Total votes: 46
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
THEMEN

XII. Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien

Daten

Dauer: 13. Juni bis 11. Juli 1982
Teilnehmer an
der Endrunde:

24
Spielorte: Alicante, Bilbao, Barcelona, Elche, Gijón, La Coruña, Madrid, Oviedo, Sevilla, Valladolid, Valencia, Saragossa
Zuschauer: 2 073 723 bei 52 Spielen (im Durchschnitt 39 879)
Bester Torschütze: Paolo Rossi (Italien), 6 Tore
Gesamttorzahl: 146 (im Durchschnitt 2,80 pro Spiel)
Weltmeister: Italien

Die Qualifikation

Spanien als Gastgeber und Argentinien als Titelverteidiger waren für die Endrunde 1982 bereits gesetzt. Um die folgenden 22 Plätze bewarben sich 97 Mannschaften. Die FIFA hatte, vor allem auf Betreiben des brasilianischen FIFA-Präsidenten Joao Havelange, das Teilnehmerfeld von bisher 16 auf 24 Länder aufgestockt. Dies kam den Ländern Nord- und Mittelamerikas, Asiens und Ozeaniens sowie Afrikas zu Gute, die nun jeweils zwei Vertreter entsenden konnten.

Die deutsche Elf hatte in der Qualifikation überzeugt: Acht Siege in acht Spielen, darunter zweimal gegen Österreich, und 33:3 Tore brachten das Team von Trainer Jupp Derwall Josef ("Jupp") Derwall souverän nach Spanien. Der zweimalige Vize-Weltmeister Niederlande hingegen hatte seinen Leistungszenit überschritten und war in der Qualifikation gescheitert. Dagegen schafften die Engländer als Gruppenzweiter hinter Ungarn den Sprung nach Spanien. In Südamerika unterlag Uruguay - im Januar 1981 noch gefeierter Sieger der sog. Mini-Weltmeisterschaft der bisherigen Titelträger - gegen Peru. Mittelamerika war durch Honduras und El Salvador vertreten, Mexiko scheiterte. Honduras gehörte ebenso wie Kamerun, Kuwait und Neuseeland zu den WM-Neulingen.

Europa Gruppe 1 - Qualifiziert: Deutschland und Österreich

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Deutschland880033:316:0
Österreich851216:611:5
Bulgarien841311:109:7
Albanien81074:222:14
Finnland81074:272:14

Europa Gruppe 2 - Qualifiziert: Belgien und Frankreich

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Belgien851212:911:5
Frankreich850320:810:6
Irland842217:1110:6
Niederlande841311:79:7
Zypern80084:290:16

Europa Gruppe 3 - Qualifiziert: UdSSR und CSSR

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
UdSSR862020:214:2
CSSR842215:610:6
Wales842212:710:6
Island822410:216:10
Türkei80081:220:16

Europa Gruppe 4 - Qualifiziert: Ungarn und England

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Ungarn842213:810:6
England841313:89:7
Rumänien82425:58:8
Schweiz82339:127:9
Norwegen82248:156:10

Europa Gruppe 5 - Qualifiziert: Jugoslawien und Italien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Jugoslawien861122:713:3
Italien852112:512:4
Dänemark840414:118:8
Griechenland831410:137:9
Luxemburg80081:230:16

Europa Gruppe 6 - Qualifiziert: Schottland und Nordirland

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Schottland84319:411:5
Nordirland83326:39:7
Schweden83237:88:8
Portugal83148:117:9
Israel81346:105:11

Europa Gruppe 7 - Qualifiziert: Polen

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Polen440012:28:0
DDR42029:64:4
Malta40042:150:8

Südamerika Gruppe 8 - Qualifiziert: Brasilien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Brasilien440011:28:0
Bolivien41035:62:6
Venezuela41031:92:6

Südamerika Gruppe 9 - Qualifiziert: Peru

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Peru42205:26:2
Uruguay41215:54:4
Kolumbien40224:72:6

Südamerika Gruppe 10 - Qualifiziert: Chile

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Chile43106:07:1
Ecuador41122:53:5
Paraguay41033:62:6

Nord: und Mittelamerika Gruppe 11 - Qualifiziert: Honduras und El Salvador

1. Runde

Sieger Nordamerikazone: Kanada und Mexiko
Sieger Mittelamerikazone: Honduras und El Salvador
Sieger Karibische Zone: Kuba und Haiti

2. Runde

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Honduras53208:18:2
El Salvador52212:16:4
Mexiko51316:35:5
Kanada51316:65:5
Kuba51224:84:6
Haiti50232:92:8

Afrika Gruppe 12 - Qualifiziert: Algerien und Kamerun

Finalrunde (zuvor drei Runden im K.o.-System)

Nigeria - Algerien 0:2 und 1:2
Marokko - Kamerun 0:2 und 1:2

Asien and Ozeanien Gruppe 13 - Qualifiziert: Kuwait und Neuseeland

1. Runde

Sieger Untergruppe A: Neuseeland
Sieger Untergruppe B: Saudi-Arabien
Sieger Untergruppe C: Kuwait
Sieger Untergruppe D: Volksrepublik China

2. Runde

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Kuwait64118:69:3
Neuseeland623111:67:5
VR China63129:47:5
Saudi-Arabien60154:161:11

Entscheidungsspiel um Platz 2 am 10.01.1982 in Singapur: Neuseeland - Volksrepublik China 2:1

WM-Endrunde

Von der auf 52 Partien angewachsenen Zahl der Endrundenspiele profitierte auch die Werbung treibende Industrie und die FIFA selbst, die bei allen mit der Vermarktung der Spiele zusammenhängenden Geschäften anteilig beteiligt war. Für das Gastgeberland Spanien bedeutete die Durchführung von 52 Spielen in nur einem Monat naturgemäß eine organisatorische Herausforderung. Die Gruppenauslosung am 16. Januar 1982 in Madrid ließ dabei Schlimmes befürchten: Zeitweise streikten die Lostrommeln, Schottland und Belgien wurden auf den Anzeigetafeln falsch gesteckt und die spanische Zeitung "Diario 16" nannte die Veranstaltung eine "Kurpfuscherei". Gespielt wurde in sechs Vorrundengruppen zu je vier Teams und in der zweiten Finalrunde mit vier Gruppen zu je zwei Mannschaften. Ab dem Viertelfinale galt das K.o.-System.

Erste Finalrunde - Gruppe A (Kamerun, Italien, Peru, Polen in Vigo und La Coruña)

Eine Entwöhnungskur in Sachen Toren mussten die Zuschauer der Gruppe A über sich ergehen lassen: Dreimal 0:0 und zweimal 1:1 - Kamerun, das als Vertreter Schwarzafrikas dank technischen Könnens und großer taktischer Disziplin ungeschlagen nach Hause fahren durfte, die enttäuschenden Peruaner und auch Italien, das sich mit drei Unentschieden und gerade einmal zwei geschossenen Toren gerade so eben in die Zwischenrunde mogelte, verwöhnten nicht unbedingt ihr Publikum. Nur die Polen, die in den ersten beiden Spielen (jeweils 0:0) italienischer als die Italiener spielten, zeigten wenigsten einmal ihre Fähigkeiten: Beim 5:1 gegen Peru brach sich ihre verloren geglaubte Spielfreude Bahn und ihr Star Zbigniew Boniek zeigte, warum Juventus Turin ihn für die Saison 1982/83 für umgerechnet rd. 4 Mio. DM verpflichtet hatte.

