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wissen.de Artikel

Unsere Reise nach Südafrika – ein persönlicher Reisebericht

Sie waren die Hauptgewinner beim großen Südafrika-Gewinnspiel von South African Airways, Gebeco und wissen.de. Zehn Tage reisten Monika und Walter Doroch aus Haibach durch Südafrika. Monika Doroch hat uns den ganz persönlichen “Reise- und Erlebnisbericht einer begeisterten Südafrika-Urlauberin“ geschickt, illustriert mit eigenen Fotos.

1. Tag

Anreise

Am Abend des 14. September 2005 fliegen wir mit einer Maschine der „South African Airways“ nach Kapstadt. Die Verpflegung ist gut - das individuelle „Bordprogramm“ (Filme, Musik, Spiele usw.) klasse! Der ruhige, angenehme Flug lässt uns die Flugzeit von 11 Stunden 15 Minuten gut „überstehen“.

2. Tag

Kapstadt

Bei unserer Ankunft gegen 6.30 Uhr ist die Stimmung „etwas getrübt“: es hat kurz zuvor geregnet! Nachdem wir Geld gewechsel haben, lernen wir Hildegard kennen. Gleich hier zu Beginn meines Berichts möchte ich ein „dickes“ Lob an diese sympathische, warmherzige und mit einem unwahrscheinlich hohen Allgemeinwissen „ausgestattete“ Reiseleiterin aussprechen. Mit Hildegard, wie wir sie alle gleich nennen dürfen - diese ungezwungene Anrede macht den Urlaub noch angenehmer und in 2 - 3 Tagen geht man mit den Mitreisenden auch auf das „Du“ über - ist eine begeisterte „Perle“ vor Ort tätig. Wir fahren an Townships (Slum-Siedlungen) vorbei. Diese sind riesig und man kann nur erahnen, welches Elend hier herrscht.

Da das Wetter heute nicht so schön ist, muss die „Besichtigung“ des Tafelbergs ausfallen - wir hoffen einfach auf besseres Wetter für die nächsten Tage, denn der Tafelberg gehört einfach zu den Highlights! Kapstadt (am südlichsten Ende des afrikanischen Kontinents) zählt bestimmt zu den schönsten Städten der Welt, denn die „natürliche Schönheit“ verleiht der City einen unverwechselbaren Charme. Angefangen hat das „weiße Südafrika“ um 1650 mit einem Versorgungsposten der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (Jan van Riebeeck). In Kapstadt und Umgebung leben über 3 Millionen Weiße, Schwarze und Mischlinge (rasanter Anstieg in den letzten 30 Jahren!).

Wir machen eine ca. 4-5stündige Bustour (mit Rastphasen!) durch CapeTown und werden auf sehr viele Schönheiten, aber auch auf die Geschichte und einen kleinen Teil des Alltags der Kapstädter aufmerksam gemacht. Dabei sehen wir u.a. folgende beeindruckende Sehenswürdigkeiten:

  • Castle of Good Hope (= ältestes Gebäude der Stadt)
  • District Six Museum (= Erinnerungen an den nicht mehr existierenden Stadtteil „District Six“)
  • The Victoria & Alfred Waterfront (= viele Einkaufsmöglichkeiten, Bars, Cafes)
  • „Botanischer Garten“
  • CapeTown International Convention Centre

Das für uns gewählte Hotel „Townhouse“ (im Herzen der Stadt gelegen) überzeugt durch sehr freundliches, hilfsbereites Personal, Sauberkeit, einen tollen Lodgebereich (Sektempfang!) und Shuttle-Service. Die selbstgebackenen Kekse des Hauses schmecken einfach ausgezeichnet!

Ein schöner Tag geht für uns mit der Tatsache zu Ende, dass gegen 17.00 Uhr in den Straßen vor unserem Hotel (können wir von unserem Zimmer aus sehen!) wirklich keine Menschenseele mehr zu sehen ist. Aber man kann im Hotel ausgezeichnet essen (alleine der Speisesaal ist eine Augenweise!) bzw. in der Hotellodge den Abend entspannt ausklingen lassen.

