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Algen

Was hier durch meterlange Glasröhren strömt, soll schon in Kürze einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.Algen. Prof. Laurenz Thomsen von der Jacobs Universität in Bremen forscht seit langem an dem ehrgeizigen Projekt. Er will die Meerespflanzen in den Dienst des Menschen stellen.Algen gehören zu den einfachsten Lebewesen auf unserem Planeten. Doch als Phytoplankton schwimmen sie wie riesige Teppiche in allen Gewässern der Erde. Und das meist in Küstennähe. Genau wie die Wälder an Land nehmen sie Kohlendioxyd aus der Atmosphäre auf um zu wachsen. So fungieren die Weltmeere als gigantische CO2-Schlucker. Den Klimakiller Kohlendioxyd unmittelbar aus den Industrieabgasen entfernen und zwar durch Mikro-Organismen, das ist das Ziel der Biologen.Der Plan klingt einfach: Algen verbrauchen CO2 und bilden Biomasse. Sie können also einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe liefern. Besser als jede andere Pflanze. O-Ton Prof. Laurenz Thomsen, Jacobs Universität Bremen "Der Vorteil der Algen ist, dass sie sich viel schneller vermehren z.B. im Vergleich zum Raps und dementsprechend eine viel höhere - pro Fläche - eine viel höhere Biomasse und damit auch Treibstoffmasse produzieren können. Im Verhältnis zum Raps sind das fast 75mal mehr Biotreibstoff pro Fläche und das heißt aber auch im Verhältnis zur CO2 Verminderung: Bis zu 20 und 50 mal mehr CO2 Verminderung pro Fläche." Unter weltweit 40.000 Algenarten suchen die Biologen gezielt nach solchen, die sich für die Verwertung von Industrieabgasen eignen. Auf dem Gelände eines Bremer Kohlekraftwerkes führen die Wissenschaftler erste Tests in der Praxis durch. Genau dort, wo viel CO2 entsteht. In einem Gewächshaus haben die Forscher ihre Versuchsanlage aufgebaut. In den Plastikschläuchen - Bioreaktoren genannt - geschieht im kleinen Maßstab was sonst großflächig im Ozean passiert. Die Algen verwandeln CO2 in Biomasse und die kann nun direkt geerntet und verwertet werden. Die fetthaltige Algenmasse lässt sich bereits zu Pasten, Öl und Biodiesel verarbeiten. Doch wirtschaftlich interessant wird das Verfahren erst mit erheblich größeren Anlagen. Die Bremer Wissenschaftler planen deshalb ihre Eigenzucht schon bald auf einige Quadratkilometer Fläche auszudehnen.

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