14. Juni 1982, Estadio Balaidos in Vigo

Italien - Polen 0:0

Italien: Zoff; Gentile, Collovati, Scirea, Cabrini; Antognoni, Marini, Tardelli, Conti; Graziani, Rossi
Polen: Mlynarczyk; Janas, Jalocha, Zmuda, Majewski; Matysik, Iwan (72. Kusto), Buncol, Lato; Smolarek, Boniek
Schiedsrichter: Vautrot (Frankreich)
Zuschauer: 33 000

15. Juni 1982, Estadio Riazor in La Coruña

Kamerun - Peru 0:0

Kamerun: N'Kono; Kaham, Kunde, Onana, N'Djeya; M'Bom, Abega, M'Bida, Aoudou; N'Guea (73. Bahoken), Milla (89. Tokoto)
Peru: Quiroga; Duarte, Ruben Díaz, Salguero, Olaechea; Cueto, Velásquez, Cubillas (57. La Rosa); Leguía (57. Barbadillo), Oblitas, Uribe
Schiedsrichter: Wöhrer (Österreich)
Zuschauer: 11 000

18. Juni 1982, Estadio Balaidos in Vigo

Italien - Peru 1:1 (1:0)

Italien: Zoff; Gentile, Collovati, Scirea, Cabrini; Antognoni, Marini, Tardelli, Conti; Graziani, Rossi (46. Causio)
Peru: Quiroga; Duarte, Ruben Díaz, Salguero, Olaechea; Barbadillo (52. Leguía) Cueto, Velásquez (64. La Rosa), Cubillas; Oblitas, Uribe
Schiedsrichter: Eschweiler (Deutschland)
Tore: 1:0 Conti (18.)
1:1 Ruben Díaz (83.)
Zuschauer: 25 000

19. Juni 1982, Estadio Riazor in La Coruña

Kamerun - Polen 0:0

Kamerun: N'Kono; Kaham, Kunde, Onana, N'Djeya; M'Bom, Abega, M'Bida, Aoudou, N'Guea (46. Tokoto), Milla
Polen: Mlynarczyk; Janas, Jalocha, Zmuda, Majewski; Buncol, Iwan (25. Szarmach), Palasz (67. Kusto); Lato, Boniek, Smolarek
Schiedsrichter: Ponnet (Belgien)
Zuschauer: 19 000

22. Juni 1982, Estadio Riazor in La Coruña

Polen - Peru 5:1 (0:0)

Polen: Mlynarczyk; Janas, Jalocha (26. Dziuba), Zmuda, Majewski; Matysik, Buncol, Kupcewicz, Lato; Smolarek (75. Ciolek), Boniek
Peru: Quiroga; Duarte, Ruben Díaz, Salguero, Olaechea; La Rosa, Cueto, Velásquez, Cubillas (51. Barbadillo); Oblitas (51. Uribe), Leguía
Schiedsrichter: Rubio (Mexiko)
Tore: 1:0 Smolarek (56.)
2:0 Lato (59.)
3:0 Boniek (61.)
4:0 (Buncol 68.)
5:0 Ciolek (77.)
5:1 La Rosa (83.)
Zuschauer: 25 000

23. Juni 1982, Estadio Balaidos in Vigo

Italien - Kamerun 1:1 (1:0)

Italien: Zoff; Gentile, Collovati, Scirea, Cabrini; Antognoni, Oriali, Tardelli, Conti; Graziani, Rossi
Kamerun: N'Kono; Kaham, Kunde, Onana, N'Djeya; M'Bom, Abega, M'Bida, Aoudou, Tokoto, Milla
Schiedsrichter: Dodtschev (Bulgarien)
Tore: 1:0 Graziani (61.)
1:1 M'Bida (62.)
Zuschauer: 20 000

Gruppe A - Qualifiziert: Polen und Italien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Polen31205:14:2
Italien30302:23:3
Kamerun30301:13:3
Peru30212:52:4

Erste Finalrunde - Gruppe B (Algerien, Österreich, Chile, Deutschland in Gijon und Oviedo)

Mit Algerien, Österreich und Chile hatte die deutsche Elf eine vermeintlich leichte Gruppe erwischt. Dass dem nicht so war, mussten die deutschen Elitekicker schon im ersten Spiel erfahren: Die technisch besseren und taktisch gut geschulten Algerier gingen in der 53. Minute durch Rechtsaußen Madjer auf Vorlage von Mittelfeldstar Lakhdar Belloumi mit 1:0 in Führung. Zwar schaffte 14 Minuten später Karl-Heinz Rummenigge auf Vorlage von Felix Magath den Ausgleich, doch schon im Gegenzug brachte Belloumi die Algerier wieder in Führung. Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Die Spieler des amtierenden Europameisters gingen geschlagen vom Platz, die Nordafrikaner ließen sich feiern. Die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" schrieb in Erinnerung an das Ausscheiden der Italiener 1966: "Nun hat auch Deutschland sein Nordkorea".

Das zweite Gruppenspiel gegen Chile, das sein Auftaktspiel gegen Österreich 0:1 verloren hatte, wurde zum großen Auftritt des deutschen Mannschaftskapitäns Karl-Heinz Rummenigge, der allein drei Tore schoss. Der eingewechselte Uwe Reinders erhöhte auf 4:0, ehe die Chilenen noch per Elfmeter zum Ehrentreffer kamen. Nachdem es Österreich gegen die Algerier besser gemacht hatte als die DFB-Elf, und sich durch den 2:0-Sieg schon vorzeitig für die Zwischenrunde qualifiziert hatte, mussten die letzten beiden Gruppenspiele über das Weiterkommen entscheiden. Im Spiel gegen Chile führten die Algerier bereits nach 35 Minuten mit 3:0, doch dann schossen die Chilenen noch zwei Tore. Somit würde einen Tag später ein knapper deutscher Sieg gegen Österreich - nicht höher als 2:0 - beiden Teams zum Weiterkommen reichen. Genau so geschah es: Nach dem 1:0 von Mittelstürmer Horst Hrubesch in der 11. Minute plätscherte das Spiel nur so vor sich, der Ball wurde in den eigenen Reihen hin- und hergeschoben, beide Teams hatten offenbar einen Nichtangriffspakt geschlossen. Die beiderseitige Passivität ging zu Lasten der Algerier, die bei gleicher Punktzahl wie Deutschland und Österreich auf Grund des schlechteren Torverhältnisses nach Hause fahren mussten.

16. Juni 1982, Estadio El Molinón in Gijon

Algerien - Deutschland 2:1 (0:0)

Algerien: Cerbah; Merzekane, Kourichi, Guendouz, Dahleb; Mansouri, Fergani, Belloumi, Madjer (88. Larbes); Zidane (64. Bensaoula), Assad
Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel; Dremmler, Breitner, Magath (83. Fischer); Littbarski, Hrubesch, Rummenigge
Schiedsrichter: Labó (Peru)
Tore: 1:0 Madjer (53.)
1:1 Rummenige (67.)
2:1 Belloumi (69.)
Zuschauer: 42 000

17. Juni 1982, Estadio Carlos Tartiere in Oviedo

Österreich - Chile 1:0 (1:0)

Österreich: Koncilia; Krauss, Obermayer, Pezzey, Degeorgi (79. Baumeister); Hattenberger, Prohaska, Hintermaier, Schachner; Krankl, Weber (79. Jurtin)
Chile: Osben; Garrido, Valenzuela, E. Figueroa, Bigorra; Dubó, Yanez, Neira (72. Rojas), Bonvallet; Caszely, Moscoso (70. Gamboa)
Schiedsrichter: Cardellino (Uruguay)
Tor: 1:0 Schachner (21.)
Zuschauer: 22 000

20. Juni 1982, Estadio El Molinón in Gijon

Deutschland - Chile 4:1 (1:0)

Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel; Dremmler, Breitner (61. Matthäus), Magath; Littbarski (79. Reinders), Hrubesch, Rummenigge
Chile: Osben; Garrido, Valenzuela, Figueroa, Bigorra; Dubó, Yanez, Bonvallet, Soto (46. Letelier); Moscoso, Gamboa (66. Neira)
Schiedsrichter: Galler (Schweiz)
Tore: 1:0 Rummenige (9.)
2:0 Rummenige (57.)
3:0 Rummenige (66.)
4:0 Reinders (84.)
4:1 Moscoso (89.)
Zuschauer: 42 000