3. Tag

Tafelberg - Paarl - Weinprobe im Weinland - Stellenbosch

Bei strahlend blauem Himmel (hier herrscht ohnehin gemäßigtes Klima!) machen wir uns um 8.15 Uhr mit dem Reisebus auf den Weg zur „Tafelbergseilbahn“. Nach wenigen Minuten Fahrtzeit sind wir auch schon da und haben großes Glück: es ist noch nicht so voll - wir werden nur wenige Minuten warten müssen, bis wir in die „offene Dreh-Gondel“ einsteigen können. Schon die Auffahrt ist überwältigend! Der Tafelberg ist Teil einer Bergkette (dazu gehören auch der „Lion's Head“ und die „Zwölf Apostel“) und zählt zu den Welt-Kultur-Denkmälern. „Oben“ (1.085 m Höhe) genießen wir „atemberaubende Ausblicke“ auf die Kaphalbinsel, die City, den Ozean. Botaniker und Pflanzenfreunde kommen hier „voll auf ihre Kosten“ (überall z. B. die schöne Protea-Pflanze). Paviane sehen wir nicht dafür jedoch Eidechsen.

Heute stehen noch einige Punkte auf unserem Ausflugsprogramm und so heißt es nach kurzer Zeit Abschied nehmen von diesem wunderbaren Berg.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel fahren wir durch sonnige Täler mit fruchtbaren Böden um Paarl und besuchen das Weingut „Nederburg“. Die Kenntnisse im Weinanbau brachten bereits im 17. Jahrhundert holländische und französische Siedler mit. Der Weinanbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: viele Menschen finden dadurch Arbeit und die Weine hier sind wirklich von hervorragender Qualität. (Auch der uns gereichte Nederburg-Sekt und der Nederburg-Brandy sind nicht zu verachten!) Die dort verköstigten Weinproben (das Gebäude steht unter Denkmal-Schutz), die Entstehungsgeschichte des Hauses, die Führung durch die Weinkeller und das entzückende Herrenhaus im kap-viktorianischen Baustil lassen auch diese Stunden wieder all zu schnell verfliegen.

Jetzt fahren wir nach „Stellenbosch“. Hildegard berichtet, informiert und geht auf spontane Ereignisse (wie z. B. Schulkinder am Straßenrand, Pflanzen, Tiere usw.) ein. Wir alle haben Hildegard ins Herz geschlossen! Sie kümmert und sorgt sich um uns und man spürt direkt, wie sie uns den Aufenthalt so schön wie möglich „mitgestalten“ möchte.

Stellenbosch, die zweitälteste Stadt Südafrikas, beeindruckt uns durch wunderschöne, alte Gebäude. Ein kurzer Bummel durch dieses bezaubernde Städtchen läßt uns nicht nur ein bestelltes „Riesensandwich“ (in Deutschland würde man daraus „locker“ zwei machen!) besser „verarbeiten“, sondern auch noch nette Souvenirs kaufen. Junge Stadtbewohner sind sogar auf Anfrage bereit, dass man ein Foto von ihnen (gerne auch während der Arbeit - Weben, Spinnen) machen darf. Auch die Straßenhändler sind niemals aufdringlich (auch wenn man evtl. nichts kauft!) - sie bleiben stets freundlich. Bei „weißen“, älteren Verkäufern hat man häufig Glück: sie verstehen oder sprechen sogar etwas Deutsch.

Die Landschaft in Südafrika ist faszinierend - wir durften wieder einen herrlichen Tag in diesem Land verbringen! Vielen Dank!

