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Das lange Schwarze für den Mann

Der Frack ist der festliche Anzug für den Mann. Er darf nur zur Abendgesellschaft, also ab 18.00 Uhr getragen werden. Üblicherweise ist die Frackjacke schwarz und hat am Rückenteil ein Schwalbenschwänzchen. Sie wird mit weißer Weste und Fliege kombiniert. Wenn der Frack Berufskleidung ist, etwa bei einem Kellner, dann sind Weste und Fliege schwarz. Der Frack ist ein genauso individuelles wie spezielles Kleidungsstück. Peppino Teuschler, Frackschneider: "Ich sage immer: der Frack übergibt etwas, da ist etwas; eine Anstrengung: der Mensch strengt sich an und der Frack strengt sich an. Deshalb gebe ich den Frack auch immer schon zwei Tage früher raus, damit er Kontakt schließen kann. Ziehen sie ihn mal eine Nacht lang an, sie werden ihre Freude haben." Im Englischen heißt der Frack "White Tie", im Gegensatz zum "Black Tie", dem Smoking. Die Frackjacke ist einreihig und nicht schließbar. Die Fliege sollte selbstverständlich handgebunden sein. Das Ensemble wird erst durch schwarze Seidenstrümpfe und Lackschuhe komplett. Die Geschichte des Fracks geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, damals sprach man noch vom "Tuchrock". Im Laufe der Jahrhunderte verlor das festliche Kleidungsstück immer mehr an Bedeutung. Und das, obwohl "man" im Frack sein Glück finden kann. Peppino Teuschler, Frachschneider: "Was ist das Glück? In Wien sagt man: Sas Glück ist ein Vogel. Aber das Glück ist so eine Gefährtin der Tüchtigkeit, finde ich. Und das Glück, das geht mit und wenn einer einen Frack anzieht, dann geht das Glück auch mit. Da entstehen große Gefühle - ich merke es jedes Mal." Bei Bällen, Hochzeiten oder Staatsempfängen kann man den Frack heute noch sehen. Aber auch hier ist er rar geworden. Eine wirtschaftliche Alternative zum Maßanzug ist daher die Frackmiete beim Edelschneider.  Peppino Teuschler, Frachschneider:"Das hier ist ein Leihfrack, der wird noch abgeholt. Dazu gehören diese Weste, die Hosenträger und die Fliege. So bereiten wir das alles immer vor. Der Herr hinterlässt dann seinen Namen, probiert den Frack und vielleicht wird er noch etwas abgesteckt. Wir erklären dann, so und so ist das. Und wenn jetzt der Leihfrack nicht passt, dann nehme ich von hier oben einen fertigen Frack, den gibt es in allen Größen - und schon habe ich wieder einen Leihfrack." Und ob ein Frack geliehen ist - oder nicht, das sieht man ihm nicht an. Er ist und bleibt ein festliches Kleidungsstück.

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