21. Juni 1982, Estadio Carlos Tartiere in Oviedo

Österreich - Algerien 2:0 (0:0)

Österreich: Koncilia; Krauss, Obermayer, Pezzey, Degeorgi; Hattenberger, Prohaska (81. Weber), Hintermaier, Schachner; Krankl, Baumeister (46. Welzl)
Algerien: Cerbah; Merzekane, Kourichi, Guendouz, Dahleb (76. Tlemcani); Mansouri, Fergani Belloumi (66. Bensaoula); Madjer, Zidane, Assad
Schiedsrichter: Boskovic (Australien)
Tore: 1:0 Schachner (56.)
2:0 Krankl (67.)
Zuschauer: 22 000

24. Juni 1982, Estadio Carlos Tartiere in Oviedo

Algerien - Chile 3:2 (3:0)

Algerien: Cerbah; Merzekane, Kourichi, Guendouz, Bourrebou; Mansouri (74. Dahleb), Fergani, Madjer, Larbes; Bensaoula, Assad
Chile: Osben; Gallindo, Valenzuela, E. Figueroa, Bigorra; Dubó, Yanez, Bonvallet (37. Soto), Caszely (60. Letelier); Moscoso, Neira
Schiedsrichter: Méndez Molina (Guatemala)
Tore: 1:0 Assad (8.)
2:0 Assad (31.)
3:0 Bensaoula (35.)
3:1 Neira (59. Foulelfmeter)
3:2 Letelier (73.)
Zuschauer: 16 000

25. Juni 1982, Estadio El Molinón in Gijon

Deutschland - Österreich 1:0 (1:0)

Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel; Dremmler, Breitner, Magath; Littbarski, Hrubesch (69. Fischer), Rummenigge (67. Matthäus)
Österreich: Koncilia; Krauss, Obermayer, Pezzey, Degeorgi; Hattenberger, Prohaska, Hintermaier, Schachner; Krankl, Weber
Schiedsrichter: Valentine (Schottland)
Tor: 1:0 Hrubesch (11.)
Zuschauer: 41 000

Gruppe B - Qualifiziert: Deutschland und Österreich

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Deutschland32016:34:2
Österreich32013:14:2
Algerien32015:54:2
Chile30033:80:6

Erste Finalrunde - Gruppe C (Argentinien, Belgien, Ungarn, El Salvador in Barcelona und Elche)

Die Gruppe C begann gleich mit einem Paukenschlag: Im WM-Auftaktspiel lieferten die Belgier eine taktische Glanzleistung ab und besiegten den Titelverteidiger Argentinien durch ein Tor von Erwin Vandenbergh verdient mit 1:0. Es war nach 16 Jahren und 458 Spielminuten der erste Treffer bei einem WM-Eröffnungsspiel. Der neue Superstar Diego Maradona Diego Maradona, der nach der WM für umgerechnet 19 Mio. DM zum FC Barcelona wechselte, wurde an seinem künftigen Arbeitsplatz im Estadio Nou Camp von den Belgiern weitgehend neutralisiert. Für das zweite Ausrufezeichen sorgten die Ungarn, die (das von einem langjährigen Bürgerkrieg heimgesuchte) El Salvador mit einem rekordträchtigen 10:1 deklassierten. Damit hatten die Spieler aus Budapest ihr Pulver aber schon weitgehend verschossen, gegen Argentinien (1:4) und Belgien (1:1) wurde das Weiterkommen verspielt. Hinter Belgien sicherte sich Argentinien, dessen Trainer Luis Cesar Menotti weitgehend auf die Weltmeister von 1978 - ergänzt durch die Jungstars Ramon Diaz und Diego Maradona - vertraute, den zweiten Platz.

13. Juni 1982, Estadio Nou Camp in Barcelona (WM-Eröffnungsspiel)

Belgien - Argentinien 1:0 (0:0)

Belgien: Pfaff; Gerets, L. Millecamps, Baecke, de Schrijver; Coeck, Vercauteren, Vandersmissen, Vandenbergh; Czerniatynski, Ceulemans
Argentinien: Fillol; Olguin, Galvan, Passarella, Tarantini; Ardiles, Maradona, Gallego, Bertoni; Ramon Diaz (65. Valdano), Kempes
Schiedsrichter: Christov (CSSR)
Tor: 1:0 Vandenbergh (63.)
Zuschauer: 95 000

15. Juni 1982, Nuevo Estadio in Elche

Ungarn - El Salvador 10:1 (3:0)

Ungarn: Meszaros; Bálint, Martos, Garaba, J. Tóth; S. Müller (69. Szentes), Nyilasi, Sallai, Fazekas; Tórócsik (56. L. Kiss), Pölöskei
El Salvador: Guevara Mora; Castillo, Cruz Jovel, Rodriguez, Recinos; Huezo, Rugamas (27. Ramirez Zapata), Ventura, Rivas; Hernández, González
Schiedsrichter: Al-Doy (Bahrein)
Tore: 1:0 Nyilasi (4.)
2:0 Pölöskei (12.)
3:0 Fazekas (24.)
4:0 Tóth (51)
5:0 Fazekas (55.)
5:1 Ramirez (65.)
6:1 Kiss (70.)
7:1 (Szentes 71.)
8:1 Kiss (73.)
9:1 Kiss (77.)
10:1 Nyilasi (83.)
Zuschauer: 23 000

18. Juni 1982, Estadio José Rico Pérez in Alicante

Argentinien - Ungarn 4:1 (2:0)

Argentinien: Fillol; Olguin, Galvan, Passarella, Tarantini (52. Barbas); Ardiles, Maradona, Gallego, Bertoni; Valdano (25. Calderón), Kempes
Ungarn: Meszaros; Bálint, Martos (46. Fazekas), Garaba, J. Tóth; Rab, Nyilasi, Sallai, Varga; L. Kiss (62. Szentes), Pölöskei
Schiedsrichter: Lacarne (Algerien)
Tore: 1:0 Bertoni (27.)
2:0 Maradona (29.)
3:0 Maradona (58.)
4:0 Ardiles (61.)
4:1 Pölöskei (77.)
Zuschauer: 32 000

19. Juni 1982, Nuevo Estadio in Elche

Belgien - El Salvador 1:0 (1:0)

Belgien: Pfaff; Gerets, Millecamps, Baecke, Meeuws, Coeck; Vercauteren, Vandersmissen (46. F. van der Elst), Vandenbergh; Czerniatynski, Ceulemans (79. van Moer)
El Salvador: Guevara Mora; Osorto (46. Diaz Arevalo), Cruz Jovel, Rodriguez; Recinos, Fagoaga, Ramirez Zapata, Ventura; Rivas, Huezo, Gonzalez
Schiedsrichter: Moffatt (Nordirland)
Tor: 1:0 Coeck (19.)
Zuschauer: 15 000

22. Juni 1982, Nuevo Estadio in Elche

Belgien - Ungarn 1:1 (0:1)

Belgien: Pfaff; Gerets (63. Plessers), Millecamps, Baecke, Meeuws; Coeck, Vercauteren, Vandersmissen (46. van Moer), Vandenbergh; Czerniatynski, Ceulemans
Ungarn: Meszaros; Kerekes, Martos, Fazekas, Garaba; S. Müller (67. Sallai), Nyilasi, Tórócsik, Varga; L. Kiss (71. Csongrádi), Pölöskei
Schiedsrichter: White (England)
Tore: 0:1 Varga (28)
1:1 Czerniatynski (76.)
Zuschauer: 37 000

23. Juni 1982, Estadio José Rico Perez in Alicante

Argentinien - El Salvador 2:0 (1:0)

