind oft halbtrocken oder trocken. Einige der besten Weine sind die seltenen und intensiv süßen (Trocken-)Beerenauslesen und Eisweine. Es ist schwer die besten deutschen Weine auszumachen, da das Weingesetz Qualität durch die Reife der Traube definiert; theoretisch kann jeder Weinberg Qualitätsweine hervorbringen. Die höchste Stufe beim Qualitätswein ist der Qualitätswein mit Prädikat (QmP). Diese Weine unterscheiden sich durch den Reifegrad: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeereauslese und tragen den Namen der Rebsorte. Der Name des Erzeugers kann auf dem Etikett hervorgehoben werden. Beim Qualitätswein wird immer die Ursprungsregion oder das Anbaugebiet angegeben.

Bedeutende europäische Weinerzeugerländer

Unter den bedeutenden europäischen Weinerzeugerländern seien hier die französichen, italienischen, spanischen und portugiesischen Weine näher besprochen: Ungefähr 30 % der französichen Weine unterliegen den strengen Bestimmungen der Appelation Controlée (Abk. A.C.), die den Ort und die Methode der Weinherstellung festschreiben. Weniger streng kontrolliert werden viele Landweine (Vin des Pays). Bordeaux-Weine sind unter den Namen des Chateaux, der Weingüter, wo sie produziert werden, bekannt. Hauptregion für ausgezeichnete Weine sind Médoc, Graves, St.-Emilion und Pomerol; trockene Weißweine werden in Graves und Entre-deux-Mers hergestellt. Die Weinberge Burgunds sind in hundert kleiner Land-Parzellen unterteilt. Die besten Lagen sind die Grand Crus, die ihre eingenen A.C.s haben, gefolgt von den Premier Crus; dann die Weine, die nach Gemeinden benannt werden. Einigen sind rot, einige weiß, alle sind trocken. Chablis ist der bekannteste Burgunderwein. Unmittelbar südlich von Burgund produzieren die Regionen Côte Chalonnaise und Mâcon ähnliche Rot- und Weißweine. Südlich von Mâcon ist Beaujolais für seine jungen Rotweine bekannt, die man innerhalb von zwei Jahren nach der Lese trinken muss. Das Loiretal ist eine Region, die hauptsächlich junge, leichte Weine produziert: Muscadet (weiß) wächst in Küstennähe; landeinwärts bieten Anjou, Saumur und Touraine Weiß- Rot- und Roséweine; Touraine ist auch die Heimat des Vouvray, einen weißen Dessertwein, und der frischen, weißen Sancerre und Poully Fumé. Champagner, der meist weiß ist, hat Weltmaßstäbe für Schaumwein gesetzt; die Weine sind unter den Namen ihrer Erzeuger bekannt. Weine aus dem Elsass tragen die Namen der Rebsorte. Fast alle sind trockene Weißweine (Riesling, Gewürztraminer, Silvaner, Pinot Blanc und Gris). Zu den Weinen von der Rhône gehören sowohl viele hochwertige Côtes-du-Rhône-Rotweine (und einige Weißweine) als auch einige kräftige, langlebige wie Hermitage und Châteauneuf-du-Pape. Andere bekannte Weine sind der weiße Süßwein Monbazillac und die Schweren Rotweine Cahors und Madiran aus SO-Frankreich. In der Provence und dem Midi (Languedoc-Rousillon) werden Rosé- und Rotweine wie Corbière, Minervois, Fitou und Côtes du Rousillon produziert, die zu jeder Tageszeit schmecken.

