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THEMEN

Zebras - Pferde in Nadelstreifen

Lexikon: Zebras

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Zebras leben mit verschiedenen anderen Steppentieren zusammen.

Zebras existieren in drei Arten mit zahlreichen Unterarten und bilden zusammen mit Pferden, Eseln und Halbeseln die Gattung Equus. Sie gehören zur Familie der Pferde, Ordnung Unpaarhufer, Klasse Säugetiere.

Merkmale: Das auffälligste Merkmal der Zebras ist ihre überwiegend schwarzweiße Streifenzeichnung. Diese Streifenzeichnung unterscheidet sich bei den verschiedenen Arten und Unterarten, aber auch von Individuum zu Individuum. An dieser individuellen Streifung können Mitglieder eines Rudels einander erkennen. Zebras erreichen eine Körperlänge von 2,20 m bis 3 m und eine Standhöhe von 1,20 m bis 1,60 m.

Verbreitung und Lebensraum: Zebras bewohnen Grasländer, Wüsten und Halbwüsten in Ost-, Süd- und Südwestafrika.

Arten: Man unterscheidet die drei Arten Steppenzebra, Bergzebra und Grevy-Zebra.

Gefährdung: Nur Steppenzebras sind noch häufig, Bergzebra und Grevy-Zebra sind stark gefährdet.

Lexikon: Steppenzebra

Das Steppenzebra (wissenschaftlicher Name: Equus quagga) wird in sechs Unterarten unterteilt, von denen das Quagga, das in großen Herden das östliche Kapland bevölkerte, bereits Ende des vorigen Jahrhunderts als begehrter Fleisch- und Felllieferant vollständig ausgerottet wurde. Bei dieser Unterart waren nur Kopf und Hals gestreift, der übrige Körper war braun, die Beine cremefarben.
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Das Grant-Zebra ist die nördlichste Form des Steppenzebras.

So ist bei den Steppenzebras überhaupt zu beobachten, dass die Streifenzeichnung von Norden nach Süden abnimmt und die Grundfarbe zunehmend ins Gelblich-Bräunliche übergeht. Das Böhm-Steppenzebra an der Nordgrenze des Verbreitungsgebiets bis einschließlich Tansania ist am ganzen Körper kräftig schwarzweiß gestreift. Das Selous-Steppenzebra, das in Mozambique beheimatet ist, weist ebenfalls an Hals, Rumpf und Beinen dichte schwarzweiße Streifen auf. Das Chapman-Steppenzebra lebt in Simbabwe und im östlichen Südafrika und ist ebenso wie das in Namibia beheimatete Damara-Steppenzebra an den Beinen nur schwach gestreift, und zwischen den braunschwarzen Hauptstreifen finden sich schwächere Schattenstreifen. Beim Burchell-Steppenzebra aus dem südlichen Botswana fehlt die Streifung der Beine, die Streifung des Vorderkörpes weist Schattenstreifen auf, und der Bauch ist fast weiß.

Merkmale: Steppenzebras erreichen eine Körperlänge von 2,40 m und eine Widerristhöhe von 1,25-1,35 m bei einem Gewicht von 300 kg. Das Steppenzebra ähnelt in seiner Gestalt einem Steppenwildpferd. Der Kopf ist verhältnismäßig klein. Eine Stehmähne reicht vom Scheitel bis zum Widerrist. Ein breiter, schwarzer Aalstrich zieht vom Nacken bis auf den Schwanz. Die am Ende schwarze Schwanzquaste reicht bis über das Fersengelenk. An der Innenseite der Unterarme befindet sich ein horniges Hautgebilde, die Kastanie. Die Streifenzeichnung nimmt bei den Unterarten von Norden nach Süden ab. Sie ist ein individuelles Kennzeichen und macht jedes einzelne Zebra unverwechselbar. Innerhalb einer Herde ist die Zeichnung bereits sehr variabel.

