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Bärenplage

Nächtliche Überfälle. Wilde Bären plündern die Müllcontainer von Braschov. Die rumänische Stadt mitten in den Karpaten machte vor ein paar Jahren zum ersten Mal von sich reden. Es waren Opfer zu beklagen und die Bevölkerung verlangte Schutz. Bärenabschuss von Amts wegen war lange Zeit die Lösung. Andreas Kieling, Tierfilmer: "Stellen Sie sich vor: Sie kommen Abends von der Arbeit, steigen aus ihrem Auto und wollen zum Haus gehen und dann kommt hier einfach zwischen den Wagen ein Braunbär raus. Ungefähr so hoch, läuft schmatzend an ihnen vorbei und verschwindet in der nächsten Siedlung." Der Tierfilmer Andreas Kieling will wissen wo die Bären herkommen und wohin sie nach den nächtlichen Überfällen wieder verschwinden. Sein Weg führt aus der Stadt. In den Karpaten scheint die Zeit stehen geblieben. Andreas Kieling: "Ah, das ist interessant hier. Das ist ein Baum an dem sich der Bär geschubbert hat." Die Bärenspuren werden noch eindeutiger. Andreas Kieling: "Oh ja. Hier hat der Bär offensichtlich ein Kalb gerissen. Und kommt immer wieder zu diesem Riss zurück." Doch in diesem Wald ist sicher schon lange kein Schuss mehr gefallen. Die Wildschweine, die Kieling trifft, bleiben ruhig. Dahinter sieht er die ersten wilden Bären. Der Förster hat extra einen Kadaver ausgelegt, um die Bären zu locken. Das tote Reh ist für die Bären ein Festmahl. Sie sind absolute Nahrungsgeneralisten und besitzen wie wir Menschen einen robusten Allesfressermagen. Ihren Winterspeck fressen sich europäische Braunbären aber im Herbst mit Eicheln und Buchäckern an. Eines ist klar: Solange die großen Raubtiere hier genügend Wild finden, werden sie die Wälder nicht verlassen. Einen ganzen Tag hat Kieling die Bären durch den Wald verfolgt. Zurück am Müllplatz in Braschov. Man wappnet sich gegen Bärenübergriffe: Andreas Kieling: "Obwohl heute Sonntag ist, arbeiten die Männer hier und sie versuchen so viel Müll wie möglich zu beseitigen. Aber in den Bären steckt das natürlich tief drinnen, dass sie hier Leckerbissen finden, dass es ein Selbstbedienungsladen ist. Das es hier sehr einfach ist, an gehaltvolle Nahrung zu kommen. "Selbst wenn ab sofort kein Müll mehr über Nacht in den Containern liegt, wird es lange dauern, bis die Bären das verinnerlichen. Deshalb versucht man sie gezielt in Fallen zu locken. Andreas Kieling: "Die Bären sind tagelang oben im Wald gefüttert worden mit demselben Futter. Und sie sollen sich so langsam daran gewöhnen, hier in die Falle hinein zu gehen, das Futter aufzunehmen und in zwei, drei Tagen werden die Fallen dann scharf gestellt und die Bären gefangen. Wir sollen uns jetzt zurück ziehen. Da hinten fangen die Hunde an zu bellen und das bedeutet normalerweise, dass die Bären im Anmarsch sind." Vor allem Bären, die Probleme machen, sollen eingefangen und in weiter entfernte Wälder umgesiedelt werden. Ein mutiger Weg der Einwohner von Braschov, die versuchen, die Bärenplage jetzt ohne weitere Schüsse zu lösen.

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