4. Tag

Tag zur freien Verfügung: Robben Island - Two Oceans Aquarium - V&A Waterfront

Mit einem Katamaran fahren mein Mann und ich gleich um 9.00 Uhr morgens vom „Nelson Mandela Gateway“ in Kapstadt nach Robben Island. Diese Insel ist durch Nelson Mandela bekannt geworden, der 1963 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und hier 27 Jahre seiner Strafe verbringen musste. Mandela, ein Mann, dem Südafrika sehr viel zu verdanken hat... (Mandela wird 1990, wie viele politische Gefangene, freigelassen; jetzt werden sogar verbotene politische Parteien zugelassen und Wahlen für alle Bürger des Landes angekündigt - F.W. de Klerk!) Diesen Trip mit englischsprachiger Führung (teilweise durch ehemalige Häftlinge und "alles" sehr emotional vorgetragen) sollte man auf jeden Fall unternehmen, denn man erfährt hier sehr viel über die politische Vergangenheit Südafrikas. Wir fahren mit einem Bus zum Steinbruch, wo die Gefangenen den ganzen Tag arbeiten mussten. Robben Island ist zu einem Symbol für das Apartheidsregime Südafrikas geworden.

Für den Nachmittag haben wir uns den Besuch des Two Oceans Aquarium vorgenommen. Vom Seepferdchen, über Muränen und Rochen bis zu den „ragged tooth sharks“ kann man hier Fische und Pflanzen des Indischen und Atlantischen Ozeans bestaunen; es gibt sogar eine eigens eingerichtete Pinguinlandschaft. Auch dieser Museumsbesuch zählt für uns zu einem Highlight von Kapstadt.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir an der V&A Waterfront; benannt nach Prinz Alfred Sohn von Königin Viktoria. Dieser ließ im 19. Jahrhundert hier ein "größeres" Hafenbecken errichten. Es ist Samstagnachmittag und man hat das Gefühl, dass hier noch mehr los ist als sonst: überall Live-Musik (ein Solokünstler hat sich etwa aus einem alten Ölkanister eine voll funktionsfähige Gitarre gebastelt und bringt mit Hilfe des Verstärkers einen wunderbaren Klang hervor einmalig!). Kleinere Musikgruppen in tollen, bunten Anzügen sorgen für Stimmung. Die farbig gekleideten afrikanischen Frauen sind aber auch eine „Augenweide“. Es ist „Superwetter“ und man merkt das angenehme Mittelmeerklima (hier ist jetzt Frühling!!!). Nach Stärkung in Form eines „einfachen“ Lunches, dem Besuch einer Kaffeebar und der Paulaner Brauerei holt uns der Hotel-Shuttle-Bus am vereinbarten Ort ab und bringt uns sicher „nach Hause“. Der Höhepunkt dieses Tages war für mich die Bekanntschaft mit einer älteren, weißen Kapstädterin, mit der wir durch Zufall beim Kaffeetrinken ein langes, sehr intensives Gespräch führten. Es stellte sich erst sehr viel später heraus, dass sie gebürtige Berlinerin ist und seit 54 Jahren hier wohnt. (Die Dame wird zu Weihnachten Post mit Fotos erhalten, die wir während des Kaffeeplauschs gemacht haben. Vielleicht wird sie sich an diese schöne Stunde genauso gerne zurück erinnern wie wir).

5. Tag

Kap der Guten Hoffnung - Boulders Beach - Weingut Groot Constantia - Botanischer Garten in Kirstenbosch

Bereits um 8.00 Uhr starten wir mit der allzeit gutgelaunten Hildegard und unserem Fahrer Ulaf die heutige Tour. Zunächst geht es südlich vom Tafelberg entlang in Richtung „Hout Bay“. Davor haben wir jedoch Gelegenheit, sehr schöne Naturaufnahmen zu machen. In „Hout Bay“ fahren wir mit einem kleinen Schiff hinaus zum SEAL ISLAND (hier tummeln sich sehr, sehr viele Seehunde - ein schönes Erlebnis). Wieder zurück bieten Einheimische jede Menge afrikanischer Kunst und Tänze an. Wir fahren die Küstenstraße Chapman's Peak Drive entlang und können am Chapman's Point wieder sagenhafte Landschaftsaufnahmen von der Hout Bay Bucht machen. (Innerhalb unserer kleinen Reisegruppe herrscht immer gute Laune - wir haben nur nette und höfliche Mitreisende!).

