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THEMEN

Zar und Zimmermann oder Die Zwei Peter, Komische Oper in drei Aufzügen von Albert Lortzing

Biografischer Kontext

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Albert Lortzing, dt. Komponist, *23.10.1801,21.1.1851

Seit 1832 arbeitet Albert Lortzing als Schauspieler am Leipziger Stadttheater, wodurch nach jahrelangem künstlerischen Wanderleben eine gewisse Stabilität im Familienleben einkehrt. Gleichwohl ist dieses in den nächsten Jahren von Schicksalsschlägen überschattet, denn innerhalb von fünf Jahren sterben vier seiner Kinder. Doch die vielfältigen künstlerischen Anforderungen in dem neuen Engagement lassen nur wenig Zeit für düstere Gedanken.

Leipzig bedeutet nicht nur schauspielerisch, sondern auch musikalisch einen Neuanfang für Albert Lortzing, denn von diesem Zeitpunkt an entstehen nur noch Bühnenwerke, die Note für Note aus Lortzings Feder stammen und keine fremden Anregungen mehr verarbeiten. Mit der Uraufführung der komischen Oper Die beiden Schützen am 20. Februar 1837 gelingt ihm ein durchschlagender Erfolg, der ihn als Komponisten endgültig etabliert. Zunehmend sprechen seine Werke jetzt auch eine eigene musikalische Sprache, die zwar noch die Vorbilder Weber und Mozart erkennen lässt, dennoch bereits unüberhörbarer Lortzing sind. Zehn Monate später kann der Komponist diesen Erfolg mit der Uraufführung der komischen Oper Zar und Zimmermann am 22. Dezember noch ausbauen und sich darüber hinaus einen bleibenden Platz in der Welt der Oper schaffen. Das Libretto hierzu entstammt wiederum der Feder des Tonschöpfers, der nach der französischen Vorlage "Le bourgmestre de Sardam ou Les deux Pierres" der Autoren von Mélesville, Merle und Cantrian de Boirie den historischen Besuch Zar Peters des Großen im holländischen Saardam - inkognito als Zimmermann getarnt, um die Schiffsbaukunst der Holländer zu studieren - zum Inhalt seiner Oper macht.

In beiden Werken zeichnet sich eine Wende nicht nur in musikalischer, sondern auch in inhaltlicher Richtung ab. Nach der revolutionären Phase schreibt Lortzing nun vor allem Werke, bei denen die Charakterdarstellung im Vordergrund steht. Er schlägt damit - an Mozarts erste Versuche ein halbes Jahrhundert vorher mit seinem "Don Giovanni" und rund anderthalb Jahrzehnte vor dem Meilenstein, den Giuseppe Verdi 1851 mit seinem "Rigoletto" setzen sollte - bereits ein neues Kapitel in der Geschichte der Oper auf. Und ebenso wie bei Verdi wird es auch bei Lortzing zunehmend um den Bezug zwischen gesellschaftlich-politischer Realität und dem individuellen Einzelschicksal gehen. Unterschwellig wird dabei unter dem Deckmantel historischer Ereignisse immer wieder auch Zeitkritik formuliert - ähnlich wie zwei Jahrzehnte später bei dem Wahlfranzosen Jacques Offenbach in seinen schwungvollen Operetten.

Die Uraufführung des Werkes Zar und Zimmermann findet am 22. Dezember 1837 unter Beteiligung des Komponisten, allerdings nicht am Dirigentenpult, sondern in der Rolle des Zimmermannsgesellen Peter Iwanow statt, unterstützt von seiner Mutter in der Rolle der Werfteignerin Witwe Browe. Dennoch verhilft auch diese Tatsache dem Werk am Premierenabend nicht zum erhofften Erfolg. In die Herzen der Zuschauer spielt sich die Oper erst kurz darauf bei ihrer Berliner Erstaufführung am 4. Januar 1839, nach der sie auch mit lobenden Worte von der Kritik als "frisch, lebendig, dramatisch, öfters geistreich und vorzüglich gut instrumentiert" charakterisiert wird. Diese Eigenschaften haben ihr nicht nur zu ihrem Siegeszug durch die ganze Welt verholfen, sondern auch bis heute einen bleibenden Platz im Theaterrepertoire gesichert.

  1. Biografischer Kontext
  2. Historischer Hintergrund
  3. Die Oper
  4. Handlung
  5. Kommentar

Bibliografie:

  • Albert Lortzing: Zar und Zimmermann (Textbuch), Ph. Reclam Verlag, Ditzingen 1995
  • Kurt Pahlen (Hrsg.): Albert Lortzing: Zar und Zimmermann. Kompletter Text mit musikalischen Erläuterungen, Goldmann Verlag, München 1981
Gesamtaufnahme mit Prey, Ridderbusch, Popp, Krenn, Kraus; Münchner Rundfunkorchester, Ltg.: Wallberg; WOC 1975 (Bestell-Nr.: 5144293)
Gesamtaufnahme mit Prey, Schreier, Frick, Köth, Gedda, Vogel; Staatskapelle Dresden, Ltg.: Heger; EMI 1965 (Bestell-Nr.: 7488067)
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