Lebensraum: Die Steppenzebras leben auf der offenen oder mit lichten Dornbüschen und einzelnen Bäumen bestandenen Savanne. Wichtig für die Wahl des Aufenthaltsortes ist die Feindvermeidung. Unübersichtliches Gelände, in dem Löwen Deckung finden können, wird von den Zebras umgangen. Steppenzebras wandern weit umher und berühren auf ihren Streifzügen unterschiedliche Landschaften. An den Bergen steigen sie bis über 4000 m hoch. Wasserstellen müssen für Steppenzebras täglich erreichbar sein.

Lebensweise: Steppenzebras leben in dauerhaften Familienverbänden von bis zu 20 Mitgliedern, die aus einem erwachsenen Hengst, bis zu 6 Stuten und einer Anzahl Fohlen bestehen. Zwischen den Tieren besteht ein enger Zusammenhalt. Familienrudel können sich in der Trockenzeit zu Verbänden von mehreren 100 Tieren zusammenschließen. Daneben gibt es auch reine Hengstgruppen.

Morgens und nachmittags sind Steppenzebras unterwegs. Sie suchen auf ihren täglichen Wanderungen Weideplätze, Sandbäder, Scheuerstellen (an Termitenhügeln, Felsblöcken oder Bäumen), Tränken und Ruheplätze auf. Nachts ruhen sie auf möglichst offener Fläche, um vor Überraschungen sicher zu sein. Ein altes Weibchen ist das Leittier. Nach Beobachtungen in einem Gehege weckt die Leitstute die Rudelmitglieder bei Tagesanbruch. Die verschiedenen Tagesstationen erreichen die Zebras im Gänsemarsch auf ausgetretenen Wechseln. Wenn sich Steppenzebras zum Ruhen niederlassen, bleibt ein Wachtposten stehen.

Körperpflege spielt im Tageslauf der Steppenzebras eine bedeutende Rolle. Sie wälzen sich besonders gern an sandigen oder staubigen Stellen. Nach dem Wälzen springt ein Zebra ruckartig auf und schüttelt sich anschließend mehrmals, so dass der Staub herabfällt. Scheuerstellen an erhabenen Punkten sind vom häufigen Gebrauch fettig und glatt. Häufig kann man die Mitglieder eines Rudels bei sozialer, d. h. gegenseitiger Hautpflege beobachten. Sie beknabbern einander diejenigen Körperregionen, die sie alleine kaum erreichen könnten. Zwei Zebras stehen bei dieser Tätigkeit parallel zueinander und bearbeiten sich gegenseitig Hals, Mähne und Rücken. Lästige Insekten auf der Haut entfernt ein Zebra durch Schwanzschlagen, Hautzucken, Kratzen mit dem Hinterfuß und Knabbern. Auf Zebras sitzen oft Madenhacker und andere Stare, die sich von Hautschmarotzern ernähren.

Die Stimme der Steppenzebras wird durch den Namen »Quagga« gekennzeichnet. Der Ruf beginnt mit einem pfeifenden Einatmungslaut und klingt dann wie »kwaha, kwahaha«. Wenn ein Zebra dergestalt wiehert, fallen andere Rudelmitglieder ein. Das Wiehern ist ein Stimmfühlungslaut, den die Tiere besonders dann ausstoßen, wenn sie den Anschluss an die Herde verloren haben. Sonst hört man von Steppenzebras noch ein Schnauben. Fohlen klagen mit einem quiekenden Laut.

Als Lauftiere erreichen Steppenzebras kurzfristig eine Geschwindigkeit von etwa 40-50 km/h. Sie können ein hohes Tempo jedoch nicht lange durchhalten. Ein Reitpferd übertrifft sie an Ausdauer und Schnelligkeit. Im Vergleich zu einem Pferd sind Steppenzebras aber äußerst wendig. Sie können aus vollem Tempo heraus anhalten und die Richtung ändern.

Nahrung: Steppenzebras fressen hauptsächlich Gras. Sie weiden die trockenen, langen Halme ab, die von Antilopen meist verschmäht werden. Durch diese Form des Grasens beseitigen Zebras das hohe, trockene Gras und fördern damit das Nachwachsen von unten her. Gnus und Gazellen haben davon den Vorteil, dass ihnen kurzes, saftiges Gras bequem und in größerer Menge zur Verfügung steht. So führt die Vergesellschaftung von Steppenzebras und Antilopen zu einer gleichmäßigen Weidenutzung, die die Pflanzendecke nicht zerstört.