Irgendwann erreichen wir Scarborough; etwa 20 km vom Kap entfernt. Im „Kap-Reservat“ gibt es aufgrund der hier herrschenden Vegetation (bedingt durch Wind und Wetter) nur wenige Tierarten: „Bunte Bock“, Schlangen, Schildkröten, Strauße, viele Vögel (aber australische Akazien blühen hier in voller Pracht!). Zunächst fahren wir an das Kap der Guten Hoffnung (wurde von einem Seefahrer namens Diaz im 15.Jahrhundert entdeckt). Nach dem obligatorischen Foto mit dem Hinweis „Cap of Good Hope“ machen wir noch die Bekanntschaft mit Pavianen und Straußen, die sich hier direkt an der Straße aufhalten.

Jetzt geht es mit der Zahnradbahn („Flying Dutchman“) zum höchsten Punkt der Kapspitze. Hier herrscht wieder eine einzigartiges Pflanzenvorkommen (also Pflanzen, die wirklich nur hier gedeihen und sonst nirgends auf der Welt!). Den Abstieg zum Restaurant unternehmen wir zu Fuß; es gibt einfach zu viel Schönes zu entdecken. Im Außenbereich des Restaurants werden wir dann noch Zeuge, wie ein sehr schneller Pavian das Essen eines Touristen stibitzt.

Nach diesem Abstecher fahren wir zum „Boulder's Beach“ (eine Bucht in Simon's Town), wo sich „Pinguinherden“ vor Jahren einen neuen Lebensraum gesucht haben. Der Strand ist weiß, das Meer türkis (es gibt sehr große Felsen hier) - einzigartig schön! Diese Touristenattraktion ist, Gott sei Dank, an diesem Tag nicht all zu sehr überlaufen und wir können die Brillenpinguine sehr gut beobachten

Ein kurzer Abstecher nach Groot Constantia zeigt uns das älteste Weingut Südafrikas. Wir stehen wieder, nach Durchschreiten einer prächtigen Eichenallee, vor einem wunderschönen kap-viktorianischen Herrenhaus.

In Kirstenbosch, unserer letzten Station am heutigen Tag, werden wir in den Botanischen Garten geführt. Dieser wurde in erster Linie angelegt, um die einheimische Flora zu bewahren. Wir sind von der Blumen, Bäumen und Pflanzen und der Größe des Areals (es gibt auch viele Grünflächen zum Ausruhen) sehr beeindruckt. Meine Kamera findet hier wunderschöne Motive! Ein "Museum" mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten! Leider durchschreiten wir nur den "Portea Garten". Hier hätten wir unbedingt mehr Zeit gebraucht .

Am Ende des heutigen Ausflugs überreicht uns Hildegard ein sehr edles, persönliches Zertifikat (mit Bild): es besagt, dass man am 18. September 2005 am Kap der Guten Hoffnung stand. Dieses unerwartete Geschenk treibt uns fast Freudentränen in die Augen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, dass man Gebeco in Sachen „Südafrikaspezialist“ im Bekannten-, Freundes- und Arbeitskollegenkreis nur bestens weiterempfehlen kann!

6. Tag

Kapstadt - Johannesburg - Hazyview

Am frühen Morgen werden wir in Begleitung von Hildegard zum Flughafen von Kapstadt gebracht. Hildegard hilft uns beim Gruppen-Check-in! Doch spätestens dann heißt es Abschied nehmen von dieser tollen Stadt und dieser fabelhaften Reiseleiterin.

In Johannesburg empfängt uns Eva, die neue Reisebegleitung. Wir machen einen kurzen Abstecher mit dem Bus in das „alte“ Johannesburg. Eine Stadt mit so vielen Menschen habe ich noch nie gesehen Wir sehen viele Händler unterschiedlichster Herkunft; Armut ist hier, glaube ich, auch sehr verbreitet (bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit). Die Stadt gefällt mir nicht - alles erscheint trostlos!

