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Das Weiße Gold

17. Jahrhundert in Sachsen. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen ist einer der mächtigsten und reichsten Barockherrscher Europas. Er ist ein begeisterter Kunstliebhaber und Bauherr, berüchtigt für seine Verschwendungssucht. Seine größte Leidenschaft gilt aber Chinesischem Porzellan, das damals so wertvoll wie Gold war. Vergeblich versuchten seine Hofgelehrten die Rezeptur für das sogenannte "Weiße Gold," herzuleiten. Da es nicht erlaubt war nach China zu reisen, wusste damals keiner wie die Chinesen das kostbare Porzellan herstellten. Das "Weiße Gold": zart und zerbrechlich wie Glas und doch formbar wie Ton. Die Europäer waren dem "Weißen Gold" aus China verfallen. Die Sammelleidenschaft des Sächsischen Herrschers riss tiefe Löcher in die Staatskasse. August der Starke wollte sein eigenes Porzellan. Er verpflichtete deshalb den Alchimisten Johann Friedrich Böttger ein Rezept für Porzellan zu finden. In einem Vertrag muss Böttger mit seinem Leben für die Entdeckung der Rezeptur bürgen. Aus Angst arbeitet Böttger wie besessen, Tag um Tag, Jahr um Jahr. Doch alle Versuche scheitern: Er entwickelt zwar Porzellan, doch ist es nicht weiß. Seine ersten Porzellangüsse gehen als "Rotes Böttgersteinzeug" in die Geschichte ein. Irgendetwas mit den Zutaten stimmt noch nicht. Als Böttger dann Kaolin, die sogenannte Porzellanerde, entdeckt, hat er die Rezeptur raus. Der Alchimist Johann Friedrich Böttger hat im Labor 1709 Gold geschaffen. Weißes Gold. Die ersten Stücke weisen Risse auf, doch es dauert nur noch ein weiteres Jahr, dann ist das Sächsische Porzellan dem Chinesischen Vorbild in Qualität und Schönheit ebenbürtig. 1710 gründet August der Starke die Meißener Porzellanmanufaktur. In Meißen werden eigene Formen, Motive und Dekors entworfen. Fast ein halbes Jahrhundert behält die Meißener Manufaktur ihre Monopolstellung in Europa. Das Zeichen der Schwerter, das älteste Markenzeichen der Welt wurde zum Gütesiegel von Böttgers Errungenschaft.

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