Argentinien: Fillol; Olguin, Galvan, Passarella, Tarantini; Ardiles, Maradona, Gallego, Bertoni (68. Ramon Diaz); Calderon (78. Santamaria), Kempes
El Salvador: Guevara Mora; Osorto (32. Diaz Arevalo), Cruz Jovel, Rodriguez, Recinos; Rugamas, Ramirez Zapata, Ventura (78. Alfaro), Rivas; Huezo, Gonzalez
Schiedsrichter: Barrancos (Bolivien)
Tore: 1:0 Passarella (22. Foulelfmeter)
2:0 (Bertoni 53.)
Zuschauer: 32 000

Gruppe C - Qualifiziert: Belgien und Argentinien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Belgien32103:15:1
Argentinien32016:24:2
Ungarn311112:63:3
El Salvador30031:130:6

Erste Finalrunde - Gruppe D (CSSR, England, Frankreich, Kuwait in Bilbao und Valladolid)

Die spanischen Sicherheitskräfte hatten in Bilbao besonders stark mobil gemacht, sollten hier doch die - vor allem wegen ihrer gelegentlich rabiaten "Fans" gefürchteten - Engländer ihre Gruppenspiele austragen. Doch die Fans von der Insel blieben weitgehend friedlich. Ihre Mannschaft setzte sich souverän mit drei Siegen gegen die stärker eingeschätzten Franzosen, die schwachen Tschechoslowaken und den meist überforderten WM-Neuling Kuwait durch, der immerhin gegen die CSSR ein Unentschieden holte. Für eine spektakuläre Einlage sorgte der Chef des kuwaitischen Fußballverbandes, Scheich Fahd Al-Ahmad: Im Gruppenspiel von Kuwait gegen Frankreich hatte der Franzose Alain Giresse gerade das 4:1 erzielt, als der auf der Tribüne sitzende Scheich seine Spieler vom Platz winkte. Die Kuwaitis und ihr brasilianischer Trainer Carlos Alberto Perreira fühlten sich durch einen Pfiff aus dem Publikum, den sie als Abseitspfiff interpretiert hatten, benachteiligt. Der drohende Spielabbruch wurde gerade noch abgewendet: Nachdem der Scheich gestikulierend am Spielfeldrand erschienen war und seine Spieler wieder auf den Platz beordert hatte, annullierte der sowjetische Schiedsrichter Miroslaw Stupar das Tor. Nach der achtminütigen Unterbrechung begann das Spiel erneut, in letzter Sekunde erhöhte Frankreich dann doch noch auf 4:1.

16. Juni 1982, Estadio San Mamés in Bilbao

England - Frankreich 3:1 (1:1)

England: Shilton; Butcher, Mills, Sansom (90. Neal), Thompson; Coppell, Robson, Wilkins, Francis; Mariner, Rix
Frankreich: Ettori; Battiston, Bossis, Trésor, López; Larios (75. Tigana), Girard, Giresse, Rocheteau (72. Six); Platini, Soler
Schiedsrichter: Garrido (Portugal)
Tore: 1:0 Robson (1.)
1:1 Soler (25.)
2:1 Robson (67.)
3:1 Mariner (83.)
Zuschauer: 44 000

17. Juni 1982, Nueva Estadio José Zorilla in Valladolid

CSSR - Kuwait 1:1 (1:0)

CSSR: Hruška; Barmoš, Jurkemik, Fiala, Kukucka; Panenka, Berger, Križ (58. Bicovský), Janecka (69. Petrzela); Nehoda, Vizek
Kuwait: Al Tarabulsi; Naeem Saed, Ma'Yoof, Mubarak, Jasem; Al Buloushi, Al Houti, Ahmed Karam (58. Marzouq), Al Anbari; Yaqoub, Al Dakheel
Schiedsrichter: Dwomoh (Ghana)
Tore: 1:0 Panenka (21. Foulelfmeter)
1:1 Al Dakheel (59.)
Zuschauer: 25 000

20. Juni 1982, Estadio San Mamés in Bilbao

England - CSSR 2:0 (0:0)

England: Shilton; Butcher, Mills, Sansom, Thompson; Coppell, Robson (46. Hoddle), Wilkins, Francis; Mariner, Rix
CSSR: Seman (76. Stromšik); Barmoš, Jurkemik, Fiala, Radimec; Chaloupka, Berger, Vojácek, Janecka (78. Masný); Nehoda, Vizek
Schiedsrichter: Corver (Niederlande)
Tore: 1:0 Francis (63.)
2:0 Barmoš (66. Eigentor)
Zuschauer: 41 000

21. Juni 1982, Nuevo Estadio José Zorilla in Valladolid

Frankreich - Kuwait 4:1 (2:0)

Frankreich: Ettori; Amoros, Bossis, Trésor, Janvion (15. López); Genghini, Giresse, Six, Platini (45. Girard); Lacombe, Soler
Kuwait: Al Tarabulsi; Naeem Saed, Ma'Yoof, Mubarak, Jasem (79. Al Shemmari); Al Buloushi, Al Houti, Ahmed Karam (46. Marzouq), Al Anbari; Yaqoub, Al Dakheel
Schiedsrichter: Stupar (UdSSR)
Tore: 1:0 Genghini (32.)
2:0 Platini (43.)
3:0 Six (48.)
3:1 Al Buloushi (75.)
4:1 Bossis (90.)
Zuschauer: 30 000

24. Juni 1982, Nuevo Estadio José Zorilla in Valladolid

CSSR - Frankreich 1:1 (0:0)

CSSR: Stromšik; Barmoš, Križ (31. Masný), Fiala, Radimec; Stambacher, Bicovský, Vojácek, Janecka (71. Panenka); Nehoda, Vizek
Frankreich: Ettori; Amoros, Bossis, Trésor, Janvion; Genghini, Giresse, Six, Platini; Lacombe (71. Couriol), Soler (89. Girard)
Schiedsrichter: Casarin (Italien)
Tore: 0:1 Six (66.)
1:1 Panenka (85. Foulelfmeter)
Platzverweis: Vizek (82.)
Zuschauer: 25 000

25. Juni 1982, Estadio San Mamés in Bilbao

England - Kuwait 1:0 (1:0)

England: Shilton; Foster, Mills, Neal, Thompson; Coppell, Hoddle, Wilkins, Francis; Mariner, Rix
Kuwait: Al Tarabulsi; Naeem Saed, Ma'Yoof, M. Mubarak, Al Mubarak (77. Al Shemmari); Al Buloushi, Al Houti, Marzouq, Al Anbari; Al Suwaayed, Al Dakheel
Schiedsrichter: Aristizábal (Kolumbien)
Tor: 1:0 Francis (27.)
Zuschauer: 40 000

Gruppe D - Qualifiziert: England und Frankreich

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
England33006:16:0
Frankreich31116:53:3
CSSR30212:42:4
Kuwait30122:61:5

Erste Finalrunde - Gruppe E (Spanien, Jugoslawien, Honduras, Nordirland in Valencia und Saragossa)

Die Sympathien der spanischen Zuschauer in der Gruppe E gehörten weniger ihren eigenen Spielern, die bis kurz vor dem Beginn der Endrunde lange und erfolgreich um höhere Prämien gekämpft hatten, als vielmehr dem WM-Neuling aus Honduras: Die Spieler aus Mittelamerika hatten in ihrem ersten Spiel die hoch bezahlten spanischen Profis am Rande einer Niederlage, doch der argentinische Schiedsrichter Artur Ithurralde pfiff einen Elfmeter, der keiner war und gab Spanien die Chance zum Ausgleich. Auch beim 0:1 gegen Jugoslawien durften sich die Kicker aus Honduras benachteiligt fühlen, denn das Tor resultierte aus einem umstrittenen Elfmeter zwei Minuten vor Schluss. Gruppensieger wurde unerwartet das Team aus Nordirland, das mit dem 17-jährigen Stürmer Norman Whiteside den jüngsten Spieler des Turniers im Aufgebot hatte.