Auf nach Hazyview (es wird eine lange Fahrt!): die ersten Stunden der Bustour sind auch etwas „langweilig“, obwohl Eva uns mit afrikanischer Musik von CD erfreut. Nach Middelburg (im MPUMALANGA-Land) wird's dann besser (schöne Berglandschaft). Nach strapaziöser Fahrt erreichen wir um 17.30 Uhr unsere neue Unterkunft. Allein das gewaltige, bewachte Eingangstor beeindruckt. Das Protea Hotel Hazyview ist ruhig und nicht weit vom Kruger-Nationalpark entfernt gelegen. Die Dienstkleidung der Gepäckträger erinnert an eine Tropen-/Safariausrüstung. Nach Begrüßungscocktail und Zimmerschlüsselübergabe machen wir uns noch schnell daran, 2 - 3 Bilder zu schießen, denn es ist schon fast dunkel! In der Anlage selbst wachsen Palmen und Bananenstauden; ein Swimmingpool würde zum Schwimmen einladen, aber um 19.00 Uhr ist bereits das Buffet für uns vorbereitet. Ein überwältigendes Angebot, geschmackvoll, ein liebevoll eingerichteter Speiseraum. Ein einziger Genuß für Ohren, Augen und Zunge! Ein weiterer Tag nur zum "Relaxen" an diesem traumhaften Ort wäre schön. Heute heißt es wieder zeitig zu Bett gehen, um 4.30 Uhr klingelt schon der Wecker...

7. Tag

Ganztätige Offene Jeep-Safari im Kruger-Nationalpark

Wie immer erscheinen wirklich alle Reiseteilnehmer pünktlich. Um 5.30 Uhr gibt es „Frühstück“: sehr starker, gutschmeckender Kaffee soll uns wachmachen. Das Lunchpaket, das wir für unsere Tour erhalten, ist wirklich reichlich bestückt und wird uns in einigen Stunden „gute Dienste“ leisten. Auf der Fahrt zum Park erleben wir einen wunderschönen Sonnenaufgang man ist immer wieder von diesem Ereignis fasziniert. Der Kruger-Nationalpark, benannt nach Paul Kruger, der sich für Natur- und Wildschutz im Lowveld einsetzte, wurde 1926 rechtlich verankert.

Hier erwarten uns verschiedene Pflanzenarten. Für Touristen sind jedoch in erster Linie die vielen verschiedenen Tierarten interessant. Es gibt im Park sehr unterschiedliche Gebiete, je nach dem Futter, das die Tiere fressen. Die offene „Jeep-Safari“ (ein Erlebnis, das man nicht missen möchte) sollte zunächst mit „dicker“ Bekleidung (Windjacke, Schal, Sonnenbrille, evtl. die angebotenen Decken der Fahrer) begonnen werden. Der Fahrtwind ist sehr kalt! Im Laufe weniger Stunden ändert sich das dann aber gewaltig und es wird angenehm warm. Wir können folgende Tiere (fast) am Straßenrand beim Grasen, Äsen, Überqueren des Weges oder beim „Faulsein“ beobachten: Impalas, Großkudus, Zebras, Elefanten, Giraffen, kleine Krokodile, Warzenschweine, Affen. Von weitem erkennen wir (mit Hilfe des erfahrenen Fahrers) Gnus, Nilpferde, Reiher, Geier und - wirklich sehr gut getarnt - Löwen! (Fernglas nicht vergessen!) Als eine große Elefantenherde den Weg kreuzt, haben wir Glück: der Letzte kommt bedrohlich nahe an den Jeep heran, stellt seine großen Ohren auf „Angriff“. Es sind nur Sekunden, die er uns etwas verängstigt hat (ich sitze mit meinem Mann hinten im Jeep und bekomme das alles etwas besser mit!), dann trollt er sich zu seiner Herde.

