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wissen.de Artikel

Umzug innerhalb Europas

Was man wissen muss.

Arbeiten im europäischen Ausland ist heute leichter denn je. Vor allem innerhalb der Europäischen Union ist für jeden deutschen Staatsbürger der arbeitsbedingte Umzug ins Ausland ohne allzu großen Organisationsaufwand möglich. Dennoch lassen sich nur etwa 0,1 bis 0,2 Prozent der EU-Bevölkerung in einem anderen Mitgliedsland nieder. Der folgende Leitfaden vermittelt Ihnen praktische Tipps, wie Sie den Schritt ins europäische Ausland wagen können.

Großbritannien

Am Beispiel Großbritannien erfahren Sie, wie Sie innerhalb der EU ins Ausland umziehen.

Außerhalb der EU kann Osteuropa, entgegen vielen Vorurteilen, ein interessantes Gebiet für den Einstieg in die internationale Berufswelt oder die nächste Sprosse auf der internationalen Karriereleiter sein. In der folgenden Übersicht ist der Fokus auf die EU-Beitrittskandidaten Polen, Ungarn und Tschechien gerichtet.

Eine Arbeitsstelle in Großbritannien ist seit jeher ein beliebtes Karriereziel für Berufstätige aus aller Welt. Sie sollten den Schritt auf die Insel aber nur wagen, wenn Ihre Englischkenntnisse entsprechend gut sind. Eine Recherche und Jobsuche von Deutschland aus ist zu empfehlen, obwohl Sie auch den umgekehrten Weg gehen und vor Ort nach einer Arbeitsstelle suchen können - wofür Sie sich auch mehrere Monate Zeit lassen dürfen. Die beste Möglichkeit, in Großbritannien zu arbeiten, ist über einen Auslandseinsatz in einer Filiale Ihrer deutschen Firma.

Einreise

Für die Einreise nach Großbritannien benötigen EU-Bürger nur einen Personalausweis oder Reisepass. Weder eine Einreiseerlaubnis oder Aufenthaltsgenehmigung noch eine Arbeitserlaubnis sind erforderlich. Zudem besteht in Großbritannien keine polizeiliche Meldepflicht.

Gesundheit, Versicherungen und Steuern

Je nachdem, in welchem Land sich Ihr Hauptwohnsitz befindet, greifen auch die jeweiligen sozialen Sicherungssysteme. Für Auswanderer besteht die Sozialversicherungs- und Steuerpflicht dort, wo sie angestellt sind.

In Großbritannien müssen sich alle Arbeitnehmer selbst um eine Sozialversicherungsnummer kümmern. Diese kann beim örtlichen "Social Security Office" beantragt werden. Die monatlichen Sozialversicherungsbeiträge sind gehaltsabhängig. Die Versicherungsnummer muss bei Arbeitsantritt dem Arbeitgeber mitgeteilt werden.

Wenn Ihr Hauptwohnsitz während des Auslandsaufenthaltes weiterhin in Deutschland ist, können Sie Ihre bisherige Krankenversicherung weiter nutzen. In der Regel beinhaltet der neue Arbeitsvertrag eine Krankenversicherung, eine Arbeitslosen- und eine Rentenversicherung. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie vor Ort eine entsprechende Versicherung abschließen. EU-Bürger, die in Großbritannien beschäftigt sind, haben Anspruch auf kostenlose medizinische Betreuung durch den "National Health Service".

Geld

Die Währung: 1 Britisches Pound (£) = 100 Pence

Das Einrichten eines Bankkontos kann in Großbritannien unter Umständen etwas schwieriger sein als in Deutschland. Da es in Großbritannien weder eine Melde- noch eine Ausweispflicht gibt, sind die Banken gegenüber vorgelegten Dokumenten etwas misstrauisch. Bringen Sie deshalb am besten folgende Unterlagen mit zur Bank: Ausweis, Arbeitsvertrag oder Bestätigung des Arbeitgebers, Mietvertrag oder eine andere Adressbestätigung (Telefonrechnung, Stromrechnung), Bestätigungsschreiben einer deutschen Bank.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Großbritannien entsprechen in etwa den deutschen. In London können einzelne Preise allerdings deutlich höher sein.

Telefon und Post

Bei Telefongesprächen von Großbritannien nach Deutschland wählen Sie die internationale Vorwahl 0049 gefolgt von der Vorwahl ohne die erste Null und der Rufnummer. Die internationale Vorwahl von Deutschland nach Großbritannien ist 0044.