Steppenzebras gehen täglich zur Tränke. Sie benehmen sich bei dieser Gelegenheit besonders vorsichtig, denn an ihren Wechseln können Löwen lauern. Das Wasser der stehenden Gewässer Afrikas ist meist stark salz- oder sodahaltig. Zebras macht das beim Trinken offenbar nicht viel aus.

Fortpflanzung: Rivalenkämpfe der Hengste werden meist spielerisch ausgetragen. Sie versuchen dabei, den Gegner in den Hals oder in die Beine zu beißen. In großer Erregung erheben sich die Hengste auf die Hinterbeine und trommeln mit den Vorderhufen auf den Gegner ein. Eine andere Technik ist das Auskeilen mit den Hinterbeinen, die vor allem bei Verfolgungskämpfen angewendet wird. Noch nicht paarungswillige Stuten wehren in der gleichen Weise treibende Männchen ab. Ein treibender Hengst lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln. Er nimmt es in Kauf, dass die Hinterhufe der Stute seine Brust mit solcher Wucht treffen, dass es dröhnt. In der Nähe seines Rudels duldet ein Leithengst keine Rivalen. Junge Hengste (im Alter von mehr als 4 Jahren) versuchen Stuten zu entführen oder sich eines Rudels zu bemächtigen.

Rossige Stuten haben einen typischen Gesichtsausdruck. Sie legen die Ohren zurück, strecken den Kopf vor, ziehen die Mundwinkel hoch oder öffnen das Maul. Der Hengst bleibt einer rossigen Stute dicht auf den Fersen; er riecht und knabbert an ihrer Kruppe und ihrer Schwanzwurzel. Zwischendurch flehmt der Hengst häufig, das heißt, er hebt den Kopf und entblößt die oberen Schneidezähne, so dass die eingesogenen Duftstoffe auf einen besonders empfindlichen Bereich der Riechschleimhaut treffen. Er stellt dabei den Grad der Rossigkeit der Stute fest. Etwa zwei Tage lang lässt sich die Stute mehrmals decken. Der Decksprung dauert nur wenige Sekunden.

Nach etwa einem Jahr Tragzeit setzt die Stute ihr Fohlen. Beim Böhm-Steppenzebra fällt die Setzzeit in die Monate Oktober bis März, beim Chapman-Steppenzebra etwa in den gleichen Zeitraum. Selous-Steppenzebras setzen von Juni bis September.

Das Gebären erfolgt im Liegen. Innerhalb einer Viertelstunde ist das Fohlen auf den Beinen. Noch am ersten Lebenstag kann es der Mutter folgen. Die Stute leckt das Junge trocken, frisst aber nicht die Nachgeburt. Der Leithengst hält bei der fohlenden Stute Wache. Während der ersten Lebenstage ihres Fohlens duldet die Stute keine anderen Tiere in der Nähe. Das Fohlen saugt bei der Mutter 6-8 Monate lang. Im Alter von einer Woche nimmt es bereits das erste Gras auf. Mit 2 Jahren sind Steppenzebras fortpflanzungsfähig.

Feinde: Steppenzebras sind die wichtigste Beute der Löwen. Hyänenhunde und Hyänen können ihnen ebenfalls gefährlich werden. Leoparden und Geparden erbeuten höchstens einmal ein Fohlen. Wenn vom Leittier ein sich duckender Feind wie der Leopard entdeckt wird, besteht die Abwehr manchmal darin, dass das ganze Rudel über den Gegner hinweggaloppiert und ihn durch Hufschläge verletzt. Auf der Flucht übernimmt die Leitstute stets die Führung, der Leithengst dagegen bildet die Nachhut.

Gefährdung: Insgesamt sind Steppenzebras noch häufig, doch sind einzelne Unterarten bedroht. Das Quagga wurde bereits Ende des letzten Jahrhunderts ausgerottet.