16. Juni 1982, Estadio Luis Casanova in Valencia

Honduras - Spanien 1:1 (1:0)

Honduras: Arzu; Gutiérrez, Villegas, Costly, Bulnes; Maradiaga, Yearwood, Zelaya, Norales (70. Caballero); Betancourt, R. Figueroa
Spanien: Arconada; Camacho, Tendillo, Alexanco, Gordillo; Joaquin, M. A. Alonso, Zamora, Juanito (46. Saura); Satrustegui, López Ufarte
Schiedsrichter: Ithurralde (Argentinien)
Tore: 1:0 Zelaya (8.)
1:1 López Ufarte (66. Elfmeter)
Zuschauer: 50 000

17. Juni 1982, Estadio La Romereda in Saragossa

Nordirland - Jugoslawien 0:0

Nordirland: Jennings; J. Nicholl, C. Nicholl, McClelland, Donaghy; McIlroy, M. O'Neill, McCreery, Armstrong; Hamilton, Whiteside
Jugoslawien: Pantelic; Zajec, Jovanovic, Stojkovic, Hrstic; Šljivo, Gudelj, Šurjak, Petrovic; Zl. Vujovic, Sušic
Schiedsrichter: Fredriksson (Schweden)
Zuschauer: 25 000

20. Juni 1982, Estadio Luis Casanova in Valencia

Spanien - Jugoslawien 2:1 (1:1)

Spanien: Arconada; Camacho, Tendillo, Alexanco, Gordillo; Sánchez (63. Saura), Alonso, Zamora, Juanito; Satrustegui (63. Quini), López Ufarte
Jugoslawien: Pantelic; Zajec, Jovanovic (74. Halilhodžic), Stojkovic; Krmpotic, Šlijvo, Gudelj, Šurjak, Petrovic; Zl. Vujovic (84. Šestic), Sušic
Schiedsrichter: Lund-Sørensen (Dänemark)
Tore: 0:1 Gudelj (10.)
1:1 Juanito (14. Elfmeter; wurde nach Fehlschuss wiederholt, weil sich der Torwart angeblich zu früh bewegt hatte)
2:1 Saura (67.)
Zuschauer: 48 000

21. Juni 1982, Estadio La Romereda in Saragossa

Honduras - Nordirland 1:1 (0:1)

Honduras: Arzu; Gutierrez, Villegas, Costly, José Cruz; Maradiaga, Yearwood, Zelaya; Norales (59. Laing), Betancourt, R. Figueroa
Nordirland: Jennings; J. Nicholl, C. Nicholl, McClelland, Donaghy; McIlroy, M. O'Neill (79. Healy), McCreery, Armstrong; Hamilton, Whiteside (67. Brotherston)
Schiedsrichter: Chan Tam Sung (Hongkong)
Tore: 0:1 Armstrong (10.)
1:1 Laing (60.)
Zuschauer: 15 000

24. Juni 1982, Estadio La Romereda in Saragossa

Jugoslawien - Honduras 1:0 (0:0)

Jugoslawien: Pantelic; Zajec, Jovanovic (64. Halihodžic), Stojkovic; Krmpotic, Slijvo, Gudelj, Šurjak; Petrovic, Zl. Vujovic (63. Šestic), Sušic
Honduras: Arzu; Drummond, Villegas, Costly, José Cruz (66. Laing); Maradiaga, Yearwood, Zelaya, Bulnes; Betancourt, R. Figueroa
Schiedsrichter: Castro (Chile)
Tor: 1:0 Petrovic (88. Foulelfmeter)
Platzverweis: Yearwood (87.)
Zuschauer: 25 000

25. Juni 1982, Estadio Luis Casanova in Valencia

Nordirland - Spanien 1:0 (0:0)

Nordirland: Jennings; J. Nicholl, C. Nicholl, McClelland, Donaghy; McIlroy (50. Cassidy), M. O'Neill, McCreery, Armstrong, Hamilton, Whiteside (73. Nelson)
Spanien: Arconada; Camacho, Tendillo, Alexanco, Gordillo, Sánchez; Alonso, Saura, Juanito; Satrustegui (46. Quini), López Ufarte (79. Gallego)
Schiedsrichter: Ortiz (Paraguay)
Tor: 1:0 Armstrong (48.)
Platzverweis: Donaghy (61.)
Zuschauer: 49 500

Gruppe E - Qualifiziert: Nordirland und Spanien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Nordirland31202:14:2
Spanien31113:33:3
Jugoslawien31112:23:3
Honduras30212:32:4

Erste Finalrunde - Gruppe F (Brasilien, Neuseeland, Schottland, UdSSR in Sevilla und Malaga)

Das einhellige Urteil der Kritiker: In dieser Gruppe wurde der beste Fußball gespielt: Das lag nicht nur am Team Brasiliens, das sich ohne Punktverlust für die Zwischenrunde qualifizierte, sondern auch an den Sowjets, die beim 1:2 gegen Brasilien in krasser Weise vom spanischen Schiedsrichter Augusto Lamo Castillo benachteiligt wurden, der ihnen zwei klare Elfmeter vorenthielt und ihnen ein reguläres Tor wegen angeblichen Abseits aberkannte. Auch Schottland geizte nicht mit begeisterndem Fußball, unterlag zwar Brasilien mit 1:4, zeigte aber beim 2:2 gegen die UdSSR eines der besten Spiele des Turniers überhaupt und verfehlte letztlich nur wegen der im Vergleich zu den Sowjets schlechteren Tordifferenz das Weiterkommen.

14. Juni 1982, Estadio Sanchez Pizjuan in Sevilla

Brasilien - UdSSR 2:1 (0:1)

Brasilien: Valdir Perez; Leandro, Oscar, Luizinho, Junior; Socrates, Dirceu (46. Paulo Isidoro), Zico, Falção; Serginho, Eder
UdSSR: Dassajev; Sulakvelidze, Chivadze, Baltacha, Demianenko; Bessonov, Gavrilov (74. Susloparov), Bal, Daraselia; Shengelia (89. Andrejew), Blochin
Schiedsrichter: Lamo Castillo (Spanien)
Tore: 0:1 Bal (34.)
1:1 Socrates (75.)
2:1 Eder (88.)
Zuschauer: 68 000

15. Juni 1982, Estadio La Rosaleda in Malaga

Schottland - Neuseeland 5:2 (3:0)

Schottland: Rough; McGrain, Hansen, Evans, F. Gray; Souness, Strachan (38. Narey), Dalglish, Wark; Brazil (54. Archibald), Robertson
Neuseeland: van Hattum; Hill, Malcolmson (77. Cole), Elrick, Almond (66. Herbert); Sumner, McKay, Cresswell, Boath; Rufer, Wooddin
Schiedsrichter: Socha (USA)
Tore: 1:0 Dalglish (18.)
2:0 Wark (30.)
3:0 Wark (33.)
3:1 Sumner (54.)
3:2 Woodin (65.)
4:2 Robertson (74.)
5:2 Archibald (80).
Zuschauer: 36 000

18. Juni 1982, Estadio Benito Villamarin in Sevilla

Brasilien - Schottland 4:1 (1:1)

Brasilien: Valdir Perez; Leandro, Oscar, Luizinho, Junior; Socrates, Cerezo, Zico, Falção; Serginho (81. Paulo Isidoro), Eder
Schottland: Rough; Miller, Hansen, Hartford (67. McLeish), Gray; Souness, Strachan (62. Dalglish), Narey; Wark, Archibald, Robertson
Schiedsrichter: Calderon (Costa Rica)
Tore: 0:1 Narey (18.)
1:1 Zico (33.)
2:1 Oscar (48.)
3:1 Eder (64.)
4:1 Falção (87.)
Zuschauer: 47 000

19. Juni 1982, Estadio La Rosaleda in Malaga

UdSSR - Neuseeland 3:0 (1:0)

