wissen.de
Total votes: 127
VIDEO

1968: Die 68er Revolte

Zusammenprall der Generationen. 1968, in einem Jahr weltweiter Jugendproteste, rebellieren auch in Deutschland die Studenten, unter ihrem Wortführer Rudi Dutschke. Rudi Dutschke:„ "Ohne Provokation werden wir überhaupt nicht wahrgenommen. Darum sind die Provokationen unerlässliche Voraussetzungen für die Öffentlichkeitsarbeit.“" Für viele Adressaten wird der Provokateur zum Feindbild. Im April 1968 schießt ein Attentäter ihn nieder. Dutschke ringt mit dem Tod. Die Trauer sucht ein Ventil. Schneider: "„Das war wie ein Loch, in das man fällt. Plötzlich waren solche Leute wie ich bereit und fähig und dachten darüber nach, dass man doch irgendwie mit Gewalt zurückschlagen müsste.“" Auf der Straße entlädt sich zu Ostern ’68 lange aufgestaute Wut. Die Demonstranten glauben, dass die Boulevardpresse des Springerverlags den Attentäter mit Hetzartikeln angestiftet hat. Am Abend brennen Lieferwagen der Presse, als Symbol für eine verhasste Gesellschaft. Schon ein Jahr zuvor wirkten Schüsse als Zündfunke für den Protest. Schneider: "„Alle Verlogenheiten, alle diese Versäumnisse der jungen Bundesrepublik hatten sich zu einer Untat verdichtet.“" Der Tod eines friedlichen Demonstranten durch Polizeikugeln verwandelt brave Studenten in aufsässige Rebellen. Auch in ihrem Lebensstil grenzt sich die junge Generation von den Wertvorstellungen ihrer Eltern ab. Direkt in die Wohnstuben übertragen, provoziert Amerikas Krieg in Vietnam heftige Kritik. Radikale Studenten proklamieren eine rote „Weltrevolution“, als deren Avantgarde sie sich betrachten. Sie wenden sich gegen die Generation, die Hitler möglich machte, und wittern in geplanten Notstandsgesetzen einen Rückschritt in die Vergangenheit. Helmut Schmidt: "„68 war eine Bewegung, die aus Amerika gekommen war, als Reaktion auf den Vietnamkrieg, und sich einbildete, es in Deutschland mit einem postfaschistischen Staat und mit einer nahezu faschistischen oder halbfaschistischen Gesellschaft zu tun zu haben. Dies war purer Unsinn." Einen revolutionären Umsturz hat die Protestbewegung nicht bewirkt - und doch hat sie das Land nachhaltig verändert. Cohn-Bendit: "„Die Bewegung Ende der 60er Jahre, hat einerseits die bundesdeutsche Gesellschaft demokratisiert, anderseits den Akteuren gezeigt, dass es fatale ‚revolutionäre’ Illusionen gibt - und dies alles hat uns, glaub ich, zu glaubwürdigen Akteuren der modernen Gesellschaft gemacht." “Was mit radikalen Parolen begann, es hat die Gesellschaft am Ende demokratischer gemacht.

Total votes: 127