Erwähnen sollte man die zum Symbol gewordenen "Big 5": Elefant, Leopard, Löwe, Rhinozeros und Afrikanischer Büffel. Diese "Fünf" findet man auf vielen Souvenirs (T-Shirts, Mützen, ja sogar auf Mineralwasserflaschen!). Die Fahrt im Jeep ist im Kruger-Nationalpark natürlich immer einer Fahrt im Auto vorzuziehen: man sieht, hört und "riecht" mehr von der Natur. Zwei größere Pausen geben uns Gelegenheit, das Lunchpaket zu „plündern“. Es ist genügend für jeden eingepackt worden und so schenke ich „unserem“ Fahrer Obst und Kekse. Er freut sich sehr (bitte die Pakete jetzt auf keinen Fall verkleinern!). Die Stunden hier vergehen wie im Fluge. Schön ist die Tatsache, dass das Rest-Camp - unsere neue Unterkunft direkt am Kruger-Nationalpark gelegen ist. Es handelt sich um gemütliche Rundbauten, die sich sehr schön in das afrikanische Landschaftsbild einfügen. Selbst hier in der Anlage kann man auf Impalas oder Äffchen treffen. Abends gehen wir mit unserer Reisegruppe in ein nahe gelegenes Lokal und lassen den Abend dort gemütlich ausklingen. Allerdings darf es nicht zu lange werden - morgen geht es wieder früh los!

8. Tag

Safari durch einen Teil des Kruger-Nationalparks - Blyde River Canon - God's Window - Pilgrim's Rest

Wir werden eine morgendliche Safari im Reisebus durch einen anderen Teil des Nationalparks unternehmen. Was wir heute neu entdecken können sind „Klippspringer“. Nach ca. 2 Stunden verlassen wir das Naturreservat und nehmen unsere Fahrt nach Graskop auf (kleines Städtchen mit Seidenweberei (Mopamiseide), Straßenhändlern, Souvenirgeschäften). Auf dem Weg dorthin kommen wir an einigen blaublühenden Bäumen vorbei. Diese Bäume heißen Jakaranta und gehören zur Nationalpflanze Südafrikas (ein Foto muss unbedingt gemacht werden!). Auch Bananenplantagen, neue Kieferanpflanzungen und Eukalyptusflächen ziehen an uns vorbei.

In Afrika ist immer wieder zu beobachten, dass Frauen schwer arbeiten. So tragen sie z. B. sehr häufig schwere Lasten auf dem Kopf, im Rest-Camp haben Frauen unsere schweren Koffer zum Bus gebracht und an den Waldrändern haben wir (nur) Frauen beim Holz fällen (große Holzstämme!) und abtransportieren gesehen. Auf den Märkten und Verkäuftsständen sehen wir heute sehr junge Mädchen sehen, die bereits ein eigenes Kind haben. Nach Absprache darf der Nachwuchs fotografiert werden und die Menschen sind sehr dankbar für das Geld, das sie dafür erhalten. Auch über mitgebrachte Kekse oder Seifen freuen sie sich. Es scheint, als leben die Menschen hier von den Touristen. Oftmals sind diese Geld- und Sachspenden das Einzige, das sie am Tag verdienen. Man schaut aber immer wieder in hoffnungsvolle und häufig lachende Gesichter.

Weiter geht es auf einer wunderschönen Panoramaroute bis zum Blyde River Canyon (drittgrößter der Welt - Ausläufer der nördlichen Drakensberge). Vom Aussichtspunkt „World's End“ bietet sich uns eine tolle Sicht (Three Rondavels). Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zu God's Window, von wo man einen weiten Blick ins Lowveld hat. Ein wunderschöner Naturgarten mit schönen Steinen, Aloen usw. umgibt den Weg zu „God's Window (übrigens 1800 m hoch gelegen). Ein einmaliges Erlebnis!

Weiter geht's zum ehemaligen Goldgräberstädtchen „Pilgrim's Rest“ (Pilgers Rast), das 1971 stillgelegt und 1974 von der Regierung gekauft wurde. Die Einrichtung des „Königlichen Hotels“ erinnert an „die gute alte Zeit“. Auf beiden Straßenseiten versuchen Einheimische, afrikanische Kunst zu verkaufen Dieser Ort lebt heute nicht mehr vom Goldfund sondern von den ge(o)ldbringenden Touristen.. Wer Lust hat, kann sich auch heute noch als Goldgräber versuchen, sich mit Gummistiefeln und Goldpfanne "bewaffnen" und auf den "großen Fund" hoffen.

