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Wien: Die Kaiserstadt nach dem Wiener Kongress

Einleitung

Wien, das im Jahre 1804 Residenzstadt des Kaisertums Österreich geworden war, rückte durch den Wiener Kongress 1814/15 in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit. Hier entschieden die Mächtigen Europas, wie dieser Kontinent nach den Jahren der napoleonischen Wirrnisse, die die Grenzen fast aller europäischen Länder verändert hatten, neu geordnet werden sollte. Wien und das österreichische Kaiserreich, das zu den führenden Gegnern der Französischen Revolution und ihrer Folgen zählte, war für die Zusammenkunft der europäischen Fürsten geradezu prädestiniert. Zwei Mal wurde diese Stadt von den Truppen des französischen Kaisers Napoleon I. erobert, sowohl 1805 als auch 1809 musste Kaiser Franz I. sich schmachvollen Bedingungen, die eine Reduzierung seines Herrschaftsgebietes verlangten, beugen. Staat und Stadt standen wegen der finanziellen Lasten des Krieges vor dem Bankrott. Der in Wien tagende internationale Friedenskongress bedeutete für die Residenz, wieder eine führende Rolle im Konzert der Staaten zu spielen. Doch was für die internationale Politik Gültigkeit hatte, ging an der Wiener Bevölkerung eigentlich spurlos vorbei. Die Stadt zog aus der Überwindung Napoleons und dem neuen europäischen Friedenssystem keine Vorteile, im Gegenteil, die der Stadt aufgebürdeten Lasten stiegen, Ersatz für erlittenes Unbill blieb aus, ja der politische Spielraum wurde auf allen Ebenen eingeschränkt. Die Wiener Bevölkerung konnte in nur geringem Maße vom Wiener Kongress profitieren, die negativen Erscheinungen überwogen. Das angeblich potente Käuferpublikum, das zum Kongress nach Wien angereist war, hinterließ auch Schulden, vor allem aber hatte der Aufenthalt von so vielen Fremden verheerende Auswirkungen auf die gesamte Preisstruktur in der Stadt. In der Hoffnung auf zahlungskräftige Mieter stiegen in Wien die Mieten der Wohnungen ins Unermessliche, die Preise für Nahrungsmittel und Gebrauchsartikel vervielfachten sich.

  1. Einleitung
  2. Der Wiener Magistrat in der Ära Metternich
  3. Wien - Hauptstadt der klassischen Musik
  4. Literatur im Korsett der allmächtigen Zensur
  5. Rückzug der Menschen in die private Idylle
  6. Die schönen Künste wenden sich stärker der Natur zu
  7. Wissenschaft und Technik unter dem Klima der Enge
  8. Industrie zwischen Innovation und Arbeiterfrage
  9. Wien zwischen Revolution und Neoabsolutismus

Bibliografie:

  • Jean P. Bled: Geschichte Wiens, Wien 2000
  • Reinhard Pohanka u. a., Geschichte Wiens in 6 Bänden, Wien 2000
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