In Italien gibt es eine noch größere Vielfalt an Weinen als in Frankreich; die meisten sind nach ihrem Ursprungsort benannt, manchmal in Verbindung mit einer Rebsorte. Aus dem Piemont im Nordwesten kommen der kräftige, langlebige rote Barolo und Barbaresco (aus Nebiolo-Trauben); etwas weniger robust sind die Weine aus der Barbera-Traube; leichtere Rotweine werden aus Dolcetto-Trauben herbestellt. Die Stadt Asti ist berühmt für ihre süßen, weißen Schaumweine. Im Veneto im Nordosten werden viele örtliche Rebsorten für den weißen Soave, den leichten roten Bardolino und den roten Valpolicella verwendet. In Mittelitalien wurd in der Emilia-Romagna Lambrusco produziert, eine leicht moussierender, süßer oder trockener Rotwein mit niedrigem Alkoholgehalt. Italiens berühmtester Wein ist der Chianti aus der Toskana, die auch Heimat des teuren, roten Brunello die Montalcino und vieler ausgezeichneter Rotweine wie Vino Nobile die Montepulciano ist. Andere zentrale Regionen wie Umbrien, Marken und Latium sind meist für ihre leichten Weißweine bekannt: Orvieto (süß oder trocken), Verdicchio dei Castelli di Jesi (trocken) und Frascati (üblicherweise trocken). Süditalien, Sizilien und Sardinien stellen alle Arten von Wein her. Siziliens goldgelber, süßer Marsala mit seinem hohen Alkoholgehalt ist weltbekannt. Spaniens Weine wurden lange Zeit nur in Verbindung mit Sherry, dem alkoholreichen Wein aus Jerez im Süden, gebracht. Er wird in vielen Ausführungen hergestellt, vom frischen, trockenen Fino und Manzanilla bis hin zum vollmundigen, süßen Cream-Sherry; Amontillado und Oloroso sind die süße un trockene Version. Spaniens bester Qualitätswein ist der robuste rote Rioja; andere Regionen, die gute Weine herstellen, sind Navarra, Ribera del Duero, Rueda, Galicien und Penedés. Portugal produziert wie Spanien eine große Menge Rot- und Weißweine für den örtlichen Verbrauch. Die bekanntesten Namen sind Vinho Verde, den man am besten sehr jung trinkt und Dao, der länger haltbar ist. Weltbekannt sind die Dessertweine Portwein und Madeira. Weitere bedeutende europäische Weinerzeugerländer sind Griechenland, Jugoslawien und Ungarn sowie in geringerem Umfang auch Österreich.

Weinbau außerhalb Europas

Winzer außerhalb Europas und des nordafrikanischen und vorderasiatischen Mittelmeerraumes sind in der Wahl der Sorten und im Weinbau viel freier. Viele Weine aus Nordamerika und Australien bekamen früher die Namen bekannter europäischer Weine wie Burgunder oder Champagner, um den Verbraucher eine Zuordnungshilfe zu geben. Heute wird die Rebsorte genannt. In Kalifornien werden 90 % des US-amerikanischen Weins produziert, hauptsächlich trockene Weißweine aus Chardonnay- und trockene Rotweine aus Cabernet-Sauvignon- und Zinfandel-Trauben. Die bekanntesten Anbaugebiete findet man um die Bucht von San Francisco. Weine, die im warmen australischen Klima hergestellt werden, haben meist einen kräftigen, fruchtigen Geschmack. Es gibt trockene Rotweine, die aus Cabernet-Sauvignon- oder Shiraz (Syrah)-Trauben und Mischungen der beiden hergestellt werden, und trockene Weißweine aus Chardonnay- und Sémillon-Trauben. Das Barossa Valley ist das bekannteste Anbaugebiet. Neuseeland hat ein kühl-gemäßigtes Klima und bringt hauptsächlich frische Weißweine auf dem Markt: Sauvignon Blanc kann hervorragend sein, ebenso wie Chardonnay und Riesling. Marlborough, Hawker Bay und Gisborne sind die größten Weingegenden. Südafrika ist traditionell für Dessertweine bekannt, stellt aber auch heute hervorragende Weine aus bekannten Rebsorten und trockene Weißweine aus Stehen (Chenin Blanc)- und Colombard-Trauben und Rotweine aus Cinsaut- und Pinotage her. In Argentinien werden ungeheure Mengen von Alltagswein hergestellt. Aus den bekanntesten Rebsorten stellen Chile und Argentinien auch einige edle Weine her. Die besten argentinischen Weine werden aus Malbec-Trauben gemacht.

Historisches

Die Weinrebe war bereits 3500 v. Chr. bei den Ägyptern bekannt und auch bei uns schon als Wildform heimisch. Im deutschen Gebiet hat die Weinkultur mit den Römern Eingang gefunden. Die ersten deutschen Weinberge (Muskateller) wurden vermutlich um 100 n. Chr. im Moseltal angelegt. Dies bezeugen zahlreiche Überreste von Kelterhäusern, die man in dieser Gegend ausgegraben hat. Um 300 n. Chr. bepflanzten die Römer viele der Sptzenlagen des Mosel-Saar-Ruwer-Gebietes und schufen damit die auch heute noch unverwechselbare, von steilen Hängen geprägten Weinberge dieser Gegend, die die Besucher dieser Region faszinieren. Die Ursprünge der modernen Weinbereitung reichen bis in die Klöster des Mittelalters zurück. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten schriftlichen Dokumente über den deutschen Weinbau. Im Mittelalter verbreitete sich der Weinbau sogar bis an die Ostsee, nach Brandenburg und Schlesien. Die Konkurrenz mit den südländischen Weinen hat den Weinbau in Deutschland auf von Natur besonders geeignete Standorte zurückgedrängt.

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