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Historische Finsternisse

Finsternisse von den Griechen bis Kolumbus

Die Vorausberechenbarkeit von Sonnen- und Mondfinsternissen war schon im Altertum bekannt. Es gibt verschiedene Legenden, nach denen griechische Heerführer Schlachten auf den Zeitpunkt einer Verfinsterung legten, um Überraschung und Schrecken der astronomisch ungebildeten Feinde auszunutzen. So sah es für diese in mehrfacher Hinsicht finster aus.

Finster durch Magie

Ebenso soll Christoph Kolumbus auf seiner vierten Reise am 1. März 1504 in Jamaika einen Indianerstamm mit einer von ihm vermeintlich "herbeigezauberten" Mondfinsternis so beeindruckt haben, dass diese sich ihm anschließend bedingungslos unterworfen haben.

Berichte von Finsternissen tauchen in jahrtausendealten Schriftzeugnissen, beispielsweise aus China, Babylon, Altägypten, dem klassischen Griechenland oder dem mittelalterlichen Arabien auf. Bei diesen fällt auf, dass die angegebenen Zeitpunkte, wann es finster werden würde, zwar exakt (bis auf 15 Minuten!) mit heutigen Berechnungen übereinstimmen, das Phänomen jedoch an den angegebenen Orten nicht hätte beobachtet werden können.

Stattdessen berechnete man Finsternisse für Orte, die um etwa ein Viertel des Erdumfangs entfernt lagen. Die Erklärung ist, dass sich die Erdrotation unmerklich, um etwa eine tausendstel Sekunde pro Jahrhundert, verlangsamt. Aufgrund der früher schnelleren Erdrotation lagen daher die erwähnten Orte, an denen es finster wurde, im Kernschatten: Die Erde hatte sich weiter gedreht als zunächst berechnet. Bei Berücksichtigung dieses Effekts können die gefundenen Angaben bestätigt werden. Solche Quellen bieten die genaueste und oft einzige Möglichkeit, Schwankungen in der Zunahme der Tageslänge in den letzten 3.000 Jahren nachzuweisen.

aus der wissen.de-Redaktion/ Brockhaus Enzyklopädie
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