Ihren Festnetzanschluss erhalten Sie von der Britischen Telekom, Infos unter: http://www.bt.com

Ferngespräche, insbesondere wenn Sie nach Deutschland telefonieren wollen, sind preislich abhängig vom jeweiligen Anbieter. Stellen Sie unbedingt einen Preisvergleich an, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Ein Anbieter ist z.B. : www.onetel.co.uk

Die Auskunft, die in Großbritannien als "Directory Enquiries" bekannt ist, erreichen Sie unter der Durchwahl 192.

Handys sind in Großbritannien sehr beliebt und lassen die roten Telefonhäuschen immer mehr verwaisen. Die vier großen Anbieter sind: T-Mobile, Vodafone, O2 und Orange.

Post für das europäische Festland erreicht sein Ziel in der Regel innerhalb von drei Tagen.

Das Internet ist natürlich auch in Großbritannien sehr gefragt. Es gibt viele verschiedene Anbieter, die sich in ihren Angeboten unterscheiden. Eine Liste der meisten Anbieter in Großbritannien finden Sie hier: www.uk-business.net

Auto

Außer einer Gewöhnungszeit an den Linksverkehr und an rechtsgelenkte Autos steht dem Fahrvergnügen auf der Insel nichts im Wege. Deutsche Führerscheine werden anerkannt und müssen bis zum Erreichen des 70. Lebensjahres nicht umgeschrieben werden.

Wenn Sie vorhaben, Ihr eigenes Auto nach Großbritannien mitzunehmen, erhalten Sie die zur Ummeldung erforderlichen Papiere in jedem Postamt. Beachten Sie außerdem folgende Voraussetzungen zur Ummeldung von Kraftfahrzeugen:

  • Das Fahrzeug muss für den persönlichen Gebrauch gekauft worden sein, bevor es importiert wurde.
  • Fahrzeuge, die älter als drei Jahre sind, müssen eine MOT-Testbescheinigung haben. Dabei handelt es sich um eine unserem TÜV ähnliche Untersuchung, die gewährleistet, dass Fahrzeuge verkehrstüchtig sind und mit den bestehenden Sicherheitsvorschriften übereinstimmen. Alle Fragen zu An- und Ummeldung sowie zur MOT-Testbescheinigung beantworten die Mitarbeiter des zuständigen DVLA (Driver and Vehicle Licensing Agency).
  • Sie müssen eine britische Haftpflichtversicherung abschließen.
  • Die Straßensteuer muss bezahlt sein. Wenn Sie die sogenannte "Road Tax" bei der britischen Post bezahlt haben, erhalten Sie eine "tax disc", einen Aufkleber, der auf der linken Seite der Windschutzscheibe angebracht wird.
  • Sie müssen im Besitz eines gültigen Führerscheins sein.

Osteuropa

Die osteuropäische Lebenswelt ist von einem starken Kontrast zwischen Stadt und Land geprägt. Das Leben in ländlichen Regionen weist häufig noch Strukturen und Züge auf, die an das deutsche Dorfleben vor hundert Jahren erinnern. Die Großstädte Budapest, Prag, Krakau und Warschau bieten dagegen in vielen Bereichen eine ähnliche Lebensqualität wie Paris oder London. Bei relativ niedrigen Lebenshaltungskosten sind diese Metropolen eine günstige und attraktive Alternative für den internationalen Karrierestart. Zudem macht die bevorstehende EU-Erweiterung Polen, Ungarn und die Tschechische Republik zu einem interessanten Pflaster für Ausreisewillige. Dem entgegen stehen allerdings die hohen Arbeitslosenzahlen, die das Ergattern einer interessanten und zugleich lukrativen Stelle nicht ganz einfach machen.

Arbeitsmarkt

Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz in Osteuropa sind gute Englischkenntnisse und die Bereitschaft, die jeweilige Landessprache zu erlernen. Konkrete Details zur Arbeitsmarktsituation des jeweiligen Landes, eine Liste ansässiger deutscher Firmen und zum Teil auch Kontakte zu offenen Stellen können Sie bei der zuständigen Deutschen Außenhandelskammer erfragen. Stellenangebote und Publikationen zur Arbeit im Ausland finden Sie auch auf der Homepage der "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit".

Einreise und Visum

Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Polen, Ungarn oder Tschechien kein Visum. Ein gültiger Reisepass ist ausreichend. Eine Aufenthaltsgenehmigung ist erst bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten erforderlich.

