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Bienen in Gefahr

Damit aus diesen zarten Blüten einmal saftige Früchte werden, braucht es die Hilfe der Bienen. Achtzig Prozent aller Obst- und Gemüsesorten sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Ohne Bienen würde der Ertrag um 14 Milliarden Euro geringer ausfallen. Gerade deshalb ist der Bestäubungsservice der Großimker für die Obstbauern nicht mehr wegzudenken. Der Bienenfleiß ist ein lukratives Geschäft. Seit über fünfzig Jahren schleppt Großimker David Hackenberg nun schon die schweren Bienenkästen umher. Egal, wo es gerade blüht, er ist zur Stelle. David Hackenberg, Großimker: "Die Völker, die hier stehen, die waren im Februar schon zur Mandelblüte in Kalifornien.  Dann habe ich sie quer durch die Staaten hierher zur  Orangenblüte geholt."  Doch die fleißigen Bienen sind rar geworden, ein mysteriöses Bienensterben in den USA gibt nicht nur den Imkern Rätsel auf. An der Westküste sind fast sechzig Prozent der Bienenvölker kollabiert, in Texas und an der Ostküste sind es sogar noch mehr. David Hackenberg, Großimker: "Etwa 45% aller Völker, die wir hier her gebracht haben, sind gestorben. Wir gleichen das durch Nachzucht wieder aus. Aber die Kosten sind astronomisch. Und auf die Frage: Warum? Haben wir keine Antwort." Anders als bei anderen Krankheiten sterben die Tiere nicht einfach und liegen tot herum, sondern die Kolonie scheint dahinzuschwinden. Die Wissenschaft nennt das Phänomen "Colony Collapse Disorder", kurz CCD. Ein möglicher Auslöser: Die Varroa-Milbe. Sie versteckt sich in der Brut und fällt die Bienenlarven an. Die Folge: Verkrüppelte Jungbienen, die nicht mehr fliegen können und anfällig für Krankheiten sind. Über die Symptome von CCD weiß man einiges, bei der Ursache hingegen stochert die Wissenschaft noch im Trüben. Währenddessen kämpfen Großimker und Bienen weiter ums Überleben. Hier wird schon wieder für den nächsten Einsatz gepackt:  Obwohl noch reger Flugbetrieb herrscht, laden die Imker Paletten mit  Bienenkästen auf. Das Resultat: Viele Bienen finden bei der Rückkehr vom Nektarsammeln ihr Zuhause nicht mehr. Die Luft ist voller verwirrter Heimkehrer, die versuchen, irgendwo Unterschlupf zu finden. 1.700 Kilometer Richtung Apfelblüte. Das sind 18 Stunden Fahrt. Stress und Überhitzung machen den eingesperrten Tieren dabei schwer zu schaffen. Dr. Jeffery S. Pettis, US-Landwirtschaftsministerium: "Wir haben diese Transporte seit 40, 50 Jahren und es ist immer gut gegangen. Was sich aber verändert hat, ist, wir verfrachten immer mehr Bienen über immer längere Strecken und das immer öfter pro Jahr."  Schon vor der Krankheit CCD ging die Zahl der Bienen in den USA immer weiter zurück und auch in Europa verschwinden die Bienen. Der Kollaps im Bienenstock hat Auswirkungen auf die gesamte Tier und Pflanzenwelt unseres Planeten und damit auch auf den Menschen. Mit dem Bienensterben steht die Ernährung der Weltbevölkerung langfristig auf dem Spiel. Langsam wird es knapp, eine Antwort auf das Bienensterben zu finden.

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