UdSSR: Dassajev; Sulakvelidze, Chivadze, Baltacha, Demianenko; Bessonov, Gavrilov (79. Rodionov), Bal; Daraselia (46. Oganesian), Shengelia, Blochin
Neuseeland: van Hattum; Dods, Cole, Elrick, Herbert; Sumner, McKay, Cresswell, Boath; Rufer, Wooddin
Schiedsrichter: El-Ghoul (Libyen)
Tore: 1:0 Gavrilov (25.)
2:0 Blochin (48.)
3:0 Baltacha (69.)
Zuschauer: 19 000

22. Juni 1982, Estadio La Rosaleda in Malaga

Schottland - UdSSR 2:2 (1:0)

Schottland: Rough; Miller, Hansen, Jordan (72. Brazil), Gray; Souness, Strachan (70. McGrain), Narey, Wark; Archibald, Robertson
UdSSR: Dassajev; Sulakvelidze, Chivadze, Baltacha, Demianenko; Bessonov, Gavrilov, Bal, Borovsky; Shengelia (88. Andrejew), Blochin
Schiedsrichter: Rainea (Rumänien)
Tore: 1:0 Jordan (15.)
1:1 Chivadze (60.)
1:2 Shengelia (84.)
2:2 Souness (86.)
Zuschauer: 45 000

23. Juni 1982, Estadio Benito Villamarin in Sevilla

Brasilien - Neuseeland 4:0 (2:0)

Brasilien: Valdir Perez; Leandro, Oscar (75. Edinho), Luizinho, Junior; Socrates, Cerezo, Zico, Falção; Serginho (75. Paulo Isidoro), Eder
Neuseeland: van Hattum; Dods, Almond, Elrick, Herbert; Sumner, McKay, Cresswell (78. Cole), Boath; Rufer (78. B. Turner), Wooddin
Schiedsrichter: Matovinovic (Jugoslawien)
Tore: 1:0 Zico (28.)
2:0 Zico (32.)
3:0 Falção (55.)
4:0 Serginho (70.)
Zuschauer: 43 000

Gruppe F - Qualifiziert: Brasilien und UdSSR

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Brasilien330010:26:0
UdSSR31116:43:3
Schottland31118:83:3
Neuseeland30032:120:6

Zweite Finalrunde - Gruppe 1 (Belgien, Polen, UdSSR in Barcelona)

Wie schon 1974 und 1978 wurde auch in Spanien eine zweite Finalrunde ausgespielt, diesmal allerdings mit vier Gruppen zu je drei Mannschaften. Belgien, in der Vorrunde noch so glanzvoll gegen Argentinien gestartet, musste nach einem 0:3 gegen Polen und 0:1 gegen die UdSSR die Segel streichen. Das Spiel zwischen Polen und der UdSSR wurde von politischen Vorzeichen bestimmt: Das Ende 1981 in Polen verhängte Kriegsrecht - wegen der freiheitlichen Bestrebungen der Gewerkschaft "Solidarität" und um einen drohenden Einmarsch der Sowjettruppen zu verhindern - sorgte für "Eiszeit" auf dem Platz. Mit dem 0:0 konnten die Polen die UdSSR vorzeitig nach Hause schicken.

28. Juni 1982, Estadio Nou Camp in Barcelona

Polen - Belgien 3:0 (2:0)

Polen: Mlynarczyk; Dziuba, Majewski, Zmuda, Janas; Lato, Buncol, Matysik, Kupcewicz (82. Ciolek); Boniek, Smolarek
Belgien: Custers; Renquin, L. Millecamps, Meeuws, Plessers (87. Baecke); van Moer (46. F. van der Elst), Coeck, Vercauteren, Ceulemans; Vandenbergh, Czerniatynski
Schiedsrichter: Calderon (Costa Rica)
Tore: 1:0 Boniek (4.)
2:0 Boniek (27.)
3:0 Boniek (53.)
Zuschauer: 65 000

1. Juli 1982, Estadio Nou Camp in Barcelona

UdSSR - Belgien 1:0 (0:0)

UdSSR: Dassajev; Borovsky, Chivadze, Baltacha, Demianenko; Bessonov, Bal (88. Daraselia), Gavrilov, Shengelia (89. Rodionov); Oganesian, Blochin
Belgien: Munaron; Renquin, L. Millecamps, Meeuws, de Schrijver (66. M. Millecamps); Verheyen, van der Smissen (68. Czerniatynski), Coeck, Vercauteren; Ceulemans, Vandenbergh
Schiedsrichter: Vautrot (Frankreich)
Tor: 1:0 Oganesian (49.)
Zuschauer: 45 000

4. Juli 1982, Estadio Nou Camp in Barcelona

Polen - UdSSR 0:0

Polen: Mlynarczyk; Dziuba, Majewski, Zmuda, Janas; Lato, Buncol, Matysik, Kupcewicz (51. Ciolek); Boniek, Smolarek
UdSSR: Dassajev; Borovsky, Chivadze, Baltacha, Demianenko; Bessonov, Sulakvelidze, Gavrilov (79. Daraselia), Shengelia (58. Andrejew); Oganesian, Blochin
Schiedsrichter: Valentine (Schottland)
Zuschauer: 65 000

Gruppe 1 - Qualifiziert: Polen

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Polen21103:03:1
UdSSR21101:03:1
Belgien20020:40:4

Zweite Finalrunde - Gruppe 2 (England, Spanien, Deutschland in Madrid)

Beim Auftaktspiel Deutschland gegen England verdiente sich der brasilianische Schiedsrichter Coelho das Prädikat "Bester Mann auf dem Platz". Die beste Chance hatte noch Karl-Heinz Rummenigge, der fünf Minuten vor Schluss nur die Querlatte des englischen Tores traf. Gegen die enttäuschenden Spanier sorgten Pierre Littbarski und Klaus Fischer für eine 2:0-Führung, der die Gastgeber acht Minuten vor Schluss nur noch den Anschlusstreffer entgegensetzen konnten. Im letzten Gruppenspiel ging es für die Engländer ums Weiterkommen, für Spanien "nur noch" um die Ehre. Das 0:0 in einem kampfbetonten Spiel, bei dem die Spanier eine ihrer besten Turnierleistungen zeigten, nützte der deutschen Elf, die dadurch ins Halbfinale einziehen konnte. Seinen einzigen Auftritt bei diesem Turnier hatte der in der 64. Minute eingewechselte Kevin Keegan, der bis dahin auf Grund einer mysteriösen Rückenverletzung fehlte.

29. Juni 1982, Estadio Santiago Bernabeu in Madrid

England - Deutschland 0:0

England: Shilton; Butcher, Mills, Thompson, Sansom; Coppell, Robson, Wilkins, Francis (77. Woodcock); Mariner, Rix
Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel; Dremmler, B. Förster, Breitner, H. Müller (74. Fischer); Reinders (63. Littbarski), Rummenigge
Schiedsrichter: Coelho (Brasilien)
Zuschauer: 75 000

2. Juli 1982, Estadio Santiago Bernabeu in Madrid

Deutschland - Spanien 2:1 (0:0)

Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel; Dremmler, B. Förster, Breitner, Fischer; Littbarski, Rummenigge (46. Reinders)
Spanien: Arconada; Urquiaga, Tendillo, Alexanco, Gordillo; Camacho, Alonso, Zamora, Juanito (46. López Ufarte); Quini (65. Sánchez), Santillana
Schiedsrichter: Casarin (Italien)
Tore: 1:0 Littbarski (50.)
2:0 Fischer (75.)
2:1 Zamora (82.)
Zuschauer: 90 000

5. Juli 1982, Estadio Santiago Bernabeu in Madrid

England - Spanien 0:0

England: Shilton; Butcher, Mills, Thompson, Sansom; Robson, Wilkins, Francis, Woodcock (64. Keegan); Mariner, Rix (64. Brooking)
Spanien: Arconada; Urquiaga, Tendillo (73. Maceda), Alexanco, Gordillo; Saura (67. Uralde), Alonso, Zamora, Camacho; Satrustegui, Santillana
Schiedsrichter: Ponnet (Belgien)
Zuschauer: 75 000