"Auf in Richtung Ohrigstadt"! Am späteren Nachmittag gibt es eine Kaffepause (auch hier möchte man sich einfach nicht mehr losreißen):die Landschaft ist herrlich und wir sind alle müde. In der Dämmerung erreichen wir Hannah Lodge und sind alleine von dem Anblick - überall brennen schon die Lichter in den einzelnen Unterkünften (die Häuser scheinen auf einem Hügel gebaut worden zu sein) fasziniert. Nicht nur die Zimmer sind toll eingerichtet, auch das „Haupthaus“ besticht durch seine Größe und geschmackvolle afrikanische Einrichtung. Über das abendliche Buffett, das wir am liebevoll gedeckten Tisch einnehmen, gibt's nichts zu „meckern“.

9. Tag

Bullstroom - Fahrt nach Johannesburg

Bereits um 6.00 Uhr macht sich die „Freiwilligentruppe“ zu einer letzten Safari im großen Privatgelände auf. Es ist bereits warm, ruhig, wie eigentlich an unseren letzten Stationen auch. Vielen Mitfahrenden gefällt diese kleine Safari besser als die im Kruger-Nationalpark; sie können aber nicht erklären, warum. Nach knapp 1 ½ Stunden Fahrt (und einigen Tieren - so z. B. Nashörner aus nächster Nähe) dürfen wir uns auf ein gemütliches Frühstück freuen. Der Morgen hält noch zwei Highlights für uns bereits: ein zahmer Strauß „schafft“ es, sich im Eingangsbereich der Lodge „herum zu treiben“. Er ist auf der ständigen Suche nach Fressen. Der Ranger befördert ihn dann nach draußen - aber ruckzuck ist er wieder da. Später besorgt der Ranger Brötchen/Kuchen und fragt, ob man den Strauß damit füttern möchte. Ich melde mich gleich und das Erlebte ist toll: man kann gar nicht so schnell schauen und das Dargebotene ist schon gefressen. Ich merke, wie stark so ein Strauß ist: meine Hand spürt noch lange den Druck oder die Berührung mit dem festen Schnabel (würde ich jederzeit wieder machen!). Als die Bediensteten merken, dass wir zur Abfahrt bereit sind, gruppieren sie sich und fangen an zu singen. Wie sie so schön dastehen, in ihrer hübschen Dienstkleidung, und zum Gesang mit den Hüften schwingen, überkommt mich eine starke Sehnsucht hierzubleiben. Natürlich haben sie sich einen Obulus verdient!

Wir fahren an Ohrigstadt vorbei in Richtung Lydenburg (Ort des Leidens, welches die Buren erlitten). Hier steht die um 1850 erste niederländische Kirche im östlichen Gebiet. Vor Lydenburg erstrecken sich riesige Pfirsichplantagen, aus denen u. a. Schnaps ("Weißer Blitz") gemacht wird. Wir durchstreifen diesen Ort nur und kommen an großen Felder, roter Erde, Hügeln, Einheimischen vorbei. Ich bin immer wieder von der sich mir bietenden Landschaft und den Menschen fasziniert. In "Dullstroom" gibt es eine kurze Mittagspause. Der kleine Ort ist eine Eldorado für Angler (Forellenangeln, Fliegenfischerei). Über die letzten Kilometer bis nach Johannesburg gibt es nicht mehr viel zu berichten. Wir haben in den letzten 4 Tagen, lt. Eva, 1.313 km zurückgelegt. Hier noch ein Wort zu unserer Reiseleitung: immer nett, hilfsbereit, gibt wertvolle Tipps...
An Nachmittag heißt es dann Abschied nehmen von einem Teil unserer Reisegruppe die nach Mauritius, zum Erholen, weiterfliegt.

10. Tag

Rückreise

Auch über die Rückreise mit “South African Airways“ gibt es fast nur Gutes zu berichten. Fast? Na ja, schließlich bringt uns die SAA ja zurück ins kalte Deutschland ;) Wir haben wundervolle Tage in einem fantastischen Land erlebt, die wir nie vergessen werden.

Monika Doroch
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