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Das goldene Vlies

Unterwegs in Sachen Gold: In der Nordost Türkei unweit der Grenze zu Georgien suchen zwei Wissenschaftler nach Beweisen des legendären Goldlandes der Antike: Kolchis. Wenn die uralte Sage vom Goldenen Vlies tatsächlich den Ursprung der Goldgewinnung im Land der Kolchis erzählt, müssten Ünsal Yalçin und sein Kollege hier in den Flüssen des Kaçkar Gebirges auch heute noch Spuren des Edelmetalls finden. An einem Flusslauf entdecken sie schwarzen Sand: ein Hinweis auf Magnetit. Und wo Magnetit ist, könnte auch Gold sein. "Wenn die alten Meister irgendwo Metall gefunden haben, beispielsweise Gold, da ist heute noch ein bisschen Gold. Nicht auf der Oberfläche, vielleicht nicht mehr so reichlich vorhanden, aber es ist immer noch genug da. Es lohnt sich heute vielleicht dort noch mal abzubauen."  Wenige Goldkörnchen würden den Wissenschaftlern reichen um den Fingerabdruck des Goldes zu analysieren. Deshalb wollen Sie nun selbst Gold waschen. Sie verlassen sich dabei auf die alten Goldsucherregeln. Die Chancen sind besonders groß an Stellen wo das Gewässer nicht so stark fließt und sich im Frühjahr die mit dem Schmelzwasser aus den Bergen transportierten Goldkörner besser absetzen können. Da die Goldkörnchen schwerer sind als der Sand, bleiben sie gerne hinter großen Felsblöcken hängen.Mit einem Sieb trennen die Wissenschaftler das Kleingestein vom Sand. Damit wird zunächst vorsortiert. Der übrige Sand wird hinterher über eine Art Rutsche gespült. In einem Teppich sollen sich die Goldflitter verfangen. Ein Prinzip, dass schon die Goldsucher der Frühzeit kannten. So entstand wahrscheinlich der Mythos vom goldenen Vlies: Die Goldwäscher der Antike verwendeten Schafswolle als Goldfalle. Die winzigen Körnchen setzten sich im wolligen Vlies fest. Eine Methode, die schon die antiken Quellen beschrieben haben. Den Archiometallurgen aus Bochum würden schon kleinste Mengen Gold zur Analyse genügen, um die Zusammensetzung der Flussnuggets mit der von antiken Goldobjekten vergleichen zu können. Im nächsten Schritt wird der Faserteppich ausgespült. Der nun gewonnene Extrakt wandert in die Goldwaschpfanne. Neben Pyrit finden die Forscher dann tatsächlich auch winzige Goldflitter. Glaubt man den alten Mythen, dann gab es im sagenhaften Land Kolchis sehr viel Gold. Ob das jedoch alles aus den Flüssen des Kaçkar Gebirges stammt, ist bei diesen Mengen, die die Wissenschaftler hier zu Tage fördern eher unwahrscheinlich.

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