Gruppe 2 - Qualifiziert: Deutschland

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Deutschland21102:13:1
England20200:02:2
Spanien20111:21:3

Zweite Finalrunde - Gruppe 3 (Argentinien, Brasilien, Italien in Barcelona)

In der "Gruppe der Giganten" feierte Italien, in der Vorrunde nur mühsam an einer Blamage vorbeigeschrammt, seine Auferstehung. Gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien brachten ausgerechnet die beiden Abwehrrecken Marco Tardelli und Antonio Cabrini die "Squadra Azzurra" 2:0 in Führung, nach dem Anschlusstreffer durch einen Freistoß von Daniel Passarella verteidigten die Italiener mit Glück und Geschick ihre Führung. Endgültig nach Hause geschickt wurden die Argentinier durch den großen Nachbarn Brasilien. Beim 1:3 im südamerikanischen Bruderkampf gingen dem 21-jährigen Maradona die Nerven durch und er wurde nach einem Foul vom Platz gestellt. Das alles entscheidende Gruppenspiel Italien - Brasilien nutzte der Juventus-Star Paolo Rossi zu einer One-Man-Show: Seinen drei Toren zum 1:0, 2:1 und 3:2 hatten die Brasilianer nur zwei Treffer entgegenzusetzen, weitere Chancen vereitelte die schon 40 Jahre alte Torwart-Legende Dino Zoff

Dino Zoff
.

29. Juni 1982, Estadio Sarria in Barcelona

Italien - Argentinien 2:1 (0:0)

Italien: Zoff; Gentile, Cabrini, Collovati, Scirea; Tardelli, Antognoni, Oriali (75. Marini), Conti; Rossi (81. Altobelli), Graziani
Argentinien: Fillol; Olguin, Galvan, Passarella, Tarantini; Gallego, Ardiles, Maradona, Bertoni; Diaz (58. Calderón), Kempes (58. Valencia)
Schiedsrichter: Rainea (Rumänien)
Tore: 1:0 Tardelli (56.)
2:0 Cabrini (68)
2:1 Passarella (84.)
Platzverweis: Gallego (84.)
Zuschauer: 43 000

2. Juli 1982, Estadio Sarria in Barcelona

Brasilien - Argentinien 3:1 (1:0)

Brasilien: Valdir Perez; Leandro (82. Edevaldo), Oscar, Luizinho, Junior; Cerezo, Zico (84. Batista), Falção, Serginho; Socrates, Eder
Argentinien: Fillol; Olguin, Galvan, Passarella, Tarantini; Barbas, Ardiles, Maradona, Bertoni (63. Santamaria); Calderón, Kempes (46. Diaz)
Schiedsrichter: Rubio (Mexiko)
Tore: 1:0 Zico (12.)
2:0 Serginho (68.)
3:0 Junior (74.)
3:1 Diaz (89.)
Platzverweis: Maradona (82.)
Zuschauer: 44 000

5. Juli 1982, Estadio Sarria in Barcelona

Italien - Brasilien 3:2 (2:1)

Italien: Zoff; Gentile, Cabrini, Collovati (34. Bergomi), Scirea; Tardelli (76. Marini), Antognoni, Oriali, Conti; Rossi, Graziani
Brasilien: Valdir Perez; Leandro, Oscar, Luizinho, Junior, Cerezo; Zico, Falcão, Serginho (70. Paulo Isidoro); Socrates, Eder
Schiedsrichter: Klein (Israel)
Tore: 1:0 Rossi (5.)
1:1 Socrates (12.)
2:1 Rossi (25.)
2:2 Falção (68.)
3:2 Rossi (75.)
Zuschauer: 44 000

Gruppe 3 - Qualifiziert: Italien

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Italien22005:34:0
Brasilien21015:42:2
Argentinien20022:50:4

Zweite Finalrunde - Gruppe 4 (Österreich, Frankreich, Nordirland in Madrid)

Für Österreichs Elitekicker war in der Zwischenrunde Schluss nach dem 0:1 gegen Frankreich und dem 2:2 gegen Nordirland. Die Franzosen unter ihrem Trainer Michel Hidalgo zeigten auch im Duell mit Nordirland, das überraschend in die Zwischenrunde eingezogen war, ihre Spielfreude: Obwohl ihnen schon ein Remis gereicht hätte, übten sie sich weiter im schwungvollen Angriffsspiel und kamen durch jeweils zwei Tore von Dominique Rocheteau und Alain Giresse leicht und locker zu einem 4:1-Sieg.

28. Juni 1982, Estadio Vicente Calderon in Madrid

Österreich - Frankreich 0:1(0:1)

Österreich: Koncilia; Krauss, Obermayer, Pezzey, Degeorgi (46. Baumeister); Prohaska, Hintermaier, Hattenberger, Schachner; Jara (46. Welzl), Krankl
Frankreich: Ettori; Battiston, Janvion, Trésor, Bossis; Giresse, Tigana, Genghini (86. Girard), Soler; Lacombe (15. Rocheteau), Six
Schiedsrichter: Palotai (Ungarn)
Tor: 0:1 Genghini (40.)
Zuschauer: 37 000

1. Juli 1982, Estadio Vicente Calderon in Madrid

Österreich - Nordirland 2:2 (0:1)

Österreich: Koncilia; Krauss, Obermayer, Pezzey, Baumeister; Prohaska, Pregersbauer (46. Hintermaier), Pichler; Schachner, Hagmayr (46. Welzl), Jurtin
Nordirland: Platt; J. Nicholl, C. Nicholl, McIlroy, Nelson; H. O'Neill, McClelland, Armstrong, Hamilton; Whiteside (69. Brotherston), McCreery
Schiedsrichter: Prokop (DDR)
Tore: 0:1 Hamilton (28.)
1:1 Pezzey (51.)
2:1 Hintermayer (67.)
2:2 Hamilton (74.)
Zuschauer: 20 000

4. Juli 1982, Estadio Vicente Calderon in Madrid

Frankreich - Nordirland 4:1 (1:0)

Frankreich: Ettori; Amoros, Janvion, Trésor, Bossis; Giresse, Tigana, Genghini, Soler (63. Six); Platini, Rocheteau (83. Couriol)
Nordirland: Jennings; J. Nicholl, C. Nicholl, McIlroy, Donaghy; H. O'Neill, McClelland, Armstrong, Hamilton; Whiteside, McCreery (85. J. O'Neill)
Schiedsrichter: Jarguz (Polen)
Tore: 1:0 Giresse (34.)
2:0 Rocheteau (47.)
3:0 Rocheteau (68.)
3:1 Armstrong (75.)
4:1 Giresse (80.)
Zuschauer: 37 000

Gruppe 4 - Qualifiziert: Frankreich

MannschaftSpieleSUNTorePunkte
Frankreich22005:14:0
Österreich20112:31:3
Nordirland20113:61:3

Halbfinale

Im Halbfinalspiel gegen Polen steigerte Italiens neuer Superstar Paolo Rossi - im Frühjahr 1980 noch in einen großen Wettspielskandal verwickelt, für zwei Jahre gesperrt und kurz vor der WM in Gnaden wieder aufgenommen - sein Torkonto auf fünf. Vergeblich blieben die guten Wünsche des polnischen Papstes Johannes Paul II. für seine Landsleute. Der einzige Wermutstropfen für die Italiener: Ihr Spielmacher Giancarlo Antognoni erlitt gegen Polen eine Knöchelprellung und würde im Endspiel fehlen.

