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Urlaub mit gutem Gewissen: Tipps für das umweltverträgliche Reisen

Ferienzeit ist Reisezeit – wen zieht es jetzt nicht ans Meer, in die Berge oder einfach mal dahin, wo man sonst nicht ist. Während wir uns jedoch erholen, stellt sich die Frage, was unsere Reiselust mit Umwelt und Klima macht. Oder anders ausgedrückt: Wie kann ich am besten dafür sorgen, dass meine Urlaubsfreude nicht zu Lasten anderer oder gar künftiger Generationen geht? Und welche Urlaubsart ist in dieser Hinsicht vielleicht besser als andere?

Wir Deutschen sind Reiseweltmeister: Millionen von uns zieht es alljährlich zum Urlaub in fremde Gefilde. Doch unser Tourismus hinterlässt Spuren: Schon unsere Reise zum Zielort kann beträchtliche Menge des Treibhausgases CO2 freisetzen, und für die Urlaubsregionen bedeutet es oft mehr Müll, mehr Zersiedelung, mehr Wasser- und Ressourcenverbrauch und mehr Verkehr. Andererseits profitieren die Wirtschaft und die Menschen in den Urlaubsgebieten natürlich auch von unserem Besuch, schließlich lassen wir ja auch reichlich Geld da.

Infografik CO2-Emmissionen
Auf 100 Kilometer verursacht das Flugzeug pro Person die meisten CO2-Emmissionen.
Was aber bestimmt, wie groß der Klima-Fußabdruck einer Urlaubsreise ist? Und ist eine Pauschalreise automatisch schlechter als ein Bildungsurlaub? Nicht unbedingt. Denn manche typischen Urlaubsreisen sind deutlich besser als ihr Ruf. So schlägt beispielsweise der zweiwöchige Mallorca-Pauschalurlaub mit rund 1.000 Tonnen CO2 pro Kopf zu Buche – was gemessen am globalen Durchschnitt ziemlich viel ist. Andererseits aber verursache ich bei einer zweiwöchigen Kreuzfahrt im Mittelmeer fast doppelt so viele Treibhausgase, weil das Leben auf dem Schiff enorm Energie frisst.

Busbahnhof
Fernbusse und Bahnreisen sind gute Alternativen für kurze Strecken.
Besser Bahn und Bus als das Auto

Der wichtigste Punkt auf dem Klimakonto unserer Urlaubsreise ist die Anreise – sie schlägt in puncto Treibhausgas-Ausstoß und Energieverbrauch besonders stark zu Buche. Rund 85 Prozent aller Urlaubsreisen tätigen die Deutschen dabei mit den wenig nachhaltigen Verkehrsmitteln Auto und Flugzeug, Tendenz steigend. Gerade im Sommer trägt die Blechlawine jedoch neben dem hohen Energieverbrauch zur klima- und gesundheitsschädlichen Ozonbelastung der Luft bei – von Stress und Unfallgefahr ganz zu schweigen.

Sinnvoll ist es daher beispielsweise, mit dem Zug oder Bus zum Urlaub an die deutsche Küste oder in die Alpen zu fahren, statt das eigene Auto. Viele Urlaubsorte sind bequem per Zug und/oder Bus zu erreichen, die Reisenden können zudem problemlos das Fahrrad mitnehmen. So sind sie am Urlaubsort mobil und umweltfreundlich unterwegs.

Frau vor Fahrplänen eines Busbahnhofs
Vergleichen lohnt sich auch für die Umwelt.
Fliegen ja, aber…

Wenn das Ziel zu weit entfernt liegt, um ohne Flug erreicht zu werden, dann kann man dem Klima auf andere Weise helfen: Gleichen Sie die Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen, die durch Ihren Flug produziert werden, durch Unterstützung eines Klimaprojekts wieder aus. Das geht bei vielen Flugbuchungen ganz einfach: Ein Klick auf einen entsprechenden Button genügt und es wird automatisch je nach CO2-Ausstoß Ihrer Reise ein bestimmter Obolus für ein Projekt mit abgezogen und gespendet. Wirkungsvolle Projekte zur CO2-Kompensation erkennt man am Siegel „The Gold Standard“.

Wer sich selbst und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, der sollte auch auf die Verhältnismäßigkeit achten: Muss ich wirklich für einen Kurzurlaub von nur ein paar Tagen um die halbe Welt fliegen? Oder tut es da vielleicht auch ein näheres Ziel, das ohne Flug erreichbar ist? Immerhin stößt ein Flugzeug auf einer Strecke von 100 Kilometern mehr als doppelt so viel CO2 pro Person aus wie ein Pkw und sogar fast zehnmal so viel wie ein Zug. Die Umweltschutzorganisation WWF empfiehlt daher, bei Entfernung unter 700 Kilometern gar nicht zu fliegen und ab dieser Entfernung mindestens acht Tage Aufenthalt einzuplanen. Wer mehr als 2.000 Kilometer zurücklegt, der sollte dann schon 14 Tage vor Ort bleiben.

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