Lexikon: Bergzebras

Das Bergzebra (wissenschaftlicher Name: Equus zebra) ist die kleinste Zebraart und existiert in zwei Unterarten, dem Kap-Bergzebra in Südafrika und dem Hartmann-Bergzebra in Namibia und Südangola.

Merkmale: Bergzebras werden nur 2,20 m lang und erreichen eine Widerristhöhe von 1,20-1,30 m bei einem Gewicht von 260-370 kg. Ihre Proportionen sind eselartig. Der kurze, plumpe Kopf trägt lange, spitze Ohren. Abweichend von anderen Zebraarten befindet sich am Hals eine kleine Wamme, ein nach unten hängender Hautlappen. Hals und Rumpf tragen zahlreiche schmale schwarze Streifen, die quer zur Längsachse verlaufen. Der Bauch ist ungestreift. Auf der Kruppe reicht die Querstreifung bis zur Schwanzwurzel. Über die Keulen verläuft eine auffallende Grenze zur anders gerichteten Beinstreifung. Die Beine sind bis zu den Hufen hinab quer geringelt.

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Obgleich Zebras keine mimischen Gesichtsmuskeln besitzen, wirken die Streifen im Gesicht je nach Stellung des Kopfes und der Mundöffnung unterschiedlich.

Die Hufe sind äußerst hart. Ihre Form ist ähnlich wie bei Eseln eng und hoch. Die Hufe sind dem Leben auf steinigem Untergrund angepasst.

Lebensraum: Bergzebras leben in trockenem, steinigem Berg- und Hügelland. Selbst an schroffen Hängen halten sie sich auf. In Südwestafrika dringen die Hartmann-Bergzebras in die Wüste der Küstenregion vor, wenn nach Regenfällen ein spärlicher Pflanzenwuchs sprießt.

Lebensweise: Bergzebras bilden kleine Rudel, die selten mehr als 12 Tiere umfassen. An Wasserstellen kann es natürlich zu größeren Ansammlungen kommen. Die Trupps bestehen aus Stuten, Fohlen und einem sich meist etwas abseits haltenden Hengst. Überzählige Hengste leben in Hengstgruppen.

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Der Schwanz des Zebras ist eselartig und gegen das Ende hin lang bequastet und behaart.

Die einzelnen Tiere eines Rudels halten untereinander verhältnismäßig große Abstände. Ein Tier der Herde nimmt auf einem erhöhten Punkt einen Wachtposten ein und warnt seine Artgenossen bei einer herannahenden Gefahr. Auf der Flucht bewegen sich Bergzebras sehr sicher in steilem Gelände. Bergzebras sind ortstreu, doch wandern sie große Strecken auf der Suche nach Wasser. In ihren trockenen Biotopen können sie mehrere Tage lang ohne Wasseraufnahme aushalten.

Ihre Hauptaktivität entfalten sie in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Während der größten Tageshitze ruhen sie im spärlichen Schatten eines Dornbusches.

Die Stimme der Bergzebras wird als tonloses, schnaubendes Wiehern beschrieben. Der Stimmfühlungslaut zwischen Stute und Fohlen ähnelt dem Wiehern des Hauspferdes.

Fortpflanzung: Das Paarungsverhalten gleicht weitgehend dem der Steppenzebras. Nur während der ein bis zwei Tage dauernden so genannten Hochrosse ist die Stute paarungsbereit. Nach einer Tragzeit von 345-375 Tagen wird das Fohlen geboren. Es kann der Mutter schon am ersten Lebenstag folgen.

Feinde: Außer dem Menschen, der den Zebras rücksichtslos nachgestellt hat, sind Löwen die wichtigsten Feinde der Bergzebras.

Gefährdung: Bergzebras sind in ihrem Bestand äußerst gefährdet. Von den Kap-Bergzebras gibt es keine tausend Tiere mehr, von den Hartmann-Bergzebras nur noch wenige Tausend.