Um in Polen, Ungarn oder Tschechien arbeiten zu können, benötigen Sie allerdings ein Arbeitsvisum. Für Tschechien und Ungarn muss vor der Einreise bei der zuständigen Auslandsvertretung ein solches Visum beantragt werden. In Polen erhalten Sie die notwendige Arbeitserlaubnis im polnischen Arbeitsamt vor Ort. Diese Genehmigung ist notwendig, um sich bei der polnischen Botschaft in Deutschland ein sechs oder zwölf Monate gültiges Arbeitsvisum zu beschaffen. In der Regel kümmert sich Ihr zukünftiger Arbeitgeber darum.

Gesundheit

Es bestehen keine besonderen gesundheitlichen Risiken. Die medizinischen Einrichtungen sind in der Regel befriedigend. Obwohl das Personal gut ausgebildet ist, fehlt es osteuropäischen Krankenhäusern vielfach an den Mitteln, um eine medizinische Versorgung nach westlichem Standard zu bieten. Erschwert wird eine Behandlung häufig auch durch die Sprachbarriere. Um in staatlichen Krankenhäusern eine gute und schnelle Behandlung zu erhalten, ist es empfehlenswert, westliche Devisen (vorzugsweise Dollar) mitzuführen. Eine Ausnahme bildet Ungarn, wo die medizinische Versorgung, insbesondere die zahnmedizinische, durchaus mit "gut" zu bewerten ist. Zudem ist sie wesentlich günstiger als in Deutschland.

Versicherungen

In Osteuropa ist eine Sozialversicherung für alle ausländischen Arbeitnehmer verbindlich, sobald sie dort länger als 180 Tage tätig sind bzw. ihr Hauptwohnsitz sich dort befindet. Davon ausgenommen sind Arbeitnehmer, die einen bilateralen Arbeitsvertrag besitzen, also über eine ausländische Firma oder Organisation beschäftigt sind.

Zwischen Deutschland und Polen, Ungarn und Tschechien bestehen Sozialversicherungsabkommen, die bestimmte Krankenversicherungsleistungen auch für deutsche Arbeitnehmer und Reisende garantieren. Näheres dazu erfahren Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Sicherheit

Gemessen an internationalen Maßstäben, zählen Polen, Ungarn und die Tschechische Republik zu den sicheren Ländern. Jedoch werden oft ausländische Kraftfahrzeuge gestohlen. Besonders neuere Modelle der Marken VW, Audi, BMW und Mercedes fallen den Dieben zum Opfer. Wenn Sie also mit dem eigenen Pkw in osteuropäische Länder reisen, stellen Sie Ihr Auto an einem sicheren Ort oder in einer bewachten Garage ab, und bringen Sie eine sichtbare Wegfahrsperre an. Auf Landstraßen und Autobahnen sollten Sie sich nur von uniformierten Personen mit Dienstwagen anhalten lassen. Sollten Sie von anderen Personen angehalten werden, verschaffen Sie sich erst einen guten Eindruck der jeweiligen Situation, bevor Sie Ihren Pkw verlassen.

Auto und Führerschein

Sowohl Ungarn als auch Polen und die Tschechei verfügen über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die Straßenverkehrsbestimmungen entsprechen im Wesentlichen den deutschen Vorschriften. Der deutsche Führerschein reicht aus, um dort einen Pkw zu steuern. Der neue EU-Kartenführerschein ist jedoch empfehlenswert, da er den Umgang mit lokalen Behörden erleichtert. Verstöße von Ausländern gegen die Straßenverkehrsordnung werden gewöhnlich streng geahndet. Beachten Sie auch, dass die Promillegrenzen in Polen, Ungarn und Tschechien niedriger sind als in Deutschland.

In Polen benötigen Sie für Ihr KFZ die "Grüne Versicherungskarte". Fehlt diese Karte oder ist sie ungültig, müssen Sie mit hohen Geldbußen rechnen. Auch in Tschechien sollte man die Grüne Karte nicht vergessen, denn wenn es zu einem Unfall kommt, muss man das Dokument vorlegen. In Ungarn besteht auf den Autobahnen M1 und M3 Vignettenpflicht.

Die häufigen Autodiebstähle und die Zollbestimmungen der jeweiligen Länder sind der Grund für eine Reihe von Sonderbestimmungen für die Benutzung von Pkws. In Ungarn, Tschechien und Rumänien müssen Sie eine beglaubigte Nutzungsvollmacht in der Landessprache mitführen, wenn Sie ein Auto mit ausländischem Kennzeichen steuern oder wenn Sie einen Wagen über die Landesgrenzen bewegen. In Polen darf ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug nicht von einem Fahrer gelenkt werden, der in Polen gemeldet ist. Bei einer Polizeikontrolle droht sonst wegen des Verdachts auf Diebstahl oder verbotene Einfuhr die Beschlagnahmung des Fahrzeugs.

