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Ackerbau extrem

Landwirtschaft wird auch in Extremlagen betrieben. Wie hier auf diesen Terrassenfeldern auf Madeira. Das Gelände wird stufenweise begradigt, eine Vielzahl von Feldgärten entsteht. Diese werden von Stützmauern gehalten, die ständig erneuert werden müssen. Und auch sonst bedeutet die Terrassenkultur viel Arbeit: auf den kleinen Feldern können keine Maschinen eingesetzt werden, alles wird von Hand getan. Landwirtschaft in bergigen Regionen bedeutet ein Kampf gegen die Natur.Sogar an steilen Felshängen legen die Bauern Terrassenfelder an, jedes auch noch so kleine Stück Land soll genutzt werden. Wer hier oben arbeitet, muss schwindelfrei sein. Ackerbau extrem.Andere Felder sind nur mit einem Boot erreichbar. Terrassenkultur verlangt einen sehr zeitintensiven Anbau, der heute kaum konkurrenzfähig ist. Ein weiteres Problem ist häufig die Bewässerung: An den Bergen sammeln sich die Wolken, hier ist es feucht - aber je weiter weg es von den Bergen geht, desto trockener wird es. Das sind schwierige Voraussetzungen für den Ackerbau. Einen Ausweg bieten ausgeklügelte Bewässerungssysteme. Sie bringen das Wasser aus den Bergen in die trockeneren Anbaugebiete. Wie Lebensadern durchziehen die Kanäle weite Teile der Landschaft. Die Technik ist denkbar einfach: Wenn eine Hauptleitung abgesperrt wird, fließt das Wasser in Nebenleitungen. Sind die Felder genügend bewässert, wird wieder abgesperrt und umgeleitet - das Wasser sucht sich so ständig aufs Neue seinen Weg durch die Kanäle. Auf der portugiesischen Insel Madeira werden die Wasserleitungen heute auch als touristische Attraktion genutzt: die Pfade, die für Wartungsarbeiten neben den Kanälen angelegt wurden, sind zu beschilderten Wanderwegen umfunktioniert worden.

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