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Das Geheimnis der Intelligenz

Schweiz, Polytechnische Hochschule in Lausanne.

Über 40 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen arbeiten hier am "Blue Brain - Project", ein weltweit einzigartiges Projekt. Die Forscher wollen herausfinden, wie unser Gehirn funktioniert und es in einem Computer nachbauen.

Etwa 100 Milliarden Nervenzellen, sogenannte Neurone, haben wir in unserem Gehirn. Zwischen diesen Neuronen funkt es: Elektronische Impulse werden weitergegeben - das Gehirn arbeitet. Pro Sekunde kann eine Nervenzelle Hunderte solcher Impulse erzeugen.

Wenn ein Gedanke entsteht, dann ist das wie ein Gewitter im Kopf.

Bevor wir zum Beispiel eine rote Rose erkennen, muß unser Gehirn sie aus vielen Daten zusammensetzen. Dazu werden alle bisher gespeicherten Informationen aktiviert, die mit »rot« und mit »Rose« zu tun haben. Doch woher wissen die Nervenzellen, welche Informationen zum gleichen Objekt gehören?

Diesem Geheimnis sind die Wissenschaftler in Lausanne auf der Spur. Um besser zu verstehen, wie diese Abläufe funktionieren, wollen die Forscher das Gehirn in einem Computer nachbauen, Nervenzelle für Nervenzelle.

Henry Markram, Neurobiologe

"Wir müssen in der Hirnforschung von Experimenten zu Simulationen übergehen. In anderen Bereichen wird diese Forschung längst angewandt. In der Physik zum Beispiel, aber bisher nicht in den Biowissenschaften. Wenn wir Super-Computer einsetzen, um das Gehirn zu erforschen, dann werden wir den Prozess des Verstehens beschleunigen."
15 Jahre lang hat das Team um Henry Markram Daten gesammelt, um den Schaltkreis des Gehirns zu simulieren.

Weltweit einzigartig ist dieses Gerät in Lausanne, denn mit ihm kann man zwölf Nervenzellen gleichzeitig beim Informationsaustausch beobachten. Und das geht so: Wenn eine Nervenzelle einen elektrischen Impuls aussendet, steigt die Kalziumkonzentration in der Zelle an. Mit Hilfe von Kalziumproteinen können die Wissenschaftler diesen Anstieg sichtbar machen. Aus den Daten entstehen im Computer exakte Modelle der einzelnen Neuronen.

Die Forscher simulieren mit Hilfe der Modelle zum ersten Mal den Grundbaustein des Gehirns. Die "neokortikale Säule." Sie ist die kleinste funktionelle Einheit in unserem Gehirn. Jede Säule besteht aus 70.000 Neuronen. Etwa 2,5 Millionen solcher Säulen hat unser Gehirn. Sie funktionieren wie ein Computer-Speicher. Mit diesen Säulen können wir sehen, hören, schmecken, und vor allem denken.

Henry Markram, Neurobiologe

"Die neokortikale Säule ist wie der heilige Gral - wenn wir sie verstehen, werden wir auch die Intelligenz von Tieren und dann auch die Intelligenz des Menschen verstehen können."

Einer der schnellsten Computer der Welt wurde für die Darstellung der Vorgänge in unserem Gehirn entwickelt. Dieser Computer ist immer noch zehnmal langsamer als die echten Nervenzellen in unserem Gehirn.
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Sehr interessant,bin gespannt wie sich dieses Experiment entwickelt.