Westliche Automarken und insbesondere deutsche Autos sind in Osteuropa sehr beliebt. So wurden im Jahre 2001 bereits knapp 150.000 deutsche Wagen nach Osteuropa exportiert. Dazu kommt noch eine große Zahl an gebrauchten Autos. Ein Autokauf in Osteuropa sollte gut abgewogen werden. Es bietet sich an, sein deutsches Auto nach Osteuropa zu überführen, allerdings ist die Diebstahlgefahr dann sehr hoch. Einheimische Autos, insbesondere die beliebten Skodas, können sehr günstig erworben werden. Ein Preisvergleich zwischen den vielen Händlern lohnt sich allemal.

Geld

Währungen:

  • Polen: 1 Zloty (ZI) = 100 Groszy
  • Rumänien: 1 Lei = 100 Bani
  • Tschechische Republik: 1 Tschechische Krone (Kc) = 100 Heller
  • Ungarn: 1 Forint (Ft) = 100 Filler

In den Großstädten Ungarns, Polens und der Tschechischen Republik sind mittlerweile alle großen internationalen Banken tätig, darunter auch viele deutsche Banken. Diese Banken bieten alle Finanzdienstleistungen und verschiedenen Konten an, die Sie auch von zu Hause gewohnt sind. Das Bankpersonal spricht in der Regel Englisch und oft auch Deutsch. Meist haben Sie die Wahl zwischen einem Konto in der Landeswährung oder in Euro.

Lebenshaltungskosten

Das allgemeine Preisniveau liegt sogar in den Metropolen Budapest, Prag und Warschau leicht unter den deutschen Vergleichswerten.

Telefon

Die Vorwahlen von Deutschland aus sind:

  • Ungarn - 0036
  • Tschechische Republik - 00420
  • Polen - 0048
  • Rumänien - 0040

Bei Telefongesprächen von Osteuropa nach Deutschland wählen Sie die internationale Vorwahl 0049 gefolgt von der Vorwahl ohne die erste Null und der Rufnummer.

Seit die staatlichen Telekommunikationsmonopole in Ungarn, Polen und der Tschechei gefallen sind, erhalten Sie Ihren privaten Telefonanschluss von verschiedenen Anbietern. In Ungarn wurde die ehemalige stattliche MATAV von der Deutschen Telekom aufgekauft, in Polen wurde die staatliche Elektrim Telekomunikacja (ET) von Vivendi übernommen. Informieren Sie sich über die Gelben Seiten und vergleichen Sie die verschiedenen Angebote auch kleinerer Konkurrenzanbieter. Erkundigen Sie sich insbesondere nach den Tarifen für Auslandsgespräche, die unter Umständen sehr teuer sein können.

Ihr deutsches Handy funktioniert in Osteuropa. Allein in Prag gibt es mehrere GSM-Netze. Wenn Sie sich ein einheimisches Handy zulegen wollen, gehen Sie einfach in den nächsten Handy-Shop und lassen Sie sich beraten. T-Mobile ist auch in Osteuropa im Kommen und konnte sich bereits eine Spitzenposition erarbeiten.

Auch Ihren Internetanschluss bekommen Sie von verschiedenen Providern angeboten - sei es AOL oder ein kleiner lokaler Internetservice. Vergleichen Sie auch hier die Tarife der Anbieter, die Sie problemlos über die Gelben Seiten finden.

Post

Die Postdienste Ungarns, Polens und der Tschechei sind modern und zuverlässig. Post nach Westeuropa benötigt in der Regel zwischen 2 und 5 Tagen. Pakete können außerdem auch mit den üblichen anderen Anbietern (UPS, DHL, FedEx) verschickt werden.

Arbeiten im EU-Ausland

Jeder EU-Bürger ist durch das Grundrecht auf Freizügigkeit berechtigt, seinen Arbeitsplatz frei zu wählen. Wohnort und Nationalität dürfen bei der Einstellung eines Bewerbers keine Rolle spielen. Im Job sind EU-Ausländer den einheimischen Arbeitnehmern rechtlich gleichgestellt und haben dieselben Ansprüche auf Leistungen der Sozialversicherung.

Alle Bewerber, die neben Englisch auch die jeweilige Landessprache sprechen und zum Zeitpunkt der Bewerbung noch unter 50 Jahre alt sind, haben realistische Chancen eine Anstellung zu finden. Bei Spitzenpositionen oder Berufen, die sehr spezifizierte Fachqualifikationen erfordern, sind diese Kriterien allerdings nur sekundär.

wissen.de Redaktion
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