Im zweiten Halbfinalspiel Deutschland - Frankreich erwischte die deutsche Elf den besseren Start und ging nicht unverdient durch Pierre Littbarski in der 18. Minute in Führung. Doch acht Minuten später verschuldete der kantige Manndecker Bernd Förster gegen Dominique Rocheteau einen Foulelfmeter, den Michel Platini zum 1:1 verwandelte. In der Verlängerung wurde das Spiel zum "Drama von Sevilla". Nach den schnellen Treffern durch Libero Marius Tresor (93. Minute) und Mittelfeldspieler Alain Giresse (99.) schien das Spiel schon gelaufen, doch der eingewechselte Karl-Heinz Rummenigge, der in der 103. Minute ein Zuspiel von Pierre Littbarski zum 2:3 verwertete, und Mittelstürmer Klaus Fischer mit einem Fallrückzieher (108.) rissen das Match noch einmal herum. Im fälligen Elfmeterschießen scheiterte beim Stand von 2:3 Ulrich Stielike am französischen Schlussmann Ettori. Dessen deutsches Gegenüber Harald Schumacher - der in der 60. Minute den auf ihn zustürmenden Patrick Battiston ungestraft so schwer attackierte, dass dieser einen Wirbelbruch erlitt und zwei Zähne verlor und zehn Minuten nach seiner Einwechselung wieder vom Platz musste - tat es Ettori beim Schuss von Didier Six gleich. Als Schumacher beim Stand von 4:4 einen weiteren Elfmeter hielt, verwandelte der eingewechselte Horst Hrubesch - bereits im EM-Finale 1980 zweimal erfolgreich - sicher zum 5:4 (8:7 in der Addition).

1. Halbfinalspiel am 8. Juli 1982, Estadio Nou Camp in Barcelona

Italien - Polen 2:0 (1:0)

Italien: Zoff; Cabrini, Collovati, Bergomi, Scirea; Antognoni (28. Marini), Conti, Oriali, Tardelli; Rossi, Graziani (70. Altobelli)
Polen: Mlynarczyk; Dziuba, Zmuda, Janas, Majewski; Matysik, Kupcewicz, Buncol, Lato; Ciolek (46. Palasz), Smolarek (77. Kusto)
Schiedsrichter:Cardellino (Uruguay)
Tore: 1:0 Rossi (22.)
2:0 Rossi (73.)
Zuschauer: 50 000

2. Halbfinalspiel am 8. Juli 1982, Estadio Sanchez Pizjuan in Sevilla

Deutschland - Frankreich 3:3 n.V. (1:1, 1:1, 2:3) 5:4 i.E.

Deutschland: Schumacher; Kaltz, K. H. Förster, Stielike, Briegel (96. Rummenigge); B. Förster, Dremmler, Breitner, Littbarski; Magath (68. Hrubesch), Fischer
Frankreich: Ettori; Amoros, Janvion, Bossis, Tigana; Tresor, Genghini (50. Battiston, 60. López), Giresse, Platini; Rocheteau, Six
Schiedsrichter: Corver (Niederlande)
Tore: 1:0 Littbarski (18.)
1:1 Platini (26. Foulelfmeter)
1:2 Tresor (93.)
1:3 Giresse (99.)
2:3 Rummenige (103.)
3:3 Fischer (108.)
Elfmeterschießen: 0:1 Giresse
1:1 Kaltz
1:2 Amoros
2:2 Breitner
2:3 Rocheteau
Stielike (gehalten von Ettori)
Six (gehalten von Schumacher)
3:3 Littbarski
3:4 Platini
4:4 Rummenige
Bossis (gehalten von Schumacher)
5:4 Hrubesch
Zuschauer: 63 000

Spiel um den dritten Platz

Der französische Trainer Michel Hidalgo handelte ähnlich wie sein damaliger deutscher Kollege Sepp Herberger 1958 gegen Frankreich: Er schickte seine Reservisten ins Spiel um den dritten Platz (das dann gegen Frankreich 3:6 verloren ging). Hidalgo benannte sieben Spieler der zweiten Garnitur und verzichtete auch auf seine Spielmacher Alain Giresse und Michel Platini. Dagegen hatten die Polen bis auf ihren gesperrten Mittelstürmer Wlodimierz Smolarek ihre beste Elf nominiert und gewannen durch drei Tore innerhalb von sieben Spielminuten das "kleine Finale". Ihr gutes Abschneiden bei der WM-Endrunde kam umso überraschender, als die Polen wegen des Kriegsrechts acht Monate lang überhaupt kein Testspiel mehr bestreiten konnten.

Spiel um den dritten Platz am 10. Juli 1982, Estadio José Rico Perez in Alicante

Polen - Frankreich 3:2 (2:1)

Polen: Mlynarczyk; Dziuba, Zmuda, Janas, Majewski; Matysik (46. Wójcicki), Kupcewicz, Buncol, Lato; Boniek, Szarmach
Frankreich: Castaneda; Amoros, Mahut, Trésor, Janvion (64. López); Girard, Larios, Tigana (82. Six), Couriol; Soler, Bellone
Schiedsrichter: Garrido (Portugal)
Tore: 0:1 Girard (13.)
1:1 Szarmach (41.)
2:1 Majewski (45.)
3:1 Kupcewicz (47.)
3:2 Couriol (73.)
Zuschauer: 28 000

Finale

Im Endspiel gegen Italien hatte die deutsche Elf, die während des gesamten Turniers im Grunde genommen nur in der zweiten Halbzeit der Verlängerung gegen Frankreich sowie zum Teil beim 2:1 gegen Spanien ansprechende Leistungen gezeigt hatte, selbst in der torlosen ersten Halbzeit kaum eine Chance. Antonio Cabrini vergab für Italien in der 26. Minute einen Strafstoß. Mit dem 1:0 durch Paolo Rossi war das Finale praktisch bereits in der 57. Minute entschieden. Marco Tardelli (69.) und Allessandro Altobelli (81.) erhöhten auf 3:0 und ließen ihren greisen Staatspräsidenten Sandro Pertini auf der Ehrentribüne immer wieder vor Freude aufspringen. Das 3:1 durch Paul Breitner (83.) war dann nicht mehr als ein Ehrentreffer, der den Sieg der Italiener nicht mehr in Frage stellen konnte.

Endspiel am 11. Juli 1982, Estadio Bernabeu in Madrid

Italien - Deutschland 3:1 (0:0)

Italien: Zoff; Gentile, Scirea, Collovati, Bergomi; Cabrini, Oriali, Tardelli, Conti; Graziani (8. Altobelli, 88. Causio), Rossi
Deutschland: Schumacher; Kaltz, Stieleke, K. H. Förster, B. Förster; Dremmler (63. Hrubesch), Breitner, Rummenigge (70. H. Müller); Briegel, Littbarski, Fischer
Schiedsrichter: Coelho (Brasilien)
Tore: 1:0 Rossi (57.)
2:0 Tardelli (69.)
3:0 Altobelli (81.)
3:1 Breitner (83.)
- Cabrini verschießt einen Foulelfmeter (26.)
Zuschauer: 90 000

Bibliografie:

  • Erich Baumann: Fußball-WM 1982 Spanien, Künzelsau/Stäfa/Salzburg 1982
  • Franz Beckenbauer: Fußball-WM 1982. Bilder, Berichte und Kommentare über die XII. Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien, München 1982
  • Paul Breitner (Hrsg.): Fußball-Weltmeisterschaft 1982, Berlin 1982
  • F.A.Z. (Hrsg.): Fußball-Weltmeisterschaft 1982, Spanien, Bad Homburg 1982
  • Horst Friedemann, Wolf Hempel u.a.: Fußball-Weltmeisterschaft 1982, Berlin 1982
  • Dieter Kürten, Willy B. Wange (Hrsg.): Fußball-Weltmeisterschaft 1982, Köln 1982
  • Karl-Heinz Rummenigge: Fußball-Weltmeisterschaft 1982, München 1982
  • G. Simon (Redaktion): Fußball-Weltmeisterschaft 1982, Berlin 1982
  • Worldcup '82. Fußball-Weltmeisterschaft Spanien. Das offizielle Standardwerk des Deutschen Fußball-Bundes, München 1982

Institution(en):

  • FIFA House
    Hitzigweg 11
    P.O. Box 85
    CH-8030 Zürich
    +41/1/3849595
    +41/1/3849696
Total votes: 46
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.