Lexikon: Grevy-Zebra

Das Grevy-Zebra (wissenschaftlicher Name: Equus grevyi) ist die größte Zebraart.

Merkmale: Das Grevy-Zebra erreicht eine Körperlänge von 3 m und eine Widerristhöhe von 1,60 m bei einem Gewicht von 450 kg. Seine Gestalt ähnelt der eines großen Maultieres: Der Kopf ist auffallend lang gestreckt, die großen, breiten Ohren sind am oberen Ende gerundet; mit ihrer dichten Behaarung wirken sie besonders groß. Der Hals ist kurz und im Querschnitt schmal und hoch. Vom Scheitel bis zum Widerrist zieht sich eine hohe Stehmähne. Die Fortsetzung der Mähne nach hinten ist ein schwarzbrauner Aalstrich, der in der Schwanzquaste endet.

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Die großen Grevyzebras sind erst im Jahr 1882 wissenschaftlich bekannt geworden, obwohl gute Abbildungen von ihnen auf alten Gemälden längst vorher nach Europa gelangt waren.

Das Grevy-Zebra hat eine Zeichnung von zahlreichen, dicht stehenden schwarzen Streifen auf weißem Grunde. An Hals und Rumpf ist diese Art senkrecht gestreift. Die Halszeichnung setzt sich in der Mähne fort, während die Rumpfstreifung die Bauchseite nicht erreicht. Die Unterseite des Rumpfes ist also weiß. Die Beine sind bis zu den Hufen herab quer gestreift.

Verbreitung und Lebensraum: Grevy-Zebras leben in Trockensavannen und Halbwüsten im Sudan, in Äthiopien, Nordkenia und Somalia. Gelegentlich werden sie auch im trockenen Buschwald angetroffen.

Lebensweise: Im Gegensatz zu Steppenzebras bilden Grevy-Zebras ortsfeste Territorien, die von einem Hengst besetzt und verteidigt werden. Die Größe eines Territoriums kann bis zu 10 km2 betragen. Zu dem revierbesitzenden Hengst gesellen sich Stuten und Fohlen, insgesamt eine Herde von bis zu 15 Zebras. Unverpaarte Weibchen bilden eigene Trupps ohne territoriale Bindung. Jungtiere finden sich in der Trockenzeit zu Herden mit mehreren hundert Tieren beiderlei Geschlechts zusammen. Grevy-Zebras sind stärker ortsgebunden als Steppenzebras. Im Norden Kenias kommen beide Arten stellenweise gemeinsam vor und bilden manchmal gemischte Herden. Sonst findet man Grevy-Zebras in Gesellschaft von Netzgiraffen, Elenantilopen, Spießböcken und Straußen.

Die Grevy-Zebras entfalten ihre Hauptaktivität am Morgen und am Nachmittag. Während der Mittagshitze ruhen die Rudel im Schatten von Bäumen. Erwachsene Tiere schlafen im Stehen, Fohlen legen sich nieder. Ein erwachsenes Tier wacht, während die Herde dicht beieinander steht. Grevy-Zebras treiben soziale Körperpflege, indem sie sich aneinander scheuern und reiben. Sie nehmen Sandbäder und schütteln anschließend den Staub aus dem Fell. Gegen Insekten und andere Plagegeister wehren sie sich durch Schwanzschlagen und Kratzen mit den Hinterfüßen. Grevy-Zebras beknabbern sich nicht gegenseitig wie die Steppenzebras.

Die Hengste lassen häufig ein eselartiges, lautes Geschrei hören. Sie markieren damit ihr Territorium. Sie brüllen außerdem, wenn sie eine Stute treiben oder einen Rivalen verjagen. Sonst hört man von Grevy-Zebras ein Schnauben ähnlich dem der anderen Einhufer.

