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Bosporus Tunnel

Istanbul - Nahtstelle zwischen Orient und Okzident. Hunderttausende quälen sich Tag für Tag über die beiden Brücken zwischen Europa und Asien. Die Lösung gegen den Verkehrsinfarkt soll eine unterirdische Eisenbahnlinie bringen. Der fünf Kilometer lange Tunnel wird am südlichen Ende des Bosporus verlaufen, zusammengesetzt aus riesigen Röhren, die nacheinander versenkt werden. Auf der Schiffsbrücke haben überwiegend Japaner das Kommando, sie kennen sich aus mit waghalsigen Projekten. Unterwasserkameras helfen, die Röhren zielgenau zu steuern. O-Ton "Das Gewicht der Elemente ist von großer Bedeutung, denn je schwerer sie sind, desto schwerer ziehen sie nach unten. Und desto besser kann man sie kontrollieren." Gewaltige Winden sollen die 30.000 Tonnen schwere Last auf den Meeresboden hieven. An Stahlseilen wird der Koloss abgelassen und an das bereits liegende Bauteil angedockt. Dann endlich ist es soweit. Die Winden drehen sich: Nur 20 cm pro Minute wird das Tunnelelement hinab gelassen. Eine Aktion von 9 Stunden. Auch an Land werden Vorbereitungen für den Tunnel getroffen. Hunderte Stahlarme werden in die Erde eingelassen, sie sollen den Tunnel stützen, wenn die Erde bebt, denn Istanbul liegt in einem Erdbebengebiet. Zurück in der Kommandozentrale über dem Bosporus: Das Team navigiert vorsichtig das Tunnelelement an seinen Bestimmungsort. Die letzten Zentimeter. Dann ist es geschafft. Doch bis unter der Meerenge Züge fahren können, stehen für die Tunnelbauer noch viele Herausforderungen an.

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