Fortpflanzung: Ein Hengst hält in seinem Territorium eine Anzahl von Weibchen beisammen. Fremde Männchen vertreibt er. Wenn eine Stute rossig wird, beginnt der Hengst sie zu treiben. In dieser Zeit flehmt und brüllt er häufig. Die Stute bleibt nach längerer Verfolgung stehen, und der Hengst reitet auf. Innerhalb von zwei Tagen wird die Stute mehrmals gedeckt, dann ist die Rossigkeit vorbei. Nach einer Tragzeit von 13 Monaten setzt die Stute ihr Fohlen. Sie leckt das Junge trocken und lernt es dabei kennen. Das Fohlen hat kein angeborenes Schema von der Mutter. Es würde in den ersten Lebenstagen auch anderen Wesen folgen. Die Mutterstute vertreibt daher aus ihrer Nähe Artgenossen und andere Tiere, bis das Band zwischen ihr und ihrem Fohlen gefestigt ist. Als Laufjunges kann das neugeborene Zebra seiner Mutter schon wenige Stunden nach der Geburt folgen. Etwa ein halbes Jahr lang säugt die Stute ihr Junges. Es bleibt bis zu zwei Jahren bei der Mutter. Mit drei Jahren werden Grevy-Zebras fortpflanzungsfähig.

Feinde: Die Feinde der Grevy-Zebras sind in erster Linie Löwen. Leoparden, Hyänenhunde und Hyänen wagen sich wohl nur ausnahmsweise an diese großen Zebras.

Gefährdung: Das Grevy-Zebra gilt als gefährdet. Der Gesamtbestand wird nur noch auf rund 7000 Tiere geschätzt.

Warum tragen Zebras Streifen?

Lange Zeit rätselte man darüber, welchen Sinn das Streifenmuster der Zebras habe. Die gängige Erklärung war, dass es einen gestaltauflösenden Effekt habe. Aus der Entfernung betrachtet, scheint die Gestalt der Zebras gleichsam zu verschwimmen. Die Frage bleibt aber, wovor dies die Zebras schützen soll. Ihr Hauptfeind, der Löwe, spürt Zebras überwiegend mit Hilfe seines Gehörs und Geruchssinns auf.
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Junge Grantzebras sind wie viele Zebrajunge zunächst braun gestreift und bekommen erst im Lauf des ersten Lebensjahres die tiefschwarzen Streifen.

Ein neuer Deutungsversuch zielt in eine ganz andere Richtung. Die auffällige Streifenzeichnung könnte die Zebras vor Fliegen tarnen. Fliegenaugen sind nämlich ganz anders aufgebaut als die Augen der Wirbeltiere. Sie bestehen aus zahlreichen Einzelaugen und können daher viel schlechter Formen erkennen als Wirbeltieraugen. Für eine Tsetse-Fliege löst sich der Körper der Zebras in unzusammenhängende schwarze und weiße Streifen auf, so dass die Fliege ihr potenzielles Opfer nicht erkennen kann. Da die Fliege nicht nur ein lästiger Blutsauger ist, sondern auch gefährliche Tierseuchen überträgt, kommt der Streifenzeichnung der Zebras somit eine wichtige Schutzfunktion zu.

Steckbrief: Zebras

Arten:Steppenzebra, Bergzebra, Grevy-Zebra
Familie:Pferde
Ordnung:Unpaarhufer
Klasse:Säugetiere
Körpermaße:Kopf-Rumpflänge 2,20-3 m; Widerrist 1,20-1,60 m; Gewicht 300-450 kg
Verbreitung:Ost-, Süd- und Südwestafrika
Lebensraum:Grasländer, Wüsten, Halbwüsten
Lebensweise:Steppen- und Bergzebra in dauerhaften Familienverbänden, beim Grevy-Zebra Paarungsterritorien und lose Zusammenschlüsse zu Hengstgruppen und Stutengruppen
Fortpflanzung:nach 12-13 Monaten Tragzeit wird ein Junges geboren
Feinde:Löwen, Hyänen
Höchstalter:20 Jahre
Gefährdung:Steppenzebra häufig, Bergzebra und Grevy-Zebra gefährdet

Bibliografie:

  • Otto Antonius: Die Tigerpferde. Die Zebras, o.J
  • Juliet Clutton-Brock: Pferde. Die faszinierende Welt der Pferde, Ponys